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Otto von Bismarck

Graf Otto von Bismarck, Fürst von Bismarck-Schönhausen, Herzog von Lauenburg

Biographie - Bismarckdenkmal - S.M.S. Bismarck - S.M.S. Fürst Bismarck

Bismarck als elfjähriges Kind Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen Otto von Bismarck
* 01.04. 1815 Schönhausen/Elbe (bei Stendal, nördlich von Magdeburg, Provinz Sachsen)
† 30.07. 1898 Gut Friedrichsruh in Sachsenwald (bei Hamburg)

Otto von Bismarck ist der bedeutendste deutsche Staatsmann und Politiker des 19. Jahrhunderts. Sein Wirken prägte die deutsche und europäische Geschichte weit über sein Leben hinaus.

 

Vater: Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck (13.11.1771 - 22.11.1845)
Mutter: Luise Wilhelmine von Bismarck, geborene Menken (24.02.1790 - 01.01.1839)

Wilhelmine von Bismarck (1790 - 1839)

Ferdinand von Bismarck (1771-1845)

Wilhelmine von Bismarck (1790 - 1839) Ferdinand von Bismarck (1771-1845)

Sein Vater entstammt einer alten adligen Familie, die schon im 13. Jahrhundert in der Altmark ansässig war. Seine Mutter, bürgerlicher Herkunft, stark geprägt durch ihren Vater, galt als rational und liberal.

 

Geschwister: Otto von Bismarck wurde als 4. von 6 Kindern geboren. 3 seiner Geschwister starben schon früh.


Ehefrau: Johanna von Puttkamer (11.04.1824 - 27.11.1894



Kinder:


Bismarcks Geburtshaus in Schönhausen

Bismarcks Geburtshaus in Schönhausen

Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 2011
Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 1910
Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 2011
Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 2011 Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 1910 Schönhausern, Bismarcks Geburtshaus 2011

Bismarcks Geburtshaus wurde auf Beschluss des Havelberger Kreistages 1958 gesprengt. Lediglich der östliche Seitenanbau (links im Bild) blieb erhalten. In diesem befindet sich seit 1998 das Bismarckmuseum.

 

Otto von Bismarck

1815: Otto von Bismarck am 1. April, 13:00 Uhr geboren in Schönhausen/Elbe bei Stendal (nördlich von Magdeburg, Provinz Sachsen)

1816: Übersiedlung der Familie nach Kniephof (Pommern)

1822: Eintritt in das Plamannsche Institut in Berlin

1827: Malwine, Bismarcks Schwester, geboren

1832-33: Göttinger Studentenzeit - Am 10. Mai 1832 immatrikuliert Otto von Bismarck als Student der Rechte an der Universität Göttingen, dort wird er auch Mitglied des Corps "Hannovera". Ab November 1833 setzt er sein Studium an der Universität in Berlin fort und absolviert am 20. Mai 1835 sein erstes juristisches Examen.

Bismarcks Studenten-Wohnung in Göttingen

Bismarcks Studenten-Wohnung in Göttingen

 

1833: Bekanntschaft mit Roon

1835: Auskultator am Kammergericht in Berlin

1836: Regierungsreferendar in Aachen (Rheinprovinz)

1836-37: Zwei Verlobungen

1837: Regierungsreferendar in Potsdam (Brandenburg)

1838: Ab Ostern dient Otto von Bismarck als Einjährig-Freiwilliger im Gardejäger-Bataillon und lässt sich im Herbst zum Jäger-Bataillon Nr. 2. nach Greifswald (Pommern) versetzen, um zugleich in Eldena Landwirtschaft zu studieren.

 1839: Tod der Mutter, Otto bezieht Kniephof, Dritte Verlobung, Freundschaft mit Thadden und Blanckenburg, Asiatische Reisepläne, Malwine heiratet Arnim-Kröchlendorf

1845 : Tod des Vaters, Otto siedelt nach Schönhausen/Elbe über. In kurzer Zeit wird er ein erfolgreicher Gutbesitzer. Als leidenschaftlicher Jäger und Duellant, erwirbt er sich in seiner Umgebung den Beinamen "der Wilde". Abgeordneter des sächsischen Provinziallandtages.

1846: Deichhauptmann, Tod Maries von Blanckenburg

Otto von Bismarck, 1847

Johanna von Bismarck, 1847

Otto von Bismarck, 1847 Johanna von Bismarck, 1847

 

1847: Verlobung mit Johanna von Puttkamer, Abgeordneter im preußischen Vereinigten Landtag.

1847: Erste Rede, Hochzeit mit Johanna von Puttkamer

1848: Die Tochter Marie geboren. Während der Revolution in Deutschland bleibt Bismarck treuer Monarchist. Er schreibt an seine Frau:"Um vieles anders hätte sich die Lage der Regierung gestaltet, wäre es zu einem, wenn auch kleinen Scharmützel gekommen, und Berlin wäre nicht auf Grund der Kapitulation, sondern im Sturm genommen worden."

1849: Abgeordneter der Zweiten Preußischen Kammer des Bezirkes West-Havelland. Bismarck zeigt hier eine streng konservative Gesinnung. Sohn Herbert geboren

1850: Abgeordneter im Erfurter Parlament, hier bekämpft er die Unionsbestrebungen der preußischen Regierung.

1851-58: Zunächst Berater und später Gesandter Preußens beim Bundestag in Frankfurt am Main. Hier versucht er vergeblich Preußens Gleichstellung mit Österreich am Bundestag zur Anerkennung zu bringen und wird aus einem Freund der entschiedenste Gegner Österreichs und Anhänger der kleindeutschen (die deutsche Einigung ohne Österreich) Einheitsidee. Bismarck vertritt im Bundestag ultraroyalistische Ansichten. Während der acht Jahre, die er in Frankfurt, in dieser, nach seiner Bezeichnung "Fuchshöhle des Bundestages" tätig ist, hat er die Möglichkeit, aufs genaueste "alle Eingänge und Ausgänge bis zur kleinen Hintertür" zu studieren, alle jene undurchsichtigen diplomatischen Wortklaubereien, dich sich aus den einander widersprechenden Interessen der einzelnen deutschen Staaten (Deutscher Bund) ergeben. Er kann bei seinen eigenen Rivalen im Bundestag lernen, denn die österreichische Diplomatie, die durch Metternichs Schule gegangen war, besitzt überaus große Erfahrung in der Inszenierung verzwickter Intrigen.

Bismarck als Bundestagsgesandter

Bismarck als Bundestagsgesandter

 

1852: Der Sohn Wilhelm (Bill) geboren

1855: Erster Besuch bei Napoleon III.

1858: Prinz Wilhelm wird Regent

1859-62: Gesandter in Petersburg. Als Gesandter Preußens in Sankt Petersburg/ Russland studiert er die Erfahrungen russischer Diplomatie genau.  Nach eigenen Aussagen nimmt er "Unterricht in der diplomatischen Kunst" bei Gortschakow - einem großen Diplomaten. Bismarck versteht Gortschakows Vertrauen zu gewinnen, und so regulär die in Petersburg eingehende diplomatische Post zu lesen. Die Beziehungen zum russischen Zaren Alexander II. gestalten sich noch intensiver. Als Bismarck 1862 seinen Posten in Petersburg verlässt, schlägt Zar Alexander II. Bismarck sogar vor, in russische Dienste überzutreten. Bismarck lehnt jedoch ab.

1859: Schwere Krankheit

1861: Wilhelm wird König von Preußen

1862: Gesandter in Paris. Hier kann Bismarck bei Napoleon III. die Schule des französischen Bonapartismus studieren.

Lehrer und Schüler (Napoleon III und Bismarck)

Lehrer und Schüler (Napoleon III. und Bismarck):

´"Zeigen Sie, daß man bei MIR etwas lernen kann"

"Ein Jünger der Staatskunst verabschiedet sich von seinem Meister, um selbstständig das Geschäft zu betreiben" (zeitgenössische Karikatur)

 

1862: Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen

1862-66: Konflikt: Regierung im Kampf mit dem Parlament - Als preußischer Ministerpräsident hat Bismarck die Aufgabe, die Heeresorganisation gegenüber dem auf sein Budgetrecht pochenden Landtag zu sichern und führt dadurch den Verfassungskonflikt herbei. Sein Ziel ist die politische Neugestaltung Deutschlands ohne Österreich. Nachdem er sich Russland durch seine Haltung während des polnischen Aufstandes verpflichtet hat, vereitelt er den Versuch Österreichs, die deutsche Frage auf dem Frankfurter Fürstentag im August 1863 in seinem Sinne zu lösen, dadurch, dass König Wilhelm diesem einfach fern bleibt.

1864: Begegnung mit Lassalle, Deutsch-Dänischer Krieg (1. Reichseinigungskrieg)

1865: Konvention von Gastein, Treffen mit Napoleon III. in Biarritz. Bismarck erhält den Grafentitel verliehen und erwirbt die Herrschaft Barzin.

1866: Attentat Unter den Linden - Am Nachmittag des 7. Mai 1866 unternimmt der Tübinger Student Ferdinand Cohen-Blind in Berlin ein Attentat auf Bismarck. Bismarck selbst entwaffnet den Attentäter und wird dabei durch einen Streifschuss verletzt. Ferdinand Cohen-Blind schneidet sich noch am Abend die Pulsadern auf.

Attentat auf Bismarck in Berlin 1866

Cohen-Blind Attentat auf Bismarck in Berlin 1866

 

1866 Indem Bismarck für die budgetlose Zeit 1862-66 beim Landtag um nachträgliche Bewilligung nachsucht, beseitigt er den Konflikt und findet nunmehr bei der bisherigen Opposition, den Nationalliberalen, kräftige Unterstützung.

Deutscher Krieg 1866 (2. Reichseinigungskrieg). Der überraschende militärische Erfolg Preußens führt zur Umstimmung der Meinung über Bismarck, zumal da man nunmehr an die Möglichkeiten einer neuen Bundesverfassung unter Preußens Führung glaubt. Im Prager Frieden schont Bismarck die süddeutschen Staaten und "rundet" das preußische Gebiet durch die Einverleibung Hannovers, Kurhessens, Nassaus und der freien Stadt Frankfurt ab.

Otto von Bismarck

und die Deutsche Flagge

Bismarck wird immer wieder gerne unterstellt, seine antidemokratische Gesinnung sei die Ursache für die Ablehnung von Schwarz-Rot-Gold. Der eigentliche Grund ist aber im Deutschen Krieg von 1866 zu finden, denn hier kämpften die Korps des Deutschen Bundes unter Führung Österreichs unter diesen alten deutschen Farben. Verständlich also, wenn Bismarck nicht die Kriegsflagge der Gegner Preußens zur neuen Flagge des Norddeutschen Bundes machen wollte und sich für Schwarz-Weiß-Rot entschied. Diese neue Flagge entstand 1867 aus den Farben Preußens (schwarz-weiß) und denen der norddeutschen Städte und Länder, sowie aus Tradition zur alten Flagge der Hansestädte (weiß-rot) als Flagge des Norddeutschen Bundes.

1867: Gründung des Norddeutschen Bundes (Königreich Preußen, Königreich Sachsen, Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, Großherzogtum Oldenburg, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogtum Sachsen-Altenburg, Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Herzogtum Braunschweig, Herzogtum Anhalt, Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum Reuß ältere Linie, Fürstentum Reuß jüngere Linie, Fürstentum Lippe, Fürstentum Schaumburg-Lippe, Fürstentum Waldeck, Hamburg, Lübeck und Bremen) Bismarck gründet den Norddeutschen Bund mit allgemeinen direkten Wahlrecht für den Reichstag und der alleinigen Verantwortlichkeit des Bundeskanzlers und übernahm am 14. Juli 1867 das Kanzleramt.

Bismarck im Norddeutschen Reichstag 1867

Bismarck im Norddeutschen Reichstag 1867

 

1867: Erste Dotation: Ankauf von Varzin

1869: Erstes Entlassungsgesuch, Mehrere Bündnisanträge Frankreichs, wonach dieses Luxemburg und Belgien, Preußen die Herrschaft über Deutschland erhalten soll, lehnt Bismarck ab und veröffentlicht am 25. Juli 1870 den Entwurf seines solchen Bündnisses in der "Times".

1870: Emser Depesche. Deutsch-Französischer Krieg (3. Reichseinigungskrieg) - Nach der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen kommt es zum Deutsch-Französischen Krieg. Während des Krieges erklärt Bismarck am 16. September 1870, dass Deutschland die Abtretung von Elsass und Lothringen als Bürgschaft gegen neue Angriffsgelüste verlangt, und erreicht durch den Eintritt der süddeutschen Staaten in den (Norddeutschen) Bund die Gründung des Deutschen Reiches und die Ausrufung des Königs Wilhelm zum deutschen Kaiser.

1871: Gründung des Deutschen Reiches. Reichskanzler, Erblicher Fürstenstand, Frankfurter Friede, Zweite Dotation: Friedrichsruh - Der Friede von Frankfurt/M. (10.05. 1871) beendet den Deutsch-Französischen Krieg. Die Delegationsleiter Frankreichs und Deutschlands, Jules Favre und Otto von Bismarck unterzeichnen im "Schwanenhotel" in Frankfurt/M den Friedensvertrag. Die Provinz Elsass-Lothringen wird Bestandteil des Deutschen Reiches und Frankreich muss 5 Milliarden Franc Kriegsentschädigung zahlen. Otto von Bismarck erhält am 21.März 1871 die nach dem Recht der Erstgeburt erbliche Fürstenwürde und eine große Domäne in Lauenburg mit dem Sachsenwald.

Frankfurt a. M. 10. Mai 1871 - Friedensschluss im Hotel Schwan

Frankfurt a. M. 10. Mai 1871 - Friedensschluss im Hotel Schwan

 

1872: Kulturkampf, Dreikaiserbündnis, Letzter Besuch Motleys, Zweites Entlassungsgesuch

1873: Maigesetze gegen die Katholiken, Verleumdungsfeldzug der Konservativen, Ministerpräsidentschaft und Rücktritt Roons - Da die katholische Zentrumspartei alle reichsfeindlichen Elemente um sich sammelt, leitet Bismarck zu ihrer Bekämpfung den Kulturkampf ein und bringt die Maigesetze (1873-75) mit Hilfe der nationalliberalen Mehrheit durch.

1874: Attentat in Kissingen - Am 13. Juli des Jahres verübt der fanatische Geselle Franz Kullmann aus Magdeburg in Bad Kissingen ein Attentat auf Bismarck, um mit Bismarck den Urheber der Kampfgesetze gegen die katholische Kirche zu treffen. Bismarck wird nur leicht verletzt.

Bismarck Attentat 1874

Franz Kullmann Attentat auf Bismarck 1874

 

1875: Drittes Entlassungsgesuch 1877: Viertes Entlassungsgesuch

1877: Mit dem Kissinger Diktat stellt Bismarck die grundlegende Konzeption seiner Politik fest.

1878: In der Außenpolitik um die Erhaltung des Friedens bemüht, versteht es Bismarck den Einfluss des Reiches nach außen zu stärken. Es bedeutet einen großen Erfolg, dass 1878 der Berliner Kongress, 1880 die Berliner Konferenz und 1884 bis 1885 die Kongokonferenz die Vertreter der Mächte in der deutschen Reichshauptstadt zusammenführt. Mit Österreich-Ungarn sucht Bismarck Versöhnung und schließt 1879 ein Bündnis ab, das sich durch den Beitritt Italiens 1883 zu dem 1887 erneuerten Dreibund ausgestaltet. Im selben Jahr werden zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. verübt, als Folge dieser Attentate wird am 21.10. 1878 das "Sozialistengesetz" verabschiedet. Der Reichstag stimmt dem Bismarckschen "Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" mit 221 Stimmen zu 149 Gegenstimmen zu.

1879: Wendung in der großen Politik: Bündnis mit Österreich - Die Anerkennung der bisherigen freihändlerischen Wirtschaftspolitik seit 1878 trennt Bismarck von den Nationalliberalen. Das Reichseisenbahnprojekt scheitert und gegen die Einführung des Schutzzolls, die Erhöhung der Branntweinsteuer und die geplante sozialpolitische Gesetzgebung erhebt sich Widerstand. Bismarck schließt mit dem Zentrum Frieden und setzt mit dessen Hilfe die Einführung der Krankenkassen, der Unfall-, Alters- und Invaliditätsversorgung sowie die Gründung der Kolonien durch.

Bismarck, Sozialistengesetz in Deutschland

Das Sozialistengesetz in Deutschland

Bismarck: "Wer hätte gedacht, daß ein Geist vor einem Gespenst erschreckt!" (aus "Humoristische Blätter", Wien 1878 Nr.44)

 

1880: Krankheit. Fünftes Entlassungsgesuch

1880: Handelsminister

1881: Bismarck führt als Reichskanzler die Krankenversicherung im Deutschen Reich ein.

1883: Dreibund, Rettung durch Schweninger

1884: Bismarck führt als Reichskanzler die Unfallversicherung im Deutschen Reich ein.

Bismarcks Arbeitszimmer im Reichstag

Bismarcks Arbeitszimmer im Reichstag

 

1887: Rückversicherungsvertrag

1888: Bismarck prägt in einer Reichstagsrede am 6. Februar den Satz: "Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt; und diese Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt"

Bismarck: "Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt"

Bismarck: "Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt"

 

1888: Tod Kaiser Wilhelms I., sein Enkel Wilhelm II. versucht ihm den Beinamen "der Große" anzufügen. Bismarck über Wilhelm I.: "Kein Großer, aber ein Ritter und ein Held."

1888: Regierung und Tod Kaiser Friedrichs III.

1888: Thronbesteigung Kaiser Wilhelms II.

1889: Letzte Rede im Reichstag,

1890: Sechstes Entlassungsgesuch, Entlassung. Herzog von Lauenburg, Nichterneuerung des Russischen Vertrages - Wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem jungen Kaiser reicht Bismarck am 18. März 1890 seine Entlassung ein und erhält sie am 20. März unter Ernennung zum Herzog von Lauenburg und Generaloberst der Kavallerie. Bismarck verwendet jedoch den Herzogstitel nicht und nennt sich auch weiterhin "Fürst Bismarck".

Der Loste verlässt das Schiff

"Der Loste verlässt das Schiff" Karikatur der englischen Zeitschrift "Punch"

 

1891: Bismarck lässt sich in den Reichstag wählen, lebt aber zurückgezogen in Friedrichsruh und äußert oft seinen Unmut über die politische Entwicklung und dem "Neuen Kurs" des jungen Kaisers.

1892: Boykott in Wien, Triumphale Reise durch Deutschland

1893: Tod des Bruders, Schwere Krankheit

1894: "Versöhnung" mit Kaiser Wilhelm II., Tod seiner Frau Johanna

 

Versöhnung zwischen S.M. d. Kaiser und Bismarck am 26. März 1895

Versöhnung zwischen S.M. d. Kaiser und Bismarck am 26. März 1895

 

1895: 80. Geburtstag

1896: Enthüllungen über den Russischen Vertrag

1897: Letzte Warnung an den Kaiser

 

Bismarcks Beisetzung am 16. März 1899

Die Beisetzung des Fürsten Bismarcks in Friedrichsruh am 16. März 1899

 

1898: 30. Juli, 22:00 Uhr: Bismarcks Tod. Am 30. Juli stirbt Bismarck auf seinem Gut Friedrichsruh in Sachsenwald. Nach Bismarcks Tod werden überall im Land Bismarck-Denkmäler errichtet. Kaum eine Stadt ohne Bismarck-Turm, kaum ein Dorf ohne Bismarck-Eiche etc. Das größte Bismarck-Denkmal (Höhe 36 Meter) steht in Hamburg. Ein Bismarck-Archiv wird in Stendal geschaffen.

Bismarck-Nationaldenkmal am Großen Stern in Berlin

Das Bismarck-Nationaldenkmal am Großen Stern in Berlin (Höhe 15 Meter) 1901 erbaut von Reinhold Begas (1831 - 1911).

Das Denkmal stand bis 1939 auf dem "Königsplatz" (heutiger "Platz der Republik") vor dem Reichstag.

 

 

 

Otto von Bismarck

Wappen

Bismarcks Wappen

Bismarcks Wappen führt im blauen Schild ein goldenes, mit drei silbernen Eichenblättern in den Winkeln bestecktes Kleeblatt.

 

 

Otto von Bismarck

Briefmarken

Bismarck - Spendenmarke

Spendenmarke

 

Bismarck Briefmarke Deutsche Bundespost

100 Jahre Reichsgründung - Deutsche Bundespost 1971 und Otto von Bismarck - Deutsche Bundespost 1998

 

Bismarck und S.M.S. Adler

Samoa, das Land mit deutscher Kolonialvergangenheit, würdigt mit einer Sondermarke den Fall der Berliner Mauer 1989 - Motiv das deutsche Kanonenboot  S.M.S. Adler 1889

 

Otto von Bismarck

Zitate

  • "Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd"

 

  • "Die deutsche Frage kann nicht in den Parlamenten, sondern nur durch Diplomatie und auf dem Schlachtfeld gelöst werden, und alles, was wir bis jetzt schwatzen und beschließen, ist nicht viel mehr wert als die Mondträumereien eines sentimentalen Jünglings."

 

  • 1862: "Nicht auf Preußens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht..., nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden - das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen -, sondern durch Blut und Eisen"

 

  • "Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des eignen Vaterlandes verwirklicht werden können, ist eine politische Krankheitsform, deren geographische Verbreitung leider auf Deutschland beschränkt ist."

 

  • "Die Presse ist für mich Druckerschwärze auf Papier."

 

  • "Wer weiß, wie Gesetze und Würste zustande kommen, der kann nachts nicht mehr ruhig schlafen."

 

  • "Die Herstellung eines unabhängigen polnischen Staates zwischen Schlesien und Ostpreußen mit der konsequenten Begehrlichkeit nach Posen und nach der für ein selbständiges Polen unentbehrlichen Weichselmündung würde eine permanente Drohung gegen Preußen bilden und einen der äußersten militärischen Leistungen, zu welcher das neue Polen befähigt wäre, gleich kommenden Teil der preußischen Armee dauernd neutralisieren. Befriedigen können wir die Ansprüche, welche dieser neue Nachbar auf unsere Kosten erheben würde, niemals. Die würden außer Posen und Danzig sich demnächst auf Schlesien und Ostpreußen richten, und die Landkarte, in welchen die Träume der polnischen Insurrektion ihren Ausdruck finden, bezeichnen Pommern bis an die Oder als polnische Provinz" Bismarck am 17.02.1863 nach einem Erlass an den preußischen Botschafter in London, Albrecht Graf von Bernstorff, über die Gefahren, die Preußen von einem polnischen Nationalstaat drohen würden.

 

  • "Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt; und diese Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässt" - Reichstagsrede, 6. Februar 1886

 

  • In einem Brief an seinen Botschafter in London begründet Bismarck die deutschen Aneignungsabsichten von Elsaß-Lothringen (August 1870): "Wir stehen heute im Felde gegen den 12. oder 15. Überfall und Eroberungskrieg, den Frankreich seit 200 Jahren gegen Deutschland ausführt. 1814 und 1815 suchte man Bürgschaften gegen Wiederholung dieser Friedensstörungen in der schonenden Behandlung Frankreichs. Die Gefahr liegt aber in der unheilbaren Herrschsucht und Anmaßung, welche dem französischen Volkscharakter eigen ist und sich von jedem Herrscher des Landes zum Angriff auf friedliche Nachbarstaaten missbrauchen lässt. Gegen dieses Übel liegt unser Schutz nicht in dem unfruchtbaren Versuche, die Empfindlichkeit der Franzosen momentan abzuschwächen, sondern in der Gewinnung gut befestigter Grenzen für uns.
    Wir müssen dem Druck ein Ende machen, den Frankreich seit zwei Jahrhunderten auf das ihm schutzlos preisgegebene Süddeutschland ausübt, und der ein wesentlicher Hebel für die Zerstörung der deutschen Verhältnisse geworden ist. Frankreich hat sich durch die konsequent fortgesetzte Aneignung deutschen Landes und aller natürlichen Schutzwehren desselben in den Stand gesetzt, zu jeder Zeit mit einer verhältnismäßig kleinen Armee in das Herz von Süddeutschland vorzudringen, ehe eine bereite Hilfe da sein kann. Seit Ludwig XIV., unter ihm, unter der Republik, unter dem ersten Kaiserreich haben sich diese Einfälle immer und immer wiederholt; und das Gefühl der Unsicherheit, welches sie zurückgelassen, und die Furcht vor einer Wiederholung dieses Schrecknisses zwingt die süddeutschen Staaten, den Blick stets auf Frankreich gerichtet zu halten. Wir können nicht immer auf eine außerordentliche Erhebung des Volkes rechnen und der Nation nicht ansinnen, stets das Opfer so starker Rüstung zu tragen. Wenn die Entwaffnungstheorie in England ehrliche Anhänger hat, so müssen dieselben wünschen, dass die nächsten Nachbarn Frankreichs gegen diesen alleinigen Friedensstörer Europas mehr als bisher gesichert werden. Dass in den Franzosen dadurch eine Bitterkeit geweckt werde, kann dagegen nicht in Betracht kommen. Diese Bitterkeit wird ganz in demselben Maße stattfinden, wenn sie ohne Landabtretung aus dem Kriege herauskommen. Wir haben Österreich, wesentlich aus jener Rücksicht, keine Gebietsabtretungen angesonnen, haben wir irgendeinen Dank davon gehabt? Schon unser Sieg bei Sadowa hat Bitterkeit in den Franzosen geweckt; wie viel mehr wird es unser Sieg über sie selbst tun! Rache für Metz, für Wörth wird auch ohne Landabtretung länger das Kriegsgeschrei bleiben als Revanche für Sadowa und Waterloo! Die einzig richtige Politik ist unter solchen Umständen, einen Feind, den man nicht zum aufrichtigen Freunde gewinnen kann, wenigstens etwas unschädlicher zu machen und uns mehr gegen ihn zu sichern, wozu nicht die Schleifung seiner uns bedrohenden Festungen, sondern nur die Abtretung einiger derselben genügt."

 

  • Bismarck 1870: "Ich betrachte auch einen siegreichen Krieg an sich immer als ein Übel, das die Staatskunst den Völkern zu ersparen bemüht sein muß."

 

  • Bismarck 1880: "Diese Eisenbahnen, sie hemmen nur den Verkehr!"

 

  • Bismarck 1888 zu dem Afrikaforscher Wolf: "Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, aber meine Karte von Afrika liegt in Europa. Hier liegt Russland. Und hier liegt Frankreich, und wir sind in der Mitte, das ist meine Karte von Afrika."

 

  • "Die Politik ist keine Wissenschaft, die man lernen kann. Sie ist eine Kunst, und wer sie nicht kann, der bleibt besser davon." und "Politik ist die Kunst des Möglichen."

 

  • "Die erste Generation verdient das Geld, die zweite verwaltet das Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte und die vierte verkommt vollends."

 

  • "Gegen die Regierung mit allen Mitteln zu kämpfen ist ja ein Grundrecht und Sport eines jeden Deutschen."

 

  • "Wenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein noch so harmlos aussehender Pakt geschlossen wird, muss man sich sofort fragen, wer hier umgebracht werden soll."

 

Zitate über

Otto von Bismarck

 

  • Kaiser Wilhelm II. "Die staatsmännische Größe des Fürsten Bismarck und seine unvergänglichen Verdienste um Preußen und Deutschland sind historische Tatsachen von so gewaltiger Bedeutung, dass es wohl in keinem politischen Lager einen Menschen gibt, der es wagen könnte, sie anzuzweifeln. Deshalb schon ist es eine törichte Legende, dass ich die Größe Bismarcks nicht anerkannt hätte. Das Gegenteil ist richtig." (1922)

 

  • Friedrich Engels: "...ein Mann von großem politischem Verstand und großer Schlauheit, ein geborener und geriebener Geschäftsmann, der unter anderen Umständen auf der New Yorker Börse den Vanderbilts und Jay Goulds den Rang streitig gemacht hätte."

 

  • Wladimir Iljitsch Lenin: "Bismarck hat auf seine Art, auf Junkerart, ein historisch fortschrittliches Werk vollbracht...Die Einigung Deutschlands war notwendig...Als die Einigung auf revolutionärem Wege nicht gelang, da vollzog Bismarck sie auf konterevolutionärem Wege, auf Junkerart."

 

Otto von Bismarck

und die deutschen Schutzgebiete (Kolonien)

  • 1871 - Bismarck lehnt den Vorschlag, anstelle der beiden Provinzen Elsaß-Lothringen französischen Kolonialbesitz zu übernehmen ab. So etwas, meinte er, erinnere ihn an "polnische Adelsfamilien, die Zobelpelze trügen, aber keine Hemden besäßen".

 

  • Seine Kritiker warfen ihm vor, Kolonialpolitik sei für ihn immer nur eine Episode gewesen, Kolonien lediglich Absatzmärkte, vielleicht auch Stützpunkte für den Handel, aber keine Erweiterung des deutschen Herrschaftsgebietes. "Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, aber meine Karte von Afrika liegt in Europa. Hier liegt Russland. Und hier liegt Frankreich, und wir sind in der Mitte, das ist meine Karte von Afrika.", hatte er einem Afrikaforscher einmal gesagt, in Erkenntnis, dass Deutschland wegen seiner Mittellage schwerlich Weltpolitik treiben könne.

 

  • 1884 24. April Bismarck gewährte dem Gebiet im späterem DSW per Telegramm an den deutschen Konsul in Kapstadt deutschen Schutz.

 

 

Bismarck-Lied

Text: Eugen Schwetschke

Bismarck Heil! Dem einzig Einen,
Uns'res Volkes treu'sten Mann,
Der den hort des deutschen Lebens,
Kaiser uns und Reich gewann!
Von den Alpen bis zum Meere
Brausend stimmt den Hochruf an:
Bismarck Heil! Dem einzig Einen,
Uns'res Volkes treu'sten Mann.

Deutsche Treue, deutsche Liebe,
Deutscher Muth in jeder Zeit,
Deutscher Frohsinn, Zucht und Sitte,
Deutsche Kraft in Fried und Streit.
Alle guten Gaben seinen
Reich und Kaiser stets geweiht:
Deutsche Treue, deutsche Liebe,
Deutscher Muth in jeder Zeit.

Kaiser Wilhelm's Werkgenosse,
Deutschland's Held von Gott gesandt,
Großer Kanzler, Dein gedenken
Wir in Dank und Lieb' entbrannt!
Bleib es unser Ziel und Streben,
Dem du stets Dich treu bekannt:
Deutschland, Deutschland über Alles
Unser heil'ges Vaterland

 

 

Otto von Bismarck


Das Schlachtschiff Bismarck: Am 14. Februar 1939 wurde von der Enkeltochter Bismarcks wieder ein Kriegsschiff auf den Namen des ersten Reichskanzlers getauft. Das Schlachtschiff Bismarck war bei der Indienststellung das größte und kampfstärkste Schlachtschiff der Welt. 1941 versenkte sie den Stolz der britischen Marine, den Schlachtkreuzer "Hood" und beschädigte die "Prince of Wales". Am 26. Mai 1941 erhielt die Bismarck durch einen Flugzeugtorpedo einen Treffer, der die Ruderanlage zerstörte und wurde dadurch kampfunfähig. Vermutlich wurde die Bismarck daraufhin von der eigenen Besatzung versenkt.

Die deutsche Stadt Bismark (ohne ck) liegt in der Altmark (nördliches Sachsen-Anhalt), unweit des Geburtsortes Otto von Bismarcks. Der Stadtname leitet sich aus dem Fluss "Biese" und dem Begriff "Mark" (für Gegend bzw. Gebiet) ab.

Die US-amerikanische Stadt Bismarck in Nord Dakota (North Dakota):
1873 gab man der 1872 gegründeten kleinen Siedlung Edwinton den Namen des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Man erhoffte sich dadurch die Zuwanderung von deutschen Einwanderern. Als 1874 in den Black Hills Gold gefunden wurde, setzte eine erste Einwanderungswelle ein. 1883 wurde Bismarck Hauptstadt des Dakota-Territoriums. 1889 wurde die Stadt Hauptstadt des US-Bundesstaates Nord Dakota (North Dakota).

 

 

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