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Die Eroberung der Taku-Forts
Vorgeschichte
Panoramakarte
Expeditionskorps unter Admiral Seymour
Eroberung der Taku-Forts
Tod des Freiherrn Klemens von Ketteler
Belagerung des Gesandtschaftsviertels in Peking
Hunnenrede
Zusammenfassung
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Die Takuforts von See aus gesehen - 1900
Eng mit den Ereignissen der Seymour-Expedition hängt die Einnahme der Taku-Forts zusammen, sie laufen ursächlich und zeitlich parallel und stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Mehr und Mehr zeigte sich, dass die Lösung der Hauptaufgabe, den europäischen Gesandtschaften und Niederlassungen in Peking wirksame Hilfe zu bringen, von der absoluten Sicherstellung der rückwärtigen Verbindungen abhängig war. Unerlässlich hierzu erwies sich, dass die verbündeten Streitkräfte die Peiho-Mündung offen hielten. Die war aber nur dann möglich, wenn sich die Taku-Forts, die den Peiho-Fluss und die von Tongku nach Peking führende Eisenbahn beherrschten, in dem Besitz der Verbündeten befanden.
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Die Taku-Fort an der Mündung des Peiho-Flusses
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Die letzten Nachrichten aus dem Inneren des Reiches wurden immer beunruhigender und es wurde klar, dass die chinesische Zentralregierung nichts tat, um die fremden Niederlassungen zu schützen, dass im Gegenteil sogar reguläre Truppen mit den Ausständigen gemeinsame Sache machten, da entschlossen sich die Befehlshaber der auf Taku-Reede liegenden Seestreitkräfte zum energischen Handeln. Die Besatzungen der Taku-Forts waren in den letzten Tagen durch reguläre Truppen erheblich verstärkt worden, sie hatten die Aufgabe allen Verkehr auf dem Peiho durch Legen von Minen und Behelfssperren restlos zu unterbinden, um auf diese Weise den bei Taku liegenden Kanonenbooten der Mächte die Rückkehr zu ihren Geschwader zu verlegen.
![]() | Kapitän zur See Pohl Kommandanten S.M.S. Hertha, leitete das deutsche Landungskorps |
Die Kanonenboote der Mächte, darunter die deutsche "Iltis", hatten im Peiho zwischen den Forts und dem Orte Taku Anker geworfen.
Am 15. Juni befahl der deutsche Geschwaderchef die Bereitstellung eines Reserve-Landungskorps, das sich aus den Besatzungen von S.M.S. Hansa, S.M.S. Hertha und S.M.S. Gefion in einer Gesamtstärke von 120 Mann unter Führung des Kommandanten der "Hansa", Kapitän zur See Pohl, zusammensetzte.
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Der Krieg in China
Diese Abteilung ging am Morgen des 16. Juni an Land und besetzte den Bahnhof Taku.
Am 16. Juni 09.00 Uhr versammelten sich auf dem russischen Flaggschiff alle Befehlshaber der Seestreitkräfte. Hier sah man vom militärischen Gesichtspunkt die unbedingte Notwendigkeit der Inbesitznahme der Taku-Forts, die Befehlshaber stellten ein scharfes Ultimatum an alle Kommandanten der Taku-Forts und dem Vizekönig von Tientsin mit der Bedingung, die Forts bis zum 17. Juni, 02.00 Uhr morgens, zu räumen. Für den Angriff war alles bis aufs letzte vorbereitet worden, die Angriffsziele der Landungsabteilungen und der Kanonenboote waren genau festgelegt. Das Nordwest-Fort musste zuerst fallen, wollte man sich nicht einem Beschuss von drei Seiten aussetzen.
Beteiligte Kanonenboote der Alliierten
Noch vor Ablauf der Frist des Ultimatums begannen die Chinesen zu feuern. Der erste Schuss fiel am 17. Juni 0.50 Uhr. Die "Iltis" nahm langsame Fahrt stromabwärts auf, an den drei russischen Kanonenbooten vorbei, die bereits das Feuer erwiderten. Kurz nachdem auch die "Iltis" das Feuer eröffnet hatte, warf sie 2.00 Uhr hinter der "Algerine" Anker. Gegen 4.00 Uhr wurde das Feuer auf beiden Seiten lebhafter. Bei zunehmender Helligkeit gewann auch das chinesische Feuer an Sicherheit und Wirkung. 4.26 Uhr erhielt die "Iltis" ihren ersten Treffer im achtern Schornstein, weiter fünf folgten. Ein Schuss dieser Trefferserie verletzte den an Bord befindlichen Berichterstatter des "Ostasiatischen Lloyds". Ein weiterer Treffer verwundete zwei Mann schwer und setzte eine Maschinenkanone außer Gefecht.
Gegen 4.30 Uhr erlahmte der Widerstand der Nordwest-Forts.
Der Kommandant der "Iltis", Korvettenkapitän Lans; beriet sich mit dem Kommandanten der "Algerine" zum weiteren Vorgehen gegen das Nordwest-Fort. Unter Führung des Kapitän zur See Pohl begann der Sturm auf das Nordwest-Fort von Land aus. Am rechten Flügel Engländer und Japaner, in der Mitte die Deutschen, den linken Flügel bildeten die Russen.
Nach heftigen Feuergefechten wurde das Fort genommen. Unter Zurücklassung einer kleinen Besatzung ging der Angriff gegen das Nordfort weiter. Die Sturmtruppen fanden es jedoch bereits verlassen vor, sogar zwei völlig unbeschädigte 15 Zentimeter Geschütze konnten nun gegen das Südfort eingesetzt werden. Obwohl auf diesem Fort bereits ein Munitionslager in die Luft geflogen war, unterhielt es weiter ein lebhaftes Feuer, besonders auf die "Iltis".
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| "Kapitän zur See Pohl bei der Erstürmung der Takuforts" | "Erstürmung der Takuforts durch die Alliierten" |
Um 5.45 Uhr erhielt das Kanonenboot abermals einen schweren Treffer unterhalb der Brücke. Er setzte einen Teil der Munition in Brand und tötete Oberleutnant zur See Hellmann. Durch einen weiteren Treffer wurde Korvettenkapitän Lans schwer verwundet. Oberleutnant zur See Hoffmann-Lamatsch Edler von Waffenstein (Albert Gustav Maria Joseph Hoffmann-Lamatsch Edler von Waffenstein, geboren am 30. September 1870) übernahm das Kommando. Die Kanonenboote legten sich nun näher an das Südfort und konzentrierten ihr Feuer auf diese starke Festung. Die "Iltis" erhielt abermals eine Trefferserie und erlitt weitere Verluste.
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"Kapitän zur See Pohl und Seesoldaten seines Korps nach der Rückkehr aus Peking"
vordere Reihe:
Oblt. Schultz - Oblt. von Ratzmer - Kapitän Pohl
Kurz nach 6.00 Uhr erfolgte im Südfort eine ungeheuere Detonation: das Hauptpulvermagazin flog in die Luft. Bald darauf flog des andere Munitionsdepot in die Luft. Nun konnten die Landungskorps ohne besondere Schwierigkeiten den Uferwechsel vollziehen, die letzten Chinesen des Südforts flüchteten. Die Taku-Forts waren genommen. Das Landungskorps hatte, abgesehen von einem Leichtverwundeten., keine Verluste aufzuweisen.
Zerstörtes Geschütz der Takuforts
Dieser Angriff erwirkte bei der Pekinger Zentralregierung aber genau das Gegenteil. Am 19. Juni wurde den Gesandten der fremden Mächte in Peking ein Schreiben der chinesischen Regierung überreicht, dessen Inhalt besagte, dass die gewaltsame Besetzung der Taku-Forts ein Beweis dafür sei, dass die fremden Mächte den Frieden zu brechen gewillt seien. Die Bevölkerung befinde sich in heller Aufregung und die "Boxer hätten sich erhoben. Die chinesische Regierung sehe sich nicht imstande, den Fremden sicheren Schutz zu gewähren, sie würden daher ersucht, innerhalb der nächsten 24 Stunden die Stadt unter militärischer Eskorte zu verlassen und sich nach Tientsin zu begeben. In einem letzten Brief an das Yamen erklärten die Gesandten die Annahme des Ultimatums, forderten Sicherheiten und baten um Transportmittel. Die erhoffte Antwort traf jedoch nicht ein, und Freiherr von Ketteler als einziger Gesandter, der des Chinesischen völlig mächtig war, sandte daher abends noch eine Note an das Tsungli-Yamen, dass er sich bestimmt am folgenden Morgen um 9.00 Uhr zu einer Besprechung dort einfinden würde, und um Anwesenheit eines Prinzen ersuche, um mit diesem Rücksprache nehmen zu können.
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Der ostasiatische Feldzug 1900
Während des Boxeraufstandes waren zeitweise bis zu 250 Kriegsschiffe aus 12 Ländern in China im Einsatz, davon 24 Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine. Von den 70 000 Mann Landungstruppen waren 17 000 aus dem Deutschen Reich.
S.M.S. Iltis (II) 17. Juni 1900 Im Kampf um die Takuforts im Krieg in China 8 Tote Oberleutnant z.S. Hans Hellmann aus Neiße
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Es wurden verwundet:
externer Link:
Expeditionskorps unter Admiral Seymour
Eroberung der Taku-Forts
Tod des Freiherrn Klemens von Ketteler

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