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Briefmarken

Deutsches Reich 1871-1918 (Kaiserreich)

Deutsches Reich - Deutsche Post in China - Deutsch-Ostafrika - Deutsch-Südwestafrika - Kamerun - Karolinen - Kiautschou - Marianen - Marshallinseln - Neuguinea - Samoa - Togoland - Wituland

 

Am 1. November 1849 gab das Königreich Bayern die erste deutsche Briefmarke heraus. 1850 folgen das Königreich Hannover, Königreich Preußen, Königreich Sachsen, Schleswig Holstein und Österreich.

Erste deutsche Briefmarke - 1 Kreuzer Marke des Norddeutschen Postbezirkes, 1/2 Groschen
Erste deutsche Briefmarke (1 Kreuzer, Königreich Bayern) Marke des Norddeutschen Postbezirkes (1/2 Groschen, Norddeutscher Bund)

Mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung am 4. Mai 1871 löste die Reichspost den am 1. Januar 1868 entstandenen Norddeutschen Postbezirk ab. Die Postverwaltung des Reiches verfügte zunächst allerdings noch nicht über eigene Postwertzeichen. Zu Beginn ihrer Arbeit verwendete sie daher erst einmal Briefmarken Ausgaben der Norddeutschen Bundespost.

Am 1. Januar 1872 erschienen die ersten Briefmarken des Kaiserreiches. Das Motiv der bei Briefmarkensammlern als "Kleines Brustschild" bekannten Ausgabe repräsentiert den Stolz der neu gewonnen politischen Zusammengehörigkeit. Es ist jenes hoheitliche Symbol, das noch heute die Wappen der Bundesrepublik Deutschland und Österreichs ziert - der Adler. Schon Jahrhunderte zuvor versinnbildlichte der kraftvolle, ausdauernde und scharf blickende "König der Lüfte" potenziell wichtige Fähigkeiten eines Herrschers.

Bereits bei der Proklamation Wilhelms zum Kaiser im Spiegelsaal des Schlosses Versailles prangte dort ein nach rechts schauender Adler, der auf seiner Brust ein Schild mit dem Wappen der Hohenzollern trug. Drei Monate später, im April 1871, ließ Kaiser Wilhelm I. das Hohenzollern-Wappen auf dem Brustschild durch den preußischen gekrönten Adler ersetzen. Dieses Wappen sollte auf kaiserlichen Wunsch auch auf den ersten Briefmarken des Reichs zu sehen sein. So fertigte der Grafiker Heinrich G. Schilling nach diesem Vorbild den Stich für die Prägung der Marken. Die Entwürfe wurden schließlich freigegeben und die Marken aufwendig gedruckt. Es handelte sich um kombinierten Buch- und Prägedruck: Im ersten Produktionsschritt wurden im Buchdruck die farbigen Rahmen aufgedruckt, bevor im zweiten Schritt das charakteristische Wappenbild eingeprägt wurde.

Kleine Brustschild

Links das "Kleine Brustschild" mit dem Reichsadler und dem preußischen Adler m Schild.

Rechts das "Große Brustschild" mit dem veränderten Adlerbild und dem Hohenzollern-Wappen m Schild. Außerdem wurde die so genannte Aachener Krone durch eine Vierbügelkrone ersetzt

Diese Freimarken wurden aber nur ein paar Monate produziert. Denn bereits ein halbes Jahr später erschien eine neue Dauerbriefmarkenserie, die als "Großes Brustschild" in die Postgeschichte einging. Grund für diese Neuausgabe waren Gespräche, die der Kaiser mit Heraldikern und Historikern geführt hatte. Die Fachleute empfahlen: Der preußische Adler auf den Marken sollte doch lieber durch das Wappen der Hohenzollern ausgetauscht werden. Denn schließlich regiere nicht Preußen, sondern das Haus Hohenzollern das Kaiserreich. Gesagt, getan: Umgehend wurden neue Entwürfe für die Dauerserie in Angriff genommen. Und doch war klar, dass diese nicht pünktlich fertig würden. Denn eines stand felsenfest: Die ersten Briefmarken des Kaiserreiches sollten pünktlich am 1. Januar 1872 erscheinen. Und bis dahin waren es nur noch vier Monate. Kurzerhand entschied Wilhelm I. also, dass zunächst doch die Marken mit dem politisch brisanten Wappen in Umlauf kommen sollten. Gleichzeitig wurde die Herstellung der Postwertzeichen mit dem veränderten Wappenbild vorangetrieben, die schließlich am 1. Juni 1872 erschienen.

Nach der politischen und postalischen Einheit ließ die Währungsunion allerdings noch etwas auf sich warten. Denn noch galt im Norden des Reiches die Taler-Währung (1 Taler = 30 Groschen) und im Süden der Gulden (1 Gulden = 60 Kreuzer). So umfassten sowohl das "Kleine" als auch das "Große Brustschild" sowohl Marken mit der Wertangabe nur in Groschen sowie andere Postwertzeichen nur in Kreuzer-Währung. Besonders spannend: Obwohl die Marken nur in ihrem jeweiligen Währungsbereich gültig waren, existieren trotzdem Mischfrankaturen bestehend aus Groschen- und Kreuzer-Marken. Und das sogar bedarfsgerecht frankiert und korrekt postalisch transportiert. Erst am 1. Januar 1875 vollzog sich schließlich die Währungsunion auf den Briefmarken. Alle neuen Postwertzeichen wurden nun in der neuen Währung des Reiches, der Mark (= 100 Pfennige) ausgezeichnet. Gleichzeitig verloren die Kreuzer-Ausgaben ihre Gültigkeit. Die Groschen-Marken durften hingegen - mit Ausnahme der ebenfalls zum Jahresbeginn 1875 außer Kurs genommenen 1/4 und 1/3-GroschenWerte - bis zum 31. Dezember 1875 weiter verwendet werden. Lediglich das Königreich Bayern und das Königreich Württemberg geben bis 1902 bzw. sogar noch bis 1920 eigene Marken heraus.

Heinrich von Stephan

Heinrich von Stephan
Deutschen Reichs von 1924

Heinrich von Stephan

* 7.1.1831 in Stolp in Pommern
+ 8.4.1897 in Berlin

Um das einheitliche Postwesen machte sich Heinrich von Stephan besonders verdient, der 1876 Generalpostdirektor des Deutschen Reiches wird.

1870 Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes
1876 Generalpostmeister
1880 Staatssekretär des Reichspostamtes
1895 Preußischer Staatsminister

Heinrich von Stephan

100. Todestag Heinrich von Stephan
Briefmarke Deutschland 1997


Briefmarken Deutsches Reich 1871-1918

1. Januar 1872. Freimarken: Adler mit kleinem Brustschild in

Talerwährung (1 Taler = 30 Groschen)

Guldenwährung (1 Gulden = 60 Kreuzer)

1/4 Groschen
1/3 Groschen
1/2 Groschen
1 Groschen
2 Groschen
5 Groschen

1 Kreuzer
2 Kreuzer
3 Kreuzer
7 Kreuzer
18 Kreuzer


Deutsches Reich Nr. 1 in Talerwährung

Deutsches Reich Nr. 7 in Guldenwährung

Deutsches Reich Nr. 1 in Talerwährung

Deutsches Reich Nr. 7 in Guldenwährung

 

1. Januar 1872 Freimarken für den Innendienst

10 Groschen
30 Groschen

10 Groschen   30 Groschen

1. April 1872 Freimarken: Adler mit kleinem Brustschild

1/2 Groschen
2 Kreuzer

  

1. Juni/November 1872 Freimarken: Adler mit großem Brustschild

Talerwährung

Guldenwährung

1/4 Groschen
1/3 Groschen
1/2 Groschen
1 Groschen
2 Groschen
2 1/2 Groschen
5 Groschen

1 Kreuzer
2 Kreuzer
3 Kreuzer
7 Kreuzer
9 Kreuzer
18 Kreuzer

1. Januar 1874 Freimarken mit Wertaufdruck

2 1/2 auf 2 1/2 Groschen
9 auf 9 Kreuzer

  

1874 versammeln sich auf Stephans Empfehlung 22 Saaten in Bern um die internationalen Postbestimmungen zu vereinfachen. Dabei wird der Weltpostverein UPU ins Leben gerufen. Die feierliche Unterzeichnung des Weltpostvereins erfolgt am 1.7.1875.

Ab 1. Januar 1875 erfolgt die Wertangaben nur noch in der neuen Währung - Mark und Pfennig.

1. Januar 1875/1879 Freimarken: Ziffern und Reichsadler im Oval unter Krone mit Bändern mit Wertangabe in "Pfennige"

3 Pfennige
5 Pfennige
10 Pfennige
20 Pfennige
25 Pfennige
50 Pfennige

1. Januar 1875/1900 Freimarken für den Innendienst: Ziffer im Oval

2 Mark

 

5. März 1877 Freimarke: Reichsadler im Oval

50 Pfennige

1880 Freimarken: Ziffer und Reichsadler im Oval jedoch jetzt mit Wertangabe in "Pfennig".

3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
50 Pfennig

29. März 1889 Freimarken Wertziffer und Krone im Perlenoval, Reichsadler im Kreis

3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
50 Pfennig

29. März 1900 Freimarke mit Wertziffer und Krone im Perlenoval

2 Pfennig

1. Januar 1900 Freimarken: Germania mit Inschrift "Reichspost"

2 Pfennig
3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
30 Pfennig
40 Pfennig
50 Pfennig
80 Pfennig

1. April/15 Dezember 1900 Freimarken mit verschiedenen Motiven mit Inschrift "Reichspost"

1 Mark Reichspostgebäude in Berlin

2 Mark Symbolhafte Vereinigung von Nord- und Süddeutschland

3 Mark Enthüllung des Kaiser Wilhelm I. - Denkmals in Berlin

5 Mark Reichsgründungsgedenkfeier im weißen Saal des Berliner Schlosses

 

Der Vertrag zwischen der Reichspostverwaltung und dem Königreich Württemberg über die Verwendung einheitlicher Freimarken tritt in Kraft. Seit 1899 wurden mit den beiden Monarchien Verhandlungen geführt. Um ihnen den Beitritt zu dem allgemeinen Abkommen zu erleichtern, verzichtete die Reichspost auf alle Hoheitszeichen und druckte statt dessen neutrale Symbole der deutschen Einheit auf die Briefmarken. So entstanden die Germania -Postwertzeichen, die eine sitzende Germania mit einer Kaiserkrone abbilden.

Ab 1902 galten die Reichspostmarken auch im Königreich Württemberg.

Ab 1902 galten die Reichspostmarken auch im Königreich Württemberg.

Karikatur von 1902: Bayern behält seine Briefmarken, der Preuße freut sich und die württembergischen Freimarken verabschieden sich.

 

1. April 1902 Freimarken Germania mit Inschrift "Deutsches Reich"

2 Pfennig
3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
30 Pfennig
40 Pfennig
50 Pfennig
80 Pfennig
1 Mark
2 Mark
3 Mark
5 Mark

1905/06 Freimarken Germania im so genannten Friedensdruck mit Wasserzeichen Rauten

2 Pfennig
3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
30 Pfennig
40 Pfennig
50 Pfennig
60 Pfennig
80 Pfennig
1 Mark
2 Mark
3 Mark
5 Mark

1915/16 Freimarken Germania im so genannten Kriegsdruck mit Wasserzeichen Rauten

3 Pfennig
5 Pfennig
10 Pfennig
20 Pfennig
25 Pfennig
30 Pfennig
40 Pfennig
50 Pfennig
60 Pfennig
80 Pfennig
1 Mark
2 Mark
3 Mark
5 Mark

1. August 1916 Freimarken Germania auf nicht staffiertem Grund mit Wasserzeichen Rauten

2 1/2 Pfennig
7 1/2 Pfennig
15 Pfennig

       

Mai 1917 Freimarken Germania auf nicht staffiertem Grund mit Wasserzeichen Rauten

15 Pfennig

1918/19 Freimarken Germania auf nicht staffiertem Grund mit Wasserzeichen Rauten


2 Pfennig, erschienen am 1. Oktober 1918

35 Pfennig, erschienen am 6. Februar 1919
 

  

 

75 Pfennig, erschienen am 20. Februar 1919

 

 


 

 


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