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Bundesflotte

1848 - 1852

Die Flotte des Deutschen Bundes

(Die Flotte des Deutschen Bundes wird in der zeitgenössischen Literatur gelegentlich auch als Reichsflotte oder Bundesmarine bezeichnet)

Bundesflotte 1848-1852

Bundesflotte 1848-1852

"Die Schöpfung einer Kriegsmarine ist nicht nur eine militärische Frage, sondern im höchsten Grade eine nationale Frage! Sie ist jedes Opfer schon allein deshalb wert!"

(General von Radowitz 1848)

Die Deutsche Reichsflotte

Die Deutsche Reichsflotte

 

Nachdem am 22. März 1848 König Friedrich VIII. von Dänemark ein Kabinett aus so genannten Eiderdänen (Dänemark bis an die Eider, unter Einschluss des Herzogtums Schleswig) ernannt hat, kommt es zum ersten Deutsch-Dänischen Krieg. Dänemark gelang es mit Hilfe einiger alten Fregatten den gesamten deutschen Seehandel lahm zu legen und weckte damit helle Empörung im ganzen Land.

1848 findet in der Frankfurter Paulskirche die Nationalversammlung zur Neugründung des Reiches statt. Ein Hamburger Abgeordnete weißt darauf hin, dass die nationale Einheit und Seegeltung untrennbar zusammen gehören. Der Plan zur Gründung einer Reichsflotte wurde mit allseitiger Zustimmung aufgenommen. Unter dem General von Radowitz begannen die Beratungen. Die Nationalversammlung bewilligt zum Ankauf geeigneter Schiffe sechs Millionen Taler. Der Reichsverweser, Erzherzog Johann, unterstützt die Sache und schlägt Prinz Adalbert als Fachmann und Vorsitzenden für die Marinekommission vor. Dieser Kommission trat der aus griechischen Diensten kommende Kapitän Brommy bei. Nach großen Schwierigkeiten gelang es ihm, zwei passende Schiffe in England zu kaufen. Zum Befehlshaber wurde Kapitän Rudolf Brommy ernannt. Unter der erfahrenen, tatkräftigen Führung Brommys unternahm die kleine Flotte bald kühne Vorstöße gegen die weit überlegenen Dänenflotte.

Admiral Brommy "Admiral Brommy"
Rudolf Bromme (1804 - 1860)

Mit 9 Kriegsschiffen und 27 Kanonenbooten verhinderte Brommy eine dänische Blockade der Wesermündung. Seine Dienstvorschrift für die deutsche Flotte wurde fast unverändert für die Reichsmarine nach 1871 übernommen.

 

1849 wurde das neue Geschwader in Dienst gestellt. Es bestand aus den Dampffregatten "Barbarossa" und "Erzherzog Johann", drei von der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellten Dampfkorvetten "Hamburg", "Lübeck" und "Bremen", und einer alten Segelfregatte "Deutschland". Hinzu kam die im Gefecht vor Eckernförde durch Landbatterien beschädigte, auf Strand gesetzte und den Dänen abgenommene Fregatte "Gefion", die unter ihrem neuen Namen "Eckernförde" in Dienst gestellt wurde.

Deutsche Strandbatterien bei Eckernförde. 5. April 1849.

Hierbei gelang es den deutschen Strandbatterien, das bei Eckernförde angreifende Linienschiff "Christian VIII." zu versenken.

 

Um diese Zeit erkannte Preußen es für richtig, seine eigenen Schiffe unter der preußischen und nicht unter der schwarz-rot-goldenen Flagge fahren zu lassen, da es berechtigte Zweifel in die Lebensfähigkeit der Bundesflotte setzte, zu der die Beiträge der deutschen Länder nur höchst zögernd eingingen. Außerdem hatte England nach einem Vorstoß der Admirals Brommy mit seinen drei Schiffen "Barbarossa", "Lübeck" und "Bremen" am 4. Juli 1849 gegen die dänische Korvette "Valkyrien" in der Nähe des englischen Hoheitsgebietes von Helgoland dem Bremer Senat, in Ignorierung des Deutschen Bundes, in einer Note mitgeteilt, dass es "die deutsche Flagge nicht kenne und solche unbekannte Flagge in See wie die von Seeräuberschiffen behandeln werde".

 

Bundesflotte 1848 - 1852

Dampffregatte "Erzherzog Johann"

Dampfkorvetten "Hamburg" und "Bremen"

Dampffregatte "Erzherzog Johann"

Dampfkorvetten "Hamburg" und "Bremen"

Segelfregatte "Deutschland"

Segelfregatte "Gefion"

Segelfregatte "Deutschland"

Segelfregatte "Gefion"

 

Eine gemeinsame Kriegsführung existierte nicht. Die Schleswig-Holsteiner kämpften auf eigene Faust und mit wechselndem Erfolg gegen die Dänen, so 1849 mit ihrem Dampfer "Bonin", Schleppdampfer "Löwe", Schoner "Elbe" und einem Dampfkanonenboot bis zum bitteren Ende 1851, das sie noch einmal dänisch machte. Auch der preußische Raddampfer "Preußischer Adler" focht mit einer dänischen Brigg "St. Croix", und in Kiel hatte man das Erlebnis, den Probefahrten des ersten Unterseebootes der Welt beizuwohnen. Es war der "Brandtaucher" des bayrischen Unteroffiziers Bauer, der leider am 1. Februar 1851 im Kieler Hafen verunglückte, ohne Menschenverluste, erst 1887 gefunden und gehoben wurde und später im Hof des Instituts für Meereskunde, Reichsmarinesammlung, in Berlin zu sehen war und nach dem 2. Weltkrieg über Potsdam, Rostock und schließlich im Militärhistorischen Museum in Dresden gelandet ist.

Das Scheitern der deutschen Einheitsbestrebungen bereitet der ersten deutschen Flottengründung schon nach vier Jahren ein unrühmliches Ende. Preußen erklärte, dass seine "Amazone" nach wie vor unter preußischer Flagge fahren würde. Das Königreich Sachsen und das Königreich Bayern verweigerten die Bezahlung der Marine und Schleswig-Holstein baute eine eigene Flotte zum Küstenschutz. 1852 wurde die Auflösung der Flotte beschlossen. Das Königreich Preußen ersteigerte die Fregatte "Barbarossa" und "Eckernförde", die nun ihren alten dänischen Namen "Gefion" wieder erhielt.

"Mit Stolz darf das Kommando es aussprechen, dass die deutsche Marine einen Höhepunkt erreicht hatte, der den Beweis lieferte, was Deutschland zur See unter günstigen Umständen zu leisten vermochte." Admiral Brommy anlässlich eines Abschiedserlasses am 31. März 1853

 

     


 

 


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