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Carl Peters * 27.09.1856 Neuhaus an der Elbe (Königreich Hannover) † 10.09.1918 Bad Harzburg (Provinz Hannover) |
Dr. Carl Peters gilt als der Begründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika.
Lebenslauf
Carl Peters wurde am 27. September 1856 in Neuhaus an der Elbe, Landkreis Bleckede im Königreich Hannover geboren.
Er besuchte 1871-76 die Klosterschule in Ilfeld (Harz) und studierte im Anschluss daran bis 1879 Geschichte, Geographie und Jura in Göttingen, Tübingen und Berlin, wo er 1879 promovierte.
1881-83 hielt er sich in London auf, kehrte dann nach Berlin zurück und begann sich bald ganz der praktischen Kolonialpolitik zuzuwenden. Er gründete hierzu 1884 die "Gesellschaft für deutsche Kolonisation", die ihn noch in demselben Jahre mit Graf Pfeil und Jühlke zu Landerwerbungen an die ostafrikanische Küste aussandte. Es gelang hier durch mehrere Verträge die Landschaften Usagara, Nguru, Useguha und Ukami für die Kolonisationsgesellschaft zu erwerben und hierfür einen Kaiserlichen Schutzbrief zu erhalten (27. Februar 1885). Carl Peters ist somit als der Begründer Deutsch-Ostafrikas anzusehen.
Hiernach trat er (1885-88) an die Spitze der von ihm begründeten "Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft". Während eines Aufenthaltes in Sansibar (1887) erwarb er durch einen, 1888 ratifizierten, Vertrag vom Sultan von Sansibar gegen eine Entschädigung einen ostafrikanischen Küstenstreifen. 1889-90 übernahm Peters die Leitung der "Deutschen Emin Pascha-Expedition", die er mit bewunderungswürdiger Energie durchführte. Er marschierte den Tana aufwärts nach Uganda und kehrte, als er den Abmarsch Emins mit Stanley erfahren hatte, über den Victoriasee, Tabora nach Bagamojo zurück. Peters verfolgte die Absicht, Uganda und Emins Provinz an Deutsch-Ostafrika anzugliedern und fand hierzu auch die Zustimmung Emins, den er in Mpapua schon wieder auf dem Marsch in das Innere begriffen antraf. 1891 wurde Peters als provisorischer Reichskommissar nach Deutsch-Ostafrika geschickt; er gründete hier eine Station am Kilimandscharo und war 189-93 deutscher Kommissar bei der deutsch-englischen Grenzregulierung zwischen dem Kilimandscharo und der Küste. 1894 wurde Peters durch Patent zum Reichskommissar bestellt und ihm der Posten eines Landeshauptmanns am Tanganjika angeboten, den er aber ablehnte. Infolgedessen wurde er 1895 zur Disposition gestellt. Bald darauf war Peters Gegenstand heftiger Angriffe besonders im Reichstag wegen seines Verhaltens gegen die Einheimischen am Kilimandscharo. 1897 wurde er wegen verschiedener ihm zur Last gelegten Grausamkeiten gegen Einheimische zur Dienstentlassung verurteilt. Nach seiner Entlassung siedelte er nach England über. In den Jahren 1898 bis 1911 machte Peters mehrere Forschungsreisen in Südafrika, besonders in dem Gebiet zwischen Sambesi und Sabi, und stellte die Theorie auf, dass hier das Goldland des Altertums (Ophir) zu suchen sei. 1914 wurde Peters, dem bereits früher das Recht zur Führung des Titels "Reichskommissar a. D." beigelegt war, in Würdigung seiner großen Verdienste um Deutsch-Ostafrika von Kaiser Wilhelm II. von 1914 ab eine jährliche Pension aus dessen Dispositionsfonds bewilligt.
Dr. Carl Peters starb am 10. September 1918 in Bad Harzburg (Provinz Hannover).

Carl Peters Briefmarke zur Kolonialfeier 1934
Carl Peters schrieb:

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