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Culm (Kulm)

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder

     

Culm (Kulm) an der Weichsel

Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder

Culm (Kulm) 11.717 Einwohner - 1910

Culm - Markt mit Rathaus

Culm - Markt mit Rathaus

 

 

Neben der Stadt Culm (Kulm) an der Weichsel existieren im Deutschen Reich (Kaiserreich) und in Österreich-Ungarn:

2) Culm (Reuß), ein Dorf im Fürstentum Reuß jüngere Linie, Landratsamt und Amtsgericht Gera, mit im Jahr 1910 = 182 Einwohnern.

3) Kulm, ein Dorf in Österreich-Ungarn, Königreich Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Aussig, am Fuße des Erzgebirges, an der Staatsbahnlinie Bodenbach-Komotau, hat ein Schloss des Grafen Westphalen mit Park, Bierbrauerei, Eisengießerei, Braunkohlenbergbau und im Jahr 1900 = 1081 deutsche Einwohner. Kulm ist berühmt durch die hier 29. und 30. August 1813 gelieferte Schlacht zwischen den Franzosen unter Vandamme und den verbündeten Preußen und Russen.

 

Culm (Kulm) ist eine Kreisstadt im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder, 2 km von der Weichsel, auf dem hohen Rande der Niederung, noch von einer Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Kornatowo-Culm und Culm-Unislaw, hat 2 evangelische und 2 katholischen Kirchen, Synagoge, ein altertümliches Rathaus, Gymnasium, Realschule, ein Kloster der Barmherzigen Schwestern, ein Denkmal des Kaisers Friedrich III., Amtsgericht, eine Nebenstelle der Reichsbank, Eisengießerei mit Maschinenbau und Kesselschmiederei, Faßreifenfabriken, Dampfschneidemühlen, Essigfabrikation, Bierbrauerei, Ziegeleien, Getreidehandel und Schifffahrt. Culm hat im Jahr 1900 mit der Garnison (ein Jägerbataillon Nr. 2 und eine Maschinengewehrabteilung Nr. 4) 11.079 Einwohner, die überwiegende Mehrheit sind Katholiken, 3530 sind Evangelische und 339 Juden.

Culm i. Westpr. - Total
Culm - Graudenzer Tor
Culm - Kloster mit Krankenhaus
Culm i. Westpr. - Total Culm - Graudenzer Tor Culm - Kloster mit Krankenhaus


Das 1776 von Friedrich II. gegründete Kadettenhaus wurde am 1. Oktober 1890 nach Köslin verlegt. Culm wurde vom Herzog Konrad von Masovien dem ersten Bischof von Preußen, Christian, geschenkt und von Friedrich II. 1226 dem Deutschen Ritterorden verliehen. Dieser legte 1232 die Stadt Culm weiter unterhalb an der Weichsel an und gab ihr (und zugleich Thorn) in der "Kulmischen Handfeste" 1233 eine deutsche Städteordnung, die ein Vorbild für alle Städtegründungen im Ordensland wurde. 1244 wurde Culm vom Herzog Swantepolk von Pomerellen belagert, indessen von den Frauen des Ortes erfolgreich verteidigt. Der Papst erlaubte dem Hochmeister 1387, in Culm eine Universität zu gründen. Culm wurde später Mitglied der Hanse, beteiligte sich dann an dem Aufstand gegen die Ordensherrschaft und wurde 1466 auf Grund des zweiten Friedens zu Thorn an Polen abgetreten, von dem es 1772 an Preußen kam. Das Culmer Land, zwischen Weichsel, Drewenz und Ossa, bildet in seinem Hauptteil eine sehr fruchtbare, fast ebene Landschaft, die nur selten über 120 m ansteigt, mit zahlreichen Gütern.

Culm - Gesamtansicht
Culm - Marktleben
Culm - Gesamtansicht Culm - Marktleben


Der Versailler Vertrag bestimmte 1919 die Abtretung der Provinzen Posen und Westpreußen an Polen. Nur kleine Teile der Provinzen verblieben bei Deutschland. Diese wurde als Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefasst und Schneidemühl die neue Provinzhauptstadt. Die Polen unterdrückten im ganzen Land massiv ihre nationalen Minderheiten. Durch Zwangsvertreibungen und andere Repressalien ging in Westpreußen der deutsche Bevölkerungsanteil zurück. Die Polen nennen die Stadt nun Chełmno. Im Krieg gegen Polen 1939 besetzte die Wehrmacht das Land und Culm wurde bis 1945 wieder eine Stadt im Deutschen Reich. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die deutsche Bevölkerung, soweit nicht vorher evakuiert, ermordet, verschleppt bzw. vertrieben. Kulm wurde unter polnische Verwaltung gestellt, die Polen nennen die Stadt nun wieder Chełmno.



Culm (Chełmno, Polen)


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