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Deutsch - Französischer Krieg 1870 - 1871
"Revanche für Sadowa" - Teil 1, der Krieg bis Sedan
Einleitung
Vorgeschichte
Teil 1, bis Sedan
Teil2, bis Paris
Versailler Präliminarfrieden
Frieden von Frankfurt
Kriegsentschädigung
Frankreich war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter einer erfolgreichen Politik Napoleon III., zur politisch und militärisch führenden Macht Europas aufgestiegen. In maßloser Selbstüberschätzung beging Napoleon III. aber einen entscheidenden Fehler, indem er es versäumte, Bündnissysteme mit wichtigen Staaten zu schaffen. Er überwarf sich mit allen anderen europäischen Mächten: konkurrierte mit Großbritannien um Kolonien, führte Krieg gegen Russland, bekämpfte Preußens Ziele im Deutschen Bund und unterstützte lieber die Italiener im Krieg gegen Österreich. Kurzum, Napoleon III. betrieb eine kurzsichtige, auf schnelle Erfolge erheischende Außenpolitik, die sich im Jahr 1870 bitter rächen sollte.
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| Erstürmung des Parktores zum Geisberg-Schlösschen bei Weißenburg, 4. August 1870 | Die Bayern bei Weißenburg, 4. August 1870 |
In Frankreich empfand man die Entscheidung des Deutschen Kriegs von 1866 zugunsten Preußens als eine Niederlage. Weite Kreise in der französischen Gesellschaft verlangten eine "Revanche für Sadowa" (Bataille de Sadowa = Schlacht bei Königgrätz) und beschuldigten Kaiser Napoleon III., der nicht einmal Luxemburg als Kompensation zu gewinnen wusste, des Verrates an Frankreichs Macht und Ehre. Die französische Regierung sah sich unter diesen Umständen zur Behauptung ihrer Popularität und Macht zu einem Krieg gegen Preußen gedrängt. Niel hatte die französische Armee organisiert, man hielt sich für ausreichend gerüstet und so suchte man nach einem Anlass für einen Krieg. Dieser fand sich in der spanischen Thronfolgefrage. Auf die Nachricht, dass die spanische Krone dem Erbprinzen Leopold von Hohenzollern angeboten und von ihm angenommen worden sei, erklärten der französische Außenminister, Gramont, auf eine Anfrage der gesetzgebenden Versammlung am 6. Juli 1870, Frankreich werde nicht dulden, dass eine fremde Macht, indem sie einen ihrer Prinzen auf den Thron Karls V. setzte, das europäische Gleichgewicht zu ihren Gunsten störe. Volksvertretung und Presse begrüßten diese Erklärung, die ohne weiteres als Kriegsdrohung gegen Preußen aufgefasst wurde, mit stürmischem Beifall und die französische Regierung verlangte am 9. Juli 1870 durch ihren Botschafter Benedetti von König Wilhelm in Ems, er möge den Erbprinzen von Hohenzollern zum Verzicht auf die spanische Krone zwingen. Da der Prinz am 12. Juli von selbst der angebotenen Krone entsage, schien der Fall erledigt zu sein. Doch nun setzten die Franzosen nach und Gramont verlangte vom preußischen Botschafter in Paris, von Werther, er solle den König zur Absendung eines an Napoleon III. gerichtetes Entschuldigungsschreiben bewegen und Benedetti erhielt den Auftrag, dem König die Versicherung abzunötigen, dass er in Zukunft niemals eine neue Thronkandidatur des Erbprinzen zulassen werde. Diese Zumutung wies der König entschieden zurück und verweigerte dem Botschafter eine weitere Audienz zu diesem Fall. Darin und besonders in der Mitteilung ("Emser Depesche"), die Bismarck darüber den Gesandtschaften des Norddeutschen Bundes machte, sah die französische Regierung eine Beleidigung ihres Botschafters und begründete damit am 15. Juli 1870 das Verlangen an die gesetzgebende Versammlung, die für den Krieg erforderlichen Beschlüsse (ein Kredit von 66 Millionen Franc, Einberufung der Mobilgarde und Anwerbung von Freiwilligen) sofort zu fassen. Nur wenige Deputierte warnten vor den Folgen eines Kriegs und so wurde am 19. Juli 1870 Preußen der Krieg erklärt. Im Vertrauen auf die neuen Waffen, wie das Chassepotgewehr und die Mitrailleuse, sowie auf Unterstützung Dänemarks, Italiens und Österreichs, die Erhebung der von Preußen 1866 annektierten Provinzen, die Neutralität oder gar Allianz Süddeutschlands, hoffte Frankreich auf einen schnellen Sieg.
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| Erstürmung des Landauer Tores zu Weißenburg, 4. August 1870 | Kronprinz Friedrich Wilhelm an der Leiche des Generals Douay, 4. August 1870 |
Auf deutscher Seite war die Mobilmachung in einer Woche vollendet. Drei Armeen unter dem Oberbefehl des Königs von Preußen, die Moltke als Chef des Generalstabes in Wirklichkeit führte, sollten am Mittelrhein auf der Operationsbasis Koblenz - Mainz - Mannheim aufgestellt werden.
Im Ganzen standen also in erster Linie 384 000 Mann mit 1194 Geschützen.
Drei preußische Armeekorps (1., 2. und 6.) blieben als Reserve im Osten. Den Küstenschutz übernahmen unter Vogel von Falckenstein.
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| Die Württemberger bei Wörth, 6. August 1870 | Gefangene Turkos bei Wörth, 6. August 1870 |
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| Erstürmung des Roten Berges von Spichern, 6. August 1870 | Ankunft König Wilhelms in der damaligen Grenzstadt Saarbrücken, 10. August 1870 |
Die dritte Armee unter dem Kronprinzen stieß zuerst bei Weißenburg auf Widerstand, wohin Mac Mahon eine Division unter Douay vorgeschoben hatte. Am 4. August wurde Weißenburg (Schlacht bei Weißenburg) und der dahinter liegende Geisberg wurden von den Deutschen nach heftigen, erbitterten Kämpfen erstürmt. Am 6. August siegte wiederum die dritte Armee bei Wörth (Schlacht bei Wörth), diesmal über Mac Mahon selbst. Am selben Tag wurde von Truppen der ersten und zweiten Armee nach heldenmütiger Erstürmung der Spicherer Höhen das Korps Frossard geschlagen, worauf sich die französische Rheinarmee bei Metz zusammenzog. Der deutsche Plan, die Franzosen durch Umfassung der rechten Flanke auf dem rechten Moselufer zur Entscheidungsschlacht zu zwingen, wurde so vereitelt. Auch die dritte Armee verlor die Fühlung mit den besiegten französischen Truppen und so konnten sich Mac Mahon, Failly und Douay mithilfe der Eisenbahn unbehelligt ins Lager von Châlons zurückziehen.
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| Die 53er bei Colombey-Nouilly, 14. August 1870 | Die Kürassiere bei Vionville, 16. August 1870 |
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| Vernichtung des französischen Kürassierregiments "Eugenie" durch preußische Infanterie in der Schlacht bei Vionville, 16. August 1870 | Die Schlacht bei Gravelotte, 18. August 1870 |
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| Kronprinz Albert von Sachsen bei Gravelotte, 18. August 1870 | Das 2. Grenadier-Regiment zu Fuß in der Schlacht bei St.-Privat, 18. August 1870 |
Diese Armee sollte mit der Dritten, die mittlerweile über Nancy die Mosellinie erreicht hatte, unter dem Befehl des Königs ins Innere Frankreichs vorrücken. So hoffte man in Châlons, oder vor Paris den Feind zu treffen. Indes fand bereits die den Vormarsch deckende Reiterei, die dem Gros um mehrere Tage voraus war, das Lager von Châlons von den Franzosen geräumt vor. Diese waren bereits nach Norden abgezogen. Zuvor hatten die Franzosen das 1., 5., 7. und 12. französische Korps, rund 130 000 Mann, zusammengezogen und reorganisiert. Auch war Kaiser Napoleon III. nach Metz gekommen und hatte seinem erfahrenen General Mac Mahon den Oberbefehl übertragen. Dieser erhielt nun aus Paris, von Palikao, den Befehl, auf Diedenhofen zu marschieren und sich dort gleichzeitig mit Bazaine, der aus Metz ausbrechen sollte, zu vereinigen. So sollten die Deutschen zum Rückzug gezwungen werden, oder ihnen wenigstens in den Rücken fallen können. Das ganze Unternehmen war ein sehr gewagter, wenn nicht sogar verzweifelter Plan, aber er schien der Kaiserin und dem Ministerium zur Erhaltung der Dynastie auf dem Thron notwendig. Mac Mahon gehorchte dem Befehl, obwohl er ihn nicht billigte; auch der Kaiser erhob keinen Einspruch. Am 21. August brach die französische Armee auf, jedoch wurde der kühne Marsch über Reims, Rethel und Montmedy nach Diedenhofen nicht mit der erforderlichen Schnelligkeit ausgeführt. Inzwischen hatte die dritte deutsche Armee einen großen Rechtsschwenk ausgeführt und ihren Marsch nach Norden gerichtet und bereits am 27. August erreichte die deutsche Kavallerie die Franzosen bei Buzancy. Der deutsche Generalsstab befahl nun, dass die deutsche Maasarmee und zwei von Metz herangezogene Korps den Franzosen den Weg nach Metz verlegen sollten. Die dritte Armee erhielt den Befehl, die Franzosen im Westen zu umfassen und in Richtung belgische Grenze abzudrängen. Die deutsche Armee führte den Befehl pünktlich und sicher aus. Am 30. August 1870 wurde das 5. französische Korps bei Beaumont eingeholt und zersprengt und Mac Mahon bei Sedan am 1. September zur Schlacht gezwungen. Die Franzosen wurden hier völlig umzingelt und mussten am 2. September 1870 kapitulieren. Außer den 21 000 während der Schlacht gefangen Genommenen, gerieten 83 000 Franzosen, darunter 2 866 Offiziere in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nur das Mac Mahon von Paris nachgeschickte 13. Korps entkam und kehrte nach Paris zurück.
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| Sturm der Bayern auf Bazeilles (Sedan), 1. September 1870 | Die Hessen verhindern den Durchbruch der "Afrikanischen Jäger" bei Floing (Sedan), 1. September 1870 |
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| Moltke vor Sedan, 1. September 1870 | Napoleon III. und Bismarck vor dem Weberhäuschen in Donchery, 2. September 1870 |
"Bataille de Sadowa", französische Bezeichnung für die Schlacht bei Königgrätz, da das Wort "Königgrätz" für Franzosen nur sehr schwer aussprechbar ist
Vorgeschichte
Teil 1, der Krieg bis Sedan
Teil2, bis Paris


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