|
|
"Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang!"
(2. Strophe des Deutschlandlieds)
Das Lied der Deutschen Deutschlandlied Komponist: Franz Josef Haydn (1732-1809) 1. Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, 2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang, 3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland,
|
Sie ist und war nicht unumstritten, unsere deutsche Nationalhymne. Vor allem die ersten Silben gleicher Strophe erhitzen in regelmüßigen Abständen verschiedene Gemüter. "Deutschland, Deutschland über alles...", was wollte uns der Dichter Hoffmann von Fallersleben damit sagen?
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es keine deutsche, vor allem einheitliche Nationalhymne. Zersplittert und uneins mit sich selbst sang jedes deutsche Land eine eigene Hymne. Die Preußen schmetterten: "Heil dir im Siegerkranz!", die Bayern formulierten es nicht so pathetisch: "Heil unserm König, heil, Langleben sei sein Teil!" und selbst die Thüringer im kleinen Weimarer Großherzogtum sangen ihre eigene Hymne: "Möge Gott dich stets erhalten, Weimars edles Fürstenhaus".
Als deutsche Nationalhymne vor dem Deutschen Krieg 1866 galt das Lied "Was ist des Deutschen Vaterland" von Ernst Moritz Arndt (1769-1860), gedichtet 1813 und 1825 komponiert von Gustav Reichardt (1797-1884).
Die "Wacht am Rhein" wurde 1840 von Max Schneckenburger (1819-1849) gedichtet. In dieser Zeit fing der damalige französische Regierungschef Adolpe Thiers an darüber zu schwadronieren, dass der Rhein die französische Ostgrenze sein müsse und verursachte damit einen Sturm der Entrüstung (Rheinkrise). 1854 komponierte Karl Wilhelm (1815-1873) die Melodie. Am 11. Juni 1854 wurde das Lied in Krefeld zur Feier der silbernen Hochzeit des späteren Kaisers Wilhelm I. mit der späteren Kaiserin Augusta erstmals gesungen.
Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde die "Wacht am Rhein" zur deutschen Volkshymne. Auch wenn die "Wacht am Rhein" heute fasst vergessen ist, so erfreute es sich damals einer großen Popularität. Es ist kein "Angriffslied", denn der Rhein sollte ja nur verteidigt werden und es ist auch weit weniger martialisch als z. B. die heute noch leidenschaftlich gesungene französische Nationalhymne "Marseillaise".
|
|
|
| Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) | Helgoland | Josef Haydn (1732-1809) |

Das Haus auf Helgoland, in dem Fallersleben den Text des Deutschlandliedes schrieb.
Deutschsprachige Siedlungsgebiete
1841 dichtete der demokratische Patriot Hoffmann von Fallersleben auf der geschichtsträchtigen Nordseeinsel Helgoland den Text für das "Deutschlandlied". In dieser Zeit war Deutschland in 39 einzelne Staaten zersplittert, die sich locker im Deutschen Bund organisiert hatten. In der umstrittenen ersten Strophe forderte Fallersleben territoriale Interessen der zahllosen Dynastien einem einheitlichen Deutschland unterzuordnen. Im ursprünglichen, Hoffmannschen Sinne hat also die erste Strophe rein innenpolitischen Charakter:
| Lage zur Zeit der Entstehung des Deutschlandliedes (1841) | Geschichte und heutige Lage | |
| Maas | Fluss im Herzogtum Limburg der u.a. durch die Stadt Venlo fließt und die damalige westliche Grenze des deutschsprachigen Siedlungsgebietes markiert. | Von 1839 bis 1866 gehört das Herzogtum Limburg mit der Stadt Venlo zum Deutschen Bund und wurde durch Luxemburg verwaltet. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 schied das Herzogtum Limburg aus dem Deutschen Bund aus und gehört heute zum Königreich Niederlande. |
| Memel | Fluss in Ostpreußen der u.a. durch Tilsit und die gleichnamige Stadt Memel fließt und die damalige östliche Grenze des deutschsprachigen Siedlungsgebietes markiert. | Das Memelgebiet (der nordöstliche Teil Ostpreußens) wurde 1920 von französischen Truppen und 1923 von litauischen Verbänden besetzt. Am 16 Februar 1923 erfolgte mit Duldung der französischen Regierung und ohne Plebiszit die Annexion des Memelgebietes durch Litauen. Das Memelgebiet ist heute Grenzgebiet zwischen Litauen und dem russischen Oblast Kaliningrad (Königsberg). |
| Etsch | Fluss in der Grafschaft Tirol, der u.a. durch die Stadt Bozen fließt und die damalige südliche Grenze des deutschsprachigen Siedlungsgebietes markiert. | Nach dem I. Weltkrieg (1919) wurde Südtirol von Italien annektiert, so wie es die Ententemächte bereits 1915 in London geheim vereinbart hatten, um das neutrale Italien für den Krieg zu gewinnen. In Südtirol sind heute über 2/3 der Bevölkerung deutschsprachig. |
| Belt | Meeresenge zwischen den Herzogtum Schleswig und der Insel Fünen (Dänemark) und die damalige nördliche Grenze des deutschsprachigen Siedlungsgebietes markiert. | 1848 verfügt der dänische König die Annexion Schleswigs. Es kommt daraufhin zum Deutsch-Dänischen Krieg. Nach österreichisch-preußischer Verwaltung bis 1866 werden die Herzogtümer 1867 dem Königreich Preußen angegliedert. Obwohl Dänemark nicht am I. Weltkrieg teilgenommen hatte, verlangte es während der Verhandlungen in Versailles 1919 einen Gebietszuwachs. Um die bereits versprochenen Gebietsabtretungen an Dänemark zu garantieren, wurde Nordschleswig (Provinz Schleswig-Holstein) in zwei Abstimmungszonen geteilt. In der nördlichen Zone votieren erwartungsgemäß mit 74,2 % der Stimmberechtigten für Dänemark, in der südlichen mit 80 % für Deutschland. |
Der Deutsche Bund gemäß der deutschen Bundesakte vom 8. Juni 1815
"Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt" Karte der deutschen Siedlungsgebiete in Mitteleuropa 1914 Siehe auch Deutsche Stämme und Verbreitung der Deutschen. | Betrachtet man sich die Lage der genannten Gewässer, so stimmen sie in etwa mit der Verbreitung der deutschen Stämme in Mitteleuropa bis 1918 überein. Im Versailler Vertrag von 1919 verlor Deutschland große Gebiete bzw. ganze Provinzen an Dänemark (Nordschleswig) , Belgien (die Städte Eupen, Malmedy und Saint-Vith), Frankreich (Elsass-Lothringen), Polen (Westpreußen und Posen) und Litauen (Memelland). Der Vertrag von St. Germain löste den Habsburgischen Staat Österreich-Ungarn völlig auf, versagte "Deutsch-Österreich" den selbst gewählten Namen und gegen den Willen der Mehrheit seiner Bevölkerung die Vereinigung mit dem Reich. So begreiflich auch die französische Überlegung erscheint, dass ein Block von 70 Millionen Deutschen auf die Dauer zur stärksten Macht in der Mitte Europas werden würde, bleibt die eindeutige Verletzung des Selbstbestimmungsgedankens unbestreitbar. Große geschlossene Siedlungsgebiete der Deutschen im ehemaligen k.u.k. Staat gingen an die neu gegründete Tschechoslowakei (Böhmen, Mähren, österreichisch Schlesien, Italien (Südtirol), Jugoslawien (Teile der Steiermark und Kärntens) und an Ungarn (Teile des Burgenlandes um Ödenburg) verloren. Aber erst mit der Vertreibung der Deutschen ab 1945 und dem damit verbundenen Verlust Ostdeutschlands wurden diese Zeilen endgültig zum Anachronismus. Zwischen 1918 und 1950 war allein 20 Millionen Deutsche von Vertreibung betroffen. |
Als Melodie wurde die von Joseph Haydn bereits 1797 komponierte Kaiserhymne "Gott erhalte Franz den Kaiser" verwandt. In hiesigen Landen kam das Lied bei der Bevölkerung sehr gut an, doch leider wurde der Text oft nicht im "Sinne des Erfinders" interpretiert. "Deutschland über alles. . .".
|
Deutschland, Deutschland über alles...
1918 versuchten die alliierten Siegermächte des 1. Weltkrieges das Lied zu verbieten. Aber der sozialdemokratische Reichspräsident Friedrich Ebert war es, der die umstrittene Hymne wieder "salonfähig" machte, und sie am 11. August 1922 zur deutschen Nationalhymne erhob. Sie blieb es bis 1945. Gesungen wurde allerdings meist nur die erste Strophe, die zweite und dritte blieben, im Gegensatz zur späteren Handhabung, weit gehend unbeachtet.
1921 schrieb Albert Matthai aus Preußisch Stargard unter dem Eindruck des Versailler Friedensdiktats eine 4. Strophe, die bis in die dreißiger Jahre viel gesungen wurde.
4. Strophe (1921) Deutschland, Deutschland über alles, Und im Unglück nun erst recht. |
1933-45: Die erste Strophe "Deutschland, Deutschland über alles..." wurde von den Nationalsozialisten zu einem Vorspann für das Horst-Wessel-Lied erniedrigt. Im Dritten Reich sang man als Nationalhymne stets die erste Strophe zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied.
1945 wurde, neben anderen wertvollen Kunstgütern, die Original-Handschrift des Deutschlandliedes zum Schutz vor dem Bombenkrieg nach Breslau (Schlesien) ausgelagert. Dort fiel sie den Polen in die Hände und wurde nach Krakau gebracht. Im Widerspruch zur Haager Landkriegsordnung gehört sie zu jenen geraubten Kulturgütern, deren Rückgabe Polen bis heute hartnäckig verweigert.
![]()
Bundesrepublik Deutschland
Für die Bundesrepublik Deutschland ist weder im Grundgesetz noch in einem anderen Gesetz ein Nationallied festgelegt. |
Formale Grundlage für die Anerkennung des Deutschlandliedes als Nationalhymne ist eine Vereinbarung zwischen dem ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss, und dem ersten Bundeskanzler, Konrad Adenauer, aus dem Jahr 1952. Mit dem Schreiben vom 29.04.1952 hat der Bundeskanzler den Bundespräsidenten gebeten, das Hoffmann-Hayden-Lied ("Deutschland, Deutschland über alles") als Nationalhymne anzuerkennen, mit der Anregung, dass bei staatlichen Veranstaltungen die 3. Strophe gesungen werden solle. Mit Antwortschreiben vom 02.05.1952 ist der Bundespräsident dieser Bitte nachgekommen. Das Bundesverfassungsgericht hält den Briefwechsel nicht für eindeutig. Diesem sei nicht ausdrücklich zu entnehmen, "daß dieses Lied nur mit seiner dritten Strophe zur Hymne erklärt werden sollte. Eindeutig ist jedoch darin festgelegt worden, daß bei staatlichen Veranstaltungen die dritte Strophe gesungen werden soll".
1954 Nach dem 3 : 2 Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft im WM Finale gegen Ungarn in Bern, singen die Zuschauer die erste Strophe des Deutschlandliedes.
1989 Nach dem Fall der Berliner Mauer singen die Abgeordneten im Bundestag spontan die Nationalhymne. Daraufhin verlassen einige Abgeordnete der Grünen den Plenarsaal.
Seit 1991 gilt: Die deutsche Nationalhymne in der aktuellen Fassung ist die dritte Strophe des Deutschlandliedes (festgelegt durch den Schriftwechsel vom 19. bzw. 23. August 1991 zwischen Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident von Weizsäcker, veröffentlicht im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27. August 1991).
Es ist jedoch in der Bundesrepublik Deutschland nicht verboten bzw. strafbar die erste und die zweite Strophe des Liedes zu singen. Alle diesbezüglichen, selbst im Fernsehen immer wieder aufgestellten Behauptungen sind falsch!
Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland: Einigkeit und Recht und Freiheit |
Die 3. Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn ist die Nationalhymne Deutschlands.
Briefwechsel zwischen Bundespräsident von Weizsäcker und Bundeskanzler Dr. Kohl aus dem Jahre 1991
(Quelle: Bulletin der Bundesregierung, Nr. 89/1991 vom 27. August 1991)
![]() Der Bundespräsident Bonn, den 19. August 1991 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Das »Lied der Deutschen«, von Hoffmann von Fallersleben vor hundertfünfzig Jahren in lauteren Gedanken verfaßt, ist seither selbst der deutschen Geschichte ausgesetzt gewesen. Es wurde geachtet und bekämpft, als Zeichen der Zusammengehörigkeit und gemeinsamen Verantwortung verstanden, aber auch in nationalistischer Übersteigerung mißbraucht. Als ein Dokument deutscher Geschichte bildet es in allen seinen Strophen eine Einheit. Aufgrund des Briefwechsels zwischen Bundespräsident Heuss und Bundeskanzler Adenauer vom 29. April/2. Mai 1952 hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte die 3. Strophe des Liedes mit der Musik von Haydn als Hymne der Bundesrepublik Deutschland im Bewußtsein der Bevölkerung fest verankert. Gerade in der Zeit der Teilung hat sie den tiefen Wunsch der Deutschen nach Rechtsstaatlichkeit und nach Einheit in Freiheit ausgedrückt. Dieses Ziel haben sich unsere Landsleute in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und im Ostteil von Berlin friedlich errungen. Die 3. Strophe des Hoffmann-Haydn'schen Liedes hat sich als Symbol bewährt. Sie wird im In- und Ausland gespielt, gesungen und geachtet. Sie bringt die Werte verbindlich zum Ausdruck, denen wir uns als Deutsche, als Europäer und als Teil der Völkergemeinschaft verpflichtet fühlen. Die 3. Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn ist die Nationalhymne für das deutsche Volk. Mit freundlichen Grüßen Ihr R. Weizsäcker
|
![]()
![]() Der Bundeskanzler 23. August 1991 Sehr geehrter Herr Bundespräsident, »Einigkeit und Recht und Freiheit« - mit diesem Dreiklang gelang es uns, nach 1949 die erfolgreichste rechtsstaatliche Demokratie unserer Geschichte zu gestalten und den Wunsch nach nationaler Einheit wachzuhalten. Der Wunsch aller Deutschen, die Einheit ihres Vaterlandes in Freiheit zu vollenden, kam im Deutschlandlied besonders eindringlich zum Ausdruck. Heute, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, verpflichtet uns auch das Deutschlandlied, für die Menschen in den neuen Bundesländern eine rechtsstaatliche Ordnung zu verwirklichen. Der Wille der Deutschen zur Einheit in freier Selbstbestimmung ist die zentrale Aussage der 3. Strophe des Deutschlandlieds. Deshalb stimme ich Ihnen namens der Bundesregierung zu, daß sie Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland ist. Mit freundlichen Grüßen Ihr Helmut Kohl |

![]()
![]()
Webspace - preiswerter Speicherplatz für kleine und große Internetauftritte |
Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:
-[ Deutscher Krieg 1866]- -[ Deutsch-Französischer Krieg 1870/71]- -[ Deutsches Kaiserreich]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine]-
-[ Donaumonarchie Österreich-Ungarn]- -[ Liechtenstein]- -[ Schweizer Eidgenossenschaft ]-
-[ Briefmarken 1871-1918]- -[ Boxeraufstand 1900/01]- -[ Marokkokrise 1905/11]-
Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de