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Deutsch - Französischer Krieg 1870 - 1871
Einleitung
Vorgeschichte
Teil 1, bis Sedan
Teil2, bis
Paris
Versailler Präliminarfrieden
Frieden von Frankfurt
Kriegsentschädigung
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Sedan - La Place de l'Alsace-Lorraine et le Monument commémoratif de 1870
Sedan (spr. ßedáng) ist die Arrondissementshauptstadt im
französischen Departement Ardennen, liegt 157 Meter über dem Meer, 10 km von der belgischen Grenze, am Fuße
bewaldeter Anhöhen am rechten Ufer der Maas. Der Ort ist Knotenpunkt an der Ostbahn, hat
eine moderne katholische Kirche, eine reformierte Konsistorialkirche (16. Jahrhundert),
Synagoge, Reste einer Zitadelle (ehemals wichtige Grenzfestung gegen Belgien),
ein Denkmal Turennes (1823), ein Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht von
Sedan (von Croisy), ein Theater und im Jahr 1901 = 19.193 Einwohner. Sedan
hat bedeutende Tuchfabriken (schwarzes Tuch), Wollspinnereien, Färbereien und Appreturen,
Maschinenfabriken, metallurgische Werkstätten sowie Handel, insbes. mit Schafwolle.
Die Stadt besitzt ein College, ein Mädchencollège, eine Webschule, Bibliothek
(14.000 Bände), ein Museum, eine Filiale der Bank von Frankreich, ein Handelsgericht,
eine Handels- u. eine Ackerbaukammer. Hier wurden Turenne, der Admiral Baudin
und der Industrielle Ternaux geboren. Sedan kommt zuerst in Urkunden von 1259
als Besitztum der Äbte von Mouzon vor. 1424 kaufte es Graf Eberhard o. d. Mark
und machte es zum Hauptort eines Fürstentums. Graf Robert führte in Sedan die Reformation
ein. Durch seine Schwester und Erbin Charlotte kam es 1591 als Mitgift in den
Besitz der französischen Familie Turenne, 1642 zog es Richelieu zugunsten der
französischen Krone ein. Am 15. September 1815 musste sich die Zitadelle nach fast dreimonatiger
Belagerung den Hessen ergeben, und bis zum November 1816 blieb dann Sedan von
den Preußen besetzt. Im
Deutsch-Französischen Krieg
fand hier am 1. September 1870 die große
Entscheidungsschlacht, die das Napoleonische Kaisertum stürzte. Aus
der Reihe der Kriegsplätze wurde Sedan durch Gesetz vom 23. August 1875 gestrichen
und die Schleifung der Festungswerke innerhalb der nächsten Jahre bestimmt.
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Schlacht bei Sedan am 1. September 1870
Nachdem namentlich durch die Schlacht bei Beaumont (30. August 1870) die französische Armee unter Mac Mahon auf ihrem Marsch zum Entsatz von Metz auf das rechte Maasufer bei Sedan zurückgedrängt war, erhielt am Abend des 31. August 1870 die dritte Armee den Befehl, noch in der Nacht einige Heeresteile unterhalb Sedan auf das rechte Maasufer vorzuschieben und den Franzosen den Weg nach Mézières zu verlegen, während gleichzeitig die Maasarmee von Osten her angreifen und ihnen ein Ausweichen über die belgische Grenze verwehren sollte. Die Schlacht begannen die Bayern, indem die Infanterie ihres ersten Korps am 1. September 1870, 4 Uhr früh auf der Eisenbahnbrücke und einer Pontonbrücke die Maas überschritt und Bazeilles angriff, das die französische Marineinfanterie verteidigte. Nicht viel später begann der Kronprinz von Sachsen mit dem 12. Korps bei La Moncelle und Daigny das Gefecht gegen das 1. französische Korps und setzte sich mit den Bayern in Bazeilles in Verbindung. Hier, bei La Moncelle, wurde Mac Mahon um 6 Uhr durch einen Granatsplitter verwundet; für ihn übernahm Ducrot den Oberbefehl und ordnete 7 Uhr sofort den Rückzug auf Mézières an. Um diesen zu erleichtern, sollten auf La Moncelle und Vassoigne bei Bazeilles kräftige Vorstöße unternommen werden. Obwohl der Oberbefehl inzwischen auf Wimpffen als älteren General überging, der den Rückzug einstellte, so fand der Vorstoß doch statt und hatte anfangs Erfolg. Indes verstärkt, behaupteten Sachsen und Bayern La Moncelle, eroberten auch den westlichen Höhenzug und hatten gegen 11 Uhr auch ganz Bazeilles in Besitz, während der rechte Flügel der Sachsen die Franzosen auf das westliche Givonneufer trieb und die preußische Garde das obere Givonnetal nahm und ihnen den Weg nach Osten verlegte. Da beschloss der Kronprinz von Sachsen, sich nach Nordwesten zu schieben, um im Norden von Sedan der dritten Armee die Hand zu reichen.
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| Napoleon III. und sein Sohn im großen Camp bei Chalons 1870 | Bataille de Sedan - (nachgestellte) Episode vom 1. September 1870 |
Inzwischen hatte auch der Kampf im Südwesten und Westen begonnen. Während
das 2. bayrische Korps teils auf das rechte Maasufer vorging, teils die wichtige
und starke Stellung zwischen Frénois und Wadelincourt gegen einen etwaigen Durchbruchsversuch
von Sedan über Torcy besetzte, überschritten das 11. und 5. Korps bei Donchéry
die Maas und rückten, den weit nach Norden vorspringenden Bogen derselben bei
Iges umgehend, auf St.-Menges und Fleigueux vor, um sich durch den Angriff von
Westen mit der Maasarmee im Norden von Sedan zu vereinigen. Der Marsch der beiden
Korps wurde zwar durch die Enge des Geländes etwas verzögert, aber die Avantgarde
des 11. Korps nahm St.-Menges mit leichter Mühe; auch Floing wurde unter dem
Schutz der Artillerie genommen und behauptet. Ein Angriff französischer Reiterei
unter General Gallifet auf das 87. Regiment wurde zurückgewiesen, die Höhen
zwischen Fleigneux und Illy bis an die Givonne von diesem besetzt. 24 preußische
Batterien beschossen um Mittag die Franzosen von Norden, während auf den Höhen
jenseits der Givonne die Gardeartillerie ihr Kreuzfeuer gegen die Stellungen
der Franzosen auf dem Plateau von Illy und im Garennegehölz richtete. Die Franzosen
machten nun einen Gegenangriff auf Floing, wurden aber daraus vertrieben. Um
2 Uhr verloren sie auch den Calvaire d'Illy, wobei bereits viele Gefangene gemacht
wurden, und nachdem ein kühner Angriff der französischen Kavalleriedivision
Marguerite zurückgeworfen war, stürmten die 22. und 10. Division die Höhe zwischen
Floing und Cazal.
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| Moltke bei Sedan | Reiterkampf bei Floing in der Schlacht bei Sedan |
Der französische Oberbefehlshaber Wimpffen sah jetzt
ein, dass er seine Stellung um Sedan nicht behaupten könne, und wollte durch die,
wie er meinte, erschöpften Bayern bei Bazeilles und La Moncelle mit allen verfügbaren
Truppen des 1., 5. und 12. Korps nach Carignan durchbrechen. Er entriss auch
den Bayern Balan, musste aber vor dem vernichtenden Feuer der deutschen Artillerie
zurückgehen; ebenso wurden andere Durchbruchsversuche der Franzosen zurückgewiesen.
Überall waren diese eng umzingelt und in die Festung oder unter deren Wälle
zurückgedrängt, bis zu denen die deutschen Truppen bereits vorgingen, und um
4 Uhr ließ König Wilhelm, der während der Schlacht auf der Höhe südlich von Frénois stand, eine allgemeine Beschießung von Sedan eröffnen, um die Kapitulation
zu beschleunigen. Die einfallenden Granaten riefen schon nach 20 Minuten an
verschiedenen Punkten Feuer hervor. Da kam die Nachricht, dass die Franzosen
ihr Feuer einstellten und an zwei Toren die weiße Fahne aufgezogen sei. Der
König ließ die Beschießung einstellen und sandte den Oberstleutnant von Bronsart
als Parlamentär mit der Aufforderung zur Übergabe der Armee und Festung nach
Sedan ab. Bronsart wurde, als er in Sedan nach dem Oberbefehlshaber fragte, zu seiner
Überraschung vor Kaiser Napoleon III. geführt, von dessen Anwesenheit in Sedan man deutscherseits
nichts wusste. Hinsichtlich der Kapitulation wurde Bronsart an General von Wimpffen verwiesen; der Kaiser schrieb aber gleichzeitig an den König einen
Brief, in dem er sich zum Kriegsgefangenen erklärte, und den sein Generaladjutant
Reille noch am Abend dem König überbrachte. Dieser beauftragte General von
Moltke mit den Verhandlungen über die Kapitulation.
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| General Reille überbringt König Wilhelm nach der Schlacht bei Sedan Napoleons Brief | Kaiser Napoleon und Fürst Bismarck am Morgen nach der Schlacht bei Sedan |
Moltke und von Wimpffen
trafen noch am Abend des 1. September in Donchéry zusammen, erzielten aber
keine Einigung, da sich der französische General nicht zur Niederlegung der
Waffen und Kriegsgefangenschaft der ganzen Armee verstehen wollte. Obwohl
ein französischer Kriegsrat sich mit 30 von 32 Stimmen gegen Wiederaufnahme
des Kampfes aussprach, weigerte sich von Wimpffen, die Kapitulationsverhandlungen wieder aufzunehmen,
und nun suchte Kaiser Napoleon III. am Morgen des 2. September in einer Unterredung mit
Bismarck in einem Häuschen bei Donchéry eine Milderung der Kapitulationsbedingungen
zu erlangen. Da der Kaiser aber auf Friedenspräliminarien nicht eingehen wollte
und konnte, so wurde seine Bitte, ebenso eine Zusammenkunft mit
König Wilhelm
abgelehnt und da inzwischen der von deutscher Seite gestellte Termin für den
Wiederbeginn des Kampfes, 9 Uhr, verstrichen war, Wimpffen angekündigt, dass
die deutsche Artillerie ihr Feuer wieder eröffnen werde, wenn bis 10 Uhr die
Kapitulation nicht gesichert sei. Jetzt war Wimpffen bereit und unterzeichnete
um 11 Uhr auf Schloss Bellevue bei Frénois die Kapitulation, welche die ganze
französische Armee (39 Generale, 230 Stabsoffiziere, 2600 Subalternoffiziere,
83.000 Mann) für kriegsgefangen erklärte; alles Zubehör der Armee, Waffen, Geschütze
(419), Adler und Fahnen, Pferde, Kriegskassen etc. sowie die Festung Sedan sollten
sofort übergeben werden. 21.000 Franzosen waren schon vorher gefangen worden,
17.000 gefallen, 3000 über die belgische Grenze entkommen. Auf deutscher Seite
betrug der Gesamtverlust an Toten: 190 Offiziere und 2832 Mann, Verwundete 282
Offiziere und 5627 Mann; die Bayern hatten am meisten verloren. Erst nachdem
die Kapitulation unterzeichnet war, fand im Schloss Bellevue die
Zusammenkunft der beiden Monarchen statt. Dieselbe dauerte nur eine
Viertelstunde; gleich danach begab sich der gefangene Kaiser, von selbst
erbetener preußischer Eskorte bis an die Grenze geleitet, über Belgien nach
dem ihm bestimmten Aufenthaltsort Wilhelmshöhe bei Kassel. Die kaiserliche
Armee war jetzt verdrängt, der Zusammensturz des Napoleonischen Kaiserthrons
war die unmittelbare Folge der Katastrophe von Sedan, deren Schmach man ganz
auf das Kaisertum projizierte. Die Friedenshoffnungen aber, die man in Deutschland
an den Tag von Sedan knüpfte, erfüllten sich nicht, weil das französische Volk
bei Sedan nur das Kaisertum, nicht sich selbst besiegt glaubte.
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| Das historische Haus an der Straße nach Donchery in dem Bismarck nach der Schlacht bei Sedan Napoleon III. die Bedingungen der Übergabe diktierte. | Sedan-Donchery - Wimpffen, Moltke und Bismarck |
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Gefallene Soldaten Deutsche Franzosen 40.080 80.000
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