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Deutsch - Französischer Krieg 1870 - 1871
Einleitung
Vorgeschichte
Teil 1, bis Sedan
Teil2, bis
Paris
Versailler Präliminarfrieden
Frieden von Frankfurt
Kriegsentschädigung
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François
Achille Bazaine * 13.02.1811 in Versailles † 28.09.1888 in Madrid |
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Friedrich Karl Prinz von Preußen * 20. März 1828 in Berlin † 15. Juni 1885 in Klein-Glienicke bei Potsdam |
Trotz seiner bedeutenden alten Festungswerke vor einer Beschießung durch die neuern Geschütze nicht gesichert, war Metz seit 1867 in aller Eile mit großen detachierten Forts auf den dominierenden Höhen zu beiden Seiten der Mosel versehen worden. Obwohl nur in Erde ausgeführt, machten die Forts von St.-Julien, Queuleu, St.-Quentin und Plappeville die Beschießung der eigentlichen Festung unmöglich; doch waren die zur Verbindung beider Ufer nördlich und südlich im Tal begonnenen Forts St.-Eloi und St.-Privat 1870 noch nicht vollendet, auch die übrigen nicht völlig armiert. Metz wurde wegen seiner günstigen Lage und der großen Ausdehnung des Platzes bei Beginn des Krieges zum großen Hauptquartier und Depot der Rheinarmee ausersehen, und Ende Juli 1870 begab sich auch Kaiser Napoleon III. dahin. Als die Siege der Deutschen 6. August jede Aussicht auf offensive Kriegführung zerstörten, wurde die ganze Rheinarmee (Garde, 2., 3., 4. und 6. Korps) auf dem rechten Moselufer bei Metz zusammengezogen, da man an der Französischen Nied eine Schlacht annehmen wollte. Doch gab Bazaine, der am 12. August den Oberbefehl übernahm, diese Absicht wieder auf und beschloss, über Verdun nach Châlons abzumarschieren, um dort die ganze französische Armee zu der Entscheidungsschlacht zu vereinigen. Am 13. August wurde dies befohlen, am 14. begann das Defilieren der Armee durch die beengende Festung und über die Moselbrücken. Der von den Unterbefehlshabern des 1. und 7. preußischen Korps improvisierte Angriff auf die abziehenden Franzosen 14. August, der zu der Schlacht von Colombey-Nouilly führte, sowie mangelhafte Veranstaltungen und fehlende Leitung verzögerten aber den Abmarsch der Rheinarmee aus Metz auf die beiden nach Verdun führenden Straßen so sehr, dass selbst am 15. nur geringe Entfernungen zurückgelegt wurden und die Spitzen bereits bei Conflans mit der deutschen Reiterei zusammentrafen. Napoleon III. selbst erreichte am 16. noch Verdun, aber bereits am Vormittag wurde der Vortrab des linken Flügels, das 2. Korps, im Lager bei Vionville überrascht, und es entspann sich die Schlacht von Vionville-Mars la Tour. Bazaine beging den Fehler, dass er, die Schwäche des Gegners nicht kennend, ihm nicht mit seiner großen Übermacht eine entscheidende Niederlage beibrachte, ließ sich aber auch von der falschen Anschauung bestimmen, dass der Feind ihn von Metz abdrängen wolle und dass er vor allem die Verbindung mit diesem Platz festhalten müsse. Nachdem er durch unruhiges Ablösen in der Schlacht alle seine Korps geschwächt, seine Munition verbraucht und doch den Abmarsch nach Châlons nicht erzwungen hatte, ging er am 17. unter die Wälle von Metz zurück, verzichtete darauf, sich mit Mac Mahon zu vereinigen, und entschied dadurch bereits die Trennung der französischen Armee. Er fasste jetzt den Plan, gestützt auf die Festung und durch die in ihr aufgestapelten Vorräte für lange Zeit gegen Mangel gesichert, in seiner beinahe unangreifbaren Stellung auszuharren und hierdurch überlegene Kräfte der deutschen Armee vor Metz festzuhalten, bis ein Friede oder eine sonstige Wendung ihn aus seiner Isolierung erlösen würde. Die Schlacht bei Gravelotte war daher wesentlich eine Verteidigungsschlacht und fiel für ihn deswegen nicht ungünstig aus; einen Versuch, nach Westen durchzubrechen, machte er gar nicht. Die Deutschen mussten nun die erkämpfte Trennung der beiden französischen Heere zu einer bleibenden machen, versuchten deshalb keine strenge Umschließung von Metz, sondern begnügten sich im Westen und Norden, wo ein Angriff Bazaines zum Zweck seiner Befreiung zu gewärtigen war, genügende Streitkräfte bereitzustellen und im Süden und Osten bloß einen dünnen, teilweise aus Kavallerie gebildeten Kordon zu ziehen. Die Untätigkeit Bazaines rechtfertigte diese Kühnheit, denn die ersten Tage nach der Schlacht bei Gravelotte tat er nichts, um die Widerstandskraft des einschließenden Ringes zu prüfen. Erst als er am 29. und 30. von Mac Mahons Marsch nach der Maas zur Vereinigung mit der Rheinarmee erfuhr, befahl Bazaine am 30. die Konzentration der Armee beim Fort St.-Julien zur Ausführung des Durchbruchs nach Diedenhofen. Die Schlacht bei Noisseville am 31. August und 1. September vereitelte Bazaines Absicht. Wäre sie gelungen, hätte er doch kaum den gewünschten Erfolg gehabt, denn Prinz Friedrich Karl war bereit, sich ihm bei Diedenhofen mit drei Korps in den Weg zu stellen, und überdies wurde Mac Mahons Armee an demselben 1. September bei Sedan vernichtet. Nur nach Südosten hätte Bazaine durchbrechen, der deutschen Armee durch Zerstörung ihrer Verbindungslinien schaden und den Kern für eine neue Armee bilden können.
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| Metz - Totenbrücke | Metz - Deutsches Tor |
Die Schlacht
bei Noisseville und die Kapitulation von Sedan bewogen das deutsche Oberkommando,
eine eigentliche Einschließung von
Metz umzusetzen. Die Zernierungsarmee
bestand aus der unter dem Befehl des
Prinzen Friedrich Karl vereinigten ersten
und zweiten Armee. Das 1. und 7. Korps standen rechts der Mosel, das 2. im Moseltal
südlich von
Metz, das 8., 9., 3. und 10. auf dem linken Ufer, die Division Kummer
im Tal nördlich von
Metz. Trotz vorzüglichster Vorbereitung und Berechnung aller
Möglichkeiten brachten es die Raumverhältnisse mit sich, dass gegen jeden Teil
der Zernierung von
Metz aus ein Stoß geführt werden konnte, der eine Zeitlang
den entgegenstehenden Kräften an Zahl überlegen blieb. Jedoch beschränkten sich
die Franzosen auf kleine Vorpostengefechte, Kanonaden der Forts und andere unbedeutende
Demonstrationen, da Bazaine auf baldigen Frieden rechnete. Erst Ende September
wurden einige größere Ausfälle unternommen, um die Armee zu beschäftigen und
Proviant zu erbeuten, ein Durchbruchsversuch aber nicht wieder gemacht. Die
bedeutendsten und zugleich die letzten Unternehmungen solcher Art waren die
Angriffe auf die Stellung der Division Kummer 2. und 7. Oktober. Der erste Ausfall
richtete sich gegen Ladonchamps, Ste. – Agathe, St.-Remy und Bellevue: die Deutschen
wurden aus der äußersten Linie, aus Ladonchamps und Ste. – Agathe, vertrieben,
behaupteten aber die befestigte zweite Linie und warfen schließlich die Franzosen
vollständig zurück. Am 7. Oktober nachmittags gegen 2 Uhr wandten sich am linken
Moselufer französische Infanteriekolonnen mit 2–3 Batterien gegen Bellevue,
St.-Remy, Grandes-Tapes und Petites-Tapes und warfen die Vorposten der Division
Kummer zurück, aber von zwei Seiten kamen die 38. und 9. Infanteriebrigade zu
Hilfe und nötigten den Feind zum Rückzug; bei Einbruch der Dämmerung waren sämtliche
Positionen wieder gewonnen.
Die Lage der eingeschlossenen Armee, die
bis zum 7. Oktober 2100 Offiziere und 40.000 Mann an Toten und Verwundeten verloren
hatte, wurde unter dem Einfluss moralischen und physischen Leidens mit jedem
Tag trauriger. Die Monate September und Oktober brachten viel Regen und machten
die Biwaks außerhalb der Stadt unbehaglich und ungesund; der Mangel an Lebensmitteln
wurde immer fühlbarer, Pferdefleisch war zuletzt außer dem Brote, das täglich
in Rationen von 500 g und schon Anfang Oktober nur von 300 und 250 g ausgegeben
wurde, fast die einzige Speise. Der Bestand an Kranken wuchs täglich, die Kavallerie
war nicht mehr beritten, die Artillerie zum größten Teil nicht mehr bespannt.
An die Möglichkeit eines Durchbruchs war gar nicht mehr zu denken. Auch die
deutsche Armee litt außerordentlich durch das lange Stilliegen bei der nassen
Witterung; im Oktober wurden selbst mit Schwächung der Zernierungslinie weiter
rückwärts gelegene Kantonnements bezogen. Die Rinderpest erschwerte die Verpflegung,
und Typhus und Ruhr schwächten die Truppe. Indes Ausdauer und Sorgsamkeit überwanden
alle Schwierigkeiten. Am 10. Oktober rief Bazaine einen französischen Kriegsrat
zusammen, der sich für Anknüpfung von Unterhandlungen mit dem Feind entschied.
Bazaine versuchte zunächst mit der preußischen Regierung direkt zu verhandeln
und sandte den General Boyer nach Versailles; dieser forderte freien Abzug der
Armee von
Metz mit Waffen und Kriegsgerät unter der Verpflichtung,
dass sie während
des Krieges nicht mehr gegen Deutschland diene. Er dachte dabei an die Wiederherstellung
des Kaisertums durch seine Armee. Allein die Kaiserin Eugenie weigerte sich,
als Boyer sie in Chislehurst aufsuchte, den Verhandlungen beizutreten, und
Bazaine
wurde vom deutschen Hauptquartier auf rein militärische Verhandlungen mit dem
Prinzen Friedrich Karl verwiesen. Am 25. Oktober schickte er nach einem neuen Kriegsrat
den General Changarnier nach Corny zum
Prinzen Friedrich Karl, der aber einfach
auf Übergabe der Armee und Festung bestand. Die Lebensmittel waren völlig erschöpft,
ein weiterer Kampf hoffnungslos und so entschloss sich der Marschall
Bazaine
zur Kapitulation. Über sie wurde auf dem Schloss Frescaty zwischen den Generalen
Jarras und Stiehle verhandelt; am 27. Oktober wurde sie abgeschlossen. Armee und
Festung wurden dem Feind mit sämtlichem Kriegsmaterial und allen Ehrenzeichen
überliefert. Die Armee, 3 Marschälle, 4000 Offiziere und 173.000 Mann (darunter
20.000 Verwundete und Kranke und auch die Nationalgarde), wurde kriegsgefangen,
ein Material im Werte von 80 Millionen Franc, 800 Geschütze, das Material für 85
Batterien, 66 Mitrailleusen, 300.000 Gewehre, gewaltige Massen von Säbeln, Kürassen
etc., 2000 Militärfuhrwerke, an Ehrenzeichen 53 Adler und Fahnen, auch die wertvolle
Bibliothek der Artillerieschule Kriegsbeute. Die Zernierungsarmee hatte diesen
beispiellosen Erfolg mit einem Gesamtverlust von 102 Offizieren und 5000 Mann
erkauft, die auf dem Schlachtfeld oder in den Lazaretten gestorben waren. Am
29. Oktober 1870 vormittags besetzten die deutschen Truppen die Forts; der Ausmarsch
der Armee, die schon vorher ihre Waffen abgelegt hatte, dauerte unter strömendem
Regen bis zum späten Abend. Aus den Biwaks wurden sodann die Franzosen nach
und nach in die Kriegsgefangenschaft nach Deutschland abgeführt.
Die
Kapitulation von
Metz machte die erste und zweite deutsche Armee für den Schutz
der Zernierung von Paris verfügbar und befreite die dortige Armee aus einer
seit der Bildung der französischen Loirearmee bedenklichen Lage; insofern hat
sie die Kapitulation von Paris zur Folge gehabt und den Krieg entschieden. Bei
der französischen Nation erregte sie daher auch die größte Bestürzung und den
höchsten Zorn. Gambetta erließ eine leidenschaftliche Proklamation, in der er
Bazaine ganz offen des Verrats beschuldigte. Die
Erbitterung gegen den "homme
de Metz" war um so größer, als man, von aller Verbindung mit ihm abgeschnitten,
ganz überspannte Hoffnungen auf seinen fortgesetzten Widerstand gesetzt hatte;
eine Flut von Büchern und Broschüren ehemaliger Verteidiger von
Metz häufte auf
ihn alle Schuld an dem unglücklichen Ausgang, und Bazaine
musste sich daher 1873 einem Kriegsgericht stellen, das ihn wegen der
Übergabe von
Metz verurteilte.
Wie fehlerhaft auch sein Verhalten Mitte August war, so ist doch nicht zu leugnen,
dass er die Festung eine längere Zeit hielt, als es bei der Mangelhaftigkeit
der Außenforts einer bloßen Besatzung möglich gewesen wäre. Dass
Metz deutsch
bleiben würde, hatte schon die Proklamation des
Prinzen Friedrich Karl vom
27. Oktober 1870 verkündet. Trotz aller Bemühungen
Thiers, der sogar Luxemburg kaufen und gegen
Metz austauschen wollte,
wurde es im Frankfurter Frieden 10.
Mai 1871 an Deutschland abgetreten.
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Gefallene Soldaten Deutsche Franzosen 40.080 80.000
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Einleitung
Vorgeschichte

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