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Deutsch - Französischer Krieg 1870 - 1871
Einleitung
Vorgeschichte
Teil 1, bis Sedan
Teil2, bis
Paris
Versailler Präliminarfrieden
Frieden von Frankfurt
Kriegsentschädigung

In Frankreich empfand man die Entscheidung des
Deutschen Kriegs von
1866 zugunsten Preußens als eine
Niederlage. Weite Kreise in der französischen Gesellschaft verlangten "Revanche
für Sadowa" (Bataille de Sadowa =
Schlacht bei
Königgrätz) und beschuldigten Kaiser Napoleon
III., der nicht einmal das Großherzogtum Luxemburg als Kompensation
zu gewinnen wusste, des Verrates an Frankreichs Macht und Ehre. Unter
allerlei Vorwänden kam es zum entscheidenden Krieg zwischen der politisch
und militärisch führenden Macht Europas Frankreich und dem unter
Preußen vereinten Deutschland.
Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich dem
Königreich Preußen und damit
dem gesamten Norddeutschen Bund
den Krieg. Am Anfang hing alles an einem Haar. Nicht nur
Osterreich, dem man es nicht
verdenken konnte, dass die Wunde des Deutschen
Krieges von 1866 noch schmerzte, sondern auch der treulose Victor
Emanuel II. von Italien, der doch
allein dem preußischen Vorgehen vor vier Jahren den Besitz Venedigs
und die Behauptung der Lombardei verdankte, waren bereit, mit
Louis Napoleon ein Bündnis gegen den
Norddeutschen Bund zu schließen.
Wahrscheinlich wusste Bismarck darum, oder
erwog wenigstens, da er seine Leute kannte, die Möglichkeit eines solchen
Bündnisses, aber er hatte den Mut alles auf eine Karte zu setzen. Und
der Erfolg gab ihm recht: Als die ersten deutschen Siege in Wien und
Florenz bekannt wurden, zogen Victor Emanuel und
Franz Joseph, den sein Premierminister
Graf Beust und der
Erzherzog Albrecht
umsonst bestürmten, noch rechtzeitig ihre Hände zurück und verweigerten
den bedrängten Franzosen jede Hilfe.
Auf den Gebiet Frankreichs folgte
Schlag auf Schlag. Nach Wörth und Weißenburg der furchtbare Tag von
Gravelotte und die Einschließung von Metz. Nach
Gravelotte die Kapitulation von
Sedan; nach Sedan der Vormarsch
auf Paris, wo inzwischen die Republik erklärt worden war. Hierauf Kämpfe
im Norden, die deutschen Truppen bis an den Ärmelkanal führten, und
im Süden an der Loire. Inzwischen beraubten die Italiener den Papst
seines letzten Territorialbesitzes, nahmen ihm Rom, und verlegten von
Florenz dorthin die Hauptstadt des Königreiches. Im südlichen
Frankreich organisierte
Gambetta, der im Luftballon aus dem
belagerten Paris entflohen war, einen verzweifelten Widerstand und stampfte
Volksmilizen aus dem Boden. Im Dezember versuchte Bourbaki einen kühnen
Streich, um mit 150.000 Mann in den Rücken des deutschen Heeres zu kommen
und den Krieg nach Süddeutschland zu tragen, wo die Franzosen immer
noch auf Zuneigung hofften. Doch der Streich misslang völlig! Grade
durch einen Süddeutschen, den bayrischen General Werder, der nur über
43.000 Mann gebot, wurde Bourbaki Ende Januar auf Schweizer Gebiet gedrängt
und dort entwaffnet. Nun begann die Beschießung von Paris. Schon waren
Metz und Straßburg
gefallen. Die Aussichten auf die Einmischung fremder Mächte waren gleich
Null, vor allem hielt Russland, das sich indessen Vorteile am Schwarzen
Meere verschaffte, zu Deutschland. Bourbaki war gescheitert. Die Ausfälle
der Pariser Besatzung wurden zurückgewiesen. Die Milizen an der Loire
und in der Picardie machten keine Fortschritte. Weitere Hilfe blieb
aus. So war die Hoffnung der Pariser auf Rettung nur gering. Trotzdem
hielt sich die Stadt mit bemerkenswerter Ausdauer. Nicht die Beschießung,
sondern erst der Hunger brachte sie zu Fall. Vorher aber hatten die
Pariser noch den Schmerz, dass vor ihren Toren, am 18. Januar 1871,
zu Versailles das deutsche Kaisertum verkündet wurde.
Wilhelm I. willigte nur mit Widerstreben
ein. Das greifbare Preußen schien
ihm wichtiger und begehrenswerter als der schattenhafte Begriff, den
ihm Bismarck aufzwingen wollte. Wenn aber,
dann wollte er zumindest "Kaiser von
Deutschland" heißen. Nur mit Mühe konnte ihm dies
Bismarck ausreden. Der preußische, allzu
preußische Standpunkt zeigte sich aber noch bei dem Sohn
Wilhelms I., der einmal die Könige
von Bayern,
Württemberg und
Sachsen ihres Titels wieder entreißen
wollte und der außerdem achtzehn Jahre später sich nicht, wie man hätte
erwarten dürfen, Friedrich den Ersten, sondern, in eigensinniger Auslegung
der Überlieferung befangen, Friedrich
den Dritten nannte.
Louis Adolphe
Thiers, der nun die Geschicke Frankreichs
leitete, kam zu Bismarck mit einem Friedensangebot.
Als er aber die Forderungen hörte, war er entsetzt und wollte nichts
davon wissen. Der Reichskanzler aber
sagte kalt: Nun, dann kämpfen wir weiter! Er wusste nur zu gut, dass
der Hunger die Franzosen zu allem zwingen werde. So bewilligten sie
denn die Abtretung von Elsaß-Lothringen
mit Ausnahme von Belfort und die Zahlung von fünf Milliarden Franc.
Bismarck dachte erst an sehr viel weniger
Geld, bevor ihn der von Berlin
eiligst herbeigeholte Bleichröder finanziell aufklärte und später hat
er bereut, dass er nicht noch mehr gefordert, denn
Frankreich bezahlte die Kriegsentschädigung
weit eher, als ausgemacht war.
Der Friede wurde am 8. Mai zu
Frankfurt am Main unterzeichnet. Die
Besetzung der Champagne und noch einiger Striche durch deutsche Truppen
dauerte aber noch einige Jahre, bis September 1873.
Wiederum zog
Italien Nutzen aus den deutschen
Siegen. Es nahm Rom. Das Papsttum aber raffte sich zu nur um so größerer
geistlicher Anstrengung auf. Es begründete seine Macht aufs Neue: Durch
die Lehre von der Unfehlbarkeit, wodurch es sich über die Konzilien
stellte, und durch das Dogma von der unbefleckten Empfängnis. In Deutschland
führte die starre Haltung des römischen Stuhles, den Pius IX. einnahm,
zum Kulturkampf. Des weiteren zogen die Briten Vorteil aus den deutschen
Erfolgen. Man kann sagen, dass die Franzosen durch den Krieg von 1870/71
auch Ägypten verloren haben.
"Bataille
de Sadowa", französische Bezeichnung für die
Schlacht bei
Königgrätz, da das Wort "Königgrätz" für Franzosen nur
sehr schwer aussprechbar ist.
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Gefallene Soldaten Deutsche Franzosen 40.080 80.000
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Einleitung
Vorgeschichte

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