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Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig
Elbing - S.M.S. Elbing
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Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig
Elbing 55.657 Einwohner - 1905 = 75. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.![]()
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Elbing - Alter Markt
Elbing ist eine Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig, am gleichnamigen Fluss, 8 km von dessen Mündung in das Frische Haff, am Rande der Elbinger Höhe und 7 Meter über dem Meer. Es besteht aus der Altstadt, Neustadt, der Speicherinsel und drei inneren und elf äußern Vorstädten. Unter den kirchlichen Gebäuden (7 evangelische und eine katholische Kirche, 4 Bethäuser verschiedener Sekten und eine Synagoge) sind besonders bemerkenswert die evangelische Marien-, die St. Annen- und die Heilige Dreikönigenkirche sowie die katholische Nikolaikirche, unter den weltlichen Gebäuden das neue Rathaus.
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| Elbing - Alter Markt | Elbing - Rathaus | Elbing - Rathaus |
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| Elbing - Elbingfluss | Elbing - Friedrichstraße |
Elbing ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Schneidemühl-Güldenboden und Elbing-Hohenstein in Ostpreußen sowie der Haffuferbahn Elbing-Braunsberg und hat Dampferverbindung mit Danzig und Königsberg. Die Reederei zählte 1901 = 18 Dampfschiffe. 1901 kamen im dortigen Hafen an: 104 Seeschiffe zu 21.168 Registertonnen; es gingen ab: 101 Schiffe zu 20.688 Registertonnen. Der Binnenverkehr vollzieht sich auf dem Elbing-Oberländischen Kanal. Eine elektrische Bahn vermittelt den Verkehr in der Stadt und mit den Orten der nächsten Umgebung. An Bildungsanstalten besitzt Elbing ein Gymnasium, eine Oberrealschule, eine Stadtbibliothek mit ca. 28.000 Bänden, ein Altertumskabinett etc. Von Behörden haben in Elbing ihren Sitz ein Landgericht, ein Hauptsteueramt und das Landratsamt des Landkreises Elbing. Die städtischen Behörden zählen 15 Magistratsmitglieder und 60 Stadtverordnete. Anziehend sind die Umgebungen der Stadt, das romantische Vogelsang, die Waldpartien bei Panklau und dem kaiserlichen Schloss Candienen (Kadienen) mit ihren großartigen Aussichten und das Seebad Kahlberg auf der Frischen Nehrung. Zum Landgerichtsbezirk Elbing gehören die acht Amtsgerichte zu Christburg, Deutsch-Eylau, Elbing, Marienburg, Riesenburg, Rosenberg, Stuhm und Tiegenhof.
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| Elbing - Königsbergerstraße mit Zigarettenfabrik Loeser & Wolff | Elbing - Kaiser-Wilhelm-Denkmal | Elbing - Wilhelmstraße |
Elbing entstand aus Ansiedelungen, namentlich von Lübecker und Bremer
Kolonisten, um die 1237 von dem Deutschen Orden dort angelegte Burg. Die
Stadt erlangte 1246 lübisches Recht, wurde frühzeitig in die deutsche Hanse
aufgenommen, ging aber in ihrem Wohlstand sehr zurück, als sie sich 1454
vom Deutschen Orden losriss und unter polnischen Schutz stellte. König Kasimir
von Polen machte Elbing 1454 zum Sitz einer Woiwodschaft. 1558 wurde den
Protestanten die freie Religionsübung gestattet. Im Vertrag zu Elbing vom
10. September 1656 wurde Danzig von Holland und
dem Großen Kurfürsten für neutral erklärt. 1698 nahm der Kurfürst Friedrich
III. von Brandenburg Elbing, weil
König Kasimir von Polen es 1657 um 400.000 Taler an dessen Vater verpfändet
hatte, gab es aber, nachdem er 1700 durch Verpfändung der polnischen Reichskleinodien
gesichert war, an Polen zurück. Als jedoch die auf 300.000 Taler herabgesetzte
Pfandsumme von Polen nicht bezahlt wurde, setzte sich Friedrich 1703 wieder
in den Besitz des Elbinger Stadtgebiets. Damals wurde Elbing von Karl XII.
von Schweden überfallen und gebrandschatzt, 1710 von den Russen erobert
und kam danach wieder an Polen. Ganz herabgekommen, erholte sich die Stadt
erst wieder, als sie 1772 bei der ersten Teilung Polens an
Preußen kam.
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| Elbing - Am Wasser | Elbing - Postamt mit Kaiser Wilhelm-Denkmal |
Der Versailler Vertrag bestimmte 1919 die Abtretung der Provinzen Posen und Westpreußen an Polen. Nur kleine Teile der Provinzen verblieben bei Deutschland. Diese wurde als Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefasst und Schneidemühl die neue Provinzhauptstadt. Die Stadt Elbing verblieb bei Deutschland und wurde als Teil des neu gebildeten Regierungsbezirks Westpreußen der Provinz Ostpreußen angegliedert. Ende des 2. Weltkrieges, am 23. Januar 1945 begann die Belagerung der Stadt durch die Rote Armee. Während der Verteidigung Elbings starben neben vielen Zivilisten zirka 5000 deutsche Soldaten. Am 10. Februar 1945 drang die Rote Armee in Elbing ein, die nun zu 60 Prozent zerstört war. Elbing wurde unter polnische Verwaltung gestellt und die Bevölkerung vertrieben. Die Polen nennen die Stadt nun Elbląg.

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