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Erlangen

 Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken

     

Erlangen

 Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken

Erlangen 23.737 Einwohner - 1905 = 181. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Erlangen - Blick vom Schloßplatz nach der Hauptstraße

Erlangen - Blick vom Schloßplatz nach der Hauptstraße

 

 

Erlangen ist unmittelbare Stadt im Königreich Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken, in einer gut angebauten Ebene, am Einfluss der Schwabach in die Regnitz und am Ludwigskanal. Die Stadt ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Bamberg-Hof, Erlangen-Gräfenberg und Erlangen-Herzogenaurach und liegt 280 Meter über dem Meer. Erlangen besteht aus der Altstadt und der Neustadt. Der schönste Platz ist der Marktplatz, woran das ehemalige Schloss (jetzt Universitätsgebäude) und das Rathaus liegen, und auf dem das 1843 bei Gelegenheit der Säkularfeier der Universität enthüllte, von Schwanthaler modellierte Standbild des Markgrafen Friedrich von Bayreuth und ein Kunstbrunnen stehen.

Erlangen
Erlangen - Partie am Schloßgarten
Erlangen Erlangen - Partie am Schloßgarten



Auf dem Altstädter Holzmarkt erhebt sich das Kriegerdenkmal, auf dem Kaiser-Wilhelms-Platz das Denkmal Kaiser Wilhelms I. und auf dem Luitpoldplatz das Standbild des Universitätsprofessors Herz. Unter den gottesdienstlichen Gebäuden (6 evangelische und eine katholische Kirche, eine Synagoge) ist die neue Stadtkirche mit 68 Meter hohem Turm hervorzuheben. Von den anderen Gebäuden sind zu erwähnen: das Kollegiengebäude im Schlossgarten, die Gebäude der zur Universität gehörigen Hilfsanstalten, der Redoutensaal, das Schauspielhaus etc. Bemerkenswert ist auch das marmorne Kanaldenkmal (von Schwanthaler, seit 1846), die Verbindung der Donau mit dem Main darstellend. Die Zahl der Einwohner beträgt im Jahr 1900 mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 19 und ein Feldartillerieregiment Nr. 10) 22.953 Seelen, davon 15.334 Evangelische, 6639 Katholiken und 198 Juden. Die Industrie ist vertreten durch Spinnerei und Weberei, eine Fabrik für Glas, Spiegel und Zinnfolien, eine elektrotechnische Fabrik, eine Portefeuille-, Schreibwaren- und Kartonnagenfabrik, Fabrikation von Bürsten, Elfenbein-, Horn- und Metallwaren, Handschuhmacherei, Mühlenindustrie, Bierbrauerei etc. Unter den Bildungs- und andern öffentlichen Anstalten nimmt die 1743 vom Markgrafen Friedrich von Bayreuth gestiftete Universität den ersten Rang ein. Die Zahl der Dozenten betrug 1902/1903: 67, die der Studierenden 998. Mit der Universität in Verbindung stehen eine Bibliothek mit 215.000 Bänden, eine geologische, mineralogische, zoologische, anatomische und Münzsammlung, ein Krankenhaus und 6 andere klinische Anstalten, ein pharmakologisches, ein physikalisches und ein zoologisches Institut, ein botanischer Garten mit botanischem Institut etc. Ansonsten hat Erlangen ein Gymnasium, eine Realschule, eine Hebammenschule, ein Rettungshaus (in Buckenhof), eine Kreisirrenanstalt etc. Von Behörden haben in Erlangen ihren Sitz: ein Bezirksamt, Amtsgericht und ein Forstamt. In der Nähe der Burgberg mit schönen Anlagen und dem Schießhaus sowie der beliebte Ausflugsort Ratsberg.

Erlangen - Luitpoldplatz mit französisch reformierter Kirche
Erlangen - Kaiser Wilhelmplatz mit Denkmal
Erlangen - Luitpoldplatz mit französisch reformierter Kirche Erlangen - Kaiser Wilhelmplatz mit Denkmal


Erlangen (früher Erlongen) ist alt und gehörte zum Radenz- oder Rednitzgau. Es kam 970 an das Bistum Würzburg und 1017 an Bamberg und erhielt 1046 eine Burg. 1361 wurde Erlangen an Böhmen verkauft und 1398 zur Stadt erhoben. 1416 wurde diese an den Burggrafen Johann III. von Nürnberg verpfändet. Die Reformation wurde hier bereits 1526 eingeführt. Unter Markgraf Albrecht Alkibiades, an den Erlangen 1541 gefallen war, wurde es 24. Mai 1553 von den Nürnbergern geplündert. Im Dreißigjährigen Kriege wurde Erlangen 1631 von den Schweden verheert und 1632 von den Kaiserlichen überrumpelt und niedergebrannt. 1791 kam es an Preußen, fiel 1807 mit dem Fürstentum Bayreuth an Frankreich, aber schon 1810 an Bayern. Erlangen ist Geburtsort der Nationalökonomen K. Rau und Ad. Wagner, des Physikers S. Ohm, des Malers K. Haag und war langjähriger Aufenthaltsort der Dichter Rückert und Platen, der Philosophen Fichte und Schelling.

Erlangen - Kollegienhaus
Erlangen - Neue Infanterie-Kaserne
Erlangen - Kollegienhaus Erlangen - Neue Infanterie-Kaserne

 

 

 

Erlangen (Bayern)


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