1871 - 1918

Fahne - Landesfarben Freie und Hansestadt Lübeck
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| Lübeck - Lage im Deutschen Reich | Lübeck, Wappen | Lübeck - Karte 1914 |
Geschichte
819 entstand eine erste slawische Burganlage am Zusammenfluss von Trave und Schwartau. 1072 wurde die Stadt als "Liubice" erstmals urkundlich erwähnt. 1138 zerstörten heidnische Slawen die Stadt. 1143 gründete Graf Adolf II von Schauenburg Lübeck als deutsche Stadt auf der Halbinsel zwischen Trave und Wakenitz. 1157 brannte die Stadt völlig nieder. 1159 gründete Herzog Heinrich dem Löwen Lübeck ein zweites Mal. 1358 fand der erste Hansetag in Lübeck statt. 1531 wurde Lübeck protestantisch. 1669 fand in Lübeck der letzte Hansetag statt. Die Kontinentalsperre (1806 -1812) fügte der Stadt großen Schaden zu. Nachdem Lübeck kurze Zeit zu Frankreich gehört hatte, wurde es Ende 1813 befreit und durch die Wiener Kongressakte 1815 als Freie Stadt anerkannt. Von 1815 bis 1866 gehörte die Stadt Lübeck zum Deutschen Bund. Am deutsch-dänischen Krieg 1849 nahmen auch Lübecks Truppen teil. Am 18. August 1866 trat Lübeck dem Bündnisvertrag zwischen dem Königreich Preußen und den übrigen Staaten des Norddeutschen Bundes bei. Während des Deutschen Krieges nahm Lübeck mit seinem Kontingent, einem Bataillon Infanterie, in der oldenburgisch-hanseatischen Brigade an den Operationen der preußischen Mainarmee teil . Am 27. Juni 1867 schloss Lübeck eine Militärkonvention mit Preußen. Am 11. August 1868 trat Lübeck in den Zollverein ein, nachdem besonders für seinen bedeutenden Weinhandel sowie für das nordische Geschäft Zugeständnisse gemacht worden sind. 1871 wurde Lübeck ein souveräner Bundesstaat im Deutschen Reich.
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Lübeck - Marktplatz mit Rathaus
Daten
Bundesrat: 1 Stimme
Reichstag: 1 Abgeordneter
Senat und Bürgerschaft: Lübeck besitzt eine republikanische Verfassung (von 7. April 1875 und 9. August 1905), nach dieser teilen sich Senat und Bürgerschaft die Staatsgewalt gemeinschaftlich.
Größe: 297,7 km²
Einwohner:
| 1880 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| 63.571 | 76.485 | 96.775 | 105.857 | 116.599 |
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Lübeck - Holstentor und Bismarckdenkmal
Gerichtlich gehört es zum Oberlandesgericht Hamburg und hat ein Landgericht und ein Amtsgericht in Lübeck.
Schulen: Gymnasien, Real I, höhere Bürgerschule, Privatlehranstalten.
Klima: Seeklima, reichlich Niederschläge, selten Windstille, im Frühjahr und Herbst Stürme.
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Lübeck - Dampfschiffhafen
Gewässer: Trave
Bewohner: Nachfahren niederdeutscher Sachsen und Slawen.
Bevölkerungsdichte: 355,6/km²
Religion:
| 1871 | 1885 | 1900 |
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Militärisch (1881) gehört die Freie Stadt Lübeck zum IX. Armeekorps, 33.Brigade LW. 76,2. Garnison: Inf. 76,3.
Wirtschaft: Stand 1881: Lübeck ist bedeutende Handelsstadt mit ansehnlicher Reederei. Industrie nicht hervorragend. Auf je 1000 Einwohner kommen 248,8 Gewerbetreibende. In Lübeck kamen 1878 an 2 263 Seeschiffe mit 305 185 Registertonnen, 1 325 Flussschiffe mit l 042 863 Zentnern. Die gesamte Einfuhr betrug 1878: 10 997 456 Zentner im Wert von 188 Millionen Mark, davon seewärts 5 914 214 Z. im Wert von 47 Millionen Mark. Die gesamte Ausfuhr 7 524 241 Zentner im Wert von 186 Millionen Mark., davon seewärts 2 615 658 Zentner im Wert von 118 Millionen Mark. Früher war Lübeck Freihafen. Seit 11. August 1868 gehörte das ganze Staatsgebiet dem Zollverein an.
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Lübeck - Holstentor
Postwesen und Briefmarken
Postämter des Lübecker Stadtpostamtes bestanden seit 1814. Zusätzlich existierten daneben von 1740 bis 1845 das Hannoversche Postamt, von 1852 bis 1868 das Königlich Dänische Postamt mit Verwendung dänischer Marken und von 1814 bis 1867 das Thurn und Taxissche Postamt.
Die erste Briefmarken Lübecks wurden am 01. Januar 1859 eingeführt. Die Freie und Hansestadt Lübeck besaß bis 31.12.1867 eine eigene Posthoheit. 1868 übernahm der Norddeutsche Bund (Norddeutscher Postbezirk) den Postdienst in Lübeck.
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| ½ Schilling, Lübeck Briefmarke 1859 | 2 Schilling, Lübeck Briefmarke 1859 | 2 ½ Schilling, Lübeck Briefmarke 1859 | 4 Schilling, Lübeck Briefmarke 1859 |
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| 2 ½ Schilling, Lübeck Briefmarke 1863 | 1/2 Groschen (1868 - 1871) | 1 Groschen (1871 - 1873) | 20 Pfennig (ab 1873) |
Währungen und Münzen
| bis 1870 | ab 1871 |
| 1 Mark Courant = 16 Schillinge = 32 Sechslinge | 1 Mark = 100 Pfennig |
Im Jahr 1726 führten die beiden Hansestädte Hamburg und Lübeck einen 34-Mark-Fuß ein, dem sich Lauenburg und Mecklenburg-Schwerin (1763) anschlossen. Damit blieb eine Münzfuß-Gleichheit mit Dänemark und Schleswig-Holstein bestehen. Im 19. Jahrhundert prägte Lübeck keine Münzen mehr, Hamburg nur noch Kleinnominale (bis 1855), Dukaten und Mehrfachdukaten bis 1872.
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| 1 Schilling, Freie und Hansestadt Lübeck, 1789 | 3 Mark Deutsches Reich, Freie und Hansestadt Lübeck, 1912 |
Administrative Gliederung
Das Staatsgebiet besteht aus 3 Verwaltungsbezirken. Das Gebiet der Freien und Hansestadt Lübeck besteht aus einem größeren und elf kleineren Teilen. enthält 2 Städte, 49 Dörfer, 34 Höfe.
Die freie und Hansestadt Lübeck hat (seit 1868 ohne Beigedorf) 298,72 km². Der zusammenhängende Hauptteil, 20 247 Hektar mit der Stadt Lübeck, liegt an der Mündung der Wakenitz in die Trave. Von den 3 Exklavengruppen Lübecks liegt die eine von 3 Gemeinden in Nordwesten im Oldenburgischen, die andere 2 Gemeinden im Strelitz'sehen Fürstentum Ratzeburg, die dritte 5 Gemeinden südlich von Lübeck in Lauenburg. Administrativ zerfällt der Lübecksche Staat in Stadt Lübeck mit Vorstädten St. Jürgen, St. Lorenz, St. Gertrud 44 799 Einw., Städtchen Travemünde 1719 Einw., Landbezirke Ritzerau, Mühlenthor, Holstenthor, Burgthor, Travemünde 10 394 Einwohner. (Stand 1881)
| Stadt Lübeck |
| Lübeck mit den Vorstädten St. Jürgen, St. Lorenz, St. Gertrud |
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| Landgebiet der Stadt Lübeck mit dem Amt Travemünde mit folgenden Gemeinden: |
| Albsfelde, Behlendorf, Beidendorf, Blankensee, Brodten, Dissau, Düchelsdorf, Dummersdorf, Genin, Giesensdorf, Gneversdorf, Gothmund, Groß Schretstaken, Harmsdorf, Herrenwyk, Hollenbeck, Israelsdorf, Ivendorf, Klein Schretstaken, Krempelsdorf, Kronsforde, Krumbeck, Krummesse, Kücknitz, Kurau, Malkendorf, Moisling, Moorgarten, Niederbüssau, Niendorf, Nusse, Oberbüssau, Poggensee, Pöppendorf, Reecke, Ritzerau, Rönnau, Schattin, Schlutup, Schönböcken, Siems, Sierksrade, Strecknitz, Teutendorf, Tramm, Travemünde, Utecht, Vorrade, Vorwerk, Wesloe, Wulfsdorf |
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| Travemünde |
Schiff der Kaiserlichen Marine
S.M.S. Lübeck - Kleiner Kreuzer
Lübeck nach 1918

Deutsche Nothilfe - Wappenzeichnungen, Lübeck, 1929
| 1919 | Die Freie und Hansestadt Lübeck ist ein Land des Deutschen Reiches (Weimarer Republik). |
| 1937 | Eingliederung der Stadt in die preußische Provinz Schleswig-Holstein. |
| 29. März 1942 | Alliierte Bombenangriffe zerstören etwa ein Fünftel der historischen Altstadt. |
| 1945 | Lübeck wird durch britische Truppen besetzt, ca. 90 000 Flüchtlinge strömen in die Stadt. |
| 1946 | Am 23. August 1946 entsteht durch alliierten Beschluss das Land Schleswig-Holstein, mit Kiel als Hauptstadt. |
| 1949 | Schleswig-Holstein ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. |
Schleswig-Holstein aktuell
Das 1946 gebildete Land Schleswig-Holstein mit der Landeshauptstadt Kiel, besteht aus der ehemaligen
![]() | Landeshauptstadt: Kiel Größe: 15 763,18 km² Einwohner: 2 831 835 (2006) Bevölkerungsdichte: 180/km² |
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