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1697 - 1918
Landeshauptstadt Sondershausen
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| Flagge 1815 - 1866 | Flagge 1866 - 1918 |
Fahne - Landesfarben Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen
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| Thüringische Staaten | Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen | Wappen Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen | Thüringische Staaten - Karte 1914 | Thüringische Staaten - Detailkarte 1914 |
Geschichte
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Veste Wachsenburg
Die Hauptlinie Schwarzburg-Arnstadt (Sondershausen) wurde von Johann Günther gestiftet. Dieser erhielt in der Teilung 2/3 der unteren Grafschaft, enthaltend die Ämter Sondershausen, Ebeleben, Bodungen, Keula und Scherenberg, die Vogtei Haßleben und die Städte Sondershausen, Greußen und Ehrich, dann noch 1/3 der oberen Herrschaft, darin die Herrschaft Arnstadt, die Ämter Käfernburg und Gehren. Johann Günther hinterließ bei seinem Tod 1586 vier minderjährige Söhne, welche gemeinschaftlich regierten und 1631 die untere Grafschaft Gleichen ankauften. Der jüngste Sohn, Christian Günther I., hatte allein Nachkommen und zwar drei Söhne, welche die Linien Arnstadt, Sondershausen und Ebeleben begründeten. Jedoch nach dem Aussterben der beiden andern Linien (1669 und 1681) kamen ihre Besitzungen an Sondershausen, wo die Enkel Christian Günthers I., Christian Wilhelm und Anton Günther II., welche nach dem Tod ihres Vaters, Anton Günthers I., zunächst zusammen regiert hatten, 1681 teilten. Sie begründeten die beiden Linien Sondershausen und Arnstadt. Beide Grafen wurden 1697 und 1709 in den Reichsfürstenstand erhoben und ihr Land für ein unmittelbares Reichsfürstentum erklärt. Kursachsen, das die Oberhoheit über Schwarzburg für sich in Anspruch nahm, gab in den Verträgen von 1699 und 1702 seine landesherrlichen Rechte gegen Geldentschädigung auf; doch musste sich Schwarzburg 1719 zu einer jährlichen Zahlung von 7000 Talern verpflichten. Wegen Arnstadt wurde 1731 dem Herzog von Sachsen-Weimar eine jährliche Entschädigung von 3500 Talern zugesichert. 1713 schlossen beide schwarzburgische Hauptlinien einen Familienvertrag, durch welchen die Primogenitur ( Erb- u. Nachfolgerecht des erstgeborenen Sohnes in Fürstenhäusern ) eingeführt und weitere Teilungen des Landes untersagt wurden. Als Anton Günther II. von Arnstadt 1716 kinderlos starb, fiel diese Besitzung wieder an Christian Wilhelm von Sondershausen, von nun an hieß diese Hauptlinie nun nicht mehr Schwarzburg-Arnstadt, sondern Schwarzburg-Sondershausen. Christian Wilhelm trat 1720 die Regierung an seinem ältesten Sohn, Günther, ab und als dieser 1740 ohne Erben starb, ging die Regierung an seinen Bruder Heinrich über. Dieser wurde 1754 nebst seinem Vetter Johann Friedrich von Rudolstadt ins Fürstenkollegium aufgenommen und hatte 1758 seines Bruders August Sohn Christian Günther III. zum Nachfolger. Diesem folgte 1794 sein Sohn Günther Friedrich Karl (geb. 1760), der durch den in Gemeinschaft mit dem Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt geschehenen Beitritt zum Rheinbund die Souveränität erlangte. 1815 wurde er mit dem Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt in den Deutschen Bund aufgenommen. Am 25. September 1830 gab er seinem Land eine neue ständische Verfassung. Weil sie dem Land missfiel, wurde sie aber 1831 wieder aufgehoben. 1834 erfolgte der Beitritt zum Deutschen Zollverein. Der Fürst legte am 19. August 1835 die Regierung nieder und starb am 22. April 1837. Der junge Fürst Günther Friedrich Karl gab am 24. September 1841 dem Land eine Verfassung, auf Grund deren am 7. September 1843 die Eröffnung des ersten Landtags stattfand. Trotz unterschiedlicher Reformen fanden 1848 auch in Schwarzburg-Sondershausen Unruhen statt, welche zur Folge hatten, dass im Herbst die Oberherrschaft von sächsischen, die Unterherrschaft von preußischen Truppen besetzt wurde. Am 12. Dezember 1849 wurde eine neue freisinnige Verfassung verkündet, welche am 8. Juli 1857 umgestaltet wurde. Durch Gesetz vom 18. März 1850 übernahm der Staat die Verwaltung der Kammergüter, wogegen der Fürst eine jährliche Zahlung von 120.000 Talern erhielt, die 1859 um 30.000 Talern erhöht wurde. Am 14. Juni 1866 (Deutschen Krieg) stimmte Schwarzburg-Sondershausen mit der 15. Kurie gegen den von Österreich beim Bundestag eingebrachten Antrag auf Mobilmachung der Bundesarmeekorps gegen Preußen, trat dem Bündnisvertrag vom 18. August 1866 bei und erhielt im Rate des neuen Norddeutschen Bundes eine Stimme. Am 1. Oktober 1867 ging sodann die Militärhoheit in Schwarzburg-Sondershausen vertragsmäßig an Preußen über. Seit 18. Januar 1871 gehört Schwarzburg-Sondershausen dem Deutschen Reich an. Infolge eines Augenleidens verzichtete Fürst Günther Friedrich Karl 17. Juli 1880 der Regierung und hatte den Erbprinzen Carl Günther zum Nachfolger. Da 1909 Linie Schwarzburg-Sondershausen mit dem Tod Fürst Carl Günther ausstarb, regierte Fürst Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt auch das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen bis 1918 in Personalunion.
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Sondershausen - Schloss mit Hauptwache
Daten
Bundesrat: 1 Stimme
Reichstag: 1 Abgeordneter
Landtag: Der Landtag ist aus 5 lebenslänglichen, vom Fürsten ernannten Mitgliedern, aus 5 Abgeordneten der Höchstbesteuerten und aus 5 aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenen Abgeordneten (auf vier Jahre gewählt) zusammengesetzt.
Hauptstadt: Sondershausen - 7.383 Einwohner (1905)
Größe: 862,11 km² (15,66 QM.), wovon 519,34 km² (9,43 QM.) auf die Unterherrschaft, 342,77 km² (6,23 QM.) auf die Oberherrschaft entfallen.
Gerichtsorganisation (1881): Infolge des mit Preußen abgeschlossenen Staatsvertrages vom 07. Oktober 1878 fungieren als Oberlandesgericht zu Naumburg und als Landgericht das gemeinschaftliche Landgericht zu Erfurt mit den 5 Amtsgerichten des Fürstentums: Arnstadt, Ebeleben, Gehren, Greußen und Sondershausen.
Einwohner:
Klima: Mild
Gewässer: Von Wipper und Ilm durchflossen.
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Arnstadt - Alte Stadtmauer
Bewohner: Überwiegend Thüringer.
Bevölkerungsdichte: 98,8/km²
Bildung: Im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen existieren 2 Gymnasien, 2 Realschulen, ein Lehrer- und ein Lehrerinnenseminar, 2 höhere Töchterschulen, eine kunstgewerbliche Zeichenschule und 100 Volksschulen, sowie ein privates Konservatorium der Musik. In Sondershausen befinden sich Sammlungen von Gemälden, Kunstsachen und Naturalien.
Religion:
| 1885 | 1905 |
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Militär (1881): Das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen gehört zum Ersatzbezirk des IV. Armeekorps. Die schwarzburg-rudolstädtischen Truppen wurden vom 1. Oktober 1867 an mit den reußischen und altenburgischen zum 7. thüringischen Infanterieregiment Nr. 96 vereinigt. Garnisonsstadt ist:
Wirtschaft: Bergbau, mehrere Kalibergwerke, Textilwaren, Steingut- und Porzellanindustrie.
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Sondershausen - Hauptstraße
Postwesen und Briefmarken
Gemäß der Aufstellung der Generalverordnung vom 30. Dezember 1861 besorgte die Thurn und Taxissche Post auf Grund von Beschlüssen des Wiener Kongresses (1815) den Postdienst bis zum 30. Juni 1867 im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Ab 01. Juli 1867 übernahm die preußische Post den Postdienst. Das gesamte preußische Postwesen ging am 01. Januar 1868 auf den Norddeutschen Bund (Norddeutscher Postbezirk) über. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmte u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht.
| bis 1866 | 1866 - 1871 | ab 1871 | ab 1875 |
| Thurn und Taxis mit Währung Taler | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
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| 1/4 Silbergroschen | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Währungen und Münzen
| vor 1875 | ab 1875 |
| 1 Taler = 30 Groschen = 360 Pfennige | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen 1 Pfennig, 1846 | Karl Günther Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen 2 Mark, 1896 |
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| Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen 1/2 Silbergroschen, 1858 | Karl Günther Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen 3 Mark, 1909 |
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| Günther Friedrich Carl II. Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen 1 Taler, 1870 | Karl Günther Fürst zu Schwarzburg-Sondershausen 20 Mark, 1896 |
Regenten
Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen 1697 - 1909
regierendes Fürstenhaus: Ahnherr Gundar von Keverenburg (um 700), Stammvater Graf Johann Günther
Die fürstliche Familie bekennt sich zur evangelisch-lutherischen Kirche.
Die Linie Schwarzburg-Sondershausen ist 1909 ausgestorben und Fürst Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt regierte das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen in Personalunion.
| Regentschaft | Name | Lebensdaten |
| 1681-1720 | Fürst Christian Wilhelm | |
| 172O-1740 | Fürst Günther I. | 1678-1740 |
| 1740-1758 | Fürst Heinrich | 1689-1758 |
| 1758-1794 | Fürst Christian Günther | 1736-1794 |
| 1794-1835 | Fürst Günther Friedrich Carl I. | 1760-1837 |
| 1835 - 1880 | Fürst Günther Friedrich Carl II. | 1801 - 1889 |
| 1880 - 1909 | Fürst Karl Günther | 1830 - 1909 |
| 1909 - 1918 | Fürst Günther Victor in Personalunion mit Schwarzburg-Rudolstadt | 1852 - 1925 |
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Sondershausen - Blick von Kirchturm auf Schloss
Staatsminister des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen
Nach dem Gesetz vom 17. März 1850 ist das Ministerium oberste Behörde für alle Zweige der Staatsverwaltung. Dieses gliedert sich in fünf Abteilungen:
1) für die Angelegenheiten des fürstlichen Hauses, das Auswärtige etc.,
2) für das Innere,
3) für die Finanzen,
4) für Kirchen- und Schulsachen,
5) für die Justiz.
Dem Ganzen ist ein Staatsminister vorgesetzt. Die untern Verwaltungsbehörden sind die Landräte der drei Verwaltungsbezirke Sondershausen, Arnstadt und Gehren.
Leiter des geheimen Rates
| Amtszeit | Name | Lebensdaten |
| 1810 - 30.04.1820 | Ludwig Wilhelm Adolph von Weise | 1751 - 1820 |
Staatsminister
| 1820 - 1835 | Carl Friedrich Wilhelm Adolph von Weise | 1780 - 1851 |
| 1835 - 24.09.1841 | Günther Heinrich Otto Christian von Ziegler | 1775 - 1853 |
| 24.09.1841 - 09.01.1846 | Christian Wilhelm Friedrich Caspar von Kauffberg | 1773 - 1846 |
| 1846 - 02.01.1848 | Karl Eschwin Albert von Holleufer | 1803 - 1874 |
| 1848 | Wilhelm Hülsemann | |
| 18.03.1848 - 04.01.1852 | Günther Friedrich Chops | 1801 - 1875 |
| 07.01.1852 - 23.05.1855 | Friedrich Schönemann (provisorisch) | 1801 - 1874 |
| 1855 - 1862 | Oskar Ferdinand Benno Joachim von Elsner | 1822 - 1882 |
| 1862 - 1877 | Gustav Adolf von Keyser | 1807 - 1901 |
| 08.05.1877 - 16.07.1880 | Hans Hermann Freiherr von Berlepsch | 1843 - 1926 |
| 23.07.1880 - 04.10.1886 | Otto Reinhardt | 1826 - 1915 |
| 04.10.1886 - 29.03.1889 | Karl Rudolf von Wolffersdorff | 1817 - 1889 |
| 29.03.1889 - 01.07.1909 | Christian Ludwig Hermann Petersen | 1844 - 1920 |
| 01.07.1909 - 25.11.1918 | Franz Ernst Wilhelm Karl Freiherr von der Recke | 1854 - 1923 |
Administrative Gliederung
Das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen gliedert sich in eine
Landratsämter bestehen in Sonderhausen, Ebeleben, Arnstadt und Gehren. Größte Stadt ist Arnstadt mit 17 841 (Jahr 1900) Einwohnern.
| Oberherrschaft, Verwaltungsbezirk Arnstadt mit 26 Gemeinden, einer Fläche von 171 km² und 24 106 Einwohnern (Jahr 1900): |
| Alkersleben, Angelhausen-Oberndorf, Arnstadt, Behringen, Branchewinda, Dannheim, Dornheim, Dosdorf, Elleben, Espenfeld, Ettischleben, Geschwenda, Görbitzhausen, Hausen, Kleinbreitenbach, Marlishausen, Niederwillingen, Oberwillingen, Plaue, Reinsfeld, Rockhausen, Roda, Rudisleben, Siegelbach, Witzleben, Wülfershausen |
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| Arnstadt - Bonifaziuskirche und Hopfenbrunnen | Blick von der Eremitage bei Arnstadt | Arnstadt - Ried | Plaue - Schloss Schierholz |
| Oberherrschaft, Verwaltungsbezirk Gehren mit 17 Gemeinden, einer Fläche von 171 km² und 17 417 Einwohnern (Jahr 1900): |
| Altenfeld, Angstedt, Garsitz, Gehren, Gillersdorf, Großbreitenbach, Jesuborn, Langewiesen, Masserberg, Möhrenbach, Neustadt am Rennsteig (nur teilweise zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, der andere Teil gehört zum Herzogtum Sachsen-Meiningen), Oehrenstock, Oelze, Pennewitz, Schwarzmühle, Willmersdorf, Wümbach |
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| Gehren, Untere Marktstraße | Großbreitenbach, Schulstraße |
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| Unterherrschaft, Verwaltungsbezirk Ebeleben mit 26 Gemeinden, einer Fläche von 253 km² und 14 410 Einwohnern (Jahr 1900): |
| Abtsbessingen, Almenhausen, Bellstedt, Billeben, Ebeleben, Großbrüchter, Großenehrich, Großmehlra, Gundersleben, Himmelsberg, Hohenebra, Holzsußra, Holzthalleben, Keula, Kleinbrüchter, Rockensußra, Rockstedt, Rohnstedt, Schernberg, Thalebra, Thüringenhausen, Toba, Urbach, Wenigenehrich, Wiedermuth, Wolferschwenda |
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| Unterherrschaft, Verwaltungsbezirk Sondershausen mit 24 Gemeinden, einer Fläche von 266 km² und 24 965 Einwohnern (Jahr 1900): |
| Sondershausen, Badra, Bebra, Bendeleben, Berka, Bliederstedt, Clingen, Feldengel, Greußen, Großfurra, Hachelbich, Holzengel, Jecha, Jechaburg, Kirchengel, Niederbösa, Niederspier, Oberspier, Otterstedt, Stockhausen, Trebra, Wasserthalleben, Westerengel, Westgreußen |
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| Sondershausen, Markt | Sondershausen | Sondershausen - Güntherstraße 1910 | Greußen - Westseite 1910 |
Schwarzburg-Sondershausen nach 1918

Briefmarke Deutsches Reich 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Thüringens
| 1918 | Fürst Günther Victor verzichtete am 22. November 1918 auf den Thron, das Land erklärte sich zum Freistaat. |
| 1919 | Schwarzburg-Sondershausen erklärt sich am 1. April 1919 zum Freistaat und gibt sich eine neue Gemeindeordnung und ein neues Wahlrecht. |
| 1920 | 1. Mai 1920 - Vereinigung der ehemaligen Monarchien Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Herzogtum Sachsen-Altenburg, Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha (ohne Coburg), Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum Reuß ältere Linie, Fürstentum Reuß jüngere Linie zum Land Thüringen mit Weimar als Hauptstadt. |
| 1921 | 1. Verfassung des Landes Thüringen vom 11. März 1921, § 1: "Das Land Thüringen ist ein Freistaat und ein Glied des Deutschen Reiches." |
| 1944 | Der preußische Regierungsbezirk Erfurt und der hessisch-nassauische Kreis Schmalkalden werden dem Gau Thüringen zugeordnet. |
| 1945 | Thüringen wird von US-Truppen erobert, aber kurz darauf sowjetischen Truppen übergeben und somit Teil der sowjetischen Besatzungszone. Die thüringische Exklave Ostheim wird von den US-Amerikanern der bayrischen Verwaltung unterstellt, die Exklave Allstedt fällt an das neugebildete Land Sachsen-Anhalt. Im Rahmen des Wanfrieder Abkommen vom 17. September 1945 kamen die hessischen Dörfer Sickenberg, Asbach, Vatterode und Weidenbach/Hennigerode zum Landkreis Heiligenstadt und die thüringischen Dörfer Neuseesen und Werleshausen zum Landkreis Witzenhausen in Hessen. Als Austausch für den den östlichen Teil des Kreises Blankenburg im Harz wurden die Gemeinden Bad Sachsa und Tettenborn aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Erfurt dem Landkreis Osterode (Niedersachsen) eingegliedert. Außerdem kam Besenhausen bei Kirchgandern zu dem Landkreis Göttingen (Niedersachsen). |
| 1949 | Das Land Thüringen ist ein Land der Deutschen Demokratischen Republik |
| 1952t | Auf Beschluss der Volkskammer mussten die Länder eine Neugliederung ihrer Gebiete in Bezirke und Kreise vornehmen. "Das noch vom kaiserlichen Deutschland stammende System der administrativen Gliederung in Länder mit eigenen Landesregierungen sowie in große Kreise gewährleistet nicht die Lösung der neuen Aufgaben unseres Staates." (Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Länder in der Deutschen Demokratischen Republik" vom 23. Juli 1952). Die Länderkammer existiert bis 1956 weiter. |
| 1990 | Wiedergründung des Freistaat Thüringen mit Erfurt als Landeshauptstadt. |
| 1994 | Trotz Montagsdemos, Autokennzeichenkrieg und unzähligen Protestbriefen wird im Freistaat die Kreisreform durchgesetzt. |
Der Freistaat Thüringen aktuell:
Der heutige Freistaat Thüringen mit der Landeshauptstadt Erfurt besteht aus
| Freistaat Thüringen Landeshauptstadt Erfurt 16 172 km² 2 355 000 Einwohner (2004) |
siehe Geschichte Thüringens

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