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Geschichte - Briefmarken - Reichspost
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Germania 1898 - Gut Heil!
Als die Reichspost nach einer Ablösung der Ziffern- und Adlermotive suchte, die 30 Jahre land die Markenszene beherrscht hatten, lag einer Germania also durchaus nahe. Gestaltet wurde sie von Paul Eduard Waldraff (1870 - 1917), der nach einem Studium in Stuttgart an der Berliner Reichsdruckerei arbeitete. Modell stand ihm die Schauspielerin Anna Strantz-Führing (1866-1929), die erfolgreiche Heldendarstellerin deutscher Bühnen war und wiederholt auch die Germania verkörperte.
| Fast 22 Jahre lang zeigten deutsche Dauermarken das Bildnis der Germania. Die Walküre mit Kaiserkrone, Brustpanzer sowie Schwert und Ölzweig in der rechten Hand war vom Dezember 1899 bis Oktober 1922 auf insgesamt 61 verschiedenen Werten zwischen 2 Pfennig und zehn Mark zu sehen. |
Der offizielle Erstausgabetag der Marken mit diesem Motiv war der 1. Januar 1900. Einige Wertstufen wurden allerdings schon im Dezember 1899 verkauft und auch vorfristig verwendet. Die bekannte Jahrhundertpostkarte mit einem Germania-Wertstempel zu 5 Pfennig wurde gleichfalls bereits Ende Dezember 1899 an das Publikum abgegeben
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Deutsche Reichspost - Postkarte 1900
Die Frage, warum die deutsche Dauerserie im Jahre 1900 nicht Kaiser Wilhelm II. ins Bild rückte, wurde seinerzeit in Berlin mit der Anekdote beantwortet: Er habe sich "nicht von hinten lecken und von vorn bekloppen" also stempeln lassen wollen. Der wahre Grund ist das nicht gewesen, denn Herrscherporträts gehörten zu dieser Zeit längst weltweit zur Normalität. Entscheidend war eher, dass es nach 1871 beim zusammenwachsen des Deutschen Reiches angesichts des Fortbestandes von 22 monarchistischen Ländern und drei republikanischen Stadtstaaten durchaus Probleme gab. Der deutsche Kaiser war zwar aller Oberhaupt, aber für viele eben auch der König von Preußen.
So fiel die Wahl auf die Germania. Als Personifikation Germaniens gab sie bereits in der römischen Antike - allerdings als trauernde Gefangene. Im Mittelalter wurde sie als gekrönte Frau dargestellt, später immer wieder als jungfräuliche oder mütterliche Walküre. Vor allem seit 1840 gewann sie volkstümlichen Symbolcharakter, mit dem über die zersplitterte deutsche Staatenvielfalt hinweg der Einheitsgedanke verknüpft war. Das Niederwalddenkmal mit seiner 10,5 Meter hohen Germania-Statue war eine der zahlreichen Germaniadarstellungen nach der Reichsgründung 1871.

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