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Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Düsseldorf
Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Düsseldorf
München-Gladbach 60.714 Einwohner - 1905 = 66. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.![]()
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M.-Gladbach - Kaiserplatz
Neben der Stadt München-Gladbach (M.-Gladbach) existiert
im Deutschen Reich (Kaiserreich):
2)
Bergisch-Gladbach, eine Stadt im Königreich
Preußen, Provinz Rheinland, Regierungsbezirk
Köln, Kreis Mülheim a. Rh., an der Staatsbahnlinie
Mülheim a. Rh. – Immekeppel. Die Stadt
hat eine evangelische und 4 katholische Kirchen, Progymnasium, 4 bedeutende
Papierfabriken (1200 Arbeiter), Fabriken für Herstellung von Maschinen,
Pulver, Zigarren, Kokosmatten, feuerfesten Steinen und Treibriemen, Wollspinnerei,
Zinkhütte, Dampfmahl-, -Säge- und -Farbholzmühlen, Dampfziegeleien, Kalkbrennerei
und ein Eisensteinbergwerk. Bergisch-Gladbach hat im Jahr 1900 = 11.435
meist katholische Einwohner und besteht aus 146 besonders benannten Wohnplätzen;
es ist seit 1856 Stadt.
München-Gladbach (M'Gladbach) ist eine
Stadt (Stadtkreis) im Königreich Preußen,
Provinz Rheinland, Regierungsbezirk
Düsseldorf und liegt 42–80 Meter über dem Meer. Sie hat eine evangelische
und 10 katholische Kirchen (unter den letzteren die herrliche, restaurierte
Münsterkirche mit gotischem Chor von 1250, romanischem Schiff aus dem Anfang
des 12. Jahrhundert und einer Krypta aus dem 8. Jahrhundert), eine Synagoge,
Denkmäler der Kaiser Wilhelm I. und
Friedrich III. und
Bismarcks sowie ein Kriegerdenkmal, einen schönen
Park (Kaiserpark) und einen großen Volksgarten.
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| M.-Gladbach - Hindenburg-Straße | M.-Gladbach - Münster-Kirche | M.-Gladbach - Kaiser-Friedrich-Halle |
Die Einwohnerzahl beträgt im Jahr 1900 = 58.023, die überwiegende Mehrheit sind Katholiken, 9225 sind Evangelische und 631 Juden. Gladbach ist das Hauptzentrum der rheinischen Baumwollindustrie und Sitz der Rheinisch-Westfälischen Textil-Berufsgenossenschaft, mit Stühlen für Seiden-, Halbseiden-, Woll-, Halbwoll- u. Baumwollwaren, Färbereien, Druckereien, Appreturanstalten, Zwirnereien etc. Außerdem hat die Stadt Eisengießereien, Maschinen-, Dampfkesselarmaturen- u. Maschinenölfabriken, bedeutende Buchbinderei, Fabrikation von Papierhülsen, Dachpappe, Papier, Seife, Strumpf- u. Schuhwaren, Geschäftsbüchern, Wagen, Zigarren, Webschützen, Bürsten, Schokolade, Zuckerwaren etc., ferner lithographische Anstalten, Gerberei, Seilerei, Bleicherei, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Wasser- und Farbholzmühlen.
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| München-Gladbach - Kaiserbad | München-Gladbach - Partie bei der Kaiser Friedrich-Halle |
Dem Handel dient eine Handelskammer, eine Nebenstelle
der Reichsbank, die Bergisch-Märkische Bank,
die Gladbacher Bank und andre Geldinstitute, auch haben in Gladbach ihren
Sitz die Gladbacher Feuerversicherungs-, die Gladbacher Rückversicherungs-,
die Rheinisch-Westfälische Transportversicherungs- (Lloyd) und die Rheinisch-Westfälische
Rückversicherungsgesellschaft. Gladbach hat drei Bahnhöfe und ist Knotenpunkt
der Staatsbahnlinien Gladbach-Ruhrort, Rheydt-Neuß,
Gladbach-Stolberg und Krefeld-Rheydt. Den Verkehr
in der Stadt und mit dem benachbarten Rheydt vermittelt
eine elektrische Straßenbahn. An Bildungs- und andern öffentlichen Anstalten
hat Gladbach ein Gymnasium und eine Oberrealschule, eine Fachschule für
Textilindustrie, eine "Heil- und Pflegeanstalt für blödsinnige Kinder" (Hephata),
eine "Pflegeanstalt für Irrsinnige männlichen Geschlechts" (Alexianerstift)
etc.
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| M.-Gladbach - Königsplatz mit Bismarck-Denkmal | M.-Gladbach - Kaiserplatz mit Denkmal Kaiser Wilhelm I. |
Die Stadt ist Sitz eines Amtsgerichts mit Strafkammer und Kammer für Handelssachen und eines Gewerbegerichts; die städtischen Behörden zählen 6 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete. In Verbindung mit der 793 gegründeten, 1802 aufgehobenen Benediktinerabtei wird die "Villa Gladebach" häufig genannt; seit dem 14. Jahrhundert führt der Ort den Namen München-Gladbach, als Stadt wird er zuerst 1336 genannt. Zu Ende des 18. Jahrhundert wurde die Baumwollweberei und 1807 die Baumwollspinnerei eingeführt. Gladbach gehörte bis 1801 zum Herzogtum Jülich, dann bis 1815 zu Frankreich, worauf es an Preußen fiel.
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| M.-Gladbach - Kaiserbad | München-Gladbach - Hauptbahnhof |
Bis Ende des 19. Jahrhunderts hieß die Stadt in wechselnden Schreibweisen Gladbach. Als Gladbach am 1. Januar 1888 kreisfrei wurde, erhielt es zur besseren Unterscheidung von Bergisch-Gladbach den Namen München-Gladbach, abgekürzt M. Gladbach. 1890 lebten hier etwa 50.000 Menschen. Am 1. August 1921 wurden Obergeburth, Neuwerk und Rheindahlen nach München-Gladbach eingemeindet und die Einwohnerzahl stieg auf etwa 110.000. Von 1. August 1929 bis 31. Juli 1933 war München-Gladbach zusammen mit Rheydt und anderen Gemeinden Teil der kreisfreien Stadt Gladbach-Rheydt mit etwa 200.000 Einwohnern. Nach deren Auflösung hieß es München Gladbach ohne Bindestrich, abgekürzt wiederum M. Gladbach. 1950 wurde bei Beibehaltung der Schreibweise M. Gladbach die Aussprache in Mönchen Gladbach geändert, um Verwechslungen mit München zu vermeiden. 1960 wurde die heute noch gebräuchliche Form Mönchengladbach eingeführt, welche auch bei der erneuten Zusammenlegung aufgrund des Düsseldorf-Gesetzes am 1. Januar 1975 mit Rheydt und Wickrath gewählt wurde.

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