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Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha
Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha
Gotha - 36.906 Einwohner (1905) - 105. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
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Gotha - Marktplatz
Gotha ist die Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums, das seit 1826 mit Coburg zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha vereinigt ist. Dabei ist Gotha abwechselnd mit Coburg Residenz des Herzogs. Die Stadt, in freundlicher Lage am Leinekanal (Leina), liegt 308 Meter über dem Meer. Gotha hat fünf evangelische Kirchen, darunter die Margareten- u. Augustinerkirche, eine katholische Kirche und eine Synagoge. Gotha ist Sitz des Staatsministeriums für das Herzogtum Gotha, eines Landratsamts und eines Landgerichts. Die städtischen Behörden zählen 7 Magistratsmitglieder und 24 Stadtverordnete.
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| Gotha - Neumarkt mit Margarethenkirche | Gotha - Synagoge |
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| Residenzstadt Gotha - Schloss Friedenstein | Gotha - Hauptmarkt |
Von den öffentlichen Denkmälern sind zu erwähnen das Arnoldidenkmal, errichtet für den Finanzrat Arnoldi, Begründer der Feuerversicherungs- und der Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha (Gothaer Versicherung), 2 Kriegerdenkmäler, Denkmäler des Fürsten Bismarck, des Malers Jacobs, des Naturforschers Blumenbach, des Komponisten Wandersleb, des Landgerichtsdirektors Sterzing als Mitbegründer des Deutschen Schützenbundes etc. Die Bevölkerung beläuft sich im Jahr 1900 mit der Garnison (1 Bat. Infanterie Nr. 95) auf 34.651 Einwohner. Die überwiegende Mehrheit sind Evangelische, 818 sind Katholiken und 296 Juden. G. hat eine große Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine Eisenbahnhauptwerkstatt, mehrere Porzellanfabriken, eine Waggon- und eine Metallwarenfabrik, Fabrikation von Schuh-, Schlauch-, Gummi- und Spielwaren, Leder, Pianofortes, Schuhabsätzen, Blechwaren, Wurstwaren, Geschäftsbüchern etc. und hat eine große Eisengießerei und Maschinenfabrik, eine Eisenbahnhauptwerkstatt, mehrere Porzellanfabriken, eine Waggon- und eine Metallwarenfabrik, Fabrikation von Schuh-, Schlauch-, Gummi- und Spielwaren, Leder, Pianofortes, Schuhabsätzen, Blechwaren, Wurstwaren, Geschäftsbüchern etc. und Dampfziegeleien. Weltbekannt ist das J. Perthessche Geographische Institut. Der Handel, vorzugsweise Speditionshandel, wird unterstützt durch eine Handelskammer, eine Reichsbanknebenstelle und andre öffentliche große Bankinstitute. Bei der Lebensversicherungsbank für Deutschland waren 1902 versichert 97.529 Personen; bei der Feuerversicherungsbank betrug die Versicherungssumme 5864,9 Millionen Mark. Gotha ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bebra-Weißenfels, Gotha-Leinefelde und Gotha-Ohrdruf; dem Verkehr in der Stadt dient eine elektrische Straßenbahn.
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| Gotha - Herzogliches Palais mit Bismarckdenkmal | Gotha - Kaiserliches Postamt, Arnold-Denkmal |
Gotha hat ein Gymnasium mit Realgymnasialklassen, Realschule, Handelslehranstalt, Schullehrerseminar, Kindergärtnerinnenseminar, Baugewerbe- und Handwerkerschule, Waisenhaus etc.; ferner einen Kunstverein, drei Konservatorien für Musik und mehrere wissenschaftliche Vereine. Die ehemalige berühmte Sternwarte auf dem nahen Seeberg ging 1857 ein; die neue Sternwarte liegt in der Nähe des Parks. In der Umgebung zeichnen sich besonders aus der Arnoldische Berggarten am 439 m hohen Krahnberg mit Aussichtsturm, das Dorf Siebleben, der 407 m hohe Seeberg mit großen Sandsteinbrüchen und der Boxberg, wo alljährlich die Pferderennen des Mitteldeutschen Rennvereins stattfinden.
Der Landgerichtsbezirk Gotha umfasst die acht Amtsgerichte zu Gotha, Liebenstein, Ohrdruf, Tenneberg (Waltershausen), Thal, Tonna (Gräfentonna), Wangenheim (Friedrichswerth) und Zella St. Blasii.
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| Residenzstadt Gotha - Herzogliches Museum | Gotha - Rathaus |
Erste Siedlungsfunde reichen bis in die Jungsteinzeit
zurück. Gotha (in den ältesten Urkunden Gotegewe, später Gotaha genannt) wird
erstmals 775 als ein Dorf, das zum Stift Hersfeld gehörte und durch dessen Abt
Gothard (nachherigen Schutzheiligen von Gotha) mit Mauern umgeben wurde, genannt.
Später kam es in den Besitz der Landgrafen von Thüringen, in dieser Zeit entstand
das feste Schloss Grimmenstein. Um 1200 wird Gotha zuerst als Stadt genannt.
Nach dem Aussterben der Landgrafen kam Gotha an die Wettiner und fiel bei der
Teilung von 1440 an Herzog Wilhelm III., nach dessen Tod 1485 in der Teilung
zwischen Ernst und Albert an die Ernestinische Linie. Die Reformation fand in
Gotha schon um 1521 Eingang. Im Schmalkaldischen Krieg 1546 wurde ein großer
Teil der Festungswerke des Grimmensteins von den kaiserlichen Truppen geschleift.
Zwar durften die Söhne Johann Friedrichs die Befestigungen später wiederherstellen;
als sich jedoch Johann Friedrich der Mittlere, der zu Gotha residierte, in die
Grumbachschen Händel verwickelte und infolgedessen in die Reichsacht kam, wurde
Gotha 1566 von dem Kurfürsten August von Sachsen belagert und 13. April 1567
eingenommen, worauf Grimmenstein völlig geschleift wurde. 1640 fiel Gotha an
Herzog Ernst den Frommen, den Stifter der neuen gothaischen Linie der in Gotha
seine Residenz nahm und das Schloss Friedenstein erbaute. Ernst II. (1772–1804)
ließ die alten Festungswerke um Gotha wegräumen und durch Anlagen ersetzen.
Mit dem Aussterben der gothaischen Linie in Jahr 1825 kam Gotha an
Coburg. In Gotha blühte im 18. Jahrhundert unter Ekhofs
Leitung und der Mitwirkung von Böck, Iffland, Beck etc. bis 1779 die Schauspielkunst,
während später durch A. Petermann (bis 1878 Leiter der geographischen Anstalt
von J. Perthes) Gotha ein Mittelpunkt für die geographischen Wissenschaften
wurde.
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| Gotha - Hoftheater | Gotha - Lebensversicherungsbank a. G. |

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