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Graf von Luckner

(Seeteufel)

Graf Luckner - S.M.S. Seeadler

Graf Luckner

Felix Graf von Luckner

* 9. Juni 1881 in Dresden (Königreich Sachsen)

† 13. April 1966 in Malmö/Schweden

 

Graf von Luckner

Lebenslauf

Felix Luckner wurde am 9. Juni 1881 in Dresden (Königreich Sachsen) geboren und wuchs bei seiner Großmutter in Halle/Saale (Provinz Sachsen) auf. Schon früh interessierte er sich für die Seefahrt. Als 16 jähriger heuerte er als Schiffsjunge auf dem russischen Vollschiff "Niobe" an.

1907 erwarb er das Kapitänspatent an der Seefahrtsschule in Papenburg. Bei Kriegsausbruch 1914 befand sich Luckner an Bord von S.M.S. Panther. Da ihm der Dienst auf dem alten Kanonenboot zu langweilig war, meldete er sich zur Schlachtflotte.  Von Oktober 1914 bis August 1916 diente er als Offizier auf S.M.S. Kronprinz und nahm dabei auch an der Seeschlacht am Skagerrak teil.

S.M.S. Seeadler

S.M.S. Seeadler

 

Im Dezember 1916 wurde er Kommandant des Hilfskreuzers Seeadler. In dem von ihm geführten Kaperkrieg gelang es Luckner mit der Seeadler 3 Frachter und 13 Segler mit insgesamt 30 099 BRT aufzubringen. Sein ritterlicher Umgang mit den Gegnern und die Tatsache, dass während der gesamten Kaperfahrten kein Tropfen Blut vergossen wurde, verschaffte ihm Respekt und Anerkennung bei Freund und Feind. Am 2. August 1917 wurde, nach Angaben Luckners, die Seeadler durch eine hohe Flutwelle, die bei einem Seebeben entstand, auf das die Insel umgebende Korallenriff gesetzt und zertrümmert. Das Schiff ohne Wache und so nah an einem Korallenriff zu ankern war zumindest sehr fahrlässig. Luckner ließ sich durch den Verlust des Schiffes nicht entmutigen. Ein aus der Heimat mitgenommenes Motorboot von 6 Metern Länge wurde mit Takelage und einem Maschinengewehr versehen. Am 23. August ging das Schiffchen unter dem Namen "Kronprinzessin Cecilie" (benannt nach Kronprinzessin Cecilie) unter dem Kommando des Grafen und mit einer Besatzung von 5 Mann in Richtung Fidschiinseln in See. Man plante, irgendein Schiff zu kapern und mit ihm den Rest der Leute vom Mopelia abzuholen. Vier Wochen lang dauerte die Reise auf See. Als sich Graf Luckner und seine Leute auf der Bakaya-Insel an Bord eines ankeraufgehenden amerikanischen Motorschoners in der Absicht eingeschifft hatte, das Fahrzeug in freien Gewässern zu kapern, wurden sie durch einen militärisch besetzten Regierungsdampfer daran gehindert und gefangen gesetzt; zunächst auf der Insel Suva, später in Auckland. Noch einmal gelang es Luckner auszubrechen. Am 13. Dezember 1917 floh er mit seinen Gefährten in dem Motorboot des Kommandanten des Gefangenenlagers und kaperten einen kleinen Segelschoner, der jedoch abermals von einem britischen Regierungsdampfer aufgebracht wurde. Bis zum Friedensschluss hat Australien dann die Besatzung der Seeadler im Zuchthaus von Auckland interniert.

Graf von Luckner

Graf Luckner als Häuptling Waitete


als Häuptling Waitete (zeitgenössische Postkarte)



Im Juli 1919 kehrte Luckner endlich aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück. Der Graf beginnt Vorträge über seine Abenteuer zu halten, die er mit schriftstellerischen Freiheiten auszumalen weiß. Im November 1920 beschließt er in Leipzig mit Freunden, "...vor Freunden und ehemaligen Feinden Vorträge zu halten...und die Brücke schlagen zwischen Menschen, die guten Willens sind, Friede und Freundschaft zu halten über Meere, Grenzen und menschliche Unvollkommenheiten..." Dieser Gedanke war die eigentliche Geburtsstunde seiner ersten Amerikafahrt.

Im März 1921 wurde er Kommandant des neuen Segelschulschiffes der Reichsmarine "Niobe". Da ihm seine Vorträge wichtiger waren, als Kadetten auszubilden, nahm er 1922 seinen Abschied und schied als Korvettenkapitän aus der Reichsmarine aus. Er reiste öfters zu einem Freund nach Schweden, war Gast am schwedischem Königshof und heirate Weihnachten 1925 seine schwedische Freundin Ingeborg Engström.

Am 6. Juli 1926 fuhr er mit seinem Viermastschoner "Vaterland" zum ersten Mal auf die Elbe hinauf. Am 22. Oktober 1926 traf das Schiff vor New York ein. Am 27. Oktober wurde er offiziell in der Stadt empfangen. Luckner hält eine Vielzahl und Vorträgen und wird in San Franzisko sogar Ehrenbürger der Stadt. Am 11. April 1927 wird Luckner und seine Mannschaft freudig in Bremen begrüßt.

Es folgen eine Vielzahl von weiteren Reisen. 1939 kehrt er nach Deutschland zurück und wohnt fortan mit seiner Frau bei seiner Mutter in Halle/Saale. Hier treffen ihn Vorwürfe pädophile Neigungen zu hegen und mit den Spendengeldern für seine Fahrten allzu großzügig umgegangen zu sein. Ein Ehrengerichtsverfahren wird in Gang gesetzt und Luckners Bücher aus den deutschen Bibliotheken entfernt.

Im April 1945 verhindert er durch Verhandlungen mit den Amerikanern die Zerstörung der Stadt Halle. Er wird daraufhin zum Ehrenoberst der 104. US-Division "Timberwölfe" ernannt. Beim Abzug der amerikanischen Truppen und der Übergabe der Stadt an die Rote Armee verlässt Luckner Halle. und geht in den Westen. Er beginnt wieder Vorträge zu halten und schreibt Bücher. 1953 erhält er das "Große Bundesverdienstkreuz". Noch einmal besucht er 1964 seine alte Heimatstadt Halle, als sein Halbbruder Carl beerdigt wird.

Am 13. April 1966 stirbt Graf Luckner in Malmö/Schweden, beigesetzt wird er auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

 

Graf von Luckner

Copyright © by Uwe Linke

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Links eine der Epaulette des Schiffsarztes und sein Dolch, rechts die des Grafen Luckners

Luckners Wappen

Luckners Klinge

Der Dolch des Grafen Luckners mit zwei seiner Orden und seiner Epaulette. Das schwarze Band am unteren Orden ist nicht das Original.

Fotos Copyright © by Uwe Linke

Bei Interesse an den oben gezeigten Exponaten wenden Sie sich bitte direkt an Herrn Uwe Linke

 

 

 


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