---- Menüleiste laden
Senden   Speichern   Drucken

Großfriedrichsburg

Brandenburgische Kolonie 1682-1717 - Markgrafschaft Brandenburg - Kurbrandenburgische Flotte

Groß-Friedrichsburg

Die Kolonisation des Großen Kurfürsten an der Westküste von Afrika. Die Kurbrandenburgische Flotte vor Groß-Friedrichsburg.

(Bild: Gezeigt werden die fürstlichen Kriegsschiffe "Kurprinz" und "Morian", Major Otto Friedrich von der Gröben (1657-1728)  und Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688))

 

Im Jahre 1682 sandte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die erste Expedition zur Gründung einer afrikanischen Kolonie aus. Sie wurde dem Kammerjunker Major Otto Friedrich von der Gröben (1657-1728) unterstellt und bestand aus den Schiffen "Churprinz" mit 32 Geschützen und 60 Seeleuten unter Kapitän de Voß und "Mohrian" mit 12 Geschützen und 40 Seeleuten unter Kapitän Blond. Zur Besatzung der Kolonie "wurden mitgenommen die Ingenieure Walter und Leugeben, der Fähnrich von Selbing, 1 Sergant, 2 Korporale, 2 Spielleute und 40 guthe gesunde Musquetiere von denen in Preußen stehenden Regimentern zu Fuße".

Major von der Gröben

Am 1. Januar 1683 hisste der Major von der Gröben bei dem Kap der drei Spitzen die brandenburgische Flagge

 

Otto Friedrich von der Gröben

Otto Friedrich von der Gröben

* 16.04.1657 zu Pratten im Ermeland

† 30.06.1728 auf seinen Gütern bei Marienwerder

Gröben unternahm 1673–81 eine achtjährige Neise über Malta nach dem Orient und wurde 1682 vom Großen Kurfürsten mit zwei Fregatten nach der Küste von Guinea geschickt. Hier gründete er 1. Januar 1683 das Fort Großfriedrichsburg. 1684 trat er als Generalmajor in polnische Dienste, beteiligte sich 1686–87 am Krieg der Venezianer gegen die Türken in Morea und zog sich dann auf seine Güter in Ostpreußen zurück.


Am 1. Januar 1683 hisste der Major von der Gröben bei dem Kap der drei Spitzen die brandenburgische Flagge mit dem roten Adler auf weißem Felde, legte den Grundstein zu der Feste Groß-Friedrichsburg und "schloss mit den Häuptlingen Schutzverträge". 1683 und 1684 wurden weitere Verträge mit den Häuptlingen abgeschlossen zu denen ein 150 Meilen langer Küstenstreifen gegenüber den Kanarischen Inseln bis zum Senegal an der westafrikanischen Küste gehörte. Zahlreiche Forts wurden angelegt. Groß-Friedrichsburg, das aus mitgebrachten brandenburgischen Ziegeln erbaut wurde, erhielt eine Armierung von 44 Kanonen. Unter der Mannschaft befanden sich ausgesuchte Handwerker, Barbiere, Schneider, Tischler, Schuster, Zimmermeister, Büchsenmacher, Schmiede, Maurer, Bäcker und Böttcher.

Gehandelt wurde mit Sklaven, Gold, Elfenbein, Straußenfedern, Salz und Gummi. Zum Absatz der Sklaven pachtete Brandenburg Landbesitz auf der dänischen Insel St. Thomas in Westindien. Der Große Kurfürst schuf mit Blick auf die überseeischen Angelegenheiten in Berlin die oberste Marinebehörde die Admiralität und verlegte Kriegshafen und Sitz der Brandenburgisch-Afrikanischen Kompanie von Königsberg nach Emden. Es gelang dem Großen Kurfürsten aber nicht seine "krämerhafter kurzsichtigen Königsberger Kaufleute" zur Aufnahme eines überseeischen Handels zu bewegen. Des weiteren bereiteten die See- und Kolonialmächte der Zeit England, Frankreich und Holland auch gewaltsame Widerstände, so verriegelten die die Engländer und Holländer die Nordsee, was sich entscheidend auswirkte. Bis zu seinem Tode kämpfte der Große Kurfürst für seine See- und Kolonialinteressen. Die letzte Parole, die er ausgab, lautete: "London und Amsterdam!" Nach seinem Tod fand sich niemand, der das Doppelwerk Kriegsflotte und Kolonien verstand fortzuführen. Sein Sohn, der sparsame Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., verkaufte die afrikanischen Besitzungen 1717 für "7200 Dukaten und 12 Mohren" an die Holländer, damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende:

Schon 1716 entschloss sich der letzte deutsche Vertreter in Groß-Friedrichsburg, Generaldirektor Dubois den Schutz der Festung dem Afrikaner Jan Cunny zu übertragen und in die Heimat zurückzukehren. Der hielt sich treu seinem dem König von Preußen geleisteten Eid. Als die Holländer mit einer Flotte vor der Festung erschienen, da verweigerte er die Übergabe mit der Bemerkung, er führe die Verwaltung im Namen des Königs in Preußen und wolle dies nur an preußische Schiffe bewerkstelligen. Hierauf griffen die Holländer die Festung an, doch wurden sie blutig zurückgeschlagen. Die Geschichte berichtet weiter, dass der Kampf noch Jahre angedauerte und den Holländern viele Menschen und viel Geld gekostet habe. Erst 1724 oder 1725 gelang es Jan Cunny zu vertreiben und der "unter Mitnahme der brandenburgischen Flagge im Urwald untertauchte". Die Holländer nannten nun die Feste "Hollandia", kümmerten sich bald danach nicht weiter um sie und überließen sie ihrem Schicksal.

 

S.M.S. Sophie besucht die Ruinen von Groß-Friedrichsburg

S.M.S. Sophie besucht die Ruinen von Groß-Friedrichsburg

 

1884 besuchte das deutsches Kriegsschiff, die Korvette "Sophie", also rund 200 Jahre nach der Gründung der Kolonie, die Gegend von Groß-Friedrichsburg. Der Kommandant des Schiffes und mehrere Offiziere ließen sich von den Einheimischen in der historischen Gegend führen, wo die Geschichte über Generationen weitergegeben war. Unter Schutt und Pflanzen fand man noch 6 alte Geschützrohre, eines davon nahm S.M.S. Sophie mit in die Heimat, wo es in der Ruhmeshalle zu Berlin ausgestellt wurde.

Anfang des Jahres 1913 lief S.M.S. Straßburg über die Kanarischen Inseln, Sierra Leone und Togo nach Kamerun, Deutsch-Südwestafrika, Kapstadt, St. Helena, Rio de Janeiro und Mar del Plata. Dabei entstand auch das Foto des Schiffes vor der alten brandenburgischen Festung "Groß-Friedrichsburg".

Die Ruine der Feste "Groß-Friedrichsburg" steht noch heute, ein massiver Festungsbau, mit Zinnen und Kanonen, einem Herrenhaus und Kasematten, nur wenige Autostunden von Accra, der Hauptstadt der Republik Ghana

S.M.S. Straßburg vor Großfriedrichsburg - Afrika

S.M.S. Straßburg vor Großfriedrichsburg - Afrika

 

 

 

Großfriedrichsburg


Größere Kartenansicht

 

Republik Ghana
Hauptstadt Accra
Fläche 238.537 km²
Einwohnerzahl 23.832.495
Bevölkerungsdichte 100 Einwohner pro km²

 

 


 

 


-=[Datenschutz] - [Impressum] - [Projekte] - [Umfrage] - [Suche]=-

Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:

 -[ Deutsches Kaiserreich ]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine ]-

-[ Österreich-Ungarn ]- -[ Liechtenstein ]- -[ Luxemburg ]- -[ Schweiz ]-

-[ Deutsch-Dänischer Krieg ]- -[ Deutscher Krieg ]- -[ Deutsch-Französischer Krieg ]-

-[ Briefmarken 1871-1918 ]- -[ Boxeraufstand 1900/01 ]- -[ Marokkokrise 1905/11 ]-

Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de

Besucher
 Alfacounter


Alfahosting.de