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Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Herzogtum Mecklenburg-Strelitz und Fürstentum Ratzeburg

1815 - 1918

Haupt- und Residenzstadt Neustrelitz

Fahne - Landesfarben Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Fahne - Landesfarben Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz - Lage im Deutschen Reich Wappen Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz - Karte 1914
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz - Lage im Deutschen Reich Wappen Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz - Karte 1914

 

Neustrelitz - Großherzogliches Schloss

Neustrelitz - Großherzogliches Schloss

 

 

Mecklenburg, richtiger nach Etymologie und Aussprache Meklenburg, ist ein deutsches Territorium im ehemaligen niedersächsischen Kreis, an der Ostsee, im übrigen von den preußischen Provinzen Pommern, Brandenburg, Hannover, Schleswig-Holstein (Lauenburg) und dem lübischen Staat umschlossen, gliedert sich in die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, von denen ersteres ein im wesentlichen zusammenhängendes Gebiet bildet, letzteres aber aus zwei voneinander getrennten Teilen, nämlich dem Herzogtum Strelitz oder dem Stargardschen Kreis, östlich, und dem Fürstentum (bis 1648 Bistum) Ratzeburg, nordwestlich von Mecklenburg-Schwerin, besteht. Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin (siebenter Staat im Deutschen Reich) erstreckt sich von 53°4'–54°22' nördlicher Breite und von 10°36'–13°11' östlicher Länge mit einem Flächeninhalt von 13.126.9 km² (238,4 Quadratmeilen) und mit Einschluss des Anteils am Saaler Bodden 13,161 km² und besteht aus dem Herzogtum (vor 1348 Fürstentum) Schwerin oder dem Mecklenburgischen Kreis, dem Herzogtum Güstrow oder dem Wendischen Kreis, dem Rostocker Distrikt, dem Fürstentum (vor 1648 Bistum) Schwerin und der Herrschaft Wismar. Zu ihm gehören drei kleine Gebietsausschlüsse: der von Mecklenburg-Strelitz umschlossene Ausschluss Ahrensberg mit dem zu ihm gehörenden, aber von ihm getrennten Pälitzsee, 32,3 km² groß, und die zwei von der Provinz Brandenburg umgrenzten Ausschlüsse Rossow, 29,9 km², und Netzeband, 32,5 km² groß. Innerhalb der Landesgrenzen liegt der zum Fürstentum Ratzeburg gehörige Gebietseinschluss Dodow, 6,8 km² groß, und im Osten die zum Herzogtum Strelitz gehörigen Einschlüsse Blankenhagen-Gevezin und Viezen-Gaarz sowie das zur preußischen Provinz Pommern gehörige Gebiet Zettemin. Von den beiden Bestandteilen des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz (des neunten Staates im Deutschen Reich) erstreckt sich das Herzogtum Strelitz von 53°9'–53°47' nördlicher Breite und von 12°40'- 13°57' östlicher Länge, das Fürstentum Ratzeburg von 53°40'–54°54' nördlicher Breite und 10°45'–11°5' östlicher Länge. Der Flächeninhalt beträgt 2929,5 km² (53,2 Quadratmeilen), wovon 2547,56 km² auf das Herzogtum Strelitz und 381,94 km² auf das Fürstentum Ratzeburg entfallen.

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
S. K. H Großherzog Adolph Friedrich I. K. H. Großherzogin Elisabeth von Mecklenburg-Strelitz
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
Neustrelitz
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
Neustrelitz
S. K. H Großherzog Adolph Friedrich
I. K. H. Großherzogin Elisabeth
von Mecklenburg-Strelitz

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Geschichte

Mecklenburg war ursprünglich von germanischen Völkerschaften bewohnt. Im 6. Jahrhundert drangen von Osten slawische Obotriten und Wilzen in das Land ein. Heinrich der Löwe unterjochte und christianisierte um 1160 die slawischen Stämme unter dem Obotritenfürst Pribislaw, dessen Vater Niklot der Stammvater des bis 1918 regierenden Fürstenhauses war. Als Vasall Heinrichs des Löwen, nahm Pribislaw den christlichen Glauben an und das Land geriet unter deutsche Lehnsabhängigkeit. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde Mecklenburg von Waldemar II. von Dänemark erobert, der es aber 1225 wieder räumen musste. Von den 1229 entstandenen Linien Parchim, Rostock, Güstrow und Mecklenburg blieb nur letztere bestehen, die 1471 alle mecklenburgischen Lande vereinigte. Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Reformation eingeführt. Durch die Landesteilung von 1611 und 1621 entstanden die Linien Güstrow und Schwerin. Von 1628 bis 1635 war der kaiserliche katholische Heerführer Wallenstein mit den mecklenburgischen Landen belehnt. Nach dem Aussterben der Linie Güstrow 1695 und längeren Auseinandersetzungen kam der Hamburger Teilungsvergleich am 8. März 1701 zustande, wodurch Adolf Friedrich II. Stifter der Linie Mecklenburg-Strelitz wurde. Seit dem Erbvergleich von 1755 waren beide Staaten eng miteinander verbunden. 1808 traten sie dem Rheinbund bei. Auf dem Wiener Kongress wurden die beiden mecklenburgischen Herzogtümer 1815 zu Großherzogtümern. Beiden herzoglichen Häusern wurde während des Wiener Kongresses 1815 die großherzogliche Würde zugestanden. 1820 erfolgte die Aufhebung der Leibeigenschaft, doch blieb die altständische Verfassung, wie sie durch den Erbvergleich von 1755 mit den Ständen vereinbart wurde, ein unüberwindliches Hemmnis jeder staatlichen Entwicklung. Am 10. Oktober 1849 wurde die Verfassung in Schwerin aufgehoben, aber infolge des Einspruchs des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz und der Stände von einem Schiedsgericht am 14. September 1850 wieder eingesetzt und 1866 durch neue reaktionäre Maßregeln ergänzt. Nach der Auflösung des Deutschen Bundes und im Deutschen Krieg von 1866 standen beide mecklenburgischen Staaten auf der Seite des Königreichs Preußen und wurden Mitglieder im Norddeutschen Bund. Nach dem Deutsch-Französischer Krieg von 1870/71 wurden beide Länder Bundesstaaten im wiederentstandenen Deutschen Reich. Großherzog Friedrich Franz IV. (seit 1897) von Mecklenburg-Schwerin und Großherzog Adolf Friedrich V. (seit 1904) von Mecklenburg Strelitz verkündeten 1907 die Einführung einer Verfassung, deren Entwürfe aber 1908 und 1912 vom Landtag abgelehnt wurden, worauf eine von den Großherzögen angeregte Konferenz 1917 die Einführung des Zweikammersystems forderte, ohne jedoch zum Ziel zu gelangen. In Mecklenburg-Strelitz folgte nach dem Tod des Großherzogs Adolf Friedrich, gestorben am 11. Juni 1914, dessen Sohn, der am 24. Februar 1918 durch Selbstmord aus dem Leben schied. Großherzog Friedrich Franz IV von Mecklenburg-Schwerin übernahm daraufhin die Regentschaft über Mecklenburg-Strelitz. Am 14. November 1918 entsagte er infolge der Novemberevolution in Deutschland dem Thron.

Beide Länder haben einen gemeinschaftlichen Landtag, der abwechselnd in Mecklenburg-Schwerin (Malchin) und in Mecklenburg-Strelitz (Sternberg) tagt, auf dem aber nur die Ritterschaft und die Städte vertreten sind.

Neustrelitz
Schönberg in Mecklenburg
Gruß aus Neustrelitz Gruß aus Schönberg in Mecklenburg

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Daten

Bundesrat: 1 Stimme

Reichstag: 1 Abgeordneter

Landesvertretung: Die Staatsform ist eine erbliche, durch Feudalstände beschränkte Monarchie. Eine eigentliche Staatsverfassung ist nicht vorhanden. Die seit der Union von 1523 für die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz gemeinschaftlichen Landstände werden alljährlich im Herbst zum Landtag einberufen. Die Stände setzen sich zusammen aus der Ritterschaft und der Landschaft:

  • Zur Ritterschaft gehören alle Besitzer ritterschaftlicher Hauptgüter in dem mecklenburgischen, wendischen und stargardischen Kreis.
  • Zur Landschaft gehören 49 landtagsfähige Städte von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz.

Der 1620 durch Vollmacht der Ritter- und Landschaft eingesetzte und im Landesvergleich von 1755 landesherrlich bestätigte "Engere Ausschuß von Ritter- und Landschaft zu Rostock" ist ein die gesamte Ritter- und Landschaft außerhalb des Landtags vorgestelltes Kollegium.

Das Fürstentum Ratzeburg (Gebiet ohne die Stadt Ratzeburg) hat eine eigene Verfassung, datiert vom 9. November 1869, neugeregelt am 16. Juni 1906

Hauptstadt: Neustrelitz = 11.500 Einwohner (1905)

Neustrelitz - Schlossstraße
Neustrelitz - Denkmal des Großherzogs Georg und Kirche
Neustrelitz - Schlossstraße Neustrelitz - Denkmal des Großherzogs Georg und Kirche

 

Größe: 2.929,5 km²

Gerichtsorganisation: Für die Rechtspflege bestehen (1910) im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz welches dem Oberlandesgericht in Rostock (Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin) untersteht, 1 Landgericht mit 10 Amtsgerichten:

 

Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 106.442 Einwohner

  • 53.518 männlich
  • 52.924 weiblich

 Die Stagnation der Bevölkerungszahl ist mit der hohen Auswanderung nach Übersee zu begründen.

1817 1851 1871 1875 1880 1890 1900 1905 1910
72.675 99.628 96.982 95.673 100.269 97.978 102.602 103.451 106.442

Klima ist bei dem Vorherrschen der Westwinde sehr veränderlich, die Niederschläge sind verhältnismäßig gering.

Gewässer: Nur kleinere Seen und Kanäle

Bewohner: Die Bewohner Mecklenburgs sind Nachfahren slawischer Obotriten in Westen und slawischer Lutizen im Osten, teilweise vermischt mit germanischen Sachsen (Niedersachsen).

Neustrelitz - Stadtansicht
Neustrelitz - Am Glambeckersee
Neustrelitz - Stadtansicht Neustrelitz - Schlossstraße

 

Bevölkerungsdichte: 35/km² (dünnster bevölkerter Staat Deutschlands)

Religion:

1871 (beide Mecklenburgischen Staaten) 1905
  • 649 821 Evangelisch
  •     1 503 Römisch-katholisch
  •          99 andere Christen
  •     3 430 Juden
  •          26 Sonstige
  • 100.314 Evangelisch
  •      2.627 Römisch-katholisch
  •      1.289 andere Christen
  •         298 Juden
  •         212 Andere und Konfessionslose

 

Militär: Angaben 1881 - Seit 1872 besteht eine Militärkonvention mit Preußen. Mecklenburg hat ein eigenes Kontingent, welches zum IX. Armeekorps gehört. In Neustrelitz sind die Grenadiere 89,2, die Feld-Artillerie 24,2 Batterie und die Landwehr 89,2 stationiert.

Neubrandenburg - Friedländer Tor
Neubrandenburg - Stargarder Tor
Neubrandenburg - Neues Tor
Neubrandenburg - Friedländer Tor Neubrandenburg - Stargarder Tor Neubrandenburg - Neues Tor

 

Wirtschaft:

  • Landwirtschaft: Der Boden ist größtenteils sehr fruchtbar, Getreide weit über Bedarf. Eigentümlich sind die Verhältnisse des Grundbesitzes, er steht zum größten Teil - eine Folge des noch bestehenden mittelalterlichen Feudalwesens - steht unter der in einem gewissen Grade souveränen Ritterschaft.
  • Bergbau nicht vorhanden.
  • Industrie nicht wesentlich.
  • Handel nicht wesentlich.

 

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Währungen und Münzen

bis 1870 ab 1871
1 Taler = 48 Schillinge oder 30 Silbergroschen (je 12 preußische Pfennige) 1 Mark = 100 Pfennig

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 1 Pfennig, 1838
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 2 Mark, 1877
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 1 Pfennig, 1838
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 2 Mark, 1877
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 4 Schillinge, 1847
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 20 Mark, 1873
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 4 Schillinge, 1847
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 20 Mark, 1873
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 1 Taler, 1870
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 20 Mark, 1874
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 1 Taler, 1870
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 20 Mark, 1874

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Postwesen und Briefmarken

Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz besaß bis 31.12.1867 eine eigene Posthoheit und war seit 1. Juli 1850 Mitglied des Deutsch-Österreichischen Postvereins. Im Fürstentum Ratzeburg regelte die Post des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin den Postdienst. 1868 übernahm der Norddeutsche Bund (Norddeutscher Postbezirk) den Postdienst. Am 1. Januar 1872 übernahm die Reichspost im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz den Postbetrieb.

bis 1867 1868 - 1871 1871 - 1874 ab 1875
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz 1/4 Silbergroschen Norddeutscher Postbezirk, 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig
1/4 Silbergroschen 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Regenten

regierendes Fürstenhaus:
Ahnherr Niklot Fürst der Obotriten, Herr von Schwerin († 1160), Stammvater Herzog Adolf Friedrich II. (1658 - 1708)

Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz 1815 - 1918

Großherzog Adolf Friedrich VI. nahm sich am 24. Februar 1918 in Neustrelitz das Leben. Der letzte Großherzog von Mecklenburg-Strelitz wurde auf der Schlossinsel Mirow beigesetzt. Da keine legitimen Nachfahren zur Verfügung standen übernahm Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin die Regentschaft von Mecklenburg-Strelitz.

Regentschaft Name Lebensdaten
28.06.1794 - 06.11.1816 Großherzog Karl II. (Herzog Karl Ludwig Friedrich) 10.10.1741 - 06.11.1816
 06.11.1816 - 06.09.1860 Großherzog Georg Wilhelm 12.08.1779 - 06.09.1860
06.09.1860 - 30.05.1904 Großherzog Friedrich Wilhelm 17.10.1819 - 30.05.1904
30.05.1904 - 11.06.1914 Großherzog Georg Adolf Friedrich V. 22.07.1848 - 11.06.1914
11.06.1914 - 23.02.1918 Großherzog Adolf Friedrich VI. 17.06.1882 - 24.02.1918
27.02.1918 - 14.11.1918 Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin 09.04.1882 - 17.11.1945


Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz Friedrich Wilhelm Großherzog von Mecklenburg-Strelitz Großherzog Adolf Friedrich Mecklenburg-Strelitz 
Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz Friedrich Wilhelm Großherzog von Mecklenburg-Strelitz Großherzog Adolf Friedrich Mecklenburg-Strelitz
Großherzog Friedrich V. von Mecklenburg-Strelitz Schloss Hohenzieritz bei Neustrelitz Großherzogin Elisabeth von Mecklenburg-Strelitz
Großherzog Friedrich V. von Mecklenburg-Strelitz Schloss Hohenzieritz bei Neustrelitz (Sterbeort der Königin Luise von Preußen, geb. Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz) Großherzogin Elisabeth von Mecklenburg-Strelitz
Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz Mirow, Grabstätte des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz
Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz Mirow, Grabstätte des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz
 

 

Friedland - Kaiserstraße

Friedland - Kaiser Wilhelm-Gedächtnisstein

Friedland - Kaiserstraße Friedland - Kaiser Wilhelm-Gedächtnisstein

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Organisation der Verwaltungsbehörden

Die obersten Regierungs- und Verwaltungsbehörden sind (1910) das Staatsministerium und die Ministerialabteilungen in Neustrelitz:

  • Ministerialabteilung für Justiz
  • Ministerialabteilung für Innere
  • Ministerialabteilung für Finanzen
  • Präsidenten des Ministeriums

Präsidenten des Ministeriums

Amtszeit

Name

Lebensdaten
1800 - 1836 Karl Wilhelm Friedrich David von Pentz 29.11.1776 - 18.05.1827
1827 - 1836 August Otto Ernst Freiherr von Örtzen auf Klokow 1777 - 1837
1837 - 1848 Otto Ludwig Christian von Dewitz auf Sallnow 1780 - 1864
1848 - 1850 ? ?
1850 - 1862 Wilhelm von Bernstorff ?
1862 - 1868 Bernhard Ernst von Bülow 1815 - 1879
1868 - 1872 Johann von Hammerstein-Loxten ?
1872 - 1885 Andreas von Piper (provisorisch) ?
1885 - 1907 Friedrich Wilhelm Otto Ulrich Karl Helmut von Dewitz 1843 - 1928
1907 - 10.11.1918 Heinrich Bossart ?

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Administrative Einteilung

In politischer Beziehung wird das Land wie folgt eingeteilt.

1. in das Landesherrliche Domanium (Kabinettsgüter und Domänen) mit den für die innere Verwaltung zuständigen Ämter:

2. die Ritterschaft (ritterliche und sonstige Privatgüter) mit den geografischen Ämtern:

Die Ämter sind weder organisiert noch haben sie irgendeine Funktion in der Verwaltung. Die Ausübung der lokaladministrativen und lokalobrigkeitlichen Verwaltung ist dem Gutsbesitzer übertragen.

3. die Städte:

Für die Städte bzw. die zum Stadtgebiet gehörigen Güter wird die Verwaltung von Magistraten ausgeübt.

Das Fürstentum Ratzeburg bildet einen eigenen Verwaltungsbezirk. Verwaltungsbehörde ist die Großherzogliche Landvogtei in Schönberg (Mecklenburg).

Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz besteht aus zwei Teilen, dem größeren östlich von Mecklenburg-Schwerin gelegenen Teil mit Neustrelitz als Hauptstadt und dem westlich von Mecklenburg-Schwerin gelegenen Fürstentum Ratzeburg mit Schönberg. Gewisse Zweige der Verwaltung werden auch als Großherzogliches Domänenamt bezeichnet. Ihr unterstehen auch die Stadt Schönberg (Mecklenburg) sowie in einzelnen Beziehungen die 3 Privatgüter Dodow, Horst und Torisdorf, die im übrigen direkt dem Großherzoglichen Ministerium unterstehen.

 

1. Herzogtum Strelitz (östlicher Landesteil) 2 547,56 km²

Neustrelitz - Marktplatz Strelitz i. Meckl. - Strasse am Bahnhof Neubrandenburg - Tollense See Friedland i. Meckl. Gymnasium
Neustrelitz, Marktplatz Strelitz i. Meckl., Straße am Bahnhof Neubrandenburg, Tollense See Friedland i. Meckl., Gymnasium
Neustrelitz - Großherzogliches Theater Neustrelitz Mirow - Schloss Gruß aus Friedland in Mecklenburg - Burgtor
Neustrelitz, Großherzogliches Theater Neustrelitz Mirow, Schloss Friedland in Mecklenburg, Burgtor
Neustrelitz - Schützenhaus 1910 Neustrelitz - Schweizerhaus Mirow - Badestrand Gruß aus Friedland - Fritz Reuter
Neustrelitz, Schützenhaus Neustrelitz, Schweizerhaus Mirow, Badestrand Friedland, Fritz Reuter

 

2. Fürstentum Ratzeburg (westlicher Landesteil) 381,94 km²

Schönberg in Mecklenburg Schönberg, Kriegerdenkmal und Siemzerstrasse Schönberg, Lübeckerstrasse Schönberg, Markt mit Kirche
Schönberg in Mecklenburg Schönberg, Kriegerdenkmal und Siemzerstrasse Schönberg, Lübeckerstrasse Schönberg, Markt mit Kirche

 

 

 

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz

Schiff der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Mecklenburg - Linienschiff

 

 

Mecklenburg-Schwerin nach 1918

1918 Der letzte Großherzog von Mecklenburg-Strelitz begeht im Februar 1918 Selbstmord. Im November 1918 Bildung des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Die Revolution beseitigt die mittelalterliche Verfassung.
1934 Vereinigung von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz zum Land Mecklenburg
1945 Sowjetische, britische und amerikanische Truppen besetzten Mecklenburg, das Land fällt aber komplett in den sowjetischen Machtbereich und wird Teil der sowjetischen Besatzungszone. Mecklenburg wird mit dem westlichen Teil Pommerns (Vorpommern) zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt. Obwohl in Stettin (die Stadt liegt westlich der Oder) schon eine deutsche Verwaltung aufgebaut wurde, übergibt die Rote Armee am 3. Juli 1945 die Stadt an Polen.
Ende 1945 Polnisches Militär besetzt auch das westliche Umland von Stettin und vertreibt die deutsche Bevölkerung.
1947 Der Begriff "Vorpommern" wird aus der Landesbezeichnung gestrichen, man nennt das Land nur noch "Mecklenburg".
1949 Das Land Mecklenburg wird Teil der DDR.
1952 Mecklenburg wir in die Bezirke Schwerin, Rostock und Neubrandenburg aufgeteilt.
1990 Wiederherstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit Landeshauptstadt Schwerin. Das Land wird als Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Kleinere Gebietskorrekturen mit dem Land Brandenburg.
1993 Das bis 1945 zur Provinz Hannover gehörige Amt Neuhaus an der Elbe, kehrt nach Volksabstimmung wieder zum Landkreis Lüneburg (Niedersachsen) zurück.
1994 Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern. Der neu gebildete Kreis Mecklenburg-Strelitz umfasst wieder den größten Teil des früheren Herzogtums Mecklenburg-Strelitz.

 

Mecklenburg-Vorpommern aktuell:

Das heutige Land Mecklenburg-Vorpommern mit der Landeshauptstadt Schwerin besteht aus:

  • dem ehemaligen Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin
  • dem ehemaligen Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz ohne die Stadt Fürstenberg (1950 nach Brandenburg)
  • dem westlich der Oder gelegenem Teil der preußischen Provinz Pommern,, ohne die Stadt Stettin und deren Umland

Landeshauptstadt Schwerin

Größe:

23 180 km²

Einwohner:

1.687.107 (2007)

Bevölkerungsdichte

72,7 Einwohner/km²

Land Mecklenburg-Vorpommern - Landesdienstflagge

Land Mecklenburg-Vorpommern - Landesdienstflagge

 


 


 

 


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