Herzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübeck, Fürstentum Birkenfeld
1815 - 1918
Landeshauptstadt Oldenburg i. Gr.

Fahne - Landesfarben Großherzogtum Oldenburg
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| Großherzogtum Oldenburg - Lage im Deutschen Reich | Wappen Großherzogtum Oldenburg | Großherzogtum Oldenburg - Karte 1914 |
Geschichte
Die Grafen von Oldenburg werden seit 1088 erwähnt; anfangs Vasallen Heinrichs des Löwen, erlangten sie bei dessen Ächtung 1180 Reichsunmittelbarkeit. 1234 erwarben die die Hälfte des Stedinger Landes und erbauten 1247 die Burg Delmenhorst. Graf Dietrich der Glückliche (gest. 1440) vereinte wieder den Besitz der 1272 entstandenen beiden Linien Oldenburg und Delmenhorst. Sein ältester Sohn, Christian, wurde 1448 König von Dänemark und überließ die Stammlande seinen Brüdern Gerhard dem Streitbaren und Moritz. Erster führte das Geschlecht in Oldenburg fort, während sein Sohn Johann XIV. (1486-1526) das friesische Stedinger- und Butjadingerland dazu erwarb (1517-23). Anton Günter (1603-67) setzte als letzte seines Stammes seine Agnaten (Blutsverwandten), den König von Dänemark und den Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorp, zu seinen Lehnserben ein, die nach seinem Tode 1667 Oldenburg in Besitz nahmen; seit 1676 war der König von Dänemark alleiniger Landesherr in Oldenburg. Durch den Traktat vom 01. Juli 1773 überließ König Christian VII. von Dänemark die Grafschaft Oldenburg und Delmenhorst dem Großfürsten Paul von Russland aus dem Hause Holstein-Gottorp (dem späteren russischen Zaren Paul I.), der sie aber am 14. Dezember 1773 dem gottorpischen Prinzen Friedrich August, Bischof von Lübeck, abtrat, unter dem 1777 die Grafschaften zu einem Herzogtum Holstein-Oldenburg erhoben wurden. Auf Friedrich August (gest. 06. Juli 1785) fogte sein Neffe Peter Friedrich Ludwig als Landesadministrator für Friedrich Augusts geisteskranken Sohn, nach dessen Tode 1823 als Herzog. Er ist der Stammvater des regierenden großherzogliches Hauses. 1803 erhielt er das säkularisierte Bistum Lübeck als weltliches Fürstentum. Durch Napoleon wurde das Herzogtum am 10. Dezember 1810 Frankreich einverleibt, aber 1813 wieder hergestellt und 1815 durch Birkenfeld, 1818 durch das bis dahin Russland gehörige Jever vergrößert. Auf Peter Friedrich Ludwig (gest. 21. Mai 1829) folgte dessen Sohn Paul Friedrich August (gest. 27. Februar 1853), der am 28. Mai 1829 den 1815 seinem Vater verliehenen, von diesem nicht geführten großherzoglichen Titel annahm. Die 1848 eingeführte Verfassung wurde 1852 umgestaltet. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (1853-1900) trat 1854 das Jadegebiet an Preußen ab, schloss sich 1854 dem Zollverein an, kämpfte im Deutschen Krieg von 1866 auf preußischer Seite. Die Truppen Oldenburgs wurden mit denen der Hansestädte zu einer Brigade formiert und unter Führung des Generals von Weltzien der Division Goeben zugeteilt. Für die Verzichtsleistung auf Schleswig-Holstein erhielt Oldenburg eine Entschädigung von 1 Million Talern und das holsteinische Amt Ahrensböck. Das Großherzogtum Oldenburg gehört seit 1866 dem Norddeutschen Bund und wurde 1870 Bundesstaat im Deutschen Reich. Seit 1900 ist Friedrich August Großherzog; unter ihm wurde 1903 das Erbrecht neu geregelt, dass, nachdem Zar Nikolaus von Russland zugunsten der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg für sein Haus auf etwaige Erbansprüche auf Oldenburg verzichtet hatte, Herzog Friedrich Ferdinand von Glücksburg und seinen Nachkommen zu Erben bestimmt wurden, falls das regierende Haus, repräsentiert durch den Großherzog und den Erbgroßherzog Nikolaus, aussterben sollte. Für den Landtag wurde 1908 das Reichstagswahlrecht (direktes Wahlrecht) eingeführt.
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| Oldenburg - Großherzogliches Schloss | Oldenburg - Langestrasse |
Daten
Reichstag: 3 Abgeordnete
Bundesrat: 1 Stimme
Landesparlament: Der Landtag bildet (1910) eine Kammer und besteht aus 45 durch indirekte Wahlen (alle 5 Jahre) berufenen Abgeordneten:
Außerdem ist in jedem der beiden Fürstentümer Lübeck und Birkenfeld ein Provinzialrat aus 15, bzw. aus 14 Mitgliedern bestehend, eingesetzt. Auf je 500 Einwohner wird ein Wahlmann und auf je 10.000 Einwohner ein Abgeordneter gerechnet. Der gesamte Staatsbedarf wird für jede Finanzperiode (3 Jahre) mit Zustimmung des Landtags festgestellt. Der ordentliche Landtag wird alle 3 Jahre durch den Großherzog berufen, der ihn auch vertagt oder auflöst. Bei einer Auflösung muss der neue Landtag spätestens binnen 5 Monaten einberufen werden. Die Provinzialräte werden jährlich zweimal von den Provinzialregierungen einberufen. Den Gemeinden ist durch das Staatsgrundgesetz das Recht der freien Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten gewährleistet. Die Verfassung des Großherzogtums Oldenburg beruht auf dem revidierten Staatsgrundgesetz vom 22. November 1852. Danach vereinigt der Großherzog als Staatsoberhaupt die gesamten Rechte der Staatsgewalt in sich und ist nur in der Gesetzgebung und Besteuerung an die entsprechende Mitwirkung des Landtags gebunden. Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich; Geburts- und Standesvorrechte finden nicht statt. Es besteht volle Glaubens- und Gewissensfreiheit.
Hauptstadt: Oldenburg i. Gr. - 28.600 Einwohner (1905) = 145. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
Größe: 6.428,34 km² (114 Quadratmeilen)
| Herzogtum Oldenburg | Fürstentum Lübeck | Fürstentum Birkenfeld |
| 5.383,85 km² | 541,66 km² | 502,83 km² |
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| Eutin - Großherzogliches Schloss | Eutin - Hotel Voss-Haus |
Einwohner: Die Bevölkerung des Großherzogtums betrug 1837 = 262.171, Ende 1885 dagegen 341.525 Einwohner, was in diesen 50 Jahren eine Zunahme von 79.354 Einwohnern oder jährlich 0,60 Prozent ergibt. Es ist dies eine außerordentlich schwache Vermehrung, die teils in den regelmäßigen Abgängen der ländlichen Bevölkerung in die benachbarten größeren Städte, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Hamburg, Lübeck, teils in einer lebhaften überseeischen Auswanderung, die besonders aus dem südlichen Teil des Herzogtums Oldenburg, dem oldenburgische, katholischen Münsterland, stattfand, seinen Grund hat., katholischen Münsterland, stattfand, seinen Grund hat.
Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 483.042 Einwohner:
Bevölkerungsentwicklung im Großherzogtum Oldenburg gesamt:
| 1838 | 1871 | 1875 | 1880 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| 262.171 | 316.640 | 319.314 | 337.478 | 354.968 | 399.183 | 438.856 | 483.042 |
Bevölkerungsentwicklung in den 3 Landesteilen:
| - | 1880 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| Herzogtum Oldenburg | 263.648 | 279.008 | 318.434 | 353.789 | 391.246 |
| Fürstentum Lübeck | 35.145 | 34.718 | 37.340 | 38.583 | 41.300 |
| Fürstentum Birkenfeld | 38.685 | 41.242 | 43.409 | 46.484 | 50.496 |
Klima: Das Klima des Herzogtums Oldenburg ist mäßigt und feucht; das ebene und waldarme Land ist den Stürmen sehr ausgesetzt. Die Feuchtigkeit bewirkt, dass Graswuchs und Laub im Herbst auffallend lange frisch bleiben, hat aber in den niedrig gelegenen Marschen mit ihren zahlreichen, träge fließenden Wasserzügen vielfach Wechselfieber im Gefolge. In der Stadt Oldenburg war die Temperatur im kältesten Monat im Mittel -3,24°, im wärmsten +18,9°, in Jever -2,1° und +19,66° C.
Gewässer: Weser, Hunte, Hafe, Hunte-Ems-Kanal, Ems-Jade-Kanal.
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| Oberstein a.d. Nahe - Schloss und Felsenkirche | Oberstein a.d. Nahe - Fuhr's Hütte |
Bewohner: Niedersachsen vom niederdeutschen Stamm der Sachsen und im Norden Friesen. Im Fürstentum Birkenfeld Franken.
Bevölkerungsdichte: 68/km² (1905)
Bildung: Im Großherzogtum Oldenburg bestehen m Jahr 1900 zirka 550 Volks- oder Elementarschulen, 2 Schullehrerseminar (ein evangelisches in Oldenburg, ein katholisches in Vechta), 14 höhere Volks- oder Bürgerschulen, 5 Gymnasien (in Oldenburg, Jever, Eutin, Vechta [katholisch] und Birkenfeld), 3 Realschulen (in Oldenburg, Oberstein-Idar und Varel), eine höhere Töchterschule (Cäcilienschule in Oldenburg), eine Taubstummenanstalt in Wildeshausen, 2 landwirtschaftliche Schulen in Neuenburg und Cloppenburg, eine Navigationsschule in Elsfleth. In Oldenburg sind auch eine öffentliche Bibliothek (als Staatsanstalt), ein Naturalienkabinett, eine Münz- und Antiquitätensammlung, eine Bildergalerie und ein Theater (als großherzogliche Anstalten).
Gerichtsorganisation: Im Herzogtum Oldenburg und im Fürstentum Lübeck gilt das gemeine deutsche Zivilrecht, modifiziert durch Partikularrechte und einzelne Gesetze, im Fürstentum Birkenfeld der Code Napoléon, sofern nicht die gemeinsame Gesetzgebung des Deutschen Reichs dafür an die Stelle getreten ist. Die Rechtsprechung erfolgt (nach Maßgabe der Justizverfassung für das Deutschen Reich) im Herzogtum durch das (mit dem Fürstentum Schaumburg-Lippe gemeinsam gehaltene) Oberlandesgericht sowie durch das Landgericht in Oldenburg und durch 14 Amtsgerichte.
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| Delmenhorst - Wasserturm am Rathaus | Oldenburg - Marschen |
Militär: Die oldenburgischen Truppen gehören seit 1867 dem preußischen Heer an, als Infanterieregiment Nr. 91, Dragonerregiment Nr. 19 und 2 Batterien des 26. Feldartillerieregiments, deren Chef der Großherzog ist. Sie bilden Teile des 10. Armeekorps (Hannover).
Religion: Was die kirchlichen Verhältnisse betrifft, so ordnet und verwaltet jede Religionsgenossenschaft ihre Angelegenheiten unter Oberaufsicht des Staats selbstständig. Der evangelischen Kirche ist Presbyterial- und Synodalverfassung gewährleistet. Im Herzogtum Oldenburg ist die geistliche Oberbehörde der Oberkirchenrat. Die allgemeine Landessynode, welche aus geistlichen und weltlichen Vertretern besteht, wird alle 3 Jahre einberufen. In den Fürstentümer steht die Leitung der evangelischen Kirchenangelegenheiten der Regierung und dem Superintendenten zu. Die Katholiken des Herzogtums Oldenburg gehören zum Sprengel des Bischofs von Münster, jene im Fürstentum Birkenfeld zu dem des Bischofs von Trier. Die katholische kirchliche Oberbehörde ist in Oldenburg das bischöfliche Offizialat in Vechta. Die katholische Kirche ist herrschend in den früher münsterschen Ämtern Vechta, Cloppenburg und Friesoythe. Von christlichen Sekten sind im Großherzogtum Oldenburg und zwar besonders im Herzogtum Oldenburg Baptisten, Mennoniten, Methodisten und im Fürstentum Birkenfeld Altkatholiken vertreten.
| 1871 | 1885 | 1900 | ||||
| Herzogtum Oldenburg | Fürstentum Lübeck | Fürstentum Birkenfeld | Herzogtum Oldenburg | Fürstentum Lübeck | Fürstentum Birkenfeld |
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Wirtschaft: Angaben 1881: Von je 1000 der Bevölkerung, welche sich vorwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und Schifffahrt nährt, sind nur 121,3 Gewerbetreibende, im Amte Friesoythe sogar nur 51,44. Im Amte Elsfleth mit 246,86 und im Amte Brake mit 271,97 ist jedoch einige Industrie vorhanden (Reederei, Schiffsbau u. Verwandtes); einige Tabaksindustrie in Delmenhorst u. Lohne. Die Waldfläche beträgt nur 44793 Hektare. Im Jahr 1873 wurden gezählt: 33827 Pferde, 214498 Rinder, 194151 Schafe, 55917 Schweine, 20579 Ziegen.
- Landwirtschaft ist nicht ganz günstig; das Ackerland beträgt nur 30 %, Waldbestand nur 9 %.
- Bergbau ist nicht vorhanden.
- Industrie: Von Bedeutung ist der Schiffbau, der an der Jade und in den Weserhäfen (Nordenham, Brake, Elsfleth) betrieben wird. Ein lebhafter Fabrikort ist Delmenhorst (Kork, Linoleum, Jute und Tabak).
- Handel: Die oldenburgische Handelsflotte steht nach Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Pommern, Hannover an 6. Stelle. Die drei Weserhäfen sind wichtige Handelsorte.
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| Oberstein a.d. Nahe - Achatschleiferei | Jever - Stammkneipe der Getreuen |
Postwesen und Briefmarken
Das Großherzogtum Oldenburg besaß bis 31.12.1867 eine eigene Posthoheit und war seit Januar 1852 Mitglied des Deutsch-Österreichischen Postvereins. 1868 übernahm der Norddeutsche Bund (Norddeutscher Postbezirk) den Postdienst. Seit 1850 regelte im Fürstentum Birkenfeld die Post des Königreichs Preußen den Postbetrieb.
| bis 1867 | 1868 - 1871 | 1871 - 1874 | ab 1875 |
| Großherzogtum Oldenburg | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
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| 2 Groschen | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Währungen und Münzen
Herzogtum Oldenburg und Fürstentum Lübeck
| bis 1858 | 1858 - 1871 | ab 1871 |
| 1 Taler = 72 Grote = 360 Schwaren | 1 Taler = 30 Groschen | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| 1 Schwaren, 1854 | Nikolaus Friedrich Peter Gr. von Oldenburg - 2 Mark, 1891 | |
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| G.H. Oldenburg - 1 Grote, 1853 | G.H. Oldenburg - 1 Groschen, 1866 | Friedrich August Großherzog von Oldenburg - 5 Mark, 1900 |
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| Paul Fried. August Gr. v. Oldenburg - 1 Taler, 1846 | Niko. Friedr. Peter Gr. von Oldenburg, 1 Taler, 1866 | Niko. Friedr. Peter Gr. von Oldenburg, 10 Mark, 1874 |
Fürstentum Birkenfeld
| vor 1871 | ab 1871 |
| 1 Taler = 30 Silbergroschen = 300 Pfennig | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| P. F. A. Gr. v. Oldenb. - 3 1/2 Gulden - 2 Thaler, 1840 | Oldenb.-Birkenfeld - 1 Silbergroschen, 1848 | Oldenb.-Birkenfeld - 1 Pfennig, 1848 |
Regenten
Großherzöge von Oldenburg
regierendes Fürstenhaus: Grafen von Oldenburg, Ahnherr Graf Egilmar (um 1080)
(Dynastie Holstein-Gottorp) 1815 - 1918:
1815 erhält Oldenburg auf dem Wiener Kongress den Status eines Großherzogtums. Der Titel eines "Großherzogs" wurde aber erst ab 1829 benutzt.
Die Regierung ist erblich im Mannesstamm des Hauses Holstein-Gottorp jüngere Linie nach dem Rechte der Erstgeburt und der Linealerbfolge. Die weibliche Linie bleibt auch nach Erlöschen des Mannesstamms von der Erbfolge ausgeschlossen. Der Großherzog wird mit dem vollendeten 18. Lebensjahr volljährig. Im Fall der Minderjährigkeit oder dauernden Veränderung desselben an der Regierung übt, wenn nicht eine andre Anordnung getroffen ist, der nächste Agnat oder die Gemahlin des Großherzogs die Regentschaft aus. Der Großherzog bekennt sich zur lutherischen Kirche und hat eine jährliche Zivilliste von 255 000 Mark und den ebenso hohen Ertrag der Krondomänen.
| Regentschaft | Name | Lebensdaten |
| 28.05.1829 - 27.02.1853 | Großherzog Paul Friedrich August | 1783 - 1853 |
| 27.02.1853 - 13.06.1900 | Großherzog Nikolaus Friedrich Peter II. | 1827 - 1900 |
| 13.06.1900 - 11.11.1918 | Großherzog Friedrich August | 1852 - 1931 |
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| Peter Großherzog von Oldenburg | Das Großherzogliche Oldenburgische Fürstenhaus - 3 Generationen - 1899 | Großherzog (Friedrich August) von Oldenburg im Kreise seiner Familie | Großherzogin Elisabeth von Oldenburg mit Prinzeß Ingeborg und Altburg |
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| Großherzog Friedrich August | Oldenburg Großherzogliches Schloss 1907 | ||
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S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg | S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg | Großherzog von Oldenburg, Prinz Eitel Friedrich und seine Braut (Sophie Charlotte von Oldenburg) | Prinzessinnen Altburg und Ingeburg von Oldenburg 1917 |
Organisation der Verwaltungsbehörden
Die oberste Leitung der Regierung ist einem Staatsministerium übertragen, welches aus 3 Ministern, bzw. Ministerialvorständen besteht. Unter diesen sind die verschiedenen Departements des großherzoglichen Hauses, des Äußern, des Innern, der Justiz, der Kirchen und Schulen, der Finanzen, des Militärwesens verteilt. Das Staatsministerium leitet die Verwaltung im Herzogtum Oldenburg unmittelbar, während die Fürstentümer besondere Mittelbehörden für die Verwaltung, die Regierungen in Eutin und Birkenfeld, haben. Diesen ist auch die unmittelbare Leitung des Schulwesens in ihren Bezirken anvertraut, während für dieses im Herzogtum ein evangelisches Oberschulkollegium (in Oldenburg) und ein katholisches (in Vechta) besteht.
Staatsminister des Großherzogtums Oldenburg
Amtszeit | Name | Lebensdaten |
| 12.10.1814 - 30.06.1842 | Karl Ludwig Friedrich Joseph Freiherr von Brandenstein | 1760 - 1847 |
| 01.07.1842 - 09.09.1843 | Günther Heinrich Freiherr von Berg | 1765 - 1843 |
| 09.09.1843 - 01.08.1848 | Wilhelm Ernst Freiherr von Beaulieu-Marconnay | 1786 - 1859 |
| 01.08.1848 - 13.08.1849 | Johann Heinrich Jakob Schloifer | 1790 - 1867 |
| 13.08.1849 - 01.05.1851 | Christian Diedrich von Buttel | 1801 - 1878 |
| 01.05.1851 - 23.06.1874 | Peter Friedrich Ludwig Freiherr von Rössing | 1805 - 1874 |
| 23.06.1874 - 01.10.1876 | Karl Heinrich Ernst von Berg | 1810 - 1894 |
| 01.10.1876 - 14.03.1890 | Friedrich Andreas Ruhstrat | 1818 - 1896 |
| 14.03.1890 - 19.08.1900 | Gerhard Friedrich Günther Jansen | 1831 - 1914 |
| 19.08.1900 - 17.08.1908 | Wilhelm Friedrich Willich | 1846 - 1917 |
| 17.08.1908 - 03.01.1916 | Friedrich Julius Heinrich Ruhstrat | 1854 - 1916 |
| 03.01.1916 - 06.11.1918 | Franz Friedrich Paul Ruhstrat | 1859 - 1935 |
Administrative Gliederung
Das Großherzogtum Oldenburg besteht aus dem Herzogtum Oldenburg, dem Fürstentum Lübeck, dem Fürstentum Birkenfeld.
Das Großherzogtum Oldenburg besteht aus drei Landesteilen:
1. Herzogtum Oldenburg | 2. Fürstentum Lübeck | 3. Fürstentum Birkenfeld |
| Das Herzogtum Oldenburg (ohne das 1854, 1864 und 1873 an Preußen abgetretenen Jadegebietes sowie der 1863 an Hannover gelangten Bauerschaft Wachtum und einschließlich der am 1. August 1854 einverleibten Herrschaft Kniphausen mit 3035 Einwohner) hat 5 375,43 km², 248 136 Einwohner, 17 Ämter und die selbstständige Städte Oldenburg, Varel, Jever. Ämter, sowie Berne, Ovelgönne, Stollhamm, Landwührden. Das Herzogtum Oldenburg bildet den Bezirk des Oberlandgerichtes Oldenburg, sowie des Landgerichtes Oldenburg u. hat folgende Amtsgerichte: Brake, Damme, Delmenhorst, Friesoythe, Jever, Kloppenburg; Löningen; Oldenburg; Varel; Vechta; Westerstede; Wildeshausen; Ellwürden; Elsfleth. | Das Fürstentum Lübeck kam 1803 an Oldenburg. (einschließlich des am 27. September 1866 von Preußen (Holstein) erworbenen Flecken und Amtes Ahrensböck mit 12 553 Einwohner) hat 521,38 km² und 34 085 Einwohner Es gliedert sich in Stadt und Amt Eutin und in Amt Schwartau. Gerichtlich gehört es zum Oberlandsgericht Hamburg und zum Landgericht Lübeck und hat 3 Amtsgerichte: Ahrensböck, Schwartau und Eutin. Es ist ein wald- und seenreiches Hügelland mit fruchtbarem Boden. | Das Fürstentum Birkenfeld wurde 1815 mit Oldenburg vereinigt. Es liegt im Gebiet des Hunsrück und wird von der Nahe in einem schönen Tal durchflossen. Berühmt sind die Steinschleifereien des Ländchens. Das Fürstentum Birkenfeld (eingeschlossen im preußischen Regierungsbezirk Trier) hat 502,87 km², 37 093 Einwohner (1881) ; gehört zum Oberlandsgericht Köln, Landgericht Saarbrücken und hat 3 Amtsgerichte: Birkenfeld; Oberstein und Nohfelden. |
| Militärisch gehört das Herzogtum Oldenburg zum Ersatzbezirk des X. Armeekorps, 37. Brigade. | Militärisch gehört das Fürstentum Lübeck zum IX. Armeekorps, 36. Brigade. | Militärisch gehört das Fürstentum Birkenfeld zum VIII. Armeekorps, 32.Brigade. |
Herzogtum Oldenburg - Karte 1914 | Fürstentum Lübeck - Karte 1914 | Fürstentum Birkenfeld - Karte 1914 |
1881: 13 Orte von über 2000 Einwohner mit insgesamt 56 509 Einwohner, 844 Orte von unter 2000 Einwohner mit insgesamt 262 805 Einwohner.
| 1. Herzogtum Oldenburg mit einer Fläche von 5 383 km² und 318 434 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in: |
Sitz der Regierung in Oldenburg mit den selbstständigen Städten Oldenburg, Jever, Varel und Delmenhorst (seit 1903), sowie den Amtsbezirken Brake, Butjadingen, Cloppenburg, Delmenhorst, Elsfleth, Friesoythe, Jever, Oldenburg, Rüstringen (seit 1903), Varel, Vechta, Westerstede, Wildeshausen |
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| Oldenburg um 1900 | Oldenburg - Partie am Großherzoglichen Schloss | Oldenburg - Luisenschule um 1910 | Delmenhorst um 1910 | Jever - Prinzenallee |
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| Oldenburg Friedensplatz 1908 | Oldenburg - Poststrasse | Oldenburg - Postamt | Delmenhorst - Kaiserliches Postamt | Jever vom Schlossturm gesehen |
| Oldenburg - Infanterie Offizier-Kasino | Oldenburg - Elisabethstrasse | Oldenburg - Großherzogliches Schloss und Lambertiskirche | Delmenhorst - Partie am Schlossgraft | Brake - Badeleben am Strande |
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| Oldenburg - Partie am Staugraben | Cloppenburg - Bahnhofstraße | Oldenburg - Theater-Wall 1907 | Delmenhorst - Promenade | Varel - Gruß vom Tivoli |
| 2. Fürstentum Lübeck mit einer Fläche von 503 km² und 43 406 Einwohnern (Jahr 1900), besteht aus den Gemeinden: |
Sitz der Regierung in Eutin. Sämtliche Gemeinden des Fürstentums Lübeck sind der Regierung in Eutin unterstellt: Flecken Ahrensböck, Landgemeinde Ahrensböck, Bosau, Curau, Stadtgemeinde Eutin, Landgemeinde Eutin, Gleschendorf, Gnissau, Malente, Neukirchen, Obernwohlde, Ost Ratekau, Redingsdorf, Rensefeld, Schwartau, Siblin, Süsel, Stockelsdorf, West Ratekau |
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| Eutin - Hotel Voss-Haus | Eutin - Hotel Voss-Haus | Eutin - Am See | Eutin - Schlosshof | Eutin - Regierung |
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| Eutin - Markt und Kirche 1899 | Eutin - Partie an der Stadtbucht | Hotel Holsteinische Schweiz am Kellersee |
| 3. Fürstentum Birkenfeld mit einer Fläche von 541 km² und 37 340 Einwohnern (Jahr 1900), besteht aus den Gemeinden: |
Sitz der Regierung in Birkenfeld. Bürgermeistereien in Birkenfeld, Herrstein, Idar, Niederbrombach und Nohfelden sowie der Stadtbürgermeisterei Oberstein. Im Fürstentum Birkenfeld unterstehen sämtliche Gemeinden zunächst dem Bürgermeisteramt: Abentheuer, Achtelsbach, Algenrodt, Asweiler, Bergen, Berschweiler, Birkenfeld, Böschweiler, Bosen, Breitental, Brücken, Buhlenberg, Bundenbach, Burbach, Burgbirkenfeld, Dambach, Dienstweiler, Eckelhausen, Eisen, Eitzweiler, Eiweiler, Elchweiler, Ellenberg, Ellweiler, Enzweiler, Feckweiler, Fischbach, Georg Weierbach, Gerach, Gimbweiler, Gollenberg, Gonnesweiler, Göttschied, Griebelschied, Hambach, Hattgenstein, Herborn, Herrstein, Hettenrodt, Heupweiler, Hintertiefenbach, Hirstein, Hoppstädten, Hussweiler, Idar, Kirnsulzbach, Kirschweiler, Kronweiler, Leisel, Mackenrodt, Meckenbach, Mörschied, Mosberg-Richweiler, Neunkirchen, Niederbrombach, Niederhosenbach, Niederwörresbach, Nockental, Nohen, Nohfelden, Oberbrombach, Oberhosenbach, Oberstein, Oberwörresbach, Regulshausen, Rimsberg, Rinzenberg, Rötsweiler, Schmissberg, Schwarzenbach, Schwollen, Selbach, Siesbach, Sonnenberg, Sonnschied, Sötern, Steinberg-Deckenhardt, Tiefenstein (Zusammenschluß aus Hettstein und Obertiefenbach), Traunen, Veitsrodt, Vollmersbach, Walhausen, Weiden, Weiersbach-Bleiderdingen, Wickenrodt, Wilzenberg, Winnenberg, Wolfersweiler |
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| Oberstein | Birkenfeld | Birkenfeld |
Schiffe der Kaiserlichen Marine
| S.M.S. Oldenburg - Panzerkorvette | S.M.S. Oldenburg - Linienschiff |
Hymne
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"Heil Dir o Oldenburg - Heil Deinen Farben!" | Großherzogtum Oldenburg |
Heil dir, o Oldenburg!
(Originalfassung)
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Heil dir, o Oldenburg, Heil deinen Farben!
Melodie
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Heil dir, o Oldenburg!
(Version nach 1918)
1. Heil dir, o Oldenburg! | 2. Ehr deine Blümelein, Pfleg ihre Triebe, Sie blühen blau und rot, Die Freundschaft und die Liebe. Wie deine Eichen stark, Wie frei des Meeres Flut, Sei freier Männer Kraft Dein höchstes Gut! | 3. Wer deinem Herde naht, |
Oldenburg nach 1918

Briefmarke Deutsches Reich von 1928 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Oldenburgs
Zwei befürwortende Volksabstimmungen über die Wiederherstellung des Landes Oldenburg 1956 und 1975 wurden von der Politik übergangen.
| 1918 | Am 11. November 1918 verzichtete Großherzog Friedrich August auf den Thron und das Land wurde zum Freistaat erklärt. |
| 1919 | Nach der Verfassung vom 17. Juni 1919 ist Oldenburg ein Freistaat. Der aus 48 Mitgliedern (39 aus Oldenburg, 4 aus Lübeck, 5 aus Birkenfeld) bestehende Landtag wird von den über 20 Jahre alten Einwohnern in allgemeiner, direkter, gleicher und geheimer Wahl auf 3 Jahre gewählt. |
| 1937 | Neuordnung des Landes: Oldenburg erhält Wilhelmshaven und muss Birkenfeld und Eutin an Preußen abtreten. |
| 1945 | Oldenburg wird größtenteils durch Briten besetzt und Teil der britischen Besatzungszone. Schon bald gab es aus Hannover erste Versuche die Länder Oldenburg, Braunschweig und die ehemalige preußische Provinz Hannover, Bremen, Lippe und Schaumburg-Lippe sowie die westfälischen Kreise Minden, Tecklenburg, Bielefeld, Herford und Halle zu einem neuen Land "Niedersachsen" zu vereinigen. |
| 1946 | Die Vertreter der oldenburgischen Seite forderten im Mai 1946 die Bildung eines Bundesstaates "Weser-Ems" aus dem Land Oldenburg, Bremen und den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück. Am 1. November 1946 wurde durch die Verordnung Nr. 55 das Land Niedersachsen offiziell gegründet. |
| 1956 | Eine Volksabstimmungen, die die Wiederherstellung des Landes Oldenburg fordert, wird von den Politikern ignoriert und übergangen. |
| 1975 | Eine zweite Volksabstimmungen (19. Januar 1975), die wie 1956 die Wiederherstellung des Landes Oldenburg fordert, wird von den Politikern erneut ignoriert und übergangen. Der Bundestag lehnt es mit dem Gesetz vom 9. Januar 1976 ab, das Land Oldenburg wiederherzustellen. Im selben Jahr fordern in einem Volksentscheid die 1946 zwangseingegliederten Schaumburger ebenfalls vergeblich ihre Selbstständigkeit wieder zurück. |
Niedersachsen aktuell:
Das heutige Land Niedersachsen mit der Hauptstadt Hannover besteht aus:
![]() | Landeshauptstadt Hannover | ||
| Größe: | 47 624,22 km² | ||
| Einwohner: | 7 996 942 | ||
| Bevölkerungsdichte: | 168/km² | ||
| Empfohlener Verweis (Link) auf diese Seite: Großherzogtum Oldenburg, URL: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/grossherzogtum_oldenburg.htm |

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