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Großherzogtum Oldenburg

Herzogtum Oldenburg, Fürstentum Lübeck, Fürstentum Birkenfeld

1815 - 1918

Haupt- und Residenzstadt Oldenburg i. Gr.

Fahne Großherzogtum Oldenburg 1815-1918

Fahne - Landesfarben Großherzogtum Oldenburg

Großherzogtum Oldenburg

Großherzogtum Oldenburg - Lage im Deutschen Reich

Wappen Großherzogtum Oldenburg

Großherzogtum Oldenburg - Karte 1914
Großherzogtum Oldenburg - Lage im Deutschen Reich Wappen Großherzogtum Oldenburg Großherzogtum Oldenburg - Karte 1914

 

Oldenburg - Großherzogliches Schloß

Oldenburg - Großherzogliches Schloß

 

 

Großherzogtum Oldenburg

Geschichte

Herzogtum Oldenburg

Die Grafen von Oldenburg werden seit 1088 erwähnt; anfangs Vasallen Heinrichs des Löwen, erlangten sie bei dessen Ächtung 1180 Reichsunmittelbarkeit. 1234 erwarben die die Hälfte des Stedinger Landes und erbauten 1247 die Burg Delmenhorst. Graf Dietrich der Glückliche (gest. 1440) vereinte wieder den Besitz der 1272 entstandenen beiden Linien Oldenburg und Delmenhorst. Sein ältester Sohn, Christian, wurde 1448 König von Dänemark und überließ die Stammlande seinen Brüdern Gerhard dem Streitbaren und Moritz. Erster führte das Geschlecht in Oldenburg fort, während sein Sohn Johann XIV. (1486-1526) das friesische Stedinger- und Butjadingerland dazu erwarb (1517-23). Anton Günter (1603-67) setzte als letzte seines Stammes seine Agnaten (Blutsverwandten), den König von Dänemark und den Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorp, zu seinen Lehnserben ein, die nach seinem Tode 1667 Oldenburg in Besitz nahmen; seit 1676 war der König von Dänemark alleiniger Landesherr in Oldenburg. Durch den Traktat vom 1. Juli 1773 überließ König Christian VII. von Dänemark die Grafschaft Oldenburg und Delmenhorst dem Großfürsten Paul von Russland aus dem Hause Holstein-Gottorp (dem späteren russischen Zaren Paul I.), der sie aber am 14. Dezember 1773 dem gottorpischen Prinzen Friedrich August, Bischof von Lübeck, abtrat, unter dem 1777 die Grafschaften zu einem Herzogtum Holstein-Oldenburg erhoben wurden. Auf Friedrich August († 6. Juli 1785) fogte sein Neffe Peter Friedrich Ludwig als Landesadministrator für Friedrich Augusts geisteskranken Sohn, nach dessen Tode 1823 als Herzog. Er ist der Stammvater des regierenden großherzogliches Hauses. 1803 erhielt er das säkularisierte Bistum Lübeck als weltliches Fürstentum. Durch Napoleon wurde das Herzogtum am 10. Dezember 1810 Frankreich einverleibt, aber 1813 wieder hergestellt und 1815 durch Birkenfeld, 1818 durch das bis dahin Russland gehörige Jever vergrößert. Auf Peter Friedrich Ludwig († 21. Mai 1829) folgte dessen Sohn Paul Friedrich August († 27. Februar 1853), der am 28. Mai 1829 den 1815 seinem Vater verliehenen, von diesem nicht geführten großherzoglichen Titel annahm. Die 1848 eingeführte Verfassung wurde 1852 umgestaltet. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (1853-1900) trat 1854 das Jadegebiet an Preußen ab, schloss sich 1854 dem Zollverein an, kämpfte im Deutschen Krieg von 1866 auf preußischer Seite. Die Truppen Oldenburgs wurden mit denen der Hansestädte zu einer Brigade formiert und unter Führung des Generals von Weltzien der Division Goeben zugeteilt. Für die Verzichtsleistung auf Schleswig-Holstein erhielt Oldenburg eine Entschädigung von 1 Million Talern und das holsteinische Amt Ahrensböck. Das Großherzogtum Oldenburg gehört seit 1866 dem Norddeutschen Bund und wurde 1870 Bundesstaat im Deutschen Reich. Seit 1900 ist Friedrich August Großherzog; unter ihm wurde 1903 das Erbrecht neu geregelt, dass, nachdem Zar Nikolaus von Russland zugunsten der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg für sein Haus auf etwaige Erbansprüche auf Oldenburg verzichtet hatte, Herzog Friedrich Ferdinand von Glücksburg und seinen Nachkommen zu Erben bestimmt wurden, falls das regierende Haus, repräsentiert durch den Großherzog und den Erbgroßherzog Nikolaus, aussterben sollte. Für den Landtag wurde 1908 das Reichstagswahlrecht (direktes Wahlrecht) eingeführt.

Oldenburg - Großherzogliches Schloss
Oldenburg, Langestrasse
Oldenburg - Großherzogliches Schloss Oldenburg - Langestrasse

 

Fürstentum Lübeck

Das Fürstentum Lübeck ist ein zum Großherzogtum Oldenburg gehöriges Gebiet. Es liegt an der Ostsee (Lübecker Bucht) zwischen holsteinischem und lübeckischem Gebiet gelegen, ist 541 km² (9,83 Quadratmeilen) groß und mit im Jahr 1900 = 34.340 Einwohner, davon 392 Katholiken und 15 Juden. Das Land bildet eine wellenförmige, größtenteils fruchtbare, von Wäldern, Seen und anmutigen Hügel ketten durchzogene Ebene. Die Bevölkerung ist niedersächsischen Stammes und fast ausschließlich evangelisch. Das Fürstentum, von der Ostholsteinischen und der Eutin-Lübecker Bahn durchschnitten, zerfällt in die Stadtgemeinde Eutin und die Ämter Eutin und Schwartau. Hauptstadt und Sitz der Regierung ist Eutin, woselbst sich auch der Provinzialrat von elf Mitgliedern versammelt. Das Land gehörte ursprünglich zum Gebiete des Hochstifts Lübeck. König Otto I. gründete 948 in der Stadt Aldenburg (Oldenburg) in Wagrien (dem östlichen Holstein) ein Bistum, das dem Erzstift Bremen unterstellt ward. Adalbert von Bremen trennte 1052 die beiden Bistümer Ratzeburg und Mecklenburg (-Schwerin) ab. Der heilige Vicelin, der Apostel der Wagrier und Obotriten, war hier Bischof 1149–54. Im Jahre 1163 verlegte Heinrich der Löwe den Sitz des Bistums nach Lübeck, die Residenz des Bischofs aber war Eutin. Nach Heinrichs Ächtung wurde das Bistum reichsunmittelbar, und unter Bischof Heinrich III. drang 1530 die Reformation in Lübeck ein. Nach seinem Tode (1535) wurde Detlev von Reventlow erster evangelischer Bischof, 1586 aber wählte das Domkapitel den Herzog Johann Adolf von Holstein-Gottorp, und weil dieses Haus die Säkularisierung des Hochstifts im Westfälischen Frieden verhinderte, so wählte das Kapitel fortan stets Bischöfe aus dem Hause Holstein-Gottorp. Als 1802 durch den Hauptdeputationsrezeß das Bistum und Domkapitel aufgehoben wurden, erhielt der Herzog von Oldenburg die genannten Besitzungen zur Entschädigung für die Aufhebung des Elsflether Weserzolles als weltliches Fürstentum, wobei jedoch der Stadt Lübeck die Domgebäude und einige Kapitelsdörfer zufielen. Nachdem Oldenburg 1842 das holsteinische Kirchspiel Gleschendorf gegen das Kirchspiel Ratekau durch Vertrag mit Dänemark eingetauscht hatte, erwarb es 1867 das holsteinische Amt Ahrensböck von Preußen. Das Wappen ist ein goldenes, schwebendes, mit einer silbernen, goldverzierten Bischofsmütze bedecktes Kreuz im blauen Feld.

 

Fürstentum Birkenfeld

Das Fürstentum Birkenfeld ist ein zum Großherzogtum Oldenburg gehörendes, aber abgesondert liegendes Gebiet. Es liegt südlich am Hunsrück, wird ganz von der preußischen Rheinprovinz begrenzt und umfaßt ein Areal von 593 km² (9,13 Ouadratmeilen). Es besteht aus der Herrschaft Oberstein und der Grafschaft Sponheim. Das Land wird vom Hochwald und Idarwald durchzogen und im südöstlichen Teil von der Nahe durchflossen. Der Ackerbau ist trotz der gebirgigen Beschaffenheit des stark bewaldeten Landes im allgemeinen befriedigend; Obst gedeiht besonders an den Ufern der Nahe; blühend ist die Rindviehzucht. Die Waldungen bestehen größtenteils aus Laubholz. Gegenstand des Bergbaues sind Eisenstein und Dachschiefer. Die Industrie ist lebhaft, besonders im Amtsbezirk Oberstein die Achatschleiferei und die Fabrikation unechter Bijouterien. Die Bevölkerung betrug 1900: 43.409 Seelen, davon 34.523 Evangelische, 8180 Katholiken und 524 Juden. Die Regierung ist in dem großherzoglich oldenburgischen Hause nach dem Rechte der Erstgeburt erblich; aber die Verbindung des Fürstentums mit den übrigen oldenburgischen Ländern ist eine bloß persönliche, durch den gemeinsamen Regenten vermittelte. Die Regierungsgeschäfte besorgt unter der unmittelbaren Leitung des oldenburgischen Kabinetts das Regierungskollegium zu Birkenfeld. Birkenfeld ist im oldenburgischen Landtage vertreten; außerdem besteht ein Provinzialrat (14 Mitglieder). Die Gemeindeverwaltung ist selbständig und wird durch Bürgermeister, die Staatsbeamte sind, kontrolliert. Es bestehen zwei Amtsgerichte (Birkenfeld und Oberstein) unter dem Landgericht in Saarbrücken. Seit 1569 führte ein Zweig des Hauses Zweibrücken, der bis 1733 in Birkenfeld residierte, den Namen Birkenfeld; 1776 kam Birkenfeld an Baden, 1801 an Frankreich, 1817 an Oldenburg.

 

Großherzogtum Oldenburg

Daten

Reichstag: 3 Abgeordnete

Bundesrat: 1 Stimme

Landesparlament: Der Landtag bildet (1910) eine Kammer und besteht aus 45 durch indirekte Wahlen (alle 5 Jahre) berufenen Abgeordneten:

  • 36 für das Herzogtum Oldenburg
  •   4 für das Fürstentum Lübeck
  •   5 für das Fürstentum Birkenfeld

Außerdem ist in jedem der beiden Fürstentümer Lübeck und Birkenfeld ein Provinzialrat aus 15, bzw. aus 14 Mitgliedern bestehend, eingesetzt. Auf je 500 Einwohner wird ein Wahlmann und auf je 10.000 Einwohner ein Abgeordneter gerechnet. Der gesamte Staatsbedarf wird für jede Finanzperiode (3 Jahre) mit Zustimmung des Landtags festgestellt. Der ordentliche Landtag wird alle 3 Jahre durch den Großherzog berufen, der ihn auch vertagt oder auflöst. Bei einer Auflösung muss der neue Landtag spätestens binnen 5 Monaten einberufen werden. Die Provinzialräte werden jährlich zweimal von den Provinzialregierungen einberufen. Den Gemeinden ist durch das Staatsgrundgesetz das Recht der freien Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten gewährleistet. Die Verfassung des Großherzogtums Oldenburg beruht auf dem revidierten Staatsgrundgesetz vom 22. November 1852. Danach vereinigt der Großherzog als Staatsoberhaupt die gesamten Rechte der Staatsgewalt in sich und ist nur in der Gesetzgebung und Besteuerung an die entsprechende Mitwirkung des Landtags gebunden. Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich; Geburts- und Standesvorrechte finden nicht statt. Es besteht volle Glaubens- und Gewissensfreiheit.

Hauptstadt: Oldenburg i. Gr. - 28.600 Einwohner (1905) = 145. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.

Größe: 6.428,34 km² (114 Quadratmeilen)

Herzogtum Oldenburg Fürstentum Lübeck Fürstentum Birkenfeld
5.383,85 km² 541,66 km² 502,83 km²



Eutin - Großherzogliches Schloss
Eutin - Hotel Voss-Haus
Eutin - Großherzogliches Schloss Eutin - Hotel Voss-Haus

 

Einwohner: Die Bevölkerung des Großherzogtums betrug 1837 = 262.171, Ende 1885 dagegen 341.525 Einwohner, was in diesen 50 Jahren eine Zunahme von 79.354 Einwohnern oder jährlich 0,60 Prozent ergibt. Es ist dies eine außerordentlich schwache Vermehrung, die teils in den regelmäßigen Abgängen der ländlichen Bevölkerung in die benachbarten größeren Städte, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Hamburg, Lübeck, teils in einer lebhaften überseeischen Auswanderung, die besonders aus dem südlichen Teil des Herzogtums Oldenburg, dem oldenburgische, katholischen Münsterland, stattfand, seinen Grund hat., katholischen Münsterland, stattfand, seinen Grund hat.

Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 483.042 Einwohner:

Bevölkerungsentwicklung im Großherzogtum Oldenburg gesamt:

1838 1871 1875 1880 1890 1900 1905 1910
262.171 316.640 319.314 337.478 354.968 399.183 438.856 483.042

Bevölkerungsentwicklung in den 3 Landesteilen:

- 1880 1890 1900 1905 1910
Herzogtum Oldenburg 263.648 279.008 318.434 353.789 391.246
Fürstentum Lübeck   35.145   34.718   37.340   38.583   41.300
Fürstentum Birkenfeld   38.685   41.242   43.409   46.484   50.496

Klima: Das Klima des Herzogtums Oldenburg ist mäßigt und feucht; das ebene und waldarme Land ist den Stürmen sehr ausgesetzt. Die Feuchtigkeit bewirkt, dass Graswuchs und Laub im Herbst auffallend lange frisch bleiben, hat aber in den niedrig gelegenen Marschen mit ihren zahlreichen, träge fließenden Wasserzügen vielfach Wechselfieber im Gefolge. In der Stadt Oldenburg war die Temperatur im kältesten Monat im Mittel -3,24°, im wärmsten +18,9°, in Jever -2,1° und +19,66° C.

Gewässer: Weser, Hunte, Hafe, Hunte-Ems-Kanal, Ems-Jade-Kanal.

Oberstein a.d. Nahe - Schloss und Felsenkirche
Oberstein a.d. Nahe - Fuhr's Hütte 
Oberstein a.d. Nahe - Schloss und Felsenkirche Oberstein a.d. Nahe - Fuhr's Hütte

 

Bewohner: Niedersachsen vom niederdeutschen Stamm der Sachsen und im Norden Friesen. Im Fürstentum Birkenfeld Franken.

Bevölkerungsdichte: 68/km² (1905)

Bildung: Im Großherzogtum Oldenburg bestehen m Jahr 1900 zirka 550 Volks- oder Elementarschulen, 2 Schullehrerseminar (ein evangelisches in Oldenburg, ein katholisches in Vechta), 14 höhere Volks- oder Bürgerschulen, 5 Gymnasien (in Oldenburg, Jever, Eutin, Vechta [katholisch] und Birkenfeld), 3 Realschulen (in Oldenburg, Oberstein-Idar und Varel), eine höhere Töchterschule (Cäcilienschule in Oldenburg), eine Taubstummenanstalt in Wildeshausen, 2 landwirtschaftliche Schulen in Neuenburg und Cloppenburg, eine Navigationsschule in Elsfleth. In Oldenburg sind auch eine öffentliche Bibliothek (als Staatsanstalt), ein Naturalienkabinett, eine Münz- und Antiquitätensammlung, eine Bildergalerie und ein Theater (als großherzogliche Anstalten).

Gerichtsorganisation: Im Herzogtum Oldenburg und im Fürstentum Lübeck gilt das gemeine deutsche Zivilrecht, modifiziert durch Partikularrechte und einzelne Gesetze, im Fürstentum Birkenfeld der Code Napoléon, sofern nicht die gemeinsame Gesetzgebung des Deutschen Reichs dafür an die Stelle getreten ist. Die Rechtsprechung erfolgt (nach Maßgabe der Justizverfassung für das Deutschen Reich) im Herzogtum durch das (mit dem Fürstentum Schaumburg-Lippe gemeinsam gehaltene) Oberlandesgericht sowie durch das Landgericht in Oldenburg und durch 14 Amtsgerichte.

  • Für das Herzogtum Oldenburg besteht 1 Oberlandesgericht und 1 Landgericht, welche beide ihren Sitz in der Stadt Oldenburg i. Gr. haben. Diesen sind folgende Amtsgerichte zugeteilt: Brake (Old.), Butjadingen (Sitz in Ellwürden), Cloppenburg, Delmenhorst, Elsfleth, Friesoythe, Jever, Löningen, Oldenburg, Rüstringen, Varel, Vechta, Westerstede und Wildeshausen.
  • Für das Fürstentum Lübeck bestehen die Amtsgerichte: Ahrensböck, Eutin und Schwartau, welche dem Landgericht Lübeck und dem Oberlandesgericht Hamburg zugeordnet sind.
  • Für das Fürstentum Birkenfeld bestehen Amtsgerichte in Birkenfeld, Nohfelden und Oberstein, welche dem Landgericht Saarbrücken und dem Oberlandesgericht Köln zugeordnet sind.
Delmenhorst - Wasserturm am Rathaus
Oldenburg - Marschen
Delmenhorst - Wasserturm am Rathaus Oldenburg - Marschen

 

Militär: Die oldenburgischen Truppen gehören seit 1867 dem preußischen Heer an, als Infanterieregiment Nr. 91, Dragonerregiment Nr. 19 und 2 Batterien des 26. Feldartillerieregiments, deren Chef der Großherzog ist. Sie bilden Teile des 10. Armeekorps (Hannover).

Religion: Was die kirchlichen Verhältnisse betrifft, so ordnet und verwaltet jede Religionsgenossenschaft ihre Angelegenheiten unter Oberaufsicht des Staats selbstständig. Der evangelischen Kirche ist Presbyterial- und Synodalverfassung gewährleistet. Im Herzogtum Oldenburg ist die geistliche Oberbehörde der Oberkirchenrat. Die allgemeine Landessynode, welche aus geistlichen und weltlichen Vertretern besteht, wird alle 3 Jahre einberufen. In den Fürstentümer steht die Leitung der evangelischen Kirchenangelegenheiten der Regierung und dem Superintendenten zu. Die Katholiken des Herzogtums Oldenburg gehören zum Sprengel des Bischofs von Münster, jene im Fürstentum Birkenfeld zu dem des Bischofs von Trier. Die katholische kirchliche Oberbehörde ist in Oldenburg das bischöfliche Offizialat in Vechta. Die katholische Kirche ist herrschend in den früher münsterschen Ämtern Vechta, Cloppenburg und Friesoythe. Von christlichen Sekten sind im Großherzogtum Oldenburg und zwar besonders im Herzogtum Oldenburg Baptisten, Mennoniten, Methodisten und im Fürstentum Birkenfeld Altkatholiken vertreten.

1871 1885 1900
  • 245.054 Evangelisch
  •   71.743 römisch Katholisch
  •        909 andere Christen
  •     1.578 Juden
Herzogtum Oldenburg Fürstentum Lübeck Fürstentum Birkenfeld Herzogtum Oldenburg Fürstentum Lübeck Fürstentum Birkenfeld
  • 198.659 Evangelisch
  •  66.463 römisch Katholisch
  • 1.043 andere Christen
  • 946 Juden
  • 34.517 Evangelisch
  • 161 römisch Katholisch
  • 17 andere Christen
  • 26 Juden
  • 31.128 Evangelisch
  • 7.739 römisch Katholisch
  • 148 andere Christen
  • 678 Juden
  • 238.078 Evangelisch
  • 78.348 römisch Katholisch
  • 1.199 andere Christen
  • 809 Juden
  • 36.912 Evangelisch
  • 392 römisch Katholisch
  • 21 andere Christen
  • 15 Juden
  • 34.523 Evangelisch
  • 8.180 römisch Katholisch
  • 182 andere Christen
  • 524 Juden

Wirtschaft: Angaben 1881: Von je 1000 der Bevölkerung, welche sich vorwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und Schifffahrt nährt, sind nur 121,3 Gewerbetreibende, im Amte Friesoythe sogar nur 51,44. Im Amte Elsfleth mit 246,86 und im Amte Brake mit 271,97 ist jedoch einige Industrie vorhanden (Reederei, Schiffsbau u. Verwandtes); einige Tabaksindustrie in Delmenhorst u. Lohne. Die Waldfläche beträgt nur 44793 Hektare. Im Jahr 1873 wurden gezählt: 33827 Pferde, 214498 Rinder, 194151 Schafe, 55917 Schweine, 20579 Ziegen.

  • Landwirtschaft ist nicht ganz günstig; das Ackerland beträgt nur 30 %, Waldbestand nur 9 %.
  • Bergbau ist nicht vorhanden.
  • Industrie: Von Bedeutung ist der Schiffbau, der an der Jade und in den Weserhäfen (Nordenham, Brake, Elsfleth) betrieben wird. Ein lebhafter Fabrikort ist Delmenhorst (Kork, Linoleum, Jute und Tabak).
  • Handel: Die oldenburgische Handelsflotte steht nach Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Pommern, Hannover an 6. Stelle. Die drei Weserhäfen sind wichtige Handelsorte.
Oberstein a.d. Nahe - Achatschleiferei
Jever - Stammkneipe der Getreuen 
Oberstein a.d. Nahe - Achatschleiferei Jever - Stammkneipe der Getreuen

 

Großherzogtum Oldenburg

Postwesen und Briefmarken

Das Großherzogtum Oldenburg besaß bis 31.12.1867 eine eigene Posthoheit und war seit Januar 1852 Mitglied des Deutsch-Österreichischen Postvereins. 1868 übernahm der Norddeutsche Bund (Norddeutscher Postbezirk) den Postdienst. Seit 1850 regelte im Fürstentum Birkenfeld die Post des Königreichs Preußen den Postbetrieb.

bis 1867 1868 - 1871 1871 - 1874 ab 1875
Großherzogtum Oldenburg Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig
2 Groschen 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig

 

Großherzogtum Oldenburg

Währungen und Münzen

Herzogtum Oldenburg und Fürstentum Lübeck

bis 1858 1858 - 1871 ab 1871
1 Taler = 72 Grote = 360 Schwaren 1 Taler = 30 Groschen 1 Mark = 100 Pfennig

  Nikolaus Friedrich Peter Großherzog von Oldenburg - 2 Mark, 1891
1 Schwaren, 1854   Nikolaus Friedrich Peter Gr. von Oldenburg - 2 Mark, 1891
G.H. Oldenburg - 1 Grote, 1853 G.H. Oldenburg - 1 Groschen, 1866 Friedrich August Großherzog von Oldenburg - 5 Mark, 1900
Paul Fried. August Gr. v. Oldenburg - 1 Taler, 1846 Niko. Friedr. Peter Gr. von Oldenburg, 1 Taler, 1866 Niko. Friedr. Peter Gr. von Oldenburg, 10 Mark, 1874

 

Fürstentum Birkenfeld

vor 1871 ab 1871
1 Taler = 30 Silbergroschen = 300 Pfennig 1 Mark = 100 Pfennig

Oldenburg-Birkenfeld - 3 1/2 Gulden - 2 Thaler, 1840 Oldenburg-Birkenfeld - 1 Silbergroschen, 1848 Oldenburg-Birkenfeld - 1 Pfennig, 1848
P. F. A. Gr. v. Oldenb. - 3 1/2 Gulden - 2 Thaler, 1840 Oldenb.-Birkenfeld - 1 Silbergroschen, 1848 Oldenb.-Birkenfeld - 1 Pfennig, 1848

 

Großherzogtum Oldenburg

Regenten

Großherzöge von Oldenburg

regierendes Fürstenhaus: Grafen von Oldenburg, Ahnherr Graf Egilmar (um 1080)

(Dynastie Holstein-Gottorp) 1815 - 1918:

1815 erhält Oldenburg auf dem Wiener Kongress den Status eines Großherzogtums. Der Titel eines "Großherzogs" wurde aber erst ab 1829 benutzt.

Die Regierung ist erblich im Mannesstamm des Hauses Holstein-Gottorp jüngere Linie nach dem Rechte der Erstgeburt und der Linealerbfolge. Die weibliche Linie bleibt auch nach Erlöschen des Mannesstamms von der Erbfolge ausgeschlossen. Der Großherzog wird mit dem vollendeten 18. Lebensjahr volljährig. Im Fall der Minderjährigkeit oder dauernden Veränderung desselben an der Regierung übt, wenn nicht eine andre Anordnung getroffen ist, der nächste Agnat oder die Gemahlin des Großherzogs die Regentschaft aus. Der Großherzog bekennt sich zur lutherischen Kirche und hat eine jährliche Zivilliste von 255.000 Mark und den ebenso hohen Ertrag der Krondomänen.

Regentschaft Name Lebensdaten
28.05.1829 - 27.02.1853 Großherzog Paul Friedrich August 1783 - 1853
27.02.1853 - 13.06.1900 Großherzog Nikolaus Friedrich Peter II. 1827 - 1900
13.06.1900 - 11.11.1918 Großherzog Friedrich August 1852 - 1931

Peter Großherzog von Oldenburg

Das Großherzogliche Oldenburgische Fürstenhaus - 3 Generationen - 1899

Großherzog (Friedrich August) von Oldenburg im Kreise seiner Familie

Großherzogin Elisabeth von Oldenburg mit Prinzeß Ingeborg und Altburg

Peter Großherzog von Oldenburg Das Großherzogliche Oldenburgische Fürstenhaus - 3 Generationen - 1899 Großherzog (Friedrich August) von Oldenburg im Kreise seiner Familie Großherzogin Elisabeth von Oldenburg mit Prinzeß Ingeborg und Altburg
  Großherzog Friedrich August Oldenburg Großherzogliches Schloss 1907  
  Großherzog Friedrich August Oldenburg Großherzogliches Schloss 1907  
S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg Großherzog von Oldenburg, Prinz Eitel Friedrich und seine Braut (Sophie Charlotte von Oldenburg) Prinzessinnen Altburg und Ingeburg von Oldenburg 1917

S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg

S.K.H. Großherzog, S.K.H. Erbgroßherzog, I.K.H. Herzoginnen Ingeborg und Altburg von Oldenburg

Großherzog von Oldenburg, Prinz Eitel Friedrich und seine Braut (Sophie Charlotte von Oldenburg)

Prinzessinnen Altburg und Ingeburg von Oldenburg 1917

 

Großherzogtum Oldenburg

Organisation der Verwaltungsbehörden

Die oberste Leitung der Regierung ist einem Staatsministerium übertragen, welches aus 3 Ministern, bzw. Ministerialvorständen besteht. Unter diesen sind die verschiedenen Departements des großherzoglichen Hauses, des Äußern, des Innern, der Justiz, der Kirchen und Schulen, der Finanzen, des Militärwesens verteilt. Das Staatsministerium leitet die Verwaltung im Herzogtum Oldenburg unmittelbar, während die Fürstentümer besondere Mittelbehörden für die Verwaltung, die Regierungen in Eutin und Birkenfeld, haben. Diesen ist auch die unmittelbare Leitung des Schulwesens in ihren Bezirken anvertraut, während für dieses im Herzogtum ein evangelisches Oberschulkollegium (in Oldenburg) und ein katholisches (in Vechta) besteht.

Staatsminister des Großherzogtums Oldenburg

Amtszeit

Name

Lebensdaten
12.10.1814 - 30.06.1842 Karl Ludwig Friedrich Joseph Freiherr von Brandenstein 1760 - 1847
01.07.1842 -  09.09.1843 Günther Heinrich Freiherr von Berg 1765 - 1843
09.09.1843 -  01.08.1848 Wilhelm Ernst Freiherr von Beaulieu-Marconnay 1786 - 1859
01.08.1848 - 13.08.1849 Johann Heinrich Jakob Schloifer 1790 - 1867
13.08.1849 -  01.05.1851 Christian Diedrich von Buttel 1801 - 1878
01.05.1851 - 23.06.1874 Peter Friedrich Ludwig Freiherr von Rössing 1805 - 1874
23.06.1874 -  01.10.1876 Karl Heinrich Ernst von Berg 1810 - 1894
01.10.1876 - 14.03.1890 Friedrich Andreas Ruhstrat 1818 - 1896
14.03.1890 - 19.08.1900 Gerhard Friedrich Günther Jansen 1831 - 1914
19.08.1900 - 17.08.1908 Wilhelm Friedrich Willich 1846 - 1917
17.08.1908 -  03.01.1916 Friedrich Julius Heinrich Ruhstrat 1854 - 1916
03.01.1916 -  06.11.1918 Franz Friedrich Paul Ruhstrat 1859 - 1935

 

Großherzogtum Oldenburg

Administrative Gliederung

Das Großherzogtum Oldenburg besteht aus dem Herzogtum Oldenburg, dem Fürstentum Lübeck, dem Fürstentum Birkenfeld.

Das Großherzogtum Oldenburg besteht aus drei Landesteilen:

1. Herzogtum Oldenburg
2. Fürstentum Lübeck
3. Fürstentum Birkenfeld
Das Herzogtum Oldenburg (ohne das 1854, 1864 und 1873 an Preußen abgetretenen Jadegebietes sowie der 1863 an Hannover gelangten Bauerschaft Wachtum und einschließlich der am 1. August 1854 einverleibten Herrschaft Kniphausen mit 3035 Einwohner) hat 5 375,43 km², 248 136 Einwohner, 17 Ämter und die selbstständige Städte Oldenburg, Varel, Jever. Ämter, sowie Berne, Ovelgönne, Stollhamm, Landwührden. Das Herzogtum Oldenburg bildet den Bezirk des Oberlandgerichtes Oldenburg, sowie des Landgerichtes Oldenburg u. hat folgende Amtsgerichte: Brake, Damme, Delmenhorst, Friesoythe, Jever, Kloppenburg, Löningen, Oldenburg, Varel, Vechta, Westerstede, Wildeshausen, Ellwürden, Elsfleth. Das Fürstentum Lübeck kam 1803 an Oldenburg (einschließlich des am 27. September 1866 von Preußen (Holstein) erworbenen Flecken und Amtes Ahrensböck mit 12.553 Einwohner) hat 521,38 km² und 34.085 Einwohner Es gliedert sich in Stadt und Amt Eutin und in Amt Schwartau. Gerichtlich gehört es zum Oberlandesgericht Hamburg und zum Landgericht Lübeck und hat 3 Amtsgerichte: Ahrensböck, Schwartau und Eutin. Es ist ein wald- und seenreiches Hügelland mit fruchtbarem Boden. Das Fürstentum Birkenfeld wurde 1815 mit Oldenburg vereinigt. Es liegt im Gebiet des Hunsrück und wird von der Nahe in einem schönen Tal durchflossen. Berühmt sind die Steinschleifereien des Ländchens. Das Fürstentum Birkenfeld (eingeschlossen im preußischen Regierungsbezirk Trier) hat 502,87 km², 37.093 Einwohner (1881) ; gehört zum Oberlandesgericht Köln, Landgericht Saarbrücken und hat 3 Amtsgerichte: Birkenfeld; Oberstein und Nohfelden.
Militärisch gehört das Herzogtum Oldenburg  zum Ersatzbezirk des X. Armeekorps, 37. Brigade. Militärisch gehört das Fürstentum Lübeck zum IX. Armeekorps, 36. Brigade. Militärisch gehört das Fürstentum Birkenfeld zum VIII. Armeekorps, 32. Brigade.
Herzogtum Oldenburg - Karte 1914

Herzogtum Oldenburg - Karte 1914

Fürstentum Lübeck - Karte 1914

Fürstentum Lübeck - Karte 1914

Fürstentum Birkenfeld - Karte 1914

Fürstentum Birkenfeld - Karte 1914

 

1881: 13 Orte von über 2000 Einwohner mit insgesamt 56 509 Einwohner, 844 Orte von unter 2000 Einwohner mit insgesamt 262 805 Einwohner.

1. Herzogtum Oldenburg mit einer Fläche von 5 383 km² und 318 434 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:

Sitz der Regierung in Oldenburg mit den selbstständigen Städten Oldenburg, Jever, Varel und Delmenhorst (seit 1903), sowie den Amtsbezirken Brake, Butjadingen, Cloppenburg, Delmenhorst, Elsfleth, Friesoythe, Jever, Oldenburg, Rüstringen (seit 1903), Varel, Vechta, Westerstede, Wildeshausen

Oldenburg um 1900

Oldenburg - Partie am Großherzoglichen Schloss

Oldenburg - Luisenschule um 1910

Delmenhorst um 1910

Jever - Prinzenallee

Oldenburg um 1900 Oldenburg - Partie am Großherzoglichen Schloss Oldenburg - Luisenschule um 1910 Delmenhorst um 1910 Jever - Prinzenallee
Oldenburg Friedensplatz 1908

Oldenburg - Poststrasse

Oldenburg - Postamt

Delmenhorst - Kaiserliches Postamt Jever vom Schlossturm gesehen
Oldenburg Friedensplatz 1908 Oldenburg - Poststraße Oldenburg - Postamt Delmenhorst - Kaiserliches Postamt Jever vom Schlossturm gesehen

Oldenburg - Infanterie Offizier-Kasino

Oldenburg - Elisabethstrasse

Oldenburg - Großherzogliches Schloss und Lambertiskirche

Delmenhorst - Partie am Schlossgraft

Brake - Badeleben am Strande

Oldenburg - Infanterie Offizier-Kasino Oldenburg - Elisabethstraße Oldenburg - Großherzogliches Schloss und Lambertiskirche Delmenhorst - Partie am Schlossgraft Brake - Badeleben am Strande

Oldenburg - Partie am Staugraben

Cloppenburg - Bahnhofstrasse

Oldenburg - Theater-Wall 1907

Delmenhorst - Promenade

Varel - Gruß vom Tivoli
Oldenburg - Partie am Staugraben Cloppenburg - Bahnhofstraße Oldenburg - Theater-Wall 1907 Delmenhorst - Promenade Varel - Gruß vom Tivoli

 

 

2. Fürstentum Lübeck mit einer Fläche von 503 km² und 43 406 Einwohnern (Jahr 1900), besteht aus den Gemeinden:

Sitz der Regierung in Eutin. Sämtliche Gemeinden des Fürstentums Lübeck sind der Regierung in Eutin unterstellt: Flecken Ahrensböck, Landgemeinde Ahrensböck, Bosau, Curau, Stadtgemeinde Eutin, Landgemeinde Eutin, Gleschendorf, Gnissau, Malente, Neukirchen, Obernwohlde, Ost Ratekau, Redingsdorf, Rensefeld, Schwartau, Siblin, Süsel, Stockelsdorf, West Ratekau

Eutin - Hotel Voss-Haus Eutin - Hotel Voss-Haus Eutin - Am See Eutin - Schlosshof Eutin - Regierung
Eutin - Hotel Voss-Haus Eutin - Hotel Voss-Haus Eutin - Am See Eutin - Schlosshof Eutin - Regierung

Eutin - Markt und Kirche 1899

 

 

Eutin - Partie an der Stadtbucht Hotel Holsteinische Schweiz am Kellersee
Eutin - Markt und Kirche 1899     Eutin - Partie an der Stadtbucht Hotel Holsteinische Schweiz am Kellersee

 

 

3. Fürstentum Birkenfeld mit einer Fläche von 541 km² und 37 340 Einwohnern (Jahr 1900), besteht aus den Gemeinden:

Sitz der Regierung in Birkenfeld. Bürgermeistereien in Birkenfeld, Herrstein, Idar, Niederbrombach und Nohfelden sowie der Stadtbürgermeisterei Oberstein. Im Fürstentum Birkenfeld unterstehen sämtliche Gemeinden zunächst dem Bürgermeisteramt: Abentheuer, Achtelsbach, Algenrodt, Asweiler, Bergen, Berschweiler, Birkenfeld, Böschweiler, Bosen, Breitental, Brücken, Buhlenberg, Bundenbach, Burbach, Burgbirkenfeld, Dambach, Dienstweiler, Eckelhausen, Eisen, Eitzweiler, Eiweiler, Elchweiler, Ellenberg, Ellweiler, Enzweiler, Feckweiler, Fischbach, Georg Weierbach, Gerach, Gimbweiler, Gollenberg, Gonnesweiler, Göttschied, Griebelschied, Hambach, Hattgenstein, Herborn, Herrstein, Hettenrodt, Heupweiler, Hintertiefenbach, Hirstein, Hoppstädten, Hussweiler, Idar, Kirnsulzbach, Kirschweiler, Kronweiler, Leisel, Mackenrodt, Meckenbach, Mörschied, Mosberg-Richweiler, Neunkirchen, Niederbrombach, Niederhosenbach, Niederwörresbach, Nockental, Nohen, Nohfelden, Oberbrombach, Oberhosenbach, Oberstein, Oberwörresbach, Regulshausen, Rimsberg, Rinzenberg, Rötsweiler, Schmissberg, Schwarzenbach, Schwollen, Selbach, Siesbach, Sonnenberg, Sonnschied, Sötern, Steinberg-Deckenhardt, Tiefenstein (Zusammenschluss aus Hettstein und Obertiefenbach), Traunen, Veitsrodt, Vollmersbach, Walhausen, Weiden, Weiersbach-Bleiderdingen, Wickenrodt, Wilzenberg, Winnenberg, Wolfersweiler

Oberstein 1900

 

Birkenfeld

  Birkenfeld
Oberstein   Birkenfeld   Birkenfeld

 

Großherzogtum Oldenburg

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Oldenburg - Panzerkorvette S.M.S. Oldenburg - Linienschiff

 

Großherzogtum Oldenburg

Hymne

Heil Dir o Oldenburg - Heil Deinen Farben! Großherzogtum Oldenburg

"Heil Dir o Oldenburg - Heil Deinen Farben!"

Großherzogtum Oldenburg

 

Heil dir, o Oldenburg!

(Originalfassung)

Heil dir, o Oldenburg, Heil deinen Farben!

Heil dir, o Oldenburg, Heil deinen Farben!


Melodie

1. Heil dir, o Oldenburg, Heil deinen Farben!
Gott schütz' dein edles Ross, er segne deine Garben!
¦:Heil deinem Fürsten, Heil! der treu dir zugewandt,
der dich so gern beglückt, o Vaterland!:¦
3. Mutig dein Wimpel fleucht durch alle Meere,
wohin dein Krieger zeucht, zollt man ihm Ruhm und Ehre;
¦:schleudert den fremden Kiel der Sturm an deinen Strand,
birgt ihn der Lotsen Schar mit treuer Hand.:¦
2. Ehr' deine Blümelein, pfleg' ihre Triebe;
blau und rot blühen sie, die Freundschaft und die Liebe;
¦:Wie deine Eichen stark, wie des Meeres Flut,
sei deutscher Männer Kraft dein höchstes Gut!:¦
4. Wer deinem Herde naht, fühlt augenblicklich,
dass er hier heimisch ist, er preiset sich so glücklich.
¦:Führt ihn sein Wanderstab auch alle Länder durch,
du bleibst sein liebstens Land, mein Oldenburg!:¦

Heil dir, o Oldenburg!

(Version nach 1918)

1. Heil dir, o Oldenburg!
Heil deinen Farben!
Gott schütz dein edles Roß,
er segne deine Garben!
Heil deinem Volke, Heil!
das treu dir zugewandt,
das du so hoch beglückst,
mein Vaterland!

2. Ehr’ deine Blümelein,
Pfleg’ ihre Triebe,
Sie blühen blau und rot,
Die Freundschaft und die Liebe.
Wie deine Eichen stark,
Wie frei des Meeres Flut,
Sei freier Männer Kraft
Dein höchstes Gut!

3. Wer deinem Herde naht,
Fühlt augenblicklich,
Daß er hier heimisch ist,
Er preiset sich so glücklich.
Führt ihr sein Wanderstab
Auch alle Länder durch,
Du bleibst sein liebstes Land,
Mein Oldenburg!

 

Oldenburg nach 1918

Briefmarke Deutsches Reich von 1928 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Oldenburgs

Briefmarke Deutsches Reich von 1928 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Oldenburgs

 

Zwei befürwortende Volksabstimmungen über die Wiederherstellung des Landes Oldenburg 1956 und 1975 wurden von der Politik übergangen.

1918 Am 11. November 1918 verzichtete Großherzog Friedrich August auf den Thron und das Land wurde zum Freistaat erklärt.
1919 Nach der Verfassung vom 17. Juni 1919 ist Oldenburg ein Freistaat. Der aus 48 Mitgliedern (39 aus Oldenburg,  4 aus Lübeck, 5 aus Birkenfeld) bestehende Landtag wird von den über 20 Jahre alten Einwohnern in allgemeiner, direkter, gleicher und geheimer Wahl auf 3 Jahre gewählt.
1937 Neuordnung des Landes: Oldenburg erhält Wilhelmshaven und muss Birkenfeld und Eutin an Preußen abtreten.
1945 Oldenburg wird größtenteils durch Briten besetzt und Teil der britischen Besatzungszone. Schon bald gab es aus Hannover erste Versuche die Länder Oldenburg, Braunschweig und die ehemalige preußische Provinz Hannover,  Bremen, Lippe und Schaumburg-Lippe sowie die westfälischen Kreise Minden, Tecklenburg, Bielefeld, Herford und Halle zu einem neuen Land "Niedersachsen" zu vereinigen.
1946 Die Vertreter der oldenburgischen Seite forderten im Mai 1946 die Bildung eines Bundesstaates "Weser-Ems" aus dem Land Oldenburg, Bremen und den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück. Am 1. November 1946 wurde durch die Verordnung Nr. 55 das Land Niedersachsen offiziell gegründet.
1956 Eine Volksabstimmungen, die die Wiederherstellung des Landes Oldenburg fordert, wird von den Politikern ignoriert und übergangen.
1975 Eine zweite Volksabstimmungen (19. Januar 1975), die wie 1956 die Wiederherstellung des Landes Oldenburg fordert, wird von den Politikern erneut ignoriert und übergangen. Der Bundestag lehnt es mit dem Gesetz vom 9. Januar 1976 ab, das Land Oldenburg wiederherzustellen. Im selben Jahr fordern in einem Volksentscheid die 1946 zwangseingegliederten Schaumburger ebenfalls vergeblich ihre Selbstständigkeit wieder zurück.

Niedersachsen aktuell:

Das heutige Land Niedersachsen mit der Hauptstadt Hannover besteht aus:

Landeshauptstadt Hannover

Größe: 47 624,22 km²
Einwohner: 7 996 942
Bevölkerungsdichte: 168/km²

 


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