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Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

1815 - 1918

Haupt- und Residenzstadt Weimar

Fahne Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1813-1897

Fahne Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1897-1918

 Flagge 1813 - 29.01.1897

Flagge 29.01.1897 - 1918

Fahne - Landesfarben Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Thüringische Staaten Landkarte Sachsen-Weimar-Eisenach Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Wappen Thüringische Staaten - Karte 1914 Thüringische Staaten - Detailkarte 1914
Thüringische Staaten Sachsen-Weimar-Eisenach Wappen Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Thüringische Staaten - Karte 1914 Thüringische Staaten


Weimar - Residenzschloss

Weimar - Residenzschloss

 

 

Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehört zum Deutschen Reich. Zwischen 9°53´-12°16´ östlicher Länge und 50°25´-51° 28' nördlicher Breite gelegen, wird von der preußischen Provinz Sachsen, dem Königreich Sachsen, von Sachsen-Altenburg, den beiden Reuß, beiden Schwarzburg, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Gotha, dem Königreich Bayern und der preußischen Provinz Hessen-Nassau begrenzt. Das Großherzogtum wird durch die vorgenannten fremden Gebietsteile in drei Hauptgebiete zerteilt, den Weimarer, Eisenacher und Neustädter Kreis. Der Weimarer Kreis liegt im thüringischen Hügelland; der Eisenacher Kreis wird im Norden vom Thüringer Wald, im Süden von der Rhön durchzogen; der Neustädter Kreis gehört dem vogtländischen Gebirgsland an. Zum Weimarer Kreis gehören die Enklaven Allstedt und Oldisleben am südöstlichen Abhang des Harzes und die Enklave Ilmenau im Thüringer Wald, zum Eisenacher Kreis die Enklave Ostheim am Rhöngebirge. Nördlich bei Weimar erhebt sich der isolierte Ettersberg (478 m) aus dem von der Ilm durchflossenen, 200–310 m hohen Ilmplateau. In der Enklave Ilmenau liegt der höchste Berg des Großherzogtums, der Kickelhahn (882 m). Im Eisenacher Kreis sind der Wartburgberg (394 m) und der Ottowald bei Wilhelmsthal (640 m) und im südlichen Teil, der Rhön, der Ellnbogen (814 m), Bayerberg (714 m), der Ochsen bei Vacha (630 m) und der Gangelfsberg (788 m), endlich im Neustädter Kreis der Kesselberg bei Neustadt (425 m) zu nennen. Die Hauptflüsse des Landes sind die Saale und die Werra. Erstere durchströmt nur den östlichen Teil des Kreises Weimar, die Werra den Kreis Eisenach. Die Saale nimmt die Ilm, die Elster und die Unstrut auf. Die Elster berührt den Kreis Neustadt, die Unstrut die Enklaven Oldisleben und Allstedt. In die Werra münden die Felda, die Ulster, die Suhl und die Hörsel mit der Neffe. Durch die Enklave Ilmenau fließt die Ilm. Solquellen besitzen Bad Sulza und Luisenhall bei Stotternheim, eine Mineralquelle Eisenach, ein berühmtes Kaltwasserbad Ilmenau. Das Klima ist gemäßigt, rauh in den Thüringer Waldgegenden, mild im Saaltal. Die Luft ist überall rein und gesund, endemische Krankheiten sind selten.

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Geschichte

Am Anfang der Zeitenrechnung war das Land zwischen Harz, Thüringer Wald und Erzgebirge von germanischen Hermunduren bewohnt, die vermutlich durch Vermischung mit anderen germanischen Stämmen sowie keltischen Bevölkerungsresten in den Stamm der Thüringer übergingen und mit ihren Siedlungsgebieten bis an die Elbe nachweisbar sind. Das Reich der Thüringer (von der Altmark bis zum Main) zählte zu den mächtigsten germanischen Reichen außerhalb des römischen Imperiums, bis es 531 vom Frankenkönig Theoderich bei Burgscheidungen besiegt wurde. Die thüringische Bevölkerung lebte unter den neuen Machthabern weiter und wurde nur langsam in das fränkische Reich eingebunden. Jedoch gelang es den neuen Herrschern nicht, das ausgeprägte thüringische Eigenbewusstsein mit dem Fortleben eigenständiger thüringischer Rechtsgewohnheiten zu überwinden. Im Osten des ehemaligen Thüringerreiches drangen nun Slawen (Sorben, Milzener, Lusizer und Daleminzer) über die Elbe bis an die Saale vor. Um diesen Abschnitt der Ostgrenze des Frankenreiches besser zu schützen, bedienten sich die fränkischen Könige thüringischer Herzöge. So kam es zu einer erneuten Besiedlung des heutigen Ostthüringens und Sachsens mit Thüringern und nun auch Franken, die die eingewanderten Slawen zurückdrängten, germanisierten bzw. sich mit ihnen vermischten.

Die Burg Weimar (wih = heilig, mari = Wasser) an der Ilm wurde 975 erstmalig urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Grafen von Weimar und später der von Orlamünde kam das Gebiet an die Wettiner und 1485 an deren ernestinische Linie. Durch Übertragung der sächsischen Kurwürde von Sachsen-Wittenberg auf den Wettiner Friedrich den Streitbaren von Meißen, nach Erlöschen des askanischen Herrscherhauses 1423, ging der Name "Sachsen" (ursprünglich aus dem heutigen Niedersachsen) allmählich auf alle Besitzungen des Hauses Wettin, die Markgrafschaft Meißen (dem heutigen Sachsen) und Thüringen über. 1741 fiel Sachsen-Eisenach an das Herzogtum Sachsen-Weimar. Unter der Regentschaft von Carl August (1757 - 1828) und seiner Mutter Anna Amalia (1739 - 1807) wurde Weimar zum Zentrum der deutschen Klassik (Goethe, Schiller u.a.m.).

1815 erhielt Sachsen-Weimar-Eisenach auf dem Wiener Kongress den Status eines Großherzogtums und das bislang albertinische Neustädter Gebiet.  In Jena fand 1815 die Gründung der deutschen Burschenschaften statt, deren Farben Schwarz-Rot-Gold wurden. Als erster deutscher Fürst verlieh Karl August 1816 dem Land eine fortschrittliche landständische Verfassung, welche er nach den Karlsbader Beschlüssen mit Mühe gegen die Reaktionsbestrebungen Metternichs verteidigte. Von 1815 bis 1866 gehörte das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach dem Deutschen Bund an. 1829 heiratete die Tochter des Großherzogs, Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach den Prinzen Wilhelm von Preußen. Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg wird am 18. Januar 1871 König Wilhelm I. von Preußen im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Dadurch wurde die ehemalige weimarische Prinzessin Augusta als Kaiserin Augusta die erste deutsche Kaiserin des wiedererstandenen Deutschen Reichs. 1834 erfolgte der Beitritt des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach zum Deutschen Zollverein. Der Tradition seines Hauses getreu, pflegte der Großherzog Kunst und Wissenschaft, hob das Theater auf eine hohe Stufe, errichtete in Weimar eine Kunstschule und förderte die Universität Jena.

Weimar - Schillerhaus
Weimar - Goethe-Schiller-Denkmal
Weimar - Goethehaus
Weimar - Schillerhaus Weimar - Goethe-Schiller-Denkmal Weimar - Goethehaus


Weimar gehörte den Grafen von Orlamünde, und schon im 10. Jahrhundert führt eine Seitenlinie derselben, die 1067 erlosch, den Namen der Grafen von Weimar. Mit den Wettinern als Landgrafen von Thüringen gerieten die Grafen von Orlamünde vielfach in Zwist, erkannten 1345 die Lehnshoheit des Landgrafen Friedrich des Ernsthaften und die Erbberechtigung seines Hauses an. Der Erbfall trat 1373 ein; seitdem gehört Weimar den Wettinern und seit der Teilung von 1485 der Ernestinischen Linie. Nach der Wittenberger Kapitulation (1547) wurde es Hauptstadt der den Ernestinern verbliebenen Lande, bis Johann Friedrich der Mittlere 1564 seinen Sitz nach Gotha verlegte. Bei der Teilung von 1572 zwischen dessen Söhnen und seinem Bruder Johann Wilhelm († 1573) erhielt dieser Weimar und wurde Stifter der älteren weimarischen Linie. Seine Söhne Friedrich Wilhelm († 1602) und Johann regierten gemeinschaftlich, aber 1603 teilte Johann († 1605) mit den Söhnen des ersteren, erhielt die Ämter Weimar, Jena, Burgau, Kapellendorf, Ringleben, Ichtershausen, Wachsenburg, Reinhardsbrunn, Georgenthal, Schwarzwald, Königsberg und Oldisleben und begründete die jüngere weimarische Linie.
Für die acht unmündigen Söhne Johanns führten Kurfürst Christian II., dann Johann Georg I. von Sachsen die Vormundschaft, bis 1615 der älteste, Johann Ernst, die Regierung übernahm. Ihm folgte 1626 sein jüngerer Bruder, Wilhelm, unter dem das Land von den kaiserlichen Merodes und Tillys schwer zu leiden hatte. Als Gustav Adolf 1630 in Deutschland landete, waren Wilhelm und seine Brüder Albrecht, Ernst und Bernhard unter den ersten deutschen Fürsten, die sich ihm anschlossen. Wilhelm übernahm nach der Schlacht bei Breitenfeld den Oberbefehl in Thüringen, Bernhard schwang sich zum Heerführer auf und hatte Aussicht auf eine noch größere Machtstellung, als die Schlacht bei Nördlingen (1634) diese Hoffnungen zerstörte. Die weimarischen Fürsten traten daher dem Prager Frieden (1635) bei, zogen sich aber hierdurch die Feindschaft der Schweden zu. Nachdem mit dem Tode Johann Kasimirs (1638) Coburg und Eisenach an die weimarische Linie gefallen waren, teilten 1641 die drei Brüder. Während Albrecht Eisenach, Ernst Gotha erhielt, kam auf Wilhelm der weimarische Teil (Weimar, Jena, Burgau, Kapellendorf, Ringleben und Berka), und er wurde so Stifter der neuen weimarischen Linie. Nach dem Tod Albrechts fiel dieser Eisenach, bei der endgültigen Teilung der hennebergischen Erbschaft die Ämter Ilmenau, Kaltennordheim, Wasungen und die Zillbach zu. Nach Wilhelms Tode (1662) teilten sich dessen Söhne die Lande so, dass Johann Ernst II. Weimar, Adolf Wilhelm Eisenach, Johann Georg Marksuhl und Bernhard II. Jena erhielten.

Eisenach - Bachhaus
Eisenach - Lutherdenkmal
Eisenach - Villa Fritz Reuter
Eisenach - Bachhaus Eisenach - Lutherdenkmal Eisenach - Villa Fritz Reuter

 

Die von Johann Ernst abstammende Linie (auch als die jüngste weimarische bezeichnet) erwarb 1672 nach dem Erlöschen der altenburgischen Linie die Ämter Dornburg, Allstedt, Roßla und Bürgel. Unter Wilhelm Ernst (1683–1728) fiel ihr das Herzogtum Jena zu, nachdem dessen Linie 1690 erloschen war. Mit Wilhelm Ernst regierte gemeinschaftlich sein Bruder Johann Ernst III. und nach dessen Tod (1707) sein Sohn Ernst August. Doch wurde 1719 die Primogenitur eingeführt, und Ernst August I. folgte 1728 als alleiniger Herzog; als Erbe der 1741 erloschenen eisenachischen Linie erlangte er das ganze 1662 geteilte Gebiet wieder, wodurch Sachsen-Weimar-Eisenach sich um das Doppelte vergrößerte. Nach der kurzen Regierung des Herzogs Ernst August II. Konstantin (1748–58) folgte Karl August (1758–1828), bis 1775 unter der Vormundschaft seiner Mutter Amalie von Braunschweig, und erhob durch die Pflege von Kunst und Wissenschaft sein Land für einige Zeit zum geistigen Mittelpunkt Deutschlands. An der deutschen und europäischen Politik nahm Karl August hervorragenden Anteil und stand 1806 als General im preußischen Heer. Auf dem Wiener Kongress wurde Sachsen-Weimar-Eisenach zum Großherzogtum erhoben und sein Gebiet um 1700 km² (Weida und Neustadt) vergrößert; hierzu kam durch Abtretung von den sächsischen Herzogen noch Oldisleben.
Als erster deutscher Fürst verlieh Karl August 1816 seinem Land eine konstitutionelle Verfassung, die er nach den Karlsbader Beschlüssen mit Mühe gegen die Reaktionsbestrebungen Metternichs verteidigte; den Bundesbeschlüssen über die Universitäten und die Presse u.a. musste sich auch Sachsen-Weimar-Eisenach unterwerfen. Obwohl auch Karl Friedrich (1828–53) wohlwollend regierte, kam es 1848 auch in Weimar zu tobenden Kundgebungen; der Großherzog gab nach, berief den Führer der Opposition, von Wydenbrugk, ins Ministerium und willigte in die Verschmelzung des Kammervermögens mit dem landschaftlichen; er erhielt nur eine Zivilliste von 280.000 Talern, die er später freiwillig auf 250.000 Taler herabsetzte. Der nach einem neuen Wahlgesetz gewählte Landtag beschloss 1849–50 eine Reform des Gerichtswesens und der Staatsverwaltung. Aber dann wurde das Wahlgesetz von 1848 abgeändert und das Gesetz über die Domänen infolge eines Protestes der Agnaten 1854 dahin modifiziert, dass man Haus- und Staatsgut wieder trennte, aber die Verwaltung dem Staat allein übertrug.

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Weimar - Fest des C. C.
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach Weimar - Fest des C. C. Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach



Auf Karl Friedrich folgte sein Sohn Karl Alexander (1853–1901), der unablässig und mit Umsicht für das materielle Wohl des Landes tätig war. Der Tradition seines Hauses getreu, pflegte der Großherzog Kunst und Wissenschaft, hob das Theater auf eine hohe Stufe, errichtete in Weimar eine Kunstschule und förderte die Universität Jena. In der deutschen Frage hatte sich Sachsen-Weimar-Eisenach 1849 der preußischen Unionspolitik angeschlossen. In der schleswig-holsteinischen Frage trat es unter Zustimmung des Landtags für den Augustenburger mit besonderem Eifer ein und schickte 1866 (Deutscher Krieg) auch sein Kontingent nach Mainz, während es 14. Juni am Bundestag gegen den österreichischen Antrag stimmte und nach der Schlacht von Königgrätz dem preußischen Bundesreformprojekt beitrat (5. Juli). Am 9. Juli aus dem Deutschen Bund ausgeschieden, trat Sachsen-Weimar-Eisenach am 18. August in den Norddeutschen Bund ein, und sein Kontingent wurde gemäß der Militärkonvention vom 22. Februar 1867 in das preußische Infanterieregiment Nr. 94 umgewandelt. Die Landesverfassung erfuhr durch die Wahlgesetze von 1874 und 1896 Veränderungen. Eine neue Gemeindeordnung ist seit Anfang 1896 in Geltung. Da der Erbgroßherzog Karl August (* 1844, † 1894) vor dem Vater starb, so gingen seine Rechte auf des Erbgroßherzogs Sohn, Wilhelm Ernst (* 1876, † 1923), über, der am 5. Januar 1901 seinem Großvater folgte. 1906 wurde ein neues Landtagswahlgesetz beschlossen; bei den Wahlen errangen die Sozialdemokraten drei Sitze. Vorsitzender des Staatsministeriums ist seit 1901 Rothe.

Während der Frankfurter Nationalversammlung 1848 diskutierte man auch die Möglichkeiten der Überwindung der Kleinstaaterei in Thüringen, dabei wurden auch die Vereinigung mit dem Königreich Preußen, Königreich Sachsen oder dem Königreich Bayern ins Auge gefasst. Bernhard von Watzdorf, Staatsminister im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach regte dabei besonders intensiv die Vereinigung aller thüringischer Staaten zu einem "Königreich Thüringen" an.

Die Wartburg von Osten
Wartburg - Der Rüstsaal
Die Wartburg von Osten Wartburg - Der Rüstsaal

 

[Die Wartburg bei Eisenach, zur Zeit der Ludowinger um 1067 erbaut, war sie Wohn- und Wirkungsstätte der bis heute verehrten heiligen Elisabeth (1207 - 18.11.1231). Die Burg wird mit Luthers Namen und Werk in aller Welt identifiziert. Hier übersetzte Martin Luther 1521 die Bibel ins Deutsche. Auch war sie Schauplatz des berühmten Sängerkrieges, der Vorbild für Wagners Oper Tannhäuser war. Im 17. Jahrhundert verfiel die Wartburg immer stärker. Zwischen den Jahren 1838 und 1890 fanden, unter Leitung des Großherzogs Carl Alexander von Sachsen Weimar-Eisenach, umfassende Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten statt, die der Burg ihr heutiges Aussehen verliehen. Seit 1999 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.]


In der deutschen Frage hatte sich das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1849 zunächst der preußischen Unionspolitik angeschlossen. In der schleswig-holsteinischen Frage trat es unter Zustimmung des Landtages für Österreich mit besonderem Eifer ein und schickte auch sein Kontingent zu den Bundestruppen nach Mainz, während es am 14. Juni 1866 im Bundestag in Frankfurt, nach massiven Druck Preußens, gegen den österreichischen Antrag stimmte. Während des Deutschen Krieges verhielt sich das Großherzogtum neutral und trat nach der Schlacht von Königgrätz dem preußischen Bundesreformprojekt bei (5. Juli 1866). Am 9. Juli aus dem Deutschen Bund ausgeschieden, trat das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach am 18. August 1866 in den Norddeutschen Bund ein und sein Kontingent wurde gemäß der Militärkonvention vom 22. Februar 1867 in das preußische Infanterieregiment Nr. 94 umgewandelt. Die Landesverfassung erfuhr durch die Wahlgesetze von 1874 und 1896 Veränderung. Eine neue Gemeindeordnung trat im August 1896 in Kraft. Das Großherzogtum besitzt eine konstitutionell-monarchistische Verfassung, die vom 5. Mai 1816 datiert und somit die erste in ganz Deutschland in Kraft getreten ist.

Karl Alexander folgte seinem Vater am 8. Juli 1853 in der Regierung, die er in liberalem Geiste führte. Regen Anteil nahm er, gern mit Künstlern und Gelehrten verkehrend, an Wissenschaft und Kunst, besonders an den bildenden Künsten, ließ unter anderem die Wartburg bei Eisenach restaurieren und gründete in Weimar Kunstschule und Museum. Politisch hielt er stets treu zu dem verwandten preußischen Königshaus und förderte die Einigung Deutschlands. Da sein Sohn, der Erbgroßherzog Karl August (1844-1894) vor dem Vater starb, gingen seine Rechte auf des Erbgroßherzogs Sohn Wilhelm Ernst über, der am 5. Januar 1901 seinem Großvater folgte. Die erste Gemahlin des Großherzogs Wilhelm Ernst, die Prinzessin Caroline Reuß ä. L. starb nach kurzer Ehe am 17. Januar 1905 kinderlos. 1910 heiratete der Großherzog Carola Feodora Prinzessin von Sachsen Meiningen. Sie schenkte dem Großherzog mit Erbgroßherzog Karl August den lang ersehnten Thronfolger und Prinzess Sophie.

Weimar - Hoftheater
Weimar - Residenzschloss
Weimar - Hoftheater Weimar - Residenzschloss

 

Bundesrat: 1 Stimme

Reichstag: 3 Abgeordnete

Der Landtag besteht (1910) aus 38 Abgeordneten, von denen

Wählbar zum Abgeordneten ist jeder unbescholtene Staatsbürger von 30 Jahren. Das Großherzogtum hat eine konstitutionell-monarchische Verfassung, welche vom 5. Mai 1816 datiert (also die erste in ganz Deutschland) und durch das Grundgesetz vom 15. März 1850 revidiert worden ist. Danach besitzt der Großherzog alle Rechte der Staatsgewalt, soweit dieselben nicht durch die deutsche Reichsverfassung von 1871 auf das Reich übergegangen sind, ist jedoch bei Ausübung der Landesgesetzgebung und Besteuerung an die entscheidende Mitwirkung des Landtags gebunden.

Blankenhain - Hotel und Restaurant "Kaiser Friedrich"
Remda - Weimarische Straße mit Kriegerdenkmal
Blankenhain - Hotel und Restaurant "Kaiser Friedrich" Remda - Weimarische Straße mit Kriegerdenkmal


Hauptstadt: Weimar - 31.121 Einwohner (1905), 129. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs. Großherzogliche Schlösser befinden sich außerdem in Dornburg, Allstedt, Jena, Belvedere, Ettersburg, Wilhelmsthal, Eisenach, Wartburg und Tiefurt

Größe: 1880: 3.594,86 km² (65,29 Quadratmeilen), 1905: 3.610,96 km² (65,58 Quadratmeilen), 1910: 3.609,98 km²

Gerichtsorganisation: Oberlandesgericht für das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach ist das gemeinschaftliche Thüringische Oberlandesgericht in Jena.

Für die Rechtspflege bestehen (1910) innerhalb des Staatsgebietes 2 Landgerichte und 19 Amtsgerichte:


Thüringens Gruß - Blumen vom Inselsberg
Ilmenau - Marktstraße
Thüringens Gruß - Blumen vom Inselsberg Ilmenau - Marktstraße


Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 417.149 Einwohner:

Bevölkerungsentwicklung:

1871 1875 1880 1890 1900 1905 1910
286.183 292.933 309.577 326.091 362.873 388.095 417.149

Klima: In der Ebene mild, namentlich im Saaletal, wo noch Weinanbau möglich ist; am rauesten ist der Teil des Eisenacher Landes, der der Rhön angehört.


Eisenach - Der Carlsplatz mit Nikolaikirche und Lutherdenkmal
Eisenach - Marktplatz
Eisenach - Der Carlsplatz mit Nikolaikirche und Lutherdenkmal Eisenach - Marktplatz

 

Gewässer: Saale, Ilm, Werra

Bewohner: Hauptsächlich Thüringer, in den südlichen Landesteilen leben Franken und in den östlichen Teilen (Neustädter Kreis) Nachfahren slawischer Sorben.

Germanien im 2. Jahrhundert Deutschland um 480

Germanien im 2. Jahrhundert

Deutschland gegen Ende der Völkerwanderung um 480

 

Bevölkerungsdichte: 107/km²

Bildung: Die Volksbildung steht auf einer hohen Stufe, und die Fortbildungsschule ist obligatorisch. Die Universität in Jena unterhält das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gemeinsam mit den übrigen sachsen-ernestinischen Häusern. In Weimar besteht eine Kunst- (Maler-) Schule, eine Orchesterschule; in Jena eine Hebammenschule. Gymnasien gibt es in Weimar, Eisenach und Jena und Realgymnasien in Eisenach und Weimar, Sekundärschulen in Eisenach, Apolda und Neustadt (vom Charakter der höheren Bürgerschulen), Schullehrerseminare zu Weimar und Eisenach. Volksschulen zählte man 1884: 461, obligatorische Fortbildungsschulen für Knaben 426, Unterricht in weiblicher Handarbeit wird in 357 Orten erteilt. Die Volksschulen unterstehen 5 Schulämtern (für jeden Verwaltungsbezirk eins) und 5 Bezirksschulinspektoren. An Fachschulen bestehen 2 Baugewerkschulen (in Weimar und Stadt-Sulza), 2 Zeichenschulen (in Weimar und Eisenach), 1 Gewerbeschule und mehrere Gewerkschulen. Ferner gehören hierher das Taubstummen- und Blindeninstitut zu Weimar und das Falksche Institut für verlassene und verwahrloste Kinder. Außer der Universitätsbibliothek zu Jena (200 000 Bände und zahlreiche Manuskripte) befindet sich eine ausgezeichnete Bibliothek in Weimar (200.000 Bände, ohne die Handschriften) mit Münz-, Medaillen-, Kunst- und Antiquitätenkabinett sowie auch eine Siegelsammlung. Das großherzogliche Museum zu Weimar (1869 eröffnet) enthält Skulpturen, Gemälde (Preller-Galerie), Kartons und Handzeichnungen (Carstens, Schwind etc.). Stiche, Miniaturen, Pasten, Gemmenabdrücke und eine kunstgewerbliche Abteilung.

Jena - Rathaus
Jena - Neue Universität
Jena - Rathaus Jena - Neue Universität

 

Religion: Die evangelische Landeskirche umfasst 500 Kirchgemeinden und 22 Diözesen. Die 14 katholischen Parochien (Gemeinden) mit 19 geistlichen Stellen ein zum Bischof von Fulda gehöriges Dekanat. Die 6 im Eisenacher Kreis vorhandenen jüdischen Gemeinden stehen unter einem Landrabbinat in Stadtlengsfeld.

1871 (alle Thüringischen Staaten)

1900

1910

  • 1.047.841 Evangelisch
  •      13.041 Römisch-katholisch (Meiningen und Eisenach)
  •           503 sonstige Christen
  •        3.309 Juden
  •        2.637 Sonstige (Meiningen)
  • 367.793 Evangelisch
  •   17.915 Römisch-katholisch (10 320 im Eisenacher Kreis)
  •     1.421 Juden (930 im Eisenacher Kreis)
  • 393.774 Evangelisch
  •   19.980 Römisch-katholisch
  •     1.323 Juden
  •     2.072 Andere und Konfessionslose

 

Militär:
(1881) Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehört zum Ersatzbezirk des XI. Armeekorps.

Garnisonsstädte sind:

Im Großherzogtum ist das 5. thüringische Infanterieregiment Nr. 94 garnisoniert, mit je einem Bataillon in Weimar, Eisenach und Jena.

Weimar - Kaserne 5. Thüringer Infanterie-Regiment, No. 94
Gruß aus Weimar - Mein Regiment
Weimar - Kaserne 5. Thüringer Infanterie-Regiment, No. 94 Gruß aus Weimar - Mein Regiment

 

Wirtschaft:

Weida - Schloss Osterburg
Neustadt an der Orla
Weida - Schloss Osterburg Neustadt an der Orla


Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Postwesen und Briefmarken

Gemäß der Aufstellung der Generalverordnung vom 30. Dezember 1861 besorgte im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach die Thurn und Taxissche Post auf Grund von Beschlüssen des Wiener Kongresses (1815) den Postdienst bis zum 30. Juni 1867. Ab 01. Juli 1867 übernahm die preußische Post den Postdienst. Das gesamte preußische Postwesen ging am 1. Januar 1868 auf den Norddeutschen Bund (Norddeutscher Postbezirk) über. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmte u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht.

bis 1866 1866 - 1871 1871 - 1874 ab 1875
Thurn und Taxis mit Währung Taler Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
1/4 Silbergroschen 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig
1/4 Silbergroschen 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Währungen und Münzen

Die Münzen des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach wurde bis 1830 in Eisenach, ab 1840 in Berlin geprägt. Geprägt wurden Taler, Groschen und Pfennige. Das Land schloss sich 1838 der Dresdener Münzkonvention, 1857 der Wiener Münzkonvention an. 1875 wurde die Reichswährung mit Mark und Pfennig eingeführt.

vor 1875 ab 1875
1 Taler = 30 Groschen = 360 Pfennige 1 Mark = 100 Pfennig

 

Sachsen W. E. - 1 Pfennig, 1858

Großherzog Carl Alexander - 2 Mark, 1892

Sachsen W. E. - 1 Pfennig, 1858

Großherzog Carl Alexander - 2 Mark, 1892

Sachsen W. E. - 1 Silbergroschen, 1840

Feodora und Wilhelm Ernst - 3 Mark, 1910

Sachsen W. E. - 1 Silbergroschen, 1840

Feodora und Wilhelm Ernst - 3 Mark, 1910

Großherzog Carl Alexander - 1 Vereinstaler, 1866

Carl Alexander Großherzog von Sachsen - 20 Mark, 1892

Großherzog Carl Alexander - 1 Vereinstaler, 1866

Carl Alexander Großherzog von Sachsen - 20 Mark, 1892

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Regenten

Großherzöge Sachsen-Weimar-Eisenachs 1815 - 1918

regierendes Fürstenhaus: Wettin, Ernestinische Linie, Stammvater Kurfürst Ernst (1441 - 1486)

Der Großherzog wird mit zurückgelegtem 18. Lebensjahr volljährig. Das großherzogliche Haus bezieht eine Zivilliste (jährlichen Betrag) von 930.000 Mark. Der Thron ist nach dem Rechte der Erstgeburt und der Linealerbfolge im Mannesstamm des großherzoglichen sächsischen Hauses erblich, des ältesten Zweigs der Ernestinischen Linie des Gesamthauses Sachsen. Zwischen den Gliedern dieser Familie besteht ein enger Hausverband, wonach der älteste Fürst als Senior fungiert und beim Aussterben des einen oder des andern Zweigs die übrigen in der Regierung folgen. Auch steht die Ernestinische Linie mit der Albertinischen oder dem königlich sächsischen Haus in Erbverbrüderung. Der Großherzog bekennt sich zur evangelisch-lutherischen Kirche.

Regentschaft Name Lebensdaten
1775 - 1828
Großherzog Carl August (vor 1816 mit Titel Herzog) 1775 Hochzeit mit Luise von Hessen-Darmstadt (1757-1830), Tochter von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt
03.09.1757 - 14.06.1828
1828 - 1853
Großherzog Carl Friedrich 1804 Hochzeit mit der russischen Zarentochter Maria Romanow-Holstein-Gottorp (04.02.1786 - 23.06.1859)
02.02.1783 - 08.07.1853
1853 - 1901
Großherzog Carl Alexander 1842 Hochzeit mit der niederländische Königstochter Sophie (08. 04.1824 - 23.03.1897)
24.06.1818 - 05.01.1901
1901 - 1918
Großherzog Wilhelm Ernst 1. Ehe 1903 Prinzessin Caroline von Reuß ä. L. ( 13.07.1884 - 17.01.1905)
2. Ehe 1910 Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen (29.05.1890 - 12.03.1972)
10.06.1876 - 24.04.1923

 

Carl Alexander August Johann Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1818 - 1901) Karl Alexander Großherzog von Sachsen-Weimar Carl Alexander Großherzog von Sachsen Weimar-Eisenach
Carl Alexander Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1818 - 1901)

Karl Alexander Großherzog von Sachsen-Weimar

preußischer General-Oberst, geboren am 24. Juni 1818. Führt die Regierung, in der er 1853 seinem Vater folgte, liberal und streng national: Förderer von Wissenschaft und Kunst, ließ u.a. die Wartburg wieder herstellen.

Carl Alexander

Großherzog von Sachsen Weimar-Eisenach, geboren 24. Juni 1818, regiert seit 8. Juli 1853

 

Einzug des Großherzoglichen Paares in Weimar am 2. Juni 1903

Einzug des Großherzoglichen Paares in Weimar am 2. Juni 1903

 

Vermählung des Großherzogs Wilhelm Ernst mit Prinzessin Caroline Reuß ä. L. 30. April 1903 Großherzogin Caroline Sachsen-Weimar-Eisenach gestorben den 17. Januar 1905 Hochzeit des Großherzogs Wilhelm Ernst mit Prinzessin Feodora von Meiningen 1910 Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen
Vermählung des Großherzogs Wilhelm Ernst mit Prinzessin Caroline Reuß ä. L. 30. April 1903 Großherzogin Caroline Sachsen-Weimar-Eisenach gestorben den 17. Januar 1905 Hochzeit des Großherzogs Wilhelm Ernst mit Prinzessin Feodora von Meiningen 1910

Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen

Großherzogin Carola Feodora und Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen Weimar-Eisenach Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen und Großherzogin Carola Feodora Prinzessin von Meiningen Ihre königliche Hoheit Großherzogin Feodora von Sachsen (Weimar-Eisenach) mit Erbgroßherzog Wilhelm Ernst und Prinzeß Sophie I.M. Prinzeß Sophie von Sachsen Weimar-Eisenach am 20 März 1918

Großherzogin Carola Feodora und Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen Weimar-Eisenach

Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen und Großherzogin Carola Feodora Prinzessin von Meiningen

Ihre königliche Hoheit Großherzogin Feodora von Sachsen (Weimar-Eisenach) mit Erbgroßherzog Wilhelm Ernst und Prinzeß Sophie

I.M. Prinzeß Sophie von Sachsen Weimar-Eisenach am 20 März 1918

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Organisation der Verwaltungsbehörden

Die oberste Behörde für alle Zweige der Staatsverwaltung ist (1910) das Großherzogliche Staatsministerium mit Sitz in Weimar.

Dieses ist eingeteilt in 4 Departements:


Staatsminister des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach

Amtszeit

Name

Lebensdaten
20.09.1809 - 22.03.1819 Christian Gottlob von Voigt 1743 - 1819
22.03.1819 - 13.03.1848 Ernst Christian August Freiherr von Gersdorff 1781 - 1852
14.03.1848 - 30.09.1848 Oskar von Wydenbrugk 1815 - 1876
30.09.1848 - 15.09.1870 Christian Bernhard von Watzdorf 1804 - 1870
1871 - 12.12.1882 Gustav Thon 1805 - 1882
1882 - 1890 Gottfried Theodor Stichling 1814 - 1891
1890 - 1899 Rudolph Gabriel Freiherr von Groß 1822 - 1907
01.06.1899 - 08.11.1918 Karl Friedrich Otto Rothe 1848 - 1921

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Administrative Gliederung

Die Bevölkerung lebt zu 48,03 % in den 33 Städten des Landes und zu 51,97 % in den 591 Landgemeinden.

Das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach mit der Hauptstadt Weimar besteht aus 3 getrennten Landesteilen und gliedert sich in 5 Verwaltungsbezirke:

An der Spitze jedes Verwaltungsbezirkes steht der Bezirksdirektor, diesem sind sämtliche Stadt- und Landgemeinden seines Bezirks unterstellt:

1. der Weimarsche Kreis mit den Verwaltungsbezirken Weimar (Bezirk I) und Apolda (Bezirk II):

I. Bezirk, der Verwaltungsbezirk Weimar mit mit einer Fläche von 971,63 km² und 101.274 Einwohnern (1900) mit 157 Städten und Gemeinden:

Weimar, Alperstedt, Altdörnfeld, Altremda, Azmannsdorf, Ballstedt, Bechstedtstraß, Bergern, Bad Berka, Berlstedt, Blankenhain, Bösleben, Breitenheerda, Buchfart, Daasdorf am Berge, Daasdorf bei Buttelstedt, Denstedt, Dielsdorf, Dienstedt, Eckstedt, Ehringsdorf, Eichelborn, Ettersburg, Frankendorf, Gaberndorf, Gelmeroda, Goldbach, Göttern, Großkromsdorf, Großlohma, Großmölsen, Großobringen, Großrudestedt, Gutendorf, Hammerstedt, Haßleben, Haufeld, Hayn, Heichelheim, Heilsberg, Hetschburg, Heyda, Hochdorf, Hochstedt, Hohenfelden, weimarischer Anteil, Hopfgarten, Hottelstedt, Ilmenau, Isseroda, Kammerberg, Kapellendorf, Kerspleben, Kiliansroda, Kirchremda, Kleinbrembach, Kleinkromsdorf, Kleinlohma, Kleinmölsen, Kleinobringen, Kleinrudestedt, Klettbach, Krakendorf, Kranichborn, Kranichfeld, weimarischer Anteil, Legefeld, Lehnstedt, Lengefeld, Liebstedt, Linderbach, Loßnitz, Lotschen, Magdala, Maina, Markvippach, Martinroda, Mechelroda, Meckfeld, Mellingen, Mittelhausen, Mönchenholzhausen, Nauendorf, Neckeroda, Neumark, Neusiß, Niedergrunstedt, Niedersynderstedt, Niederzimmern, Nöda, Nohra, Obergrunstedt, Obernissa, Oberpörlitz, Obersynderstedt, Oberweimar, Oettern, Ollendorf, Orlishausen, Ottmannshausen, Ottstedt am Berge, Ottstedt bei Magdala, Possendorf, Ramsla, Rettwitz, Riethnordhausen, Rittersdorf, Roda, Rödigsdorf, Rohda, Rottdorf, Saalborn, Sachsenhausen, Schellroda, Schloßvippach, Schmerfeld, Schöndorf, Schoppendorf, Schwabsdorf, Schwansee, Schwarza, Schwerborn, Schwerstedt, Sohnstedt, Söllnitz, Sprötau, Stadtremda (Remda), Stedten (bei Kranichfeld), weimarischer Anteil, Stedten (am Ettersberg), Stotternheim, Stützerbach, weimarischer Anteil, Sundremda, Süßenborn, Tannroda, Taubach, Thalborn, Thangelstedt, Tiefengruben, Tiefurt, Tonndorf, Töttleben, Tröbsdorf, Troistedt, Tromlitz, Udestedt, Ulla, Ulrichshalben, Umpferstedt, Unterpörlitz, Utzberg, Vieselbach, Vippachedelhausen, Vogelsberg, Vollersroda, Wallichen, Wiegendorf, Wipfra, Wittersroda, Wohlsborn

Weimar - Residenzschloss Weimar - Marktplatz Ilmenau - Lindenstraße 1900 Ilmenau - Sophienplatz Bad Berka von Osten
Weimar - Residenzschloss Weimar - Marktplatz Ilmenau - Lindenstraße 1900 Ilmenau - Sophienplatz Bad Berka von Osten
Weimar - Großherzogliches Theater Weimar - Museum Ilmenau - Moltke- und Alexander-Straße Der Große Hermannstein am Kickelhahn bei Ilmenau - Thüringer Wald Bad Berka - Kaiser Wilhelmsburg
Weimar - Großherzogliches Theater Weimar - Museum Ilmenau - Moltke- und Alexander-Straße Der Große Hermannstein am Kickelhahn bei Ilmenau - Thüringer Wald Bad Berka - Kaiser Wilhelmsburg
Weimar - Kaiserin Augusta-Straße   Ilmenau in Thüringen - Lindenstraße    
Weimar - Kaiserin Augusta-Straße   Ilmenau in Thüringen - Lindenstraße    

 

II. Bezirk, der Verwaltungsbezirk Apolda mit mit einer Fläche von 797,59 km² und 102.301 Einwohnern (1900) mit 151 Städten und Gemeinden:

Allstedt, Altengönna, Ammerbach, Apolda, Bad Sulza, Bergsulza, Beulbar, Beutnitz, Bucha, Burgau, Bürgel, Buttelstedt, Buttstädt, Closewitz, Coppanz, Cospeda, Darnstedt, Döbritschen, Dorfsulza, Dornburg, Dorndorf, Dothen, Eberstedt, Einsdorf, Einzingen, Ellersleben, Eßleben, Flurstedt, Frauenprießnitz, Gebstedt, Gerega, Gniebsdorf, Golmsdorf, Göschwitz, Grabsdorf, Graitschen, Großbrembach, Großheringen, Großlöbichau,  Großneuhausen, Großromstedt, Großschwabhausen, Guthmannshausen, Haindorf, Hainichen, Hardisleben, Hermstedt, Herressen, Heygendorf, Hirschroda, Hohlstedt, Isserstedt, Jena, Jenalöbnitz, Jenaprießnitz, Kalbsrieth, Kleinkröbitz, Kleinlöbichau, Kleinneuhausen, Kleinromstedt, Kleinschwabhausen, Ködderitzsch, Kösnitz, Kötschau, Krautheim, Krippendorf, Kunitz, Laasan, Lachstedt, Landgrafroda, Lehesten, Leutenthal, Leutra, Lobeda, Löberschütz, Löbstedt, Lützeroda, Mannstedt, Mattstedt, Maua, Mertendorf, Mittelhausen, Mönchpfiffel, Münchenroda, Naschhausen, Nauendorf, Nausnitz, Nennsdorf, Nerkewitz, Nermsdorf, Neuengönna, Neustedt, Niederreißen, Niederröblingen, Niederroßla, Niedertrebra, Nirmsdorf, Oberndorf, Oberreißen, Oberroßla, Obertrebra, Olbersleben, Oldisleben, Oßmannstedt, Oßmaritz, Pfiffelbach, Pfuhlsborn, Poppendorf, Poxdorf, Rannstedt, Rastenberg, Reisdorf, Rockau, Rodigast, Rödigen, Rohrbach, Rothenstein, Rudersdorf, Rutha, Schaafsdorf, Schorba, Schöten, Sonnendorf, Stadtsulza, Steudnitz, Stiebritz, Stobra, Sulzbach, Taupadel, Tautenburg, Teutleben, Thalbürgel, Utenbach, Vollradisroda, Waldeck, Weiden, Wenigenjena, Wersdorf, Wetzdorf, Wickerstedt, Willerstedt, Wilsdorf, Winkel, Winzerla, Wogau, Wolferstedt, Wöllnitz, Wormstedt, Ziegenhain, Zimmern, Zottelstedt, Zwätzen

 

Apolda - Rathaus

Jena - Universität

Jena - Forsthaus und Kriegerdenkmal

Allstedt - Großherzogliches Schloss Bad Sulza - Sonnenburg
Apolda - Rathaus Jena - Universität Jena - Forsthaus und Kriegerdenkmal Allstedt - Großherzogliches Schloss Bad Sulza - Sonnenburg
Apolda - Heidenberg Jena - Volkshaus der Carl Zeiss-Stiftung - Saalbau   Bad Sulza - Gradierwerk Louise

Apolda - Heidenberg

Jena - Volkshaus der Carl Zeiss-Stiftung - Saalbau

 

Bad Sulza - Gradierwerk Louise  


2. der Eisenacher Kreis mit den Verwaltungsbezirken Eisenach (Bezirk III) und Dermbach (Bezirk IV):

III. Bezirk, der Verwaltungsbezirk Eisenach mit mit einer Fläche von 569,35 km² und 65.767 Einwohnern (1900) mit 70 Städten und Gemeinden:

Abteroda, Auenheim, Berka an der Werra, Berka vor der Hainich, Berteroda, Beuernfeld, Bischofroda, Bolleroda, Burkhardtroda, Creuzburg, Dankmarshausen, Dippach, Dönges, Ebenau, Eckardtshausen, Eichrodt, Eisenach, Eppichnellen, Ettenhausen, Etterwinden, Farnroda, Fernbreitenbach, Förtha, Frauensee, Gasteroda, Gerstungen, Göringen, Gospenroda, Großenlupnitz, Großensee, Hausbreitenbach, Heiligenstein (Thüringen), Herda, Hörschel, Horschlitt, Hötzelsroda, Ifta, Kittelsthal, Krauthausen, Kupfersuhl, Lauchröden, Lindigshof, Madelungen, Marksuhl, Melborn, Mihla, Mosbach, Neuenhof, Neustädt, Pferdsdorf, Rothenhof, Ruhla (nur teilweise zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, der andere Teil gehört zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha), Sallmannshausen, Scherbda, Schnellmannshausen (nur teilweise zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, der andere Teil gehört zum Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt), Seebach, Spichra, Stedtfeld, Stockhausen, Stregda, Uetteroda, Unterellen, Untersuhl, Vitzeroda, Volteroda, Wartha, Wenigenlupnitz, Wolfmannsgehau, Wolfsburg, Wünschensuhl

 

Eisenach -Wartburgplatz mit Lutherdenkmal Wartburg von Süd-West Eisenach - Burschenschaftsdenkmal Ruhla - Unterer Teil Creuzburg an der Werra - Marktplatz
Eisenach -Wartburgplatz mit Lutherdenkmal Wartburg von Süd-West Eisenach - Burschenschaftsdenkmal Ruhla - Unterer Teil Creuzburg an der Werra - Marktplatz
     Eisenach - Wartburg Ritterhaus    

 

 

Eisenach - Wartburg Ritterhaus

   

 

IV. Bezirk, der Verwaltungsbezirk Dermbach mit mit einer Fläche von 649,85 km² und 38.909 Einwohnern (1900) mit 81 Städten und Gemeinden:

Andenhausen, Apfelbach, Aschenhausen, Bermbach, Birx, Borbels, Borsch, Bremen, Brunnhardtshausen, Buttlar, Deicheroda, Dermbach, Diedorf, Dorndorf, Empfertshausen, Erbenhausen, Fischbach, Föhlritz, Frankenheim, Geblar, Gehaus, Geisa, Geismar, Gerstengrund, Gerthausen, Glattbach, Helmershausen, Kaiseroda, Kaltennordheim, Kaltensundheim, Kaltenwestheim, Ketten, Kieselbach, Klings, Kranlucken, Lenders, Lengsfeld (Seit 1910 Stadtlengsfeld), Lindenau, Martinroda, Mebritz, Melpers, Merkers, Mieswarz, Mittelsdorf, Motzlar, Neidhartshausen, Oberalba, Oberweid, Oberzella, Oechsen, Ostheim, Otzbach, Pferdsdorf, Reichenhausen, Reinhards, Schafhausen, Schleid, Sondheim, Spahl, Steinberg, Stetten, Sünna, Tiefenort, Unteralba, Unterbreizbach, Unterweid, Urnshausen, Urspringen, Vacha, Völkershausen, Walkes, Weilar, Wenigentaft, Wiesenfeld, Wiesenthal, Willmanns, Wohlmuthhausen, Wölferbütt, Zella, Zillbach, Zitters

 

Dermbach, Rhön - Sächsischer Hof

 

Vacha - evangelische Kirche

  Vacha an der Werra - Rathaus

Dermbach, Rhön - Sächsischer Hof

 

Vacha - evangelische Kirche

  Vacha an der Werra - Rathaus

 

3. der Neustädter Kreis (Bezirk V):

V. Bezirk, der Verwaltungsbezirk Neustadt mit mit einer Fläche von 628,72 km² und 54.622 Einwohnern (1900) mit 166 Städten und Gemeinden:

Albersdorf, Alsmannsdorf, Arnshaugk, Auma, Berga an der Elster, Birkhausen, Birkigt, Börthen, Braunsdorf, Breitenhain, Bucha, Burgwitz, Burkersdorf (Amtsgericht Neustadt), Burkersdorf (Amtsgericht Weida), Chursdorf, Clodra, Crimla, Cronschwitz, Culmitzsch, Daumitsch, Dittersdorf, Döblitz, Döbritz, Dörtendorf, Dreba, Dreitzsch, Endschütz, Eula, Forstwolfersdorf, Förthen, Friedmannsdorf, Frießnitz, Geheega, Geroda, Göhren, Gräfenbrück, Grobengereuth, Grochwitz, Großbocka, Großdraxdorf, Großebersdorf, Großfalka, Großkundorf, Gütterlitz, Haßla, Hohenölsen (nur teilweise zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, der andere Teil gehört zum Fürstentum Reuß älterer Linie), Hundhaupten (nur teilweise zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, der andere Teil gehört zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie), Katzendorf, Keila, Kleina, Kleinbernsdorf, Kleinbocka, Kleindembach, Kleinkundorf, Knau, Köckritz, Köfeln, Kolba, Kopitzsch, Kospoda, Köthnitz, Krölpa, Köstitz (ab 1.1.1913 im Zuge eines Gebietstausches zum Herzogtum Sachsen-Meiningen), Langendembach, Laskau, Lausnitz, Läwitz, Lederhose, Lemnitz, Letzendorf, Leubsdorf, Lichtenau, Liebsdorf, Linda, Lindenkreuz, Loitsch, Markersdorf bei Berga, Markersdorf bei Münchenbernsdorf, Meilitz, Merkendorf, Miesitz, Mittelpöllnitz, Moderwitz, Molbitz, Moßbach, Münchenbernsdorf, Muntscha, Neudeck, Neuensorga, Neundorf, Neunhofen, Neustadt an der Orla, Niederpöllnitz, Nimritz, Obergeißendorf, Oberoppurg, Oberpöllnitz, Oberrenthendorf, Oppurg, Ottmannsdorf, Pfersdorf, Piesigitz, Pillingsdorf, Porstendorf, Posen, Quaschwitz, Rehmen, Rohna, Rosendorf, Rothenbach, Rußdorf, Schafpreskeln, Schmieritz, Schömberg, Schönborn, Schöndorf, Schüptitz, Schwarzbach, Seifersdorf, Silberfeld, Sirbis, Solkwitz, Staitz, Stanau, Steinbrücken, Steinsdorf, Stelzendorf, Strößwitz, Struth, Tausa, Teichwitz, Teichwolframsdorf, Thränitz, Tischendorf, Tömmelsdorf, Traun, Triptis, Uhlersdorf, Untendorf, Untergeißendorf, Unterröppisch, Untitz, Veitsberg, Volkmannsdorf, Waltersdorf, Weida, Weira, Weltwitz, Wenigenauma, Wernsdorf, Wetzdorf, Wiebelsdorf, Wittchendorf, Wittchenstein, Wöhlsdorf, Wolfersdorf, Wolfsgefärth, Wünschendorf, Wüstenwetzdorf, Zadelsdorf, Zedlitz, Zickra bei Auma, Zickra bei Berga, Zossen, Zschorta, Zwackau

 

Neustadt an der Orla - Schlossplatz mit Carl Alexander-Straße Neustadt (Orla) - Großherzogliche Bezirksdirektion Auma -Gesamtansicht Münchenbernsdorf - Bahnhofstrasse Weida
Neustadt an der Orla - Schlossplatz mit Carl Alexander-Straße Neustadt (Orla) - Großherzogliche Bezirksdirektion Auma -Gesamtansicht Münchenbernsdorf - Bahnhofstrasse Weida

Neustadt an der Orla - Gamsenteich

Neustadt an der Orla

Münchenbernsdorf

Triptis - Total Weida
Neustadt an der Orla - Gamsenteich Neustadt an der Orla Münchenbernsdorf Triptis - Total Weida
Neustadt an der Orla - Arnshauckerstrasse     Triptis - Schlossturm Weida - Eisenbahnviadukt

Neustadt an der Orla - Arnshauckerstrasse

 

 

Triptis - Schlossturm Weida - Eisenbahnviadukt


Der Grenzstein zwischen Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha und Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach im Pavillon des Gasthofs Kanneberg

Der Grenzstein zwischen Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha und Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach im Pavillon des Gasthofs Kanneberg

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Nationaldenkmal

Eisenach - Burschenschaftsdenkmal

Burschenschaftsdenkmal

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Sophie S.M.S. Kaiserin Augusta S.M.S. Thüringen

 

Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Landeshymne

Weimars Volkslied (1857)

Musik: Franz Liszt (1811-1886)

Text: Peter Cornelius  (1824-1874)

Von der Wartburg Zinnen nieder
weht ein Hauch und wird zu Klängen,
hallt von Ilm und Saale wider
hell in frohen Festgesängen.
Und vom Land, wo sie erschallten,
tönt's in alle Welt hinaus:

Möge Gott dich stets erhalten,
Weimars edles Fürstenhaus!
Hochgepries'ner Helden Wiege,
Wirkungsstätte edler Frauen,
felsenfest in Leid und Siege
zierest du die deutschen Gauen.
Deiner Ahnen edles Walten
strömt Gedeihen auf dich aus:

Möge Gott dich stets erhalten,
Weimars edles Fürstenhaus!
Schöne Sage deutscher Treue,
lebe fort in Fürst und Bauer!
Volkes Liebe sei die neue,
stets lebend'ge Wartburgsmauer!
Lasst die Banner uns entfalten,
heut wie einst der Zeit voraus!

Möge Gott dich stets erhalten,
Weimars edles Fürstenhaus!

 

Sachsen-Weimar-Eisenach nach 1918

Das Wappen Thüringens

Briefmarke Deutsches Reich 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Thüringens

 

1918 Großherzog Wilhelm Ernst verzichtete am 9. November 1918 auf den Thron, das Land erklärte sich zum Freistaat.
1919 Da in Berlin Straßenkämpfe toben, tagt die verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar. Die erste deutsche Republik trägt deswegen den Namen "Weimarer Republik".
1920 Bis 30. April 1920 blieb Sachsen-Weimar-Eisenach ein selbstständiger Freistaat,
1920 1. Mai 1920 - Vereinigung der ehemaligen Monarchien Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Herzogtum Sachsen-Altenburg, Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha (ohne Coburg), Fürstentum Schwarzburg-SondershausenFürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum Reuß ältere Linie, Fürstentum Reuß jüngere Linie zum Land Thüringen mit Weimar als Hauptstadt.
1921 1. Verfassung des Landes Thüringen vom 11. März 1921, § 1: "Das Land Thüringen ist ein Freistaat und ein Glied des Deutschen Reiches."
1944 Der preußische Regierungsbezirk Erfurt und der hessisch-nassauische Kreis Schmalkalden werden dem Gau Thüringen zugeordnet.
1945 Thüringen wird von US-Truppen erobert, aber kurz darauf sowjetischen Truppen übergeben und somit Teil der sowjetischen Besatzungszone. Die thüringische Exklave Ostheim wird von den US-Amerikanern der bayrischen Verwaltung unterstellt, die Exklave Allstedt fällt an das neugebildete Land Sachsen-Anhalt. Im Rahmen des Wanfrieder Abkommen vom 17. September 1945 kamen die hessischen Dörfer Sickenberg, Asbach, Vatterode und Weidenbach/Hennigerode zum Landkreis Heiligenstadt und die thüringischen Dörfer Neuseesen und Werleshausen zum Landkreis Witzenhausen in Hessen. Als Austausch für den den östlichen Teil des Kreises Blankenburg im Harz wurden die Gemeinden Bad Sachsa und Tettenborn aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Erfurt dem Landkreis Osterode (Niedersachsen) eingegliedert. Außerdem kam Besenhausen bei Kirchgandern zu dem Landkreis Göttingen (Niedersachsen).
1949 Das Land Thüringen ist ein Land der Deutschen Demokratischen Republik
1952 Auf Beschluss der Volkskammer mussten die Länder eine Neugliederung ihrer Gebiete in Bezirke und Kreise vornehmen. "Das noch vom kaiserlichen Deutschland stammende System der administrativen Gliederung in Länder mit eigenen Landesregierungen sowie in große Kreise gewährleistet nicht die Lösung der neuen Aufgaben unseres Staates." (Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Länder in der Deutschen Demokratischen Republik" vom 23. Juli 1952). Die Länderkammer existiert bis 1956 weiter.
1990 Wiedergründung des Freistaat Thüringen mit Erfurt als Landeshauptstadt.
1994 Trotz Montagsdemos, Autokennzeichenkrieg und unzähligen Protestbriefen wird im Freistaat die Kreisreform durchgesetzt.

 

Der Freistaat Thüringen aktuell:

Der heutige Freistaat Thüringen mit der Landeshauptstadt Erfurt besteht aus

Freistaat Thüringen

Landeshauptstadt Erfurt

16.172 km²

2.158.744 Einwohner (2015)

 

 


 

 


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