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1863 - 1918
Landeshauptstadt Dessau

Fahne - Landesfarben Herzogtum Anhalt
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Dessau, Herzogliches Schloss
Geschichte
Das Herzogtum Anhalt wurde 1863 durch Vereinigung der beiden Herzogtümer Anhalt-Dessau-Köthen und Anhalt-Bernburg gebildet und umfasst sämtliche seit 1603 getrennt gewesene anhaltische Lande. Es besteht aus zwei größeren Gebieten und mehreren sehr kleinen Landesteilen.
Das Herzogtum Anhalt, dessen Bevölkerung im Westen der Saale deutscher, im Osten des Flusses dagegen slawischer Herkunft ist, bildete seit den Zeiten Karls des Großen einen Bestandteil des fränkischen, später ostfränkischen Reichs. Es war in mehrere Gaue, wie Schwabengau, Nordthüringer Gau, eingeteilt und stand unter der Herrschaft einer größeren Zahl von Grafen. Das Christentum fand im westlichen Teil von Anhalt bald Eingang, nur bei der slawischen Bevölkerung im Osten behauptete sich bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts das Heidentum.
Der Name Anhalt leitet sich von "Burg" (an der Halde) ab. Das alte niedersächsische Fürstengeschlecht der Askanier herrschte seit der Anfangszeit des Reiches im mitteldeutschen Raum. Es brachte u.a. Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst (1729 - 1796), die spätere Katharina II. (Katharina die Große), ab 1762 Kaiserin von Russland hervor. Anhalt war lange in verschiedene Nebenlinien zersplittert. 1806 wurden von Napoleon die verbliebenen Fürstentümer Anhalt-Bernburg, Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen zu Herzogtümern erhoben. Seit 1815 gehörten sie dem Deutschen Bund an. Am 23. November 1847 erlösch die Herzogslinie in Köthen und am 19. August 1863 erlosch die Herzogslinie in Bernburg. 1848 ergingen von Volksversammlungen Petitionen aus um Gewährung einer Verfassung und freiheitlicher Reformen an die Regierung. Diese gab nach einigen Widerständen nach und suchte durch Berufung des volkstümlichen Ministeriums Habicht-Köppe Herr der Lage zu bleiben. Die vom 29. Oktober 1848 datierte Verfassungsurkunde verkündigte eine "demokratisch-monarchische" Regierungsform, ein Ausgehen aller Gewalten vom Volk, Abschaffung des Adels etc. Aber 1849 trat hauptsächlich infolge preußischen Einflusses auch hier eine Reaktion ein, deren Repräsentant das 11. Juli 1849 berufene Ministerium Plötz war. Dieses drang auf Abänderung der Verfassung und obwohl die Mehrheit des Landtags die Mehrzahl der ministeriellen Vorschläge genehmigte, kam dennoch keine Einigung zustande. Unter diesen Umständen schritt das Ministerium am 12. November 1849 zur Auflösung sowohl des vereinigten Landtags als der beiden Sonderlandtage in Dessau und Köthen. Da die neu berufenen Landtage sich den Wünschen der Regierung nicht nachgiebig zeigten, wurden auch sie nach kurzer Tätigkeit einfach aufgelöst. Am 4. November 1851 erfolgte die Aufhebung der Verfassung vom 29. Oktober 1848. Eine vom Herzog zur Regelung der Verfassungsangelegenheiten ernannte Kommission legte im April 1852 dem Herzog von Anhalt-Dessau als dem Senior des Hauses den Entwurf einer neuen landständischen Verfassung für ganz Anhalt vor, gegen welchen jedoch der engere Ausschuss der alten Landschaft des gesamten Herzogtums, besonders die Ritterschaft von Bernburg und Köthen, 1853 beim Bundestag Protest erhob. Am 5. Februar 1853 wurde der Vertrag ratifiziert. Die auf diese Weise durch ein Patent am 22. Mai 1853 zu einem Staat vereinigten Herzogtümer hießen von nun ab Anhalt-Dessau-Köthen. Auf vonseiten des Bundes 1854 ergangene Aufforderung setzten sich die Regierungen von Dessau und Bernburg mit den noch vorhandenen Mitgliedern der anhaltischen Gesamtlandschaft in Einvernehmen, dessen Resultat die auch von dem Bernburger Landtag angenommene feudalständische Landschaftsordnung für ganz Anhalt war, welche am 1. Oktober 1859 in Kraft trat. Vergebens versuchten die Stadtverordneten von Köthen 1861 die Wiederherstellung der Verfassung von 1848, der Bundestag gab einen ablehnenden Bescheid. Am 26. November 1863 wurde der erste Landtag für das vereinigte Herzogtum eröffnet. Mit Preußen durch eine Militärkonvention verbunden, stand Anhalt bei dem Bundesbeschluss am 14. Juni 1866 aufseiten dieser Macht; doch nahmen die anhaltischen Truppen, als Bestandteil der Reserve, an der eigentlichen Aktion im Deutschen Krieg keinen Anteil. Das Herzogtum trat dem Norddeutschen Bund bei und wurde so 1871 ein souveräner Bundesstaat im Deutschen Reich. Im Innern dauerte inzwischen die Spannung fort. Nach den Ereignissen von 1866 trat die das Domanialvermögen (Gutsbesitzes) betreffende Frage in den Vordergrund. Das herzogliche Haus war bestrebt, eine Vereinbarung mit der Landesvertretung dahin zu treffen, dass das gesamte Stammgut nebst den von den anhaltischen Fürsten im Lauf der Zeit gemachten Erwerbungen als Privateigentum des herzoglichen Hauses anerkannt werde. Die Landesvertretung wies die hierauf bezügliche Vorlage, als dem Interesse des Landes nachteilig, beharrlich zurück, und erst 1872 kam die Auseinandersetzung des herzoglichen Hauses mit dem Land in Betreff des Gutsbesitzes zustande. Nach dem Tode Friedrichs I. (24. Januar 1904) folgte dessen Sohn Friedrich II. (gestorben am 21. April 1918), diesem dessen Bruder Eduard (gestorben am 13. September 1918), darauf dessen Sohn Joachim Ernst unter Vormundschaft seines Oheims Aribert, der für ihn am 12. November 1918 auf den Thron verzichtete.
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Bernburg, Schloss
Daten
Bundesrat: 1 Stimme
Reichstag: 2 Wahlkreise (Dessau und Bernburg) und 2 Abgeordnete
Landesparlament: 36 Abgeordnete. Der Landtag wird aus 36 Vertretern gebildet, von denen
Wahlrecht und Wahlfähigkeit hängt von der Vollendung des 25. Lebensjahres ab; die Grundbesitzer müssen wenigstens 63 Mark Grundsteuer zahlen, die Handel- und Gewerbetreibenden mit einem Einkommen von mindestens 18 000 Mark zur Einkommensteuer veranlagt sein, um das Wahlrecht in den Abteilungen der Meistbesteuerten ausüben zu können. Die Wahl ist geheim und für die Abgeordneten der Städte und des Landes indirekt. Die Landtagsperiode dauert sechs Jahre. Das Herzogtum Anhalt bildet einen konstitutionell-monarchistischen Staat.
Haupt- und Residenzstadt: Dessau = 54 898 Einwohner (1905) = 76. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
Größe: 2 294,36 km² = 41 Quadratmeilen
Gerichtsorganisation: Für die Rechtspflege bestehen (1910) unter dem Königlichen Preußischen Oberlandesgericht Naumburg (Saale) 1 Landgericht in Dessau mit den
Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 331.128 Einwohner:
Bevölkerungsentwicklung:
| 1818 | 1864 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1900 | 1905 | 1910 |
| 122.447 | 193.046 | 213.565 | 232.592 | 248.166 | 271.963 | 316.085 | 328.029 | 331.128 |
Klima: Das Klima ist mild, nur in dem gebirgigsten Teil etwas rau.
Gewässer: Durchflossen von der Elbe, Muldemündung

Mundarten in Anhalt
Bewohner: Die Bewohner gehören überwiegend der thüringisch-obersächsischen Mundartfamilie an. Anhalt liegt im Grenzgebiet zwischen niederdeutschen Sachsen (niedersächsische Ostfalen) und Thüringern. Die Landbevölkerung östlich der Saale ist oft slawischer Herkunft.
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Köthen in Anhalt, Marktplatz mit Kirche und Rathaus
Bevölkerungsdichte: 143 /km²
Bildung: Das Unterrichts- und Erziehungswesen in Anhalt wurde immer mehr verbessert und hat einen guten Ruf. Das Land zählt im Jahr 1888 9 Mittelschulen, 6 höhere Töchterschulen, 15 Bürgerschulen, 207 Volksschulen, für welche die Lehrer in dem Seminar in Köthen ausgebildet werden. Für die höhere Bildung wirken 4 Gymnasien, 2 Realgymnasien, 2 Realprogymnasien, 1 Lehrerinnenseminar in Dessau; daneben bestehen verschiedene Privaterziehungsinstitute und Rettungshäuser. Für Das Herzogtum Anhalt verfügt über 4 Gymnasien, 2 Realgymnasien, ein Progymnasium, ein Realprogymnasium, eine Realschule, 13 Mittelschulen, 4 höhere Töchterschulen, ein Schullehrerseminar und 2 Lehrerinnenseminare. Außerdem hat das Land eine höhere technische Lehranstalt und eine Baugewerkschule.
Religion: Das Christentum fand im westlichen Teil von Anhalt bald Eingang, nur bei der slawischen Bevölkerung im Osten behauptete sich bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts das Heidentum. Die Bevölkerung bekennt sich mit Ausnahme von wenigen Katholiken, Juden und Andersgläubigen zum protestantischen und zwar (durch Gesetz vom 29. Januar 1880 ist die Union auch im köthenschen Landesteil vollzogen) zum evangelischen (unierten) Glauben. Oberste protestantische Kirchenbehörde ist das Konsistorium in Dessau, das unter dem Staatsministerium steht, und dem anderseits die fünf Superintendenten in den fünf Kreishauptstädten unterstellt sind. In Gemeinschaft mit dem Kirchenregiment hat die Landessynode (laut Gesetz vom 14. Dezember 1878 und 24. März 1879) die Zustände und Bedürfnisse der Landeskirche in Obacht zu nehmen, die Verwaltung der kirchlichen Fonds zu kontrollieren und namentlich an der kirchlichen Gesetzgebung teilzunehmen. Die Synode wird zusammengesetzt aus 20 in den fünf Kreisen gewählten Mitgliedern (10 geistliche M. und 10 weltliche M.). Die Wahl der Synodalmitglieder erfolgt für eine Synodalperiode von sechs Jahren. Die Landessynode tritt auf Berufung des Landesherrn alle drei Jahre zu ordentlichen Versammlungen zusammen; zu außerordentlichen Versammlungen kann sie nach Bedürfnis jederzeit berufen werden.
Die Katholiken unterstehen seit 1868 dem Bischof in Paderborn als "apostolischem Administrator".
| 1871 | 1885 | 1900 |
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Militär: Das Militärwesen des Herzogtums Anhalt ist bereits seit 1867 ganz mit Preußen verschmolzen. Nach der Konvention vom 28. Juni 1867 wurde aus dem Kontingent von Anhalt das anhaltische Infanterieregiment Nr. 93 gebildet, welches die preußische Normalstärke (pro Bataillon 532 Mann mit 18 Offizieren im Frieden und 1034 Mann mit 22 Offizieren im Krieg) erhielt und der 7. Division des 4. Armeekorps zugeteilt ist.
Garnisonsstädte sind Dessau und Zerbst.
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| Dessau, Erbprinzliches Palais | Anhaltisches Infanterie Regiment Nr. 93 | Dessau, Aufziehen der Wachparade in der Kavalierstrasse |
Wirtschaft:
Die Hütten- und Hammerwerkindustrie blüht im Selketal, wo die gewonnenen Erze verarbeitet werden. Zu erwähnen sind dort die Silber- oder Viktor-Friedrichshütte mit Vitriolsiederei und der Eisenhüttenort Magdesprung). Chemische Industrie auf Verarbeitung der bei Leopoldshall gewonnenen Abraumsalze (Carnallit und Kainit) liefert verschiedene Kalisalze. Andere Industrieerzeugnisse sind Gold- und Silberwaren, Fayence, Chemikalien; auch Wollspinnereien und Wollwebereien, Maschinen- und Papierfabriken.
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Zerbst, Marktplatz
Die preußische Post regelte seit 1850 auch den Postbetrieb im Herzogtum Anhalt. Das gesamte preußische Postwesen ging am 1. Januar 1868 auf den Norddeutschen Bund (Norddeutscher Postbezirk) über. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmte u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht.
| 1857 | 1867 | 1868 - 1871 | ab 1871 | ab 1875 |
| Erste preußische Freimarke von 1857 | Letzte preußische Freimarke von 1867 | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
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| 6 Pfennige | 9 Kreuzer | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Währungen und Münzen
| vor 1875: | ab 1875: |
| 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennig | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| Herzogtum Anhalt - 1 Pfennig, 1864 | Friedrich Herzog von Anhalt - 2 Mark, 1896 |
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| Herzogtum Anhalt - 2 1/2 Silbergroschen, 1862 | Friedrich II. u. Marie von Anhalt - 3 Mark, 1914 |
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| Leopold Friedrich Herzog von Anhalt - 1 Taler, 1869 | 10 Mark (Gold) Friedrich Herzog zu Anhalt, 1901 |
Regenten
Herzöge von Anhalt
regierendes Fürstenhaus: Askanien, Ahnherr Graf Esico (um 1020), aus dem schwäbischen Geschlecht der Beringer, welcher im 11. Jahrhundert als Graf von Ballenstedt erscheint. Sein Urenkel war Albrecht der Bär, dessen Enkel Heinrich sich zuerst Fürst von Anhalt nannte.
Das Herzogtum Anhalt ist nach der Landschafts- und Geschäftsordnung vom 17. September 1859 eine konstitutionelle, im Mannesstamm nach dem Rechte der Erstgeburt erbliche Monarchie. Der Herzog führt den Titel Hoheit, vereinigt in sich die Exekutivgewalt; die Legislative teilt er mit den Ständen. Das herzogliche Haus besitzt außerhalb des Landes zahlreiche und ansehnliche Güter in den preußischen Provinzen Sachsen, Brandenburg und Preußen (495km²); außerdem die Herrschaft Hertnek in Ungarn.
| Regentschaft | Name | Lebensdaten |
| 30.08.1863 - 22.05.1871 | Herzog Leopold Friedrich, genannt Herzog Leopold II. | 1.Oktober 1794 - 22.Mai 1871 |
| 22.05.1871 - 24.01.1904 | Herzog Leopold Friedrich Franz Nikolaus, genannt Herzog Friedrich I. | 29.April 1831 - 24.Januar 1904 |
| 21.01.1904 - 21.04.1918 | Herzog Friedrich (Erbprinz seit 2.2.1886), genannt Herzog Friedrich II. | 19.August 1856 - 21.April 1918 |
| 21.04.1918 - 13.09.1918 | Herzog Eduard von Anhalt | 18.April 1861 - 18.September 1918 |
| 13.09.1918 - 12.11.1918 | Herzog Joachim | 1.November 1901 - 18.Februar 1947 |
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Herzog von Anhalt Leopold Friedrich I. gestorben 24. Januar 1904 | Friedrich II. - Herzog von Anhalt | Seine Hoheit Prinz Joachim Ernst von Anhalt | Prinzessin Marie Auguste und Prinz Wolfgang von Anhalt |
Organisation der Verwaltungsbehörden
Oberste Behörde des Herzogtums ist das Staatsministerium in Dessau, dessen sämtliche früher getrennte Departements seit 1870 unter einem Staatsminister vereinigt sind. Diesem sind unterstellt:
- das Landgericht
- die Staatsanwaltschaft
- die Regierung (mit einer Abteilung für das Innere und einer Abteilung für das Schulwesen)
- die Finanzdirektion
- das Konsistorium (für evangelische Kirchensachen)
- die Landrentenbankdirektion
- das Statistische Büro
- die Behördenbibliothek
- das Haus- und Staatsarchiv in Zerbst
- die Strafanstalts-Kommission in Dessau
- die Herzoglich Anhaltinische Zolldirektion in Magdeburg
- die Salzwerks-Direktion in Leopoldshall
Staatsminister
Amtszeit | Name | Lebensdaten |
| 1863 - 1868 | Carl Friedrich Ferdinand Sintenis | 1804 - 1868 |
| 1868 - 1875 | Karl August Alfred von Larisch | 1819 - 1897 |
| 1875 - 1892 | Anton von Krosigk | 1820 - 1892 |
| 1892 - 1902 | Karl von Koseritz | 1834(?) - 1902 |
| 1903 - 1909 | Nikolaus Michael Louis Hans von Dallwitz | 1855 - 1919 |
| 01.01. 1910 - 08.11. 1918 | Ernst Laue | 1855 - 19?? |
| 08.11. 1918 - 14.11. 1918 | Max Gutknecht | 1872 - 1946 |
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Dessau - Herzogliches Palais
Administrative Gliederung
Das Herzogtum ist in 5 Kreise eingeteilt: Dessau, Köthen, Zerbst, Bernburg und Ballenstedt. Die Kreisdirektion für jeden Kreis hat ihren Sitz in der Stadt, nach der der Kreis benannt ist. Die Kreisdirektionen sind ebenso wie die Städte Bernburg, Köthen (Cöthen), Dessau und Zerbst der Regierung, Abteilung des Inneren, unterstellt. Alle übrigen Stadt- und Landgemeinden stehen unter Aufsicht der Kreisdirektionen.
Einwohner:
| Kreise | 1895 | 1900 | Wachstum 1895-1900 |
| Dessau | 75 002 | 85 573 | 14,09 % |
| Köthen | 51 392 | 53 691 | 4,47 % |
| Zerbst | 50 293 | 53 141 | 5,66 % |
| Bernburg | 87 176 | 93 386 | 7,12 % |
| Ballenstedt | 29 435 | 30 294 | 2,92 % |
| Kreis Dessau mit einer Fläche von 424,59 km², 85 573 Einwohnern (Jahr 1900) enthält 59 Gemeinden: |
Alten, Bobbau, Brandhorst, Dellnau, Dessau, Diesdorf, Elsnigk, Fraßdorf, Friedrichsdorf, Gohrau, Griesen, Großkühnau, Haideburg vor der Haide, Hinsdorf, Horstdorf, Hoyersdorf, Jeßnitz, Jonitz, Kakau, Kleckewitz, Kleinkühnau, Kleinleipzig, Kleinmöhlau, Kleutsch, Kochstedt, Körnitz, Lausigk, Libbesdorf, Lingenau, Marke, Meilendorf, Mosigkau, Naundorf bei Dessau, Naundorf vor der Haide, Niesau, Oranienbaum, Pötnitz, Quellendorf, Raguhn, Rehsen, Reppichau, Retzau, Reupzig, Riesigk, Rosefeld, Roßdorf, Scheuder, Scholitz, Schönitz, Siebenhausen, Sollnitz, Storkau, Thurland, Tornau vor der Haide, Törten, Vockerode, Wörlitz, Zehmigkau, Ziebigk |
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| Dessau - Kavalierstrasse und Postamt 1896 | Dessau | Dessau - Synagoge | Dessau - Herzogliches Palais, Kavalierstraße |
| Kreis Köthen mit einer Fläche von 343,13 km², 53 691 Einwohnern (Jahr 1900) enthält 79 Gemeinden: |
Arensdorf, Baasdorf, Berwitz, Biendorf, Breesen, Cattau, Cörmigk, Cosa, Cösitz, Crüchern, Diebzig, Dohndorf, Drosa, Edderitz, Elsdorf, Fernsdorf, Frenz, Gerlebogk, Geuz, Glauzig, Gnetsch, Gölzau, Görzig, Gröbzig, Großbadegast, Großpaschleben, Großweißandt, Großwülknitz, Hohnsdorf, Hohsdorf, Ilbersdorf, Kleinbadegast, Kleinpaschleben, Kleinweißandt, Kleinwülknitz, Kleinzerbst, Klepzig, Köthen, Lennewitz, Libehna, Locherau, Maasdorf, Merzien, Mölz, Osternienburg, Pfaffendorf, Pfitzdorf, Pfriemsdorf, Piethen, Pißdorf, Plömnitz, Porst, Preußlitz, Priesdorf, Prosigk, Radegast, Reinsdorf, Riesdorf, Rohndorf, Schortewitz, Thurau, Trebbichau an der Fuhne, Trebbichau bei Wulfen, Trinum, Wadendorf, Wehlau, Wenndorf, Werdershausen, Wiendorf, Wohlsdorf, Wörbzig, Wulfen, Würflau, Zabitz, Zehbitz, Zehmitz, Zehringen, Zeundorf, Ziebigk |
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| Köthen in Anhalt - St. Martinskirche | Köthen in Anhalt - Rathaus |
| Kreis Zerbst mit einer Fläche von 802,97 km², 53 141 Einwohnern (Jahr 1900) enthält 79 Gemeinden: |
Badetz, Badewitz, Bias, Bone, Bonitz, Bornum, Brambach, Bräsen, Buhlendorf, Buko, Buro, Cobbelsdorf, Coswig, Deetz, Dobritz, Dornburg, Düben, Eichholz, Garitz, Gödnitz, Göritz, Griebo, Grimme, Grochewitz, Hagendorf, Hohenlepte, Hundeluft, Jeber-Bergfrieden, Jütrichau, Kerchau, Kermen, Kleinleitzkau, Klieken, Köselitz, Krakau, Kuhberge, Leps, Lietzo, Lindau, Luko, Luso, Meinsdorf, Möllensdorf, Mühlsdorf, Mühlstedt, Mühro, Natho, Nedlitz, Neeken, Niederlepte, Nutha, Pakendorf, Polenzko mit OT Bärenthoren, Pulspforde, Pülzig, Quast, Ragösen, Reuden, Rietzmeck, Rodleben, Roßlau, Senst, Serno, Stackelitz, Steckby, Steutz, Straguth, Streetz, Strinum, Thießen, Thornau-Bernsdorf, Trüben, Wahlsdorf, Weiden, Wertlau, Wörpen, Zerbst, Zernitz, Zieko |
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| Zerbst - Partie aus Rephuns Garten (am kleinen Teich) | Zerbst - Bahnhofstrasse | Zerbst - Markt | Zerbst - Herzogliches Schloss |
| Kreis Bernburg mit einer Fläche von 396,91 km², 93 386 Einwohnern (Jahr 1900) enthält 45 Gemeinden: |
| Aderstedt, Altenburg, Amesdorf, Baalberge, Bernburg, Borgesdorf, Bullenstedt, Dröbel, Drohndorf, Freckleben, Gerbitz, Giersleben, Grimschleben, Gröna, Großmühlingen, Großpoley, Großwirschleben, Güsten, Hecklingen, Hohenerxleben, Ilberstedt, Kleinmühlingen, Kleinpoley, Kleinschierstedt, Kleinwirschleben, Latdorf, Leau, Leopoldshall, Mehringen, Neundorf, Nienburg, Oberpeißen, Osmarsleben, Plötzkau, Pobzig, Rathmannsdorf, Roschwitz, Sandersleben, Schackenthal, Schackstedt, Unterwiederstedt, Warmsdorf, Weddegast mit Neunfinger, Wedlitz, Wispitz |
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| Bernburg - Blick von der Terrasse | Bernburg an der Saale - Eingang zum Herzoglichen Schloss | Bernburg - Saalebrücke | Bernburg - Theater |
| Kreis Ballenstedt (sogenanntes Oberherzogtum) mit einer Fläche von 331,78 km², 30 294 Einwohnern (Jahr 1900) enthält 20 Gemeinden: |
Alikendorf, Badeborn, Ballenstedt, Bärenrode, Frose, Gernrode, Großalsleben, Güntersberge, Harzgerode, Hoym, Kleinalsleben, Lindenberg, Neudorf, Opperode, Radisleben, Reinstedt, Rieder, Schielo, Siptenfelde, Tilkerode |
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| Ballenstedt - Neues Rathaus | Ballenstedt am Harz - Denkmal Albrecht des Bären | Ballenstedt - Wolterstorff-Gymnasium | Harzgerode - Partie am Wege zum Stadtbad, Blick auf die Stadt |
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Durstige Grüße aus der schönen Bitterbierstadt Zerbst
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| Zerbst - Marktplatz | Rosslau - Walwitzhafen 1908 | Dessau - Friedrichs-Kaserne | Coswig/Anhalt - Fähre und Elbterasse |
Anhalt-Lied Musik: Alexander von Marees
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Dessauer Marsch von 1706
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Anhalt nach 1918

Briefmarke Deutsches Reich von 1928 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Anhalts
Regierungschefs des Freistaats Anhalt 1918 - 1945
Amtszeit | Name | Lebensdaten |
| 12.11.1918 - 23.07.1919 | Wolfgang Heine, SPD | 1861 - 1944 |
| 23.07.1919 - 09.07.1924 | Heinrich Deist, SPD | 1874 - 1962 |
| 09.07.1924 - 25.11.1924 | Willy Knorr, DNVP | 1878 - 1937 |
| 25.11.1924 - 21.05.1932 | Heinrich Deist, SPD | 1874 - 1962 |
| 21.05.1932 - 08.01.1940 | Alfred Freyberg, NSDAP | 1892 - 1945 |
| 08.01.1940 - 04/1945 | Reichsstatthalter Rudolf Jordan, NSDAP | 1902 - 1988 |
| 1918 | Am 12. November 1918 dankt Herzog Joachim von Anhalt ab. Anhalt wird Freistaat innerhalb des Deutschen Reichs mit Dessau als Hauptstadt. 1925 registrierten Stadt und Land Zerbst 62.353 Einwohner. Der Staatsrat übernahm die Staatsgewalt, Grundgesetz war die Verfassung für Anhalt vom 18. Juli 1919. Nachbarorte des Landkreises Zerbst gehörten zu den preußischen Kreisen Jerichow I und Belzig. |
| 1922 | Anstelle des Staatsrates trat 1922 das Anhaltische Staatsministerium. Im Landtag Dessau waren 36 Abgeordnete vertreten, gewählt vom Volk für jeweils 4 Jahre. 1934 umfasste der Landkreis Zerbst 81 Ortschaften und die 4 Städte. Der Kreistag bestand aus 9 Abgeordneten, den Kreisausschuss bildeten 5 Kreisdeputierte. Vorsitzender war jeweils Landrat Dr. Hinze. |
| 1939 | 1939 besteht der Landkreis Zerbst aus 81 Ortschaften sowie den Städten Zerbst, Coswig und Lindau. |
| 1945 | Besetzung Anhalts durch die Rote Armee. Anhalt wird Teil der sowjetischen Besatzungszone. Zwangseingliederung des Freistaats Anhalt in die Preußische Provinz Sachsen aufgrund des Vorschlags des von den Sowjets eingesetzten und kollaborierenden Präsidenten, des ehemaligen Landeshauptmanns der Provinz Sachsen, Dr. Erhard Hübener. Diese langjährige und einseitige Eingliederungsforderung der Preußischen Provinz Sachsen wurde dann mit der SMAD-Verordnung vom 23.Juli 1945 zur Neugliederung der Provinz Sachsen-Anhalt in drei Regierungsbezirke (Dessau, Magdeburg, Merseburg) als Mittelinstanzen vollendet. Die braunschweigische Exklave Calvörde, der östliche Teil des braunschweigischen Landkreises Blankenburg im Harz und die thüringische Exklave Allstedt werden dem Land eingegliedert. |
| 1947 | Das Land Sachsen-Anhalt mit Halle als Landeshauptstadt wird gebildet. Der letzte regierende Landesherr aus dem Hause Askanien, Joachim Ernst Herzog von Anhalt, starb am 18. Februar 1947 im sowjetisch geführten NKWD-Sonderlager Nr. 2 (ehemaliges KZ Buchenwald), nachdem er bereits unter den Nazis im KZ Dachau von 1939 bis 1945 inhaftiert war. |
| 1952 | Unter Verlust eines größeren Grenzsaumes entstanden 1952 die Bezirke Halle (mit einem Großteil Anhalts) und Magdeburg (mit der Region Zerbst). Am 25. Juli 1952 fand die letzte Sitzung des Landtages von Sachsen-Anhalt statt. |
| 1990 | Wiedererstehen des Landes Sachsen-Anhalt mit Magdeburg als Landeshauptstadt. |
Sachsen-Anhalt aktuell:
Der heutige Land Sachsen-Anhalt mit der Landeshauptstadt Magdeburg besteht aus
| Sachsen-Anhalt Landeshauptstadt Magdeburg 20 445 km² 2 454 000 Einwohner (2006) |

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