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Kaiser Wilhelm II. Land

in der Antarktis

Neuschwabenland

Antarktis - Kaiser Wilhelm II. Land (Karte von 1914)

Antarktis - Kaiser Wilhelm II. Land (Karte von 1914)

 

 

In der Antarktis gibt es mehrere Gebiete die nach Kaisern und Königen benannt sind. Unter anderem ein u.a. König Haakon VII.-Land, König Edward VII.-Land, König Georg V.-Land und neben vielen anderen Monarchen auch ein Kaiser Wilhelm II.-Land. Die Forscher jener Zeit bedankte sich aus Patriotismus und in der Hoffnung weitere kostspielige Expeditionen durchführen zu können, bei ihren Gönnern. Aber wie kam es in dieser fernen Eiswüste zu einem Kaiser Wilhelm II.-Land?

1873 beginnt die deutsche Antarktiserforschung. Eduard Dallmann reiste im Auftrag der zuvor gegründeten deutschen Polarschifffahrtsgesellschaft mit seinem Dampfschiff "Grönland" in die antarktischen Gewässer. Er entdeckte am westlichen Ausgang der Bismarckstraße entlang der Biscoue Inseln eine Inselgruppe und nannte sie die Kaiser-Wilhelm-Inseln.

1874 überwinterte eine deutsche Forschergruppe in einer Station auf den Kerguelen.

Segler "Gauß"

Der Segler "Gauß"

 

Am 11. August 1901 startete die erste deutsche Antarktis-Expedition in Kiel unter dem Kommando des 36-jährigen Wissenschaftler Erich Dagobert von Drygalski. Kapitän des Seglers "Gauß" war Hans Ruser, zur weiteren Besatzung zählten 5 Offiziere und 22 Mann Besatzung. 1,2 Millionen Mark hatte der polarbegeisterte Kaiser Wilhelm Il. für den Bau der "Gauß" auf der Kieler Howaldts-Werft gewährt. Der Segler gehörte zu den ersten für Forschungszwecke gebauten Schiffen der Geschichte und verfügte über einen runden Rumpf. Damit sollte das Eis das Schiff nicht zerquetschen, sondern emporheben. Im Gegensatz zum Kaiser dachte Drygalski nie an das Erreichen des Südpols, da er ihm nicht wissenschaftlich interessant genug erschien. Die Deutschen hätten, im Gegensatz zur rein militärischen Konkurrenz aus England, den USA oder Skandinavien, immer die Wissenschaft bei der Polarforschung in den Vordergrund gestellt, selbst die Matrosen der "Gauß" waren wissenschaftlich geschult. Das Schiff, mit Pech und Korkmehl isoliert, war ein reines Forschungsschiff und militärisch nicht zu gebrauchen. Auf Metall war fast völlig verzichtet worden. Da ein Hauptgrund der Reise die Suche nach dem magnetischen Südpol war, sollte kein Eisen die Instrumente ablenken. Die "Gauß" überwinterte viel nördlicher als die Konkurrenz, bei 90 Grad Ost und 82 Grad Süd. Drygalski verwandelte den Segler in eine "arktische Universität", wie Kollegen lobten. Die Männer interessierten sich für Wetter, Magnetismus, Strömung, Tiere und Pflanzen. Den Polarkreis streiften sie nur, antarktischer Boden wurde ganze zwei Mal betreten, der Pol blieb 2500 Kilometer entfernt. Deshalb findet sich der Deutsche nicht in den Geschichtsbüchern. Umso umfangreicher sind seine Spuren in der Wissenschaft. Bis 1929 wertete Drygalski die 28 Monate lange Reise aus, er füllte 20 Bände und zwei Atlanten. Über 1000 Tierarten wurden entdeckt. Doch Kaiser Wilhelm Il. wollte Schlagzeilen, nicht Lexikaeinträge. 1903 verweigerte der Kaiser da´s Geld für eine zweite Überwinterung. Drygalskis "Kaiser Wilhelm Il. - Land" ist bis heute in jedem Atlas zu finden.

1909 Edgeworth David, Douglas Mawson und Alistair Mackay erreichen als Erste den magnetischen Südpol der Erde.

Wilhelm Filchner

Wilhelm Filchner

 

1911/12 leitete Wilhelm Filchner (1877-1957) mit dem Schiff "Deutschland" die zweite deutsche Antarktis-Expedition. Filchner entdeckte dabei das später nach ihm entdeckte Filchnerschelf. Kapitän der "Deutschland" ist Richard Vahsel.

Am 14. Dezember 1911 gewinnen der Norweger Amundsen und vier Begleiter den Wettlauf zum geographischen Südpol.

Am 18. Januar 1912 erreichen der Engländer Robert Scott und sein Team den Pol. Auf dem Rückweg sterben alle Teilnehmer der Expedition an Entkräftung und Erfrierungen.

Im Mai 1938 wurde unter Leitung des Kapitäns Alfred Ritscher, der Göring direkt unterstellt wurde, eine deutsche Antarktisexpedition ausgerüstet. Die "Schwabenland" verließ Hamburg am 17.12.1938 und erreichte die Antarktis am 19.01.1939 bei 4° 15´ W und 69° 10´S. In den folgenden Wochen wurden auf insgesamt 15 Flügen der beiden Flugboote "Boreas" und "Passat" fast 600.000 Quadratkilometer Fläche überflogen und mit Zeiss Reihenmesskameras RMK38. Nahezu 11.000 Bilder dokumentieren dies heute noch. Knapp 1/5 der antarktischen Fläche wurde so erstmals dokumentiert und gleichzeitig als deutsches Reichsgebiet deklariert: "Neuschwabenland". Um diesem Anspruch auch äußerlich gerecht zu werden, warfen die beiden Flugzeuge tausende kleiner Hakenkreuze ab. Das ZDF berichtete am 19.11.2000 in einer Sendung ausführlich über diese Expedition.

Über das "Neuschwabenland" gibt es verschiedene Mythen und Verschwörungstheorien. z.B. Neuschwabenland von www.hohle-erde.de

1959 Die Zwölf führenden Nationen (in der Antarktisforschung) beschließen den Antarktisvertrag.

23.9.1983 die Bundesrepublik Deutschland wird stimmberechtigtes Vollmitglied des Antarktisvertrages.

Forschungsschiff Gauß und Forschungsschiff Polarstern - Briefmarken Deutschland 2001

Forschungsschiff Gauß und Forschungsschiff Polarstern - Briefmarken Deutschland 2001

 

Neben dem Kaiser-Wilhelm-II.-Land, welches auf geografischer Breite 66°50'S und geografischer Länge von 89°30'E liegt, existieren heute noch in der Antarktis auch ein Kaiser-Wilhelm-Berg 53°10'S / 73°34'E, die Kaiser-Wilhelm-Inseln bei 65°05'S / 64°10'W und ein Kaiser-Wilhelm-Pik bei 54°26'S / 3°25'E.

 


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