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Kaiserin Augusta

Marie Luise Augusta Catharine Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach

Kaiserin Augusta

Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach

1861 - 1888 König von Preußen

1871 - 1888 Deutsche Kaiserin

* 30.09.1811 in Weimar (Sachsen-Weimar-Eisenach)

† 07.01.1890 in Berlin


Vater:
Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach

Mutter: Großfürstin Maria Pawlowna von Russland

Geschwister:

Ehemann: Wilhelm I.

 
Prinz Wilhelm als Bräutigam, 1829 Prinzessin Augusta als Braut, 1829
Prinz Wilhelm als Bräutigam, 1829 Prinzessin Augusta als Braut, 1829


Kinder:

Friedrich (III.) 18.10.1831 - 15.06.1888

Luise Marie Elisabeth von Preußen 03.12.1838 - 23.04.1923

Prinz Friedrich Wilhelm Prinzessin Luise
Prinz Friedrich Wilhelm (der spätere Kaiser Friedrich III.) Prinzessin Luise (die spätere Großherzogin von Baden)

 

Augusta Marie Luise Katharina wurde am 30.09.1811 in Weimar, der Hauptstadt von Sachsen-Weimar-Eisenach geboren. Sie war die zweite Tochter des Herzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und der Großfürstin Maria Pawlowna, einer Schwester russischen Zaren Alexanders I.

Die intelligente Augusta erhielt eine hervorragende Erziehung durch ausgezeichnete Lehrer, außerdem wurde sie von der Hofmalerin Luise Seidler im Zeichnen und von dem Komponisten und Kapellmeister Johann Nepomuk Hummel im Musizieren unterrichtet.

Schon früh zeigte sich ihr ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und Toleranz, von ihrer Mutter erlernte sie die vollkommene Beherrschung höfischer Umgangsformen und die Notwendigkeit protokollarischer Pflichterfüllungen.

Weimar - Markt

Weimar - Residenzschloss

Weimar - Markt Weimar - Residenzschloss

 

Wilhelms kleiner Bruder, Prinz Karl von Preußen, war bereits mit Augustas Schwester, Maria Luisa Alexandrina Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet, als die Verlobung (25. Oktober 1828) Wilhelms mit Augusta von ihren Eltern arrangiert wurde. Wilhelm war zuvor gescheitert, seine langjährige Jugendliebe, Prinzessin Elisa Radziwill, zu heiraten. Augusta versuchte sich so gut wie möglich mit der Situation abzufinden, "...möchte ich Ihnen doch jemals die ersetzen, die ich ersetzen soll", begrüßte sie ihren Verlobten. Wilhelm empfand die junge Augusta als zwar als ausgezeichnete Persönlichkeit, allerdings auch als äußerlich weniger reizvoll als ihre ältere Schwester Maria.

Am 11. Juni 1829 heiratete Augusta den vierzehn Jahre älteren Wilhelm im Berliner Schloss. Die Ehe wurde nicht sonderlich glücklich, die intelligente, musisch begabte und am Weimarer Hof liberal erzogene Augusta war ihrem Mann intellektuell überlegen und fühlte sich am preußischen Hof nicht sonderlich wohl. Sie gebar ihm am 18. Oktober 1831 den Prinzen Friedrich Wilhelm und am 3. Dezember 1838 die Prinzessin Luise.

1849 nahm die Prinzessin mit ihrem Gemahl ihre Residenz in Koblenz, wo sie sich durch Förderung künstlerischer und wissenschaftlicher Bestrebungen und aufopfernder Wohltätigkeit sehr beliebt machte.  Die Koblenzer dankten ihr es später mit einem Denkmal in ihrer Stadt.

Koblenz - Deutsches Eck - Kaiser Wilhelm-Denkmal
Koblenz - Kaiserin Augusta-Denkmal
Koblenz - Deutsches Eck - Kaiser Wilhelm-Denkmal Koblenz - Kaiserin Augusta-Denkmal

 

Kaiserin Augusta

Kaiserin Augusta

 

Ihre Kinder erzog sie mit Liebe und Sorgfalt. Sohn und Thronfolger Friedrich studierte in Bonn Recht und war damit der erste preußische Thronfolger, der eine akademische Ausbildung erhielt. 1856 heiratete Tochter Luise, siebzehnjährig, Großherzog Friedrich I. von Baden und wurde so Großherzogin von Baden. 1858 arrangierte Augusta Friedrichs Hochzeit mit der Tochter der britischen Königin Viktoria, Victoria, genannt Vicki, nicht zuletzt in der Hoffnung auf Verständigung zwischen beiden Ländern.

Wilhelms Krönung zu Königsberg am 18. Oktober 1861

Wilhelms Krönung zu Königsberg am 18. Oktober 1861

 

In Berlin, während der Regentschaft ihres Gemahls (seit 1858), als Königin (seit 1861) und als Kaiserin (seit 1871) blieb sie ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen treu. Sie wurde Mittelpunkt zahlreicher Vereine, die sich für die Pflege verwundeter Soldaten einsetzten, und stiftete das Augusta-Hospital in Berlin. Augusta war auch eine große Liebhaberin der Musik, komponierte  selbst eine Ouvertüre, die Musik zum Ballett "Die Maskerade" und zahlreiche Märsche. Sie pflegte den Umgang mit Menschen, die ihre künstlerischen und wissenschaftlichen Interessen verstanden. Der Berliner Baumeister Friedrich Schinkel, Christian Daniel Rauch, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Giacomo Meyerbeer, Alexander von Humboldt, der Altertumsforscher August Boeckh, Ernst Curtius und Karl Richard Lepsius, der Historiker Friedrich von Raumer und der Gartengestalter Hermann Fürst von Pückler-Muskau gehörten zu den Menschen, mit denen sie bevorzugt Konversation pflegte.

 

Berlin, Palais Kaiser Wilhelm I. - Unter den Linden - Universität

Berlin, Palais Kaiser Wilhelm I. - Unter den Linden - Universität

 

Augusta geriet durch ihre liberale Gesinnung und Frankophilie schon früh in Konflikt mit dem späteren Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dieser nannte sie abfällig eine "bigotte alte Fregatte". Während des Kulturkampfes setzte sie sich protestantische Monarchin für den Katholizismus ein, warnte den Bischof von Breslau, sodass dieser rechtzeitig nach Österreich fliehen konnte und nicht ins Gefängnis musste. Die Nonnen eines Koblenzer Klosters rettete sie vor der Ausweisung, indem sie ihrem Mann androhte, sie würde für immer in Koblenz bleiben und nicht nach Berlin zurückkehren. Seit 1888 Witwe, lebte sie zurückgezogen und musste noch den frühen Tod ihres Sohnes Friedrich erleben. Am 07.01.1890 starb Augusta und wurde unter größter Anteilnahme der Bevölkerung im Mausoleum im Schlosspark zu Charlottenburg neben ihrem Ehemann Wilhelm I. beigesetzt.


Kaiserliche Familie 1882

Vier Generationen der Kaiserlichen Familie 1882

v.l.n.r.: Victoria Adelaide Marie Luise, Kronprinz Friedrich., Kaiserin Augusta, Friedrich Wilhelm, Kaiser Wilhelm I., Auguste Viktoria, Wilhelm II.

 

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Augusta

S.M.S. Kaiserin Augusta



S.M.S. Augusta
S.M.S. Kaiserin Augusta
S.M.S. Augusta S.M. Kreuzer Kaiserin Augusta

 

 

   

 

 

 

 

 

 


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