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Gesamtübersicht 1871 - 1919
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Ab 1867 Norddeutsche Bundeskriegsflagge und ab 1871 Kriegsflagge des Deutschen Reiches bis 1903 | Kriegsflagge des Deutschen Reiches 1903-1921 |
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Die Kaiserliche Marine
1871 Aus der Norddeutschen Bundesmarine wird die Kaiserliche Marine gebildet. Nach Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges wird die Kaiserliche Marine demobilisiert. Das Oberkommando wird dem Marineministerium eingegliedert. Als erstes Schiff der Kaiserlichen Marine tritt S.M.S. Nymphe am 25. Juli 1871 eine Weltumseglung an.
1872 Das Marineministerium wird in die Kaiserliche Admiralität umgewandelt. Erster Chef der kaiserlichen Admiralität wird Generalleutnant von Stosch. In Kiel wird die Marineakademie gegründet.
![]() | * 20.04.1818 in Koblenz † 29.02.1896 in Östrich im Rheingau Chef der Kaiserlichen Admiralität 1872-1883 |
1873 Der Reichstag bewilligt ein Flottenbauprogramm für 23 Panzerschiffe, 20 Kreuzer, 6 Avisos, 18 Kanonenboote, 28 Torpedoboote und 5 Schulschiffe.
1883 Generalleutnant von Caprivi wird Chef der Admiralität.
![]() | * 24.02.1831 in Charlottenburg (Provinz Brandenburg) † 06.02.1899 in Skyren (Provinz Brandenburg) Chef der Kaiserlichen Admiralität 1883-1888 |
1884 - 1897 Beteiligung der Marine bei der Erwerbung und Sicherung der deutschen Kolonien in Übersee.
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S.M.S. Sophie besucht die Ruinen von Großfriedrichsburg - 1884
1890 Das Deutsche Reich erhält durch den so genannten Helgoland-Sansibar-Vertrag die Insel Helgoland.
1892 Denkschrift des Kapitäns zur See Tirpitz "Über eine Neuorganisation unserer Panzerflotte".
1895 Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals, internationale Flottenschau im Kieler Hafen.
Am 01. November 1897 wurden die deutschen katholischen Missionare Nies und Henle ermordet. Kaiser Wilhelm II. gibt den Befehl zur sofortigen Besetzung der Kiautschou-Bucht. Das ostasiatische Geschwader, bestehend aus S.M.S. Kaiser, S.M.S. Prinzeß Wilhelm, S.M.S. Arkona und S.M.S. Kormoran, später noch S.M.S. Irene begab sich unter Befehl des Konteradmirals von Diederichs nach Kiautschou um die dortige Bucht nebst Befestigungen zu besetzten. Die Aktion war keinesfalls eine spontane Reaktion auf die Ermordung der Deutschen, sondern ein über Jahre sorgfältig vorbereitetes Unternehmen.
Hafen - Einfahrt von Kiautschou - 1898
Am 6.März 1898 schließt Deutschland mit China einen Pachtvertrag für 99 Jahre. Die Verwaltung des Pachtgebiets Kiautschou übernimmt das Reichsmarineamt.
Im Taifun am 23.07.1898 strandet SM Kanonenboot Iltis (Nr.1) am Kap Schantung nördlich des Promontory Leuchtturms.
1899 Admiral von Koester wird Generalinspekteur der Marine
1900 Annahme des zweiten Flottengesetzes durch den Reichstag. Verdoppelung der im ersten Flottengesetz vorgesehenen Flotte.
1900 Krieg in China. Während der Verabschiedung des deutschen Expeditionskorps in Bremerhaven am 27. Juli hält Kaiser Wilhelm II. seine "Hunnenrede". Teilnahme deutscher Landungstruppen und Seebataillone an den Kämpfen in China.
S.M.S. Iltis während der Beschießung der Takuforts
1907 Die aktive Schlachtflotte erhält den Namen "Hochseeflotte".
1908 Die erste U-Bootflottille stellt "U1 - U4" in Dienst.
"Gruss aus Wilhelmshaven 1909"
1911 Die deutsche Boote S.M.S. Berlin, Eber und Panther gehen während der Marokkokrise bei Agadir vor Anker. ("Panthersprung nach Agadir").
22.03. S.M.S. Kaiser läuft in Kiel vom Stapel, es ist das erste Linienschiff mit Turbinenantrieb.
1912
11.02. Die Gespräche zwischen dem britischen Kriegsminister Richard Burdon Haldane und dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg über ein Abkommen zur Beschränkung der Flottenrüstung gehen in Berlin ergebnislos zu Ende. Großbritannien ist nicht bereit dem Deutschen Reich Neutralität im Falle eines Krieges zuzusichern, Deutschland weigert sich, der britischen Forderung, auf alle Schiffsneubauten zu verzichten, nachzugeben.
Aufstellung des III. Geschwaders für die Hochseeflotte.
1913
12.01. Kiel und Wilhelmshaven werden zu Stützpunkten der Unterseeboot-Flotte erklärt.
Unsere Marine
Erste Professur für Kriegsschiffbau an der Technischen Hochschule, Vizeadmiral von Ingenohl Chef der Hochseeflotte, Vizeadmiral Pohl Chef des Admiralstabes.
Alexander Behm (11.11.1880 - 22.01.1952) erfindet das Echolot.
Geburtsjahr der deutschen Marineflieger: 1. Marine-Luftschiffer-Abteilung aufgestellt.
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1914
S.M.S. Augsburg
2. August: Beginn des Seekrieges in der Ostsee, die Kleinen Kreuzer "Augsburg" und "Magdeburg" legen Minen vor Libau und beschießen dortige Hafenanlagen.
4. August: Die deutsche Mittelmeerdivision ("Goeben" und "Breslau") beschießt Schiffe und Hafenanlagen von Bône und Philippville (Algerien).
5. August: Der Hilfsminenleger "Königin Luise" legt Minen vor der Themsemündung. Danach wird er von überlegenen britischen Seestreitkräften vernichtet. Auf dem Rückmarsch sank auch der britische Kreuzer "Amphion", als er auf die von den Deutschen gelegte Sperre lief.
Untergang des Hilfsmienenleger Königin Luise
14. August: Der Kleine Kreuzer "Emden" vom Ostasiengeschwader beginnt den Kreuzerkrieg.
28. August: Erstes größeres Seegefecht zwischen deutschen und britischen Seestreitkräften in der Deutschen Bucht. Nordwestlich Helgoland werden die Kleinen Kreuzer "Ariadne", "Mainz" und "Köln" sowie das Torpedoboot "V187" von überlegenen feindlichen Seestreitkräften versenkt.
29. August: Bildung der "Marinedivision Flandern".
22. September: Kapitänleutnant Weddigen versenkt mit "U9" in den Hoofden drei britische Panzerkreuzer - "Hogue", "Cressy" und "Aboukir".
U9 versenkt 3 britische Panzerkreuzer
1. November: Deutscher Seesieg von Coronel. Das Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Graf von Spee besiegt ein britisches Kreuzergeschwader unter Admiral Cradock. Erste Begegnung deutscher und britischer Verbände in offener Seeschlacht.
2. November: Gegen jedes Völkerrecht erklärte England die gesamte Nordsee zum Kriegsgebiet und beschwor damit selbst die U-Bootgefahr herauf.
3. November: Erste Küstenbeschießung durch deutsche Schlachtenkreuzer bei Yarmouth.
7. November: Der Fall von Tsingtau. Über drei Monate haben Festungsbesatzung und Kriegsschiffe des Schutzgebietes einer zwölffachen Übermacht standgehalten.
8. Dezember: Die Seeschlacht bei den Falkland-Inseln. Im Kampf gegen überlegene britische Seestreitkräfte unter Vizeadmiral Sturdee wird das deutsche Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Graf von Spee vernichtet.
Der letzte Mann - 1914
16. Dezember: Zweite Küstenbeschießung durch deutsche Schlachtenkreuzer unter Konteradmiral Hipper von Whitby, Hartlepool und Scarborough.
1915
18./19. Januar: Erster Angriff deutscher Marine-Luftschiffe auf die britischen Inseln.
24. Januar: Schlacht auf der Doggerbank. Deutsche und britische Aufklärungsstreitkräfte treffen aufeinander, ohne eine Entscheidung herbeiführen zu können.
4. Februar: Deutschland erklärt die Gewässer um England zum Kriegsgebiet.
28. Februar: Beginn des U-Boothandelskrieges, als Gegenmaßnahme gegen die britische Blockade Deutschlands.
7. Mai: "U20" versenkt den britischen Dampfer "Lusitania".
Die Lusitania ist torpediert und gesunken
18. September: Einstellung des U-Boothandelskrieges um England, im Mittelmeer und in der Ostsee wird er weitergeführt. Seit Kriegsbeginn wurden ca. 800 000 BRT versenkt.
1916
24. Januar: Vizeadmiral Scheer wird neuer Chef der deutschen Hochseeflotte.
17. März: Verabschiedung von Großadmiral von Tirpitz.
24. April: Dritte Küstenbeschießung durch deutsche Schlachtenkreuzer, diesmal Great Yarmouth und Lowestoft.
31. Mai/ 1. Juni: Seeschlacht am Skagerrak. Die deutsche Hochseeflotte unter Admiral Scheer trifft zum ersten und letzten Mal auf die Grand Fleet unter Admiral Jellicoe.
1916/17 Indienststellung und Einsätze der erfolgreichsten deutschen Hilfskreuzer: "Möwe", "Greif", " Wolf" und "Seeadler".
1917
1. Februar: Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges.
6. April: Die USA erklären Deutschland den Krieg.
7. Juni: U-Boote im verstärkten Handelskrieg vor der amerikanischen Ostküste.
12./18. Oktober Eroberung der baltischen Inseln unter Beteiligung von Seestreitkräften. Erste größere amphibische Unternehmungen der deutschen Kriegsgeschichte.
Unsere Seehelden
17. Oktober: Minenkreuzer "Brummer" und "Bremse" greifen erfolgreich einen britischen Geleitzug an und versenken zwei Zerstörer und neun Handelsschiffe.
1918
14. Februar: Die II. Torpedobootsflottille vernichtet die britische Sperre zwischen Dover und Calais.
23. April: Letzter erfolgloser Vorstoß der Hochseeflotte bis zur Höhe von Bergen und Stavanger.
27./29. Oktober: Beginn der Meutereinen auf den Schiffen der Hochseeflotte. Die geplanten Unternehmungen - Vorstoß zur Themsemündung - muss aufgegeben werden.
1. November: Beginn der Meuterei in Kiel, wenige Tage später hissen die Meuterer auf verschiedenen Kriegschiffen rote Flaggen.
11. November: Der Waffenstillstandsvertrag tritt in Kraft.
19. November: Konteradmiral von Reuter überführt die deutsche Flotte nach Scapa Flow in die Internierung.
Die Abrüstung der Deutschen Flotte
1919
26. März: Vizeadmiral von Trotha, ehemals Chef der Seekriegsleitung, tritt an die Spitze der neu gebildeten Admiralität. Die Nationalversammlung beschließt die Aufstellung einer "vorläufigen Reichsmarine".
21. Juni: Selbstversenkung der in Scapa Flow internierten deutschen Flotte durch Konteradmiral Reuter.
28. Juni: Unterzeichnung des Versailler Vertrages.
1922
1. Januar: Die Kriegsflagge der Kaiserlichen Marine wird abgeschafft. Dafür erhält die Marine nunmehr eine schwarz-weiß-rote Flagge mit dem Eisernen Kreuz in der Mitte.

Flagge der Reichsmarine 1922-1933

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