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Kamerun - deutsche Kolonie von 1884 bis 1919
Kamerun - Ansichtskarten - Briefmarken - Farbfotos - Landkarten - Schutzvertrag
Verwaltungszentrum Duala
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Kamerun Karte von 1912 |
Wappen Kamerun |
Kamerun Briefmarke |
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Kamerun, Teilansicht der Akwastadt (zeitgenössische Postkarte)
Übersicht
| Bezeichnung im 19. Jahrhundert: | Krabbenbucht ( vom portugiesischen Wort "camarão") |
| Heutiger Landesname: |
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| Jahr der Besitzergreifung: | 1884 durch Reichskommissar Gustav Nachtigal |
| Gesamtbevölkerung: | Altkamerun: 2.600.000 Die Bevölkerung von Neukamerun wurde (sehr optimistisch) auf 2 Millionen geschätzt. 1897: 253 Europäer davon 181 Deutsche 1912: 1900 Europäer davon 1000 Deutsche |
| Bewohner: | An den südlichen Abhängen des Kamerungebirges leben die Bakwiri ca. 37 000, an den westlichen die Bamboko ca. 20 000, am Kamerunbecken die Duala ca. 20 000. Nur dünn bevölkert ist das Urwaldgebiet (150-200 km breit), dichter das hochgelegene Savannenland. |
| Verwaltungszentrum: | Duala |
| Fläche: | 1910 = 495.000 km² |
| 1911 = 790.000 km² (Kamerun war danach ungefähr 1,3 mal so groß wie das Deutsche Reich) | |
| Währung: | Mark und Pfennig |
| Eisenbahnkilometer 1914: | 443 km |
| Hauptwaren, Handel und Verkehr: | Die Ausfuhr besteht in Palmkernen, Gummi, Palmöl, Elfenbein,
Kakao, Ebenholz, Tabak, Kolanüssen etc. Wert der Ausfuhr 1896/97: 3 705 955 Mark. Eingeführt werden Manufakturwaren, Spirituosen, Materialwaren, Salz, Holz und Holzwaren, Eisen und Eisenwaren, Tabak, Reis, Pulver etc. Wert der Einfuhr 1896/97: 5 895 759 Mark. |
| Bewässerung und Bodengestalt:/td | Das höchste Gebirge im ganzen Umkreis des Atlantischen
Ozeans ist das Kamerungebirge (höchster Gipfel der Mongo-ma-Loba,
3960 m). Das Plateauland (700 - 800 m) steigt im Norden zu dem
1800 - 3000 m hohen Gebirge von Adamaua an. Flüsse: Der Rio del Rey, der Kamerunfluss, nimmt auf den Mungo und den Bimbiafluss, den Wuri (im Unterlauf Madiba Duala) mit dem Abo und dem Dibombe, den Dibambn und den Kwakwa (ein Mündungsarm des Sanaga). In die Biafrabai münden der Lom oder Sanaga, der größte Strom Kameruns (Nachtigalschnellen) und der Nyong. Das nördliche Gebiet von Kamerun durchfließt der schiffbare Benue, der bedeutendste Nebenfluss des Niger, der als internationaler Wasserarm (Nigerschifffahrtsakte von 1885) den Nordosten des Schutzgebiets mit dem Atlantischen Ozean direkt verbindet; im südlichen findet sich der Oberlauf des Ngoko- bzw. des Ssangaflusses, durch den den Anschluss an den Kongo besteht. |
| Klima: | Das Jahr hat vier Temperaturabschnitte; der Februarmonat mit 27° Celsius ist im Durchschnitt der wärmste, der Julimonat mit 23° Celsius der kühlste Monat. |
| Ortschaften: | Etwa 25 km von seiner Mündung liegen am Wuri 3 Dualadörfer, Bellstadt, Akwastadt und Didostadt. Der Sitz der Regierung befindet sich auf der Jossplatte, am linken Ufer der Mündung des Wuri in den Kamerunfluss, unmittelbar südlich von Bellstadt in Kamerun. |
| Verwaltungsbezirke: | Kamerun, Edea, Victoria, Kribi. |
| Stationen: | Rio del Rey, Edea (Ediä), Campo, Yaünde, Lolodorf, Buöa, Johann Albrechtshöhe. |
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Gouverneure |
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Gruß aus dem Schutzgebiet Kamerun - Polizeitruppe in Kamerun (zeitgenössische Postkarte)
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Kommandeure der Schutztruppen |
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Schutztruppe 1898: 1 Kommandeur, 6 Offiziere, 2 Ärzte, 16 Unteroffiziere, 311 Farbige. Deutschen Militärpersonen unterstehende Polizeitruppen befinden sich in den einzelnen Stationen.
Die Schutztruppe für Kamerun besteht (1912) aus 2 Stabsoffizieren, 16 Hauptleuten, 44 Oberleutnants und Leutnants, 17 Sanitätsoffizieren, 2 Zahlmeistern, 10 Unterzahlmeistern, 3 Oberfeuerwerkern und Feuerwerkern, 8 Büchsenmachern, 70 Unteroffizieren, 28 Sanitätsunteroffizieren, 1550 farbigen Soldaten. Die Schutztruppe zerfällt in 12 Kompanien und ein Artilleriedetachement.
Geschichte
1868
Die Firma C. Woermann richtet
eine Faktorei im Gebiet des Kamerunflusses ein und benutzt
hierzu eine auf dem Fluss verankerte
Hulk (ausgedientes Schiff).
1877-1879
Der
erste Woermanndampfer "Aline" wird erbaut und
in den Westafrikadienst gestellt (1279 BRT.). 1884 sind
es bereits fünf Schiffe, die die Verbindung zwischen
Hamburg und Kamerun
aufrechterhalten.
1881
Die Firma C. Woermann gründet
in Duala die erste Niederlassung auf dem Festland.
1883/84
Bereits Ende 1883 fasst Fr. Colin aus Landau
den Plan, im Gebiet der freien Bagas und Susus in Westafrika,
gegenüber den englischen Los-Inseln, eine deutsche
Kolonie zu gründen, die Dembiahkolonie. Er legt zunächst
am Dubrekafluss eine Faktorei an und verhandelt mit den
benachbarten Stammesführern. Nachdem das Auswärtige
Amt seinen Plänen zugestimmt hat, kommen Dr.
Nachtigal und Dr. Buchner,
an Bord der Kriegsschiffe S.M.S.
Elisabeth und S.M.S.
Möwe, an der Sangariküste an. Es gelingt,
mit einigen Stammesführern Schutzverträge abzuschließen,
doch stellt sich bei sorgfältiger Prüfung heraus,
dass andere Stammesführer bereits Verträge (1880)
mit den Franzosen abgeschlossen haben. Diese werden respektiert.
In dem deutsch-französischen Vertrag vom 24. Dezember
1885 wird das Gebiet der Dembiahkolonie an Frankreich abgetreten.
Damit kommt auch die im März 1885 gegründete Handelsgesellschaft "Fr.
Colin, Deutsch-Afrikanisches Geschäft" unter französische
Gerichtsbarkeit.
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Dr. Gustav Nachtigal * 23.02.1834 in Eichstedt/Altmark (nördlich von Magdeburg) 20.04.1885 an Bord von S.M.S. Möwe vor Westafrika Arzt und Afrikareisender, 1884 stellte er Togo und Kamerun unter deutschen Schutz |
19. Mai 1884
Dr.
Nachtigal, deutscher
Generalkonsul in Tunis, wird von dem Fürsten
Bismarck beauftragt, nach Westafrika
zu fahren, um "...die dort ansässigen Deutschen
unter deutschen Schutz zu stellen". Die Instruktion
bezieht sich auf den Küstenstrich zwischen dem Nigerdelta
und Gabun, insbesondere das Gebiet gegenüber der spanischen
Insel Fernando Po von der Mündung des Kamerunflusses
(Kamerun aus dem portugiesischen Wort cameröes = Krabben
gebildet) bis zum Kap St. John. In der Weisung heißt
es, dass die Errichtung einer Verwaltung sowie einer Garnison
deutscher Truppen nicht beabsichtigt ist.
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Reichskommissar Gustav Nachtigal lässt die deutsche Flagge hissen. |
11. - 14. Juli 1884
In Bimbia wird
am 11. Juli der erste Schutzvertrag unterzeichnet. Nachdem
die Agenten der Firmen Woermann und Jantzen & Thormählen
bereits vorgearbeitet haben, gelingt es dem Reichskommissar
Dr. Nachtigal und seinem
Begleiter Dr. Buchner, auch die Könige Bell und Aqua,
deren Stammesführer bisher infolge englischen Einflusses
dagegen waren, zum Unterzeichnen eines Schutzvertrages zu
bewegen. Am 14. Juli erfolgt die feierliche Flaggenhissung
in den Dörfern Bell, Aqua und Didotown in Anwesenheit
des Kriegsschiffes S.M.S.
Möwe.
Großbritannien war um einige Tage
zu spät gekommen, obschon bereits 1882 das Land den
Briten als Protektorat angeboten worden war; diese aber
auf dieses Angebot nicht geantwortet hatten.
1884/85
In den darauf folgenden Wochen und Monaten
werden von Dr. Buchner weitere Verträge im Innern abgeschlossen,
zuletzt in Südkamerun. Die Besitzverhältnisse
und die Hoheitsrechte unter den Küstenstammesführern
waren sehr schwierig, ein Umstand, der zu Konflikten mit
den alteingesessenen Kolonialmächten Großbritannien
und Frankreich führte.
18. - 22. September 1884
Aufstand gegen den deutschfreundlichen König Bell,
veranlasst durch britische Kaufleute. Der Aufstand wird
durch ein Landungskorps der Kriegsschiffe
S.M.S. Bismarck und
S.M.S. Olga, die unter dem Kommando
des Admirals Knorr stehen,
unterdrückt, nachdem die Joßplatte, wo sich die
Aufständigen verschanzt haben, erstürmt ist. Bei
diesem Kampf fällt der Agent der Firma Woermann, Pantenius.
29. April 1885
Über die Abgrenzung der gegenseitigen
Interessen wird ein Abkommen zwischen England und Deutschland
getroffen.
3. Juli 1885
Der erste Gouverneur von
Kamerun, Freiherr von Soden, trifft ein. In seiner Begleitung
ist als Kanzler der Referendar Jesko von Puttkamer sowie
als Amtsdiener der Unteroffizier Füllbier, der eine
Polizeitruppe ausbilden soll, zu deren Aufstellung es jedoch
erst 1891 kommt.
24. Dezember 1885
Unterzeichnung
eines Protokolls zwischen Deutschland und Frankreich, welches
die Machtsphären beider Staaten In Afrika, wo sich
dieselben berühren, definitiv feststellt. Durch Austausch
der durcheinander liegenden kleinen Schutzgebiete wird die
Grenzfrage in Kamerun befriedigend gelöst.
10.
Oktober 1886
Die deutsche
Reichsmarkwährung
wird eingeführt. (Früher wurde 1886 nach Krus
ein Geschäft abgeschlossen. 1 Kru wird jetzt = 20 Mark
= 80 Liter Palmöl = 160 Liter Palmkerne bewertet.)
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Gruß aus Kamerun 1898 - Gouverneur Jesko von Puttkamer, Gouvernementsgebäude und Plantange (zeitgenössische Postkarte)
1. Februar 1887
Im späteren Duala wird
die erste deutsche Postagentur, die erste in Afrika überhaupt,
eröffnet und dem Gärtner Friedrich Gochter aus
Ulm übertragen. Im August 1888 übernimmt
ein Fachbeamter den Dienst, der Postsekretär Wallmuth,
der auch gleichzeitig für das Gouvernement arbeitet
und von beiden zur Hälfte sein Gehalt bezieht.
24. Februar 1887
Der Regierungsoberlehrer Theodor
Christaller eröffnet die erste Regierungsschule In
Belldorf, einem Dualadorf am Kamerunfluss. Theodor Christaller
stirbt 1896 am Schwarzwasserfieber.
1. Juni 1887
Kamerun wird zum Weltpostverein angemeldet.
1888
Forschungsexpeditionen von Kund, Tappenbeck und
Weißenborn ins Landesinnere.
Oktober 1891
Hauptmann von Gravenreuth fällt bei der Erstürmung
des Bakwiridorfes Buea,1000 Meter hoch am Kamerunberg gelegen.
(1901 wird Buea Hauptsitz der Regierung.) Der zweite Offizier,
Oberleutnant von Stetten. wird schwer verwundet. Dr. Preuß,
Leiter des Botanischen Gartens der Regierungsstation Viktoria,
rettet die Reste der Expeditionstruppe an die Küste
zurück.
30. Oktober 1891
Eine Polizeitruppe
wird aufgestellt.
21. Februar 1893
Kamerun erhält Anschluss an
das Welttelegrafennetz. Eine englische Gesellschaft legt
ein Kabel, welches Anschluss an das englische Kabel in Bonny
hat und dessen Benutzung eine Jahresmiete von 134 000 Mark
kostet. Erst nachdem 1913 das deutsche Kabel über
Togo in Betrieb genommen ist,
wird dieser Vertrag gelöst.
15. November 1893
Abkommen (auch vom 14. April) zwischen Deutschland und England über
das Hinterland von Kamerun; es werden feste Grenzen an Stelle
der Absonderung von Interessensphären gegen Nigerien
bis zum Tschadsee festgelegt.
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Kamerun, Kaiserliche Gouvernementswerkstätte in Duala (zeitgenössische Postkarte)
Dezember 1893
50 Dahomeysoldaten der Polizeitruppe
rebellierten, weil ihre Frauen wegen angeblicher Faulheit
geprügelt wurden. Außerdem forderten sie als
vom Deutschen Reich in Dahomey
freigekaufte Sklaven Sold. In der ersten Zeit erhielten
sie aber lediglich Kleidung, Kost und Logis. Als die Aufständischen
das Regierungsgebäude und die Häuser auf der Joßplatte
plündern, wird der Aufruhr von der Mannschaft des Kreuzers
S.M.S. Hyäne niedergeschlagen.
15. März 1894
Verständigung zwischen Deutschland
und Frankreich über strittige Gebiete. Deutschland
erhält den so genannten "Entenschnabel".
Diese Grenzziehung besteht bis 1911.
Dezember 1894
Der Landeshauptmann Jesko von Puttkamer (Togo)
wird stellvertretender Gouverneur (Gouverneur von Zimmerer
erkrankt).
Dezember 1894
Oberleutnant von Stetten
führt eine Strafexpedition gegen die Bakwiri, die ihren
Boden gegen die Landnahme durch Faktoreien verteidigen.
Seine Begleiter sind Dr. Preuß und Leutnant Hans Dominik.
Als der Stammesführer "Dschagga" fällt,
unterwerfen sich die Bakwiri, womit die Pflanzungsarbeit
am Kamerunberg beginnen kann. Die Gebeine des 1891 gefallenen
Hauptmanns von Gravenreuth, des "Löwen von Ostafrika",
werden gefunden und in Duala unter seinem Denkmal beigesetzt.
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Löwe von Ostafrika", Gravenreuth-Denkmal in Duala |
1897
Gründung der großen Kakaopflanzung "Viktoria"
am Kamerunberg (Dr. Eugen Zintgraff). Grundkapital 2,5 Millionen
Mark.
1898
Vergabe eines großen Gebietes
(vom Umfange Bayerns)
als Konzession an eine hamburgisch-englische Spekulationsgesellschaft.
1899
Die Expedition Schlechter stellt den Reichtum
des Waldgebietes an Kautschuk liefernden Pflanzen fest.
Zahllose Händler dringen in das Waldgebiet ein, es
kommt zu Konflikten mit ansässigen Stämmen. Ein
Aufstand des Bulistamm im Hinterland von Kribi wird blutig
niedergeschlagen.
1900
Beginn intensiver Durchführung von Schutzimpfungen
gegen Pocken.
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Kamerun, Duala (zeitgenössische Postkarte)
1902 - 1904
Eine deutsch-englische
Grenzexpedition nimmt genaue Vermessungen der Grenzlinie
zwischen Yola und dem Tschadsee vor.
1902
Die
Pflanzungen am Kamerunberg nehmen eine eigene Gebirgsbahn
von 7 km Länge in Betrieb, die später bis Soppo,
4 km unterhalb Buea, verlängert wird.
21. Februar
1902
Eine Verordnung des
Reichskanzlers über die Haussklaverei in Kamerun
bezweckt eine systematische allmähliche Abschaffung
der Sklaverei.
1903
In den Waldgebieten am oberen
Dja und Njong im Süden kommt es nach Ermordung und
Flucht der Händler zu ernsten Unruhen, die niedergeschlagen
werden.
1905 - 1907
Nachdem die Gesellschaft "Südkamerun"
einen Dampfer auf den oberen Njong brachte, kommt es zu
einem gemeinsamen Aufstand der dort ansässigen Stämme.
15. April 1907
Umwandlung der Kopfsteuer in eine
Gebäudesteuer.
1. Juni 1907
Verordnung über
Bezahlung von Arbeitern in Kamerun. Mit Ausnahme von Südkamerun
müssen alle Löhne in Bargeld bezahlt werden.
1908
Religiöse Aufstände der mohammedanischen
Bevölkerung im Norden werden von der Polizeitruppe
schnell niedergeworfen.
1908
Durch einen Vertrag
zwischen Deutschland und Frankreich
wird die Süd- und Ostgrenze reguliert.
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Kamerun, Kirche der Basler Mission in Duala-Bonaduma (zeitgenössische Postkarte)
1. März 1908
Das Gouvernement
in Buea richtet eine eigene Druckerei ein, die einen europäischen
Drucker und 15 eingeborene Lehrlinge beschäftigt.
1909
Die Manengubabahn im Norden Kameruns wird eröffnet
(160 km).
1909
Gründung eines großen
Lepraheims in Ossidinge, welches eigenen landwirtschaftlichen
Betrieb (1200 ha) erhält, so dass sich die Kranken
selbst ernähren können. Die Ansiedlung der Leprosen
findet 1911 statt (600 Kranke).
Oktober 1909
Eine
Tischlereilehrwerkstatt in Duala wird in Betrieb genommen.
Es werden fünf farbige Gesellen und zehn Lehrlinge
beschäftigt.
1. Oktober 1910
Eröffnung
der landwirtschaftlichen Schule in Viktoria mit 19 Schülern.
Ausbildung (dreijähriger Kursus) von einheimischen
landwirtschaftlichen Aufsichtsbeamten.
16. Dezember
1910
Hauptmann Hans Dominik, welcher 16 Jahre der Kameruner
Schutztruppe angehörte, stirbt auf der Heimreise nach
Deutschland. Dominik diente auf der Station Jaunde.
4. November 1911
Deutsch-französisches Marokkoabkommen
(Marokko-Vertrag
), durch welches Deutschland Neukamerun und damit Zutritt
zu dem Kongo und seinem größten rechten Nebenfluss
Ubangi erhält.
1912
Gründung der Tabakpflanzung
Batschenga bei Jaunde in Südkamerun
1912
Die erste Funkstation wird nahe bei Duala von der Gesellschaft
Telefunken errichtet.
1912
Gründung der Afrikanischen
Frucht-Compagnie, G. m. b. H., Bananenpflanzung in der Tikoebene.
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Kamerun, Ansicht von Victoria (zeitgenössische Postkarte)
1. Februar 1913
Übernahme des Ubangivorsprunges
in deutsche Verwaltung.
22. Februar 1913
Einführung
einer Kopfsteuer von 10 Mark in ganz Kamerun.
1.
April 1913
Deutschland übernimmt die französische
Station Carnot in Neukamerun.
1. Juni 1913
Abschluss
des Gebietsaustausches mit Frankreich in Alt- und Neukamerun.
9. - 19. Juni 1913
Oberleutnant von Hagen nimmt Besitz
von dem letzten von Frankreich abgetretenen Gebiet in Neukamerun.
10. September 1913
Erhöhung der Einfuhrzölle
zugunsten der Erbauung von Automobilstraßen.
30. Oktober 1913
Eröffnung eines Europäerkrankenhauses
in Jaunde.
1. August 1914
Die Mittellandbahn wird
von Duala über Eseka (173 km) bis km 180 fertig gestellt.
Spurweite 1 m.
1. August 1914
In Kamerun wird
die Nachricht von dem Kriegsausbruch in Europa bekannt.
Der Ausnahmezustand wird verhängt. Am 15. August verlegt
der Gouverneur seinen Dienstsitz von Buea nach Duala. Die
Barre des Kamerunflusses bei Duala wird durch Versenkung
mehrerer Dampfer gesperrt. Die Schutztruppe verfügt über
einen Bestand 185 weißer und 1550 schwarzer Soldaten,
die Polizeitruppe zählt 30 Weiße und 1200 Eingeborene.
Rudolf Manga Bell, ein Enkel König Bells, wird im August
1914 hingerichtet. Bell wehrte sich gegen die geplanten
Umsiedlungen der Einheimischen aus Duala und die Aufgabe
ihrer traditionellen Siedlungsplätze, indem er deutsche
Anwälte beauftragte, in Berlin auf dem parlamentarischen
Weg dies zu verhindern. Seine Aktivitäten wurden ihm
als Hochverrat ausgelegt.
2. August 1914
Der Gouverneur überträgt
alle militärischen Befehlsbefugnisse auf den Kommandeur
Major Zimmermann.
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Kamerun, Ausritt der berittenen Abteilung von Garua unter Feldwebel Hoffmann
5. August 1914
Der Kriegszustand
wird über Kamerun verhängt.
7. August 1914
Belgischer Vorschlag zur Neutralisierung des konventionellen
Kongobeckens, zu dem auch fast ganz Neukamerun gehört,
an Frankreich, das sich am 7. August einverstanden erklärt.
Großbritannien weigert sich (am 17. August), die Neutralisierung
anzuerkennen.
7. August 1914
Französische
Truppen greifen den deutschen Zollpostens Singa an der Ostgrenze
an, wohin eine Kolonne von 300 Soldaten von dem französischen
Grenzort Bangui bereits am 5. August in Marsch gesetzt worden
ist. Vom Norden aus über den Schari wird die Einnahme
von Kusseri versucht, die Franzosen müssen sich unter
schweren Verlusten zurückziehen..
12. August
1914
In Ermangelung von Banknoten und Hartgeld werden
Schatzscheine im Gesamtwert von 2 Millionen Mark ausgegeben.
25. August 194
Die britische Truppen rücken
von Nigerien über die Nordwestgrenze und besetzen Nssanakang.
28. August 1914
Die Belgier treten in den Kampf ein.
9. September 1914
Eine britische Abteilung rückt
an der Küste entlang in Kamerun ein. Bei Nssanakang
werden sie zurückgeschlagen.
26. September 1914
Britische und französische Kriegsschiffe dringen in
die Kamerunbucht ein und beschießen Duala, um Truppenteile
zu landen. Die in der Nähe liegende deutsche Funkstation,
welche bis dahin mit Nauen in Verbindung stand, wird von
den Deutschen selbst rechtzeitig zerstört.
27.
September 1914
Britische Truppen besetzen Duala von der
See aus. Ein großer Teil der Deutschen muss in englische
und französische Gefangenschaft gehen, da es nicht
genügend Waffen gab, um alle Männer zu bewaffnen.
Den Deutschen in Viktoria und Buea erging es im November
ebenso.
8. Oktober 1914
Ein britischer Angriff
auf Jabassi wird zunächst abgewiesen, ist dann aber
am 14. Oktober erfolgreich.
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Kamerun, Ausmarsch der Stationsbesatzung
26. Oktober 1914
Edea und Sanaga werden von den
Franzosen besetzt.
10. Juni 1915
Die deutsche
Station Garua am Benue, die den britischen Truppen lange
Widerstand geleistet hat, muss kapitulieren. Am 27. Juni
muss im Zentrum Ngaundere und schließlich am 24. Oktober
auch das westlich davon gelegene Banjo geräumt werden.
Die deutschen Truppen ziehen sich zu der Hauptabteilung
nach Jaunde zurück, wo sie sich bis zur Jahreswende
1915/16 halten.
Januar 1916
Die deutsche Schutztruppe
in Stärke von 900 Weißen und 14 000 schwarzen
Soldaten und Trägern tritt den Marsch nach der benachbarten
spanischen Rio-Muni-Kolonie an, wo sie am 14. Februar entwaffnet
und unter spanischen Schutz gestellt wird. Der Truppe sind
40 000 Eingeborene gefolgt. Die Deutschen, die nicht nach
Spanien übergeführt, sondern vorher in französische
Gefangenschaft geraten sind, werden zusammen mit den Togo-Deutschen
in das berüchtigte Lager von Dahomey gebracht.
Im
Norden hält sich noch westlich des Logoneflusses auf
der Station Mora, die 3. Kompanie unter Hauptmann von Raben.
Am 18. Februar 1916 ergeben sich die Deutschen, da ihnen
die Munition ausgegangen ist.
1916
Abschluss eines
Geheimvertrages zwischen Frankreich und Großbritannien über
die Teilung Kameruns. Nach diesem wird bereits während
des 1. Weltkrieges Kamerun in ein kleineres, an Nigerien
grenzendes englisches und in ein weit größeres
französisches Verwaltungsgebiet aufgeteilt. Diese Teilung
wird auch nach Unterstellung Kameruns unter Mandatsverwaltung
beibehalten, jedoch wird Neukamerun dem französischen
Kolonialreich unmittelbar einverleibt.
Anfang 1919
Die Reichpost in Berlin gibt
am Sammlerschalter die letzten
Kamerunbriefmarken
aus.
7. Mai 1919
Das Deutsche Reich verliert mit dem
Versailler Vertrag
nun auch völkerrechtlich die Kolonie Kamerun. Nach
Entscheidung des Obersten Rates wird Frankreich als Mandatar
Kameruns eingesetzt. Die Scheidung des englischen Mandatsgebietes
entspricht der militärischen Aufteilung vom März
1916.
1960 Französisch-Kamerun wird unabhängig.
1961 Zusammen mit Britisch-Kamerun wird die "Bundesrepublik Kamerun" gegründet.
1972 Umwandlung in die "Vereinigte Republik Kamerun".
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Republik Kamerun Hauptstadt: Yaoundé Fläche 475.442 km² Einwohnerzahl 18.467.692 Bevölkerungsdichte 35,7 Einwohner pro km² |
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