Karolinen
1899 - 1918
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Vertrag
Die Karolinen sind eine Inselgruppe im westlichsten Teil des Stillen Ozeans,
zu Mikronesien gehörig, erstreckt sich durch 27 Längengrade (137°-164° östliche
Länge) und 9 Breitengrade (10°6'–0°55' nördliche Breite) und besteht aus
zahllosen Inseln, die über fast 2 Millionen km² Fläche verstreut sind, aber
zusammen nur etwa 1000 km² Größe haben. Die westlich davon liegenden Palauinseln
betrachtet man als eine selbständige Gruppe. Von den Inseln sind die wichtigsten
Ponape, Yap, Truk, Kusaie mit zusammen 796 km², zugleich die einzigen hohen
(bis 892 Meter) Inseln, während die anderen niedrige und kleine Koralleneilande
sind. Unter letzteren sind die bedeutendsten die Uliti- und Hall-Atolle
mit 16 km², Lukunor, Wolea-, Lamotrek-, Enderby-, Namonuito-, Mortlock-
und Senjäwingruppe. Das Klima ist feucht, aber nicht ungesund; das Thermometer
zeigt im Dezember 25–30°, im Juni 29–31°. Heftige Orkane richten oft große
Verheerungen an. Die Bevölkerung zählt 1901 etwa 36.000 (einschließlich
der Palauinseln) Einwohner, darunter (1903) 125 Weiße. Die Karoliner gehören
zu den Mikronesiern. Merkwürdig sind die großartigen, aus früherer Zeit
stammenden Steinbauten, Hafendämme u. a. auf manchen Inseln. Den wichtigen
Koprahandel hat hauptsächlich die deutsche Jaluitgesellschaft in Händen.
Die Inselgruppe wurde 1527 durch den Portugiesen Diego da Rocha entdeckt
und Sequeirainseln getauft, erhielt aber 1686 von dem Spanier Lazeano nach
König Karl II. ihren jetzigen Namen. Von Manila aus versuchten die Jesuiten
die Bewohner der Karolinen zum Christentum zu bekehren, ihre Expeditionen
misslangen aber und als 1731 Pater Cantova ermordet wurde, kümmerte sich
Spanien nicht mehr um die Inselgruppe. Untersucht wurde sie 1817 durch Kotzebue
mit Chamisso, 1824 durch Duperrey, besonders aber 1827 und 1828 durch Lütke.
Als Spanien 1875 sein in Vergessenheit geratenes Besitzrecht geltend machen
wollte, wurden seine Ansprüche sowohl von Deutschland als von England zurückgewiesen.
Als dann Spanien 1885 gegen die deutsche Besitzergreifung protestierte,
erklärte sich Deutschland bereit, die Streitfrage dem Schiedsgericht des
Papstes zu unterwerfen. Dieser entschied am 22. Oktober, dass die Karolinen
und Palauinseln Spanien gehören, dieses aber Deutschland volle Freiheit
und Schutz des Handels und der Schifffahrt sowie das Recht, auf den Karolinen
eine Schiffs- und Kohlenstation anzulegen, gewähren sollte. Auf die Schiffs-
und Kohlenstation verzichtete Deutschland 1886, kam aber durch ein Abkommen
vom 30. Juni 1899 in den Besitz der Inselgruppe, für die Spanien eine Geldentschädigung
von 25 Millionen Pesetas (20.250.000
Goldmark) erhielt. Am 12. Oktober
1899 eröffnet die Reichspost auf den Karolinen.
Für die Verwaltung werden die Inseln in einen Bezirk der Ostkarolinen,
östlich des 148.° östlicher Länge, mit Ponape als Sitz des Vizegouverneurs,
und einen der Westkarolinen, wozu auch die Palauinseln gerechnet werden,
mit einem Bezirksamtmann auf Yap geteilt.
1899, ab 12. Oktober - Reichspostausgaben mit diagonalem Aufdruck (48 Grad) "Karolinen".

1. 3 Pfennig (DR 45c) 2. 5 Pfennig (DR
46c) 3. 10 Pfennig (DR 47d) 4. 20 Pfennig (DR
48d) 5. 25 Pfennig (DR 49b) 6. 50 Pfennig (DR
50d)
1900, ab Mai - Reichspostausgaben mit diagonalem Aufdruck
(56 Grad) "Karolinen".

1. 3 Pfennig (DR 45e) 2. 5 Pfennig (DR
46c) 3. 10 Pfennig (DR 47d) 4. 20 Pfennig (DR
48d) 5. 25 Pfennig (DR 49b,a) 6. 50 Pfennig
(DR 50d)
1900, ab November - Ausgabe mit Kolonialname und Schiffsmotiv
(S.M.S. Hohenzollern) ohne Wasserzeichen.

7. 3 Pfennig 8.
5 Pfennig 9. 10 Pfennig
10. 20 Pfennig 11. 25 Pfennig 12. 30 Pfennig 13. 40 Pfennig
14. 50 Pfennig 15. 80 Pfennig 16. 1 Mark 17. 2 Mark 18. 3 Mark
19. 5 Mark
1905, 20. April 1. Ponape-Ausgabe

Bei einem Taifun wurde das Postamt Ponape zerstört, was zu einem Mangel an
5 Pfennig-Marken führte. Senkrecht halbierte 10 Pfennig-Marke mit Aufdruck des
1. Dienstsiegels "Karolinen Ponape" als 5 Pfennig gebraucht.
1910, 12. Juli 2. Ponape-Ausgabe

(kein Original)
Durch den Besuch von S.M.S. Scharnhorst
und S.M.S. Nürnberg kam es zu einen starken
Verbrauch von 5 Pfennig-Marken. Aus Ermangelung an genügend Exemplaren versah
der Postagent 3 Pfennigmarken mit einem "5 PF" - Aufdruck. Die Marken
wurden nur am 12. Juli 1910 verwendet. Es ist eine Auflage von 500 Stück bekannt.
1910, 12. Juli 3. Ponape-Ausgabe

(kein Original)
Aus dem gleichen Grund kam es zu einem Mangel an 10 Pfennig-Marken, deshalb
wurden 20 Pfennig-Marken halbiert. Diese Ausgabe fand vom 13.Juli bis 31. Juli
1910 Verwendung.
1915/19 - Ausgabe mit Kolonialname und Schiffsmotiv (S.M.S.
Hohenzollern) mit Wasserzeichen (Rauten).

3 Pfennig (Ausgabe 01.02.1919)
5 Pfennig (Ausgabe August 1909) 10 Pfennig (Ausgabe
1913) 5 Mark (Ausgabe 1915 mit 26:17 Zähnungslöcher und 1919 25:17 Zähnungslöcher)

1914 - Im Oktober besetzten japanische Truppen das Gebiet kampflos.

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