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König Johann von Sachsen

Königreich Sachsen

Johann von Sachsen 

Johann von Sachsen

1854 - 1873 König von Sachsen

* 12.12.1801 in Dresden

† 29.10.1873 in Pillnitz


Vater: Prinz Maximilian von Sachsen
Mutter: Karoline von Parma

Ehefrau: Heirat am 10.11.1822 mit Prinzessin Amalie Auguste von Bayern (* 13.11.1801 - † 08.11.1877)

 

Johann Nepomuk Maria Joseph, König von Sachsen, geboren am 12. Dezember 1801 in Dresden, gestorben am 29. Oktober 1873 in Pillnitz, ist jüngster Sohn des Prinzen Maximilian von Sachsen und dessen erster Gemahlin, Karoline von Parma. Er pflegte früh neben juristischen und staatswissenschaftlichen Studien die schönen Künste, namentlich Poesie und Musik; eine besondere Vorliebe hatte ihm seine Mutter für die italienische Sprache und Literatur eingeflößt. Zwanzig Jahre alt, erhielt er im Geheimen Finanzkollegium Sitz und Stimme und wurde 1825 dessen Vizepräsident. 1821 unternahm er mit seinem älteren Bruder, Klemens, eine Reise nach Italien, auf der dieser starb. Eine Frucht seiner italienischen Studien war seine mit kritischen und historischen Erläuterungen versehene Übersetzung von Dantes "Divina Commedia" (Leipzig 1839–49, 3 Bände; zuletzt 1904), die er unter dem Namen Philalethes veröffentlichte. Schon früher (1824) hatte er sich an der Stiftung des Königlich sächsischen Altertumsvereins beteiligt und übernahm später das Protektorat darüber. Nachdem sein älterer Bruder, Friedrich August, 1830 zum Mitregenten ernannt worden war, trat Johann an die Spitze der zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe niedergesetzten Kommission und übernahm zugleich das Generalkommando der Kommunalgarden. Auch erhielt er Sitz und Stimme im Geheimen Rat und nach dessen Auflösung den Vorsitz im Staatsrat und fungierte als Präsident des Geheimen Finanzkollegiums bis zum Frühjahr 1831. Ebenso nahm er als Mitglied der Ersten Kammer ununterbrochenen, regen Anteil an den Arbeiten der Landtage, war Mitglied der Deputation, die den Entwurf des Kriminalgesetzbuches begutachtete, und beteiligte sich an den Beratungen der den Ständen 1842 vorgelegten Strafprozessordnung. Nach dem Tode seines Vaters, am 3. Januar 1838, war er in den Besitz der Sekundogenitur getreten, bereiste im Sommer des Jahres abermals Italien und diesmal auch Sizilien. Die tumultuarischen Vorgänge des 12. Augusts 1845 in Leipzig, bei denen Johann der verletzte und leidende Teil war, konnten nur einen vorübergehenden Schatten auf seine Popularität werfen. Nach dem Tode seines Bruders, des Königs Friedrich August II., am 11. August 1854 auf den Thron berufen, übertrug er die unermüdliche Tätigkeit des Gelehrten auf die Regierungsgeschäfte, an denen er persönlich Anteil nahm, und für die er eigne Anschauung zu gewinnen wusste. Die Justizorganisation von 1855, die Erweiterung des Eisenbahnnetzes, die Einführung der Gewerbefreiheit sind hauptsächlich seiner Anregung und Förderung zu verdanken. Zur Annahme des französischen Handelsvertrags (1862) und zur Anerkennung Italiens verstand er sich trotz verwandtschaftlicher Beziehungen und legitimistischer Bedenken. Seine Teilnahme für die Wissenschaft trug wesentlich zum Aufblühen der gelehrten Anstalten des Landes, vor allem der Universität Leipzig, bei. In der auswärtigen Politik durch die Traditionen seines Hauses und den unruhigen Ehrgeiz seines Ministers Beust zur Opposition gegen Preußens deutsche Politik gedrängt, suchte er eine engere Einigung Deutschlands außer Österreich und Preußen (Triasidee) herzustellen und handelte demgemäß in der schleswig-holsteinischen Verwickelung 1863–64 mit den übrigen Mittelstaaten gemeinsam. Nach dem Scheitern dieser Politik schloss er sich in der deutschen Krisis 1866 eng an Österreich an, verließ beim Ausbruch des Deutschen Krieges mit seiner Armee das Land, trat aber nach Österreichs Niederlage in den Norddeutschen Bund ein. Indem er sich entschlossen in die neuen Verhältnisse fügte und seine Pflichten aufs loyalste erfüllte, sicherte er seinem Land im Norddeutschen Bund wie im Deutschen Reich eine geachtete, einflussreiche Stellung.

Die "Dichtungen des Königs Johann von Sachsen" gab die Königin Carola von Sachsen heraus (Leipzig 1902). Aus Johanns Ehe (10. November 1822) mit der Prinzessin Amalie Auguste von Bayern (* 13. November 1801, † 8. November 1877) sind drei Söhne, darunter seine beiden Nachfolger, die Könige Albert und Georg, und sechs Töchter entsprossen.

 

Vorgänger König von Sachsen 1854 - 1873 Nachfolger
König Friedrich August II. König Johann von Sachsen

König Albert von Sachsen

 

 

   

 

 

 

 


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