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von Bayern
Ludwig Otto Friedrich Wilhelm von Bayern - Königreich Bayern
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König Ludwig II.1864 - 1886 König von Bayern * 25.08.1845 in Nymphenburg † 13.06.1886 Tod im Starnberger See |
Vater: Kronprinz Maximilian, der spätere König
Maximilian II. von Bayern (28.11.1811 - 10.03.1864)
Mutter:
Maria von Preußen (1825-1889)
Lebenslauf
Ludwig wurde am 25. August 1845 in Schloss Nymphenburg als Sohn des Kronprinzen Maximilians und seiner Frau Maria von Preußen geboren. Mit 18 Jahren sollte Ludwig die Universität besuchen, als ihn der Tod seines Vaters am 10. März 1864 zur Regierung berief. Im selben Jahr erlebte er im königlichen Hof- und Nationaltheater die Aufführung des "Lohengrin" und "Thannhäuser" von Richard Wagners und verfiel seiner Musik.
Die Staatsgeschäfte Bayerns interessierten den jungen König nur wenig und selbst als der Deutsche Krieg von 1866 im Norden seines Landes tobte, hielt er sich zurückgezogen auf Schloss Berg am Starnberger See und der benachbarten Roseninsel auf und überließ sich ganz seiner schwärmerischen Neigung für die Kunst Richard Wagners. Er hatte den Komponisten an seinen Hof geholt, mit Auszeichnungen überhäuft und verschwenderisch beschenkt.
Am 22.Januar 1867 verlobte sich König Ludwig mit der Herzogin Sophie Charlotte von Bayern (22.02.1847 - 04.05.1897), einer Schwester Kaiserin Elisabeths. Vom 31. Mai - 3 Juni besuchte der König die im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gelegene Wartburg. Von ihr ließ er sich zu seinem Schloss Neuschwanstein inspirieren.
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Eisenach - Die Wartburg von Südwest
Ende Juni reist als "Graf von Berg" nach Paris zum Besuch der Weltausstellung und unternahm einen Ausflug nach Compiègne mit Besichtigung von Schloss Pierrefonds. Bereits am 10. Oktober des selben Jahres wurde die Verlobung zwischen König Ludwig und Herzogin Sophie Charlotte wieder gelöst. Ludwig wurde nun noch menschenscheuer und hielt sich nur selten in München auf. Meist lebte er auf Schloss Berg, den Sommer in Hohenschwangau und auf Linderhof.
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König Ludwig und Herzogin Sophie Charlotte, 1867 (zeitgenössische Abbildung)
Bereits 1868 entwickelt der König die Idee zum Wiederaufbau der Ruine Vorderhohenschwangau. In einem Brief vom 13. Mai beschreibt Ludwigs II. Richard Wagner das Konzept der Neuen Burg Hohenschwangau (Neuschwanstein). Anfang Dezember plant er ein "neues Versailles" bei Linderhof unter dem Decknamen "Meicost-Ettal", für das Georg Dollmann bis 1873, mit dem Kauf der Herreninsel, eine Reihe von Projekten vorlegt. Am 5. September 1869 erfolgt die Grundsteinlegung der Neuen Burg Hohenschwangau (Neuschwanstein) nach Plänen Eduard Riedels.
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Blick auf das königliche Schloss Hohenschwangau (zeitgenössische Postkarte)
Im Juli 1870, nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges, trat er entschlossen für die Teilnahme aufseiten des Königreich Preußen ein. Mit dem Vertrag (Norddeutscher Bund) vom 23. November 1870 - Ratifizierung am 29. Januar 1871 in Berlin und unter Wahrung von Sonderrechten wurde das Königreich Bayern ein Bundesstaat im Deutschen Reich. Letztendlich erkaufte sich Bismarck den Beitritt des Königreichs, da Ludwig II. zum Bau seiner Traumschlösser gigantische Geldsummen benötigte. Am 25. September 1873 erfolgte dann auch die erste Zahlungen Preußens an die königliche Kabinettskasse aus dem Welfenfonds. Das Angebot der Kaiserwürde, das er im Namen der übrigen Fürsten und Freien Städte im Dezember 1871 König Wilhelm von Preußen machte, war dagegen nur eine diplomatisch bis ins kleinste vorbereitete Form. Am Krieg selbst nahm er nicht teil, besuchte Versailles nie und ließ sich selbst beim Einzug seiner Heeres in München am 16. Juli 1871 nur wenig sehen.
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| 5 Goldmark = ½ Krone | 20 Goldmark = 1 Doppelkrone |
Im höchsten Grade stolz auf seine Souveränität, vermied er möglichst persönliche Kontakte mit dem neuen Kaiserhaus und gab seine Missstimmung über Ovationen, gegen dieses in gereizter Sprache zu erkennen. Ebenso aber trat er im Oktober 1875, als die klerikale Kammermehrheit in einer Adresse das ihm genehme Ministerium Adolf von Pfretzschner offen anklagte und vom König die Erfüllung ihrer Forderungen wünschte, schroff entgegen und versicherte 1876 im Landtagsabschied das Ministerium seines unerschütterten Vertrauens. Dieser festen Haltung gegen die ultramontane (päpstliche) Kammermehrheit blieb er auch in den nächsten Jahren treu.
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Schloss Neuschwanstein (zeitgenössische Postkarte)
Am 13. Juli 1876 erfolgten die Anweisungen des Königs zum Entwurf eines Thronsaals für Neuschwanstein und am 12.Dezember 1880 besuchte Ludwigs II. das in Bau befindliche Schloss Neuschwanstein. Nach dem Tod Richard Wagners in Venedig, ließ Ludwig II. sämtlicher Werke des Komponisten an der Münchner Hofbühne in der Reihenfolge ihrer Entstehung aufführen. 1884 kauft er am 16. Mai die Burgruine Falkenstein und bewohnt seine vollständig eingerichtete Wohnung in Schloss Neuschwanstein.
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Schloss Neuschwanstein, Thronsaal (zeitgenössische Postkarte)
Allmählich steigerte sich seine Menschenscheu, sodass er selbst mit den Ministern nur schriftlich verkehrte und nur Bediente und Ordonnanzen in seiner Umgebung duldete und selbst im Theater nur noch Privataufführungen besuchte. Meist lebte er in Linderhof oder auf dem neu erbauten Schloss Neuschwanstein, das er mit großem finanziellem Aufwand erbaute. Auch auf Herrenchiemsee begann er einen großartigen Bau nach dem Muster des Versailler Schlosses und ließ dies Schloss wie Linderhof im Geschmack des von ihm verehrten Ludwig XIV. ausschmücken. Die Bauten des Königs stürzten das Königreich Bayern in große finanzielle Schwierigkeiten. Nachdem der Finanzminister Freiherr von Riedel 1884 die gröbsten Schulden durch eine Anleihe von 7 Millionen Mark gedeckt hatte, steigerten sich nur die Bausucht und Verschwendung des Königs.
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Königliches Schloss Herrenchiemsee mit Latonabrunnen (zeitgenössische Postkarte)
Ludwig verlangte immer
neue Millionen und erließ 1886 sogar Haftbefehle gegen die sich weigernden
Minister. Um die Staatsgeschäfte kümmerte er sich gar nicht mehr. Die
Mitglieder des königlichen Hauses und die Minister mussten unter diesen
Umständen eine Geisteserkrankung des Königs annehmen. Am 8. Juni 1886
bestätigten ärztliche Gutachten die Vermutung und Prinz Luitpold übernahm
am 10. Juni 1886 die Regentschaft, da auch der jüngere Bruder des Königs,
Otto, gleichfalls geisteskrank war. Ludwig wurde von Neuschwanstein
nach Schloss Berg gebracht, wo er am 13. Juni 1886 im Starnberger See
ertrank. Seinen Tod umgeben bis heute Legenden und Spekulationen. Der
offiziellen Version nach stürzte er sich selbst, während eines Spaziergangs,
in den Starnberger See. Sein Begleiter, der Arzt Professor Bernhard
von Gudden, ertrank beim Versuch ihn zurückzuhalten, gleichfalls. Ludwig
II. wird in der Gruft der Michaelskirche in München
beigesetzt. Bereits am 1.August 1886 wurden die Schlösser Neuschwanstein,
Linderhof und Herrenchiemsee für den öffentlichen Besucherverkehr freigegeben.
Das Herz Ludwigs II. wird in die Altöttinger Gnadenkapelle aufbewahrt.
Viele Zeitgenossen vermuteten hinter dem Tod des beliebten Königs ein Komplott seiner Minister. Fakt ist, Ludwig II. versuchte in einer selbst geschaffenen und erbauten Traumwelt zu leben. Seine Schlossneubauten strapazierten die Finanzen des Königreichs Bayern aufs äußerste.
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Schloss Berg am Starnbergersee - Der letzte Spaziergang König Ludwig II. (zeitgenössische Postkarte)
| Vorgänger | König von Bayern 1864 - 1886 | Nachfolger |
| König Maximilian II. Joseph | König Ludwig II. von Bayern |
König Otto I. von Bayern (Geisteskrank) |
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