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Königreich Bayern

1806 - 1918

Haupt- und Residenzstadt München

Fahne - Landesfarben Königreich Bayern

Fahne - Landesfarben

Königreich Bayern

Königreich Bayern - Lage im Deutschen Reich

Wappen Königreich Bayern

Königreich Bayern mit Pfalz - Karte von 1914

Königreich Bayern - Lage im Deutschen Reich Wappen Königreich Bayern Königreich Bayern mit Pfalz - Karte von 1914

 

Königreich Bayern

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Bayerns war ursprünglich von keltischen Bojern besiedelt. Im Jahr 15 vor Christus wurde das Land von den Römern unterworfen, die die Kolonien Augusta Vindelicorum (Augsburg), Regina Castra (Regensburg) und Castra Batava (Passau) gründeten. Das Land wurde Teil der Provinz Rätia und hieß im 4. und 5. Jahrhundert Raetia secunda. Römische Kultur und Sprache wurden heimisch. Während der Völkerwanderung besetzten die germanischen Markomannen und Quaden, die von ihrem bisherigen Wohnsitz, dem alten Bojerland Boihaemum (Böhmen), den Namen Bojovarii oder Baiwaren angenommen hatten, während der Teil westlich vom Lech in die Gewalt der Alemannen geriet. Die Baiwaren wohnten vom Fichtelgebirge bis an die Hochalpen, vom Lech bis nach Kärnten und Steiermark und unterstanden Herrschern die bald vom Fränkischen Reich abhängig wurden. 788 wurde das Land unter Tassilo III. dem Fränkischen Reich einverleibt. 1180 belehnte Kaiser Friedrich I. den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum. 1214 erwarb das Haus die Rheinpfalz. Herzog Albrecht IV. vereinigte die bayrischen Lande und führte 1506 die Unteilbarkeit ein. Seit dem 16. Jahrhundert stand Bayern an der Spitze der katholischen Liga im Reich und dem Kaiserhaus sehr nahe. Maximilian I. (1597-1651) erwarb während des Dreißigjährigem Krieg von der pfälzischen Linie die Oberpfalz und die Kurwürde. Dessen Enkel Maximilian II. Emanuel (1679-1726) schloss sich im Spanischen Erbfolgekrieg an Frankreich an und stürzte sein Land dadurch ins Elend. Sein Sohn Karl Albrecht (1726-45), als Karl VII. 1742 zum Deutschen Kaiser gewählt, führte von Friedrich dem Großen unterstützt, seit 1740 Krieg gegen Österreich. Sein Sohn Maximilian III. Joseph (1745-77) schloss am 22. April 1745 mit Österreich den Frieden zu Füssen, reformierte die Gesetzgebung und löste 1773 den Jesuitenorden auf. Mit ihm erlosch die wittelsbach-bayrische Linie und Bayern kam an den Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz. Die von Österreich geltend gemachten Ansprüche führten zum Bayrischen Erbfolgekrieg zwischen Österreich und Preußen 1778-79. 1799 starb Karl Theodor, ihm folgte Herzog Maximilian IV. Joseph von Zweibrücken. Für die 1801 im Luneviller Frieden an Frankreich abgetretenen linksrheinischen Besitzungen erhielt Bayern durch den Reichsdeputationshauptschluß 1803 reichen Ersatz in säkularisierten Bistümern und Abteien sowie Reichsstädten. Als Lohn für die Unterstützung Napoleons I. vergrößerte sich der Zuwachs Bayerns durch die Markgrafschaft Ansbach und Bayreuth, die Gefürstete Grafschaft Tirol und das Land Vorarlberg. Bayern reichte nun vom Thüringer Wald bis zum Gardasee und von Vorarlberg bis Salzburg.

Starnberger See - König Ludwig II.
Tanz auf der Alm
Starnberger See - König Ludwig II. Tanz auf der Alm

 

1806 erhielt der Kurfürst durch Napoleon I. die Souveränität und den Königstitel (König Maximilian I. Joseph) und trat am 12. Juli 1806 dem französisch kontrollierten Rheinbund bei. Nach den Siegen der Alliierten 1813 wechselte Bayern durch den Vertrag von Ried am 8. Oktober 1813 die Seiten und erhielt in den Pariser und Wiener Verträgen gegen die Rückgabe von Tirol, Vorarlberg, Salzburg und des Innviertels an Österreich die Rheinpfalz wieder. Bayern wurde Mitglied im Deutschen Bund. 1833 trat Bayern dem Deutschen Zollverein bei. König Ludwig I. förderte insbesondere die Kunst und Wissenschaft und machte München zur Hauptstadt der modernen deutschen Kunst. Dennoch wurde seine Politik immer reaktionärer. Prozesse wegen Majestätsbeleidigung und Hochverrats wurden eingeleitet und erregten durch die Strenge allgemeinen Unwillen. Der Landtag missbillige u.a. auch die Entsendung von bayrischen Truppen nach Griechenland zur Unterstützung des jungen Königs Otto und die Bewilligung von bayrischen Staatsgeldern für eine griechische Anleihe. Evangelische Christen wurden allgemein benachteiligt, protestantische Soldaten mussten durch die Verordnung vom 14. August 1838 dem katholischen Militärgottesdienst beiwohnen und vor der Monstranz in die Knie gehen. 1844 wurde sogar der evangelische Gustav-Adolf-Verein verboten. Die Affäre König Ludwigs I. mit der Tänzerin Lola Montez brachte das Fass zum Überlaufen und die daraus entstandenen Tumulte erhielten durch die Februarrevolution von 1848 einen politischen Charakter. Am 20. März 1848 legte Ludwig die Krone nieder. Ihm folgte sein Sohn Maximilian II. Die revolutionäre Bewegung in der Rheinpfalz im Mai 1849 wurde mit Hilfe preußischer Truppen unterdrückt. In der deutschen Politik schloss sich Bayern immer mehr Österreich an, besiegelte den Bund durch das Bündnis zu Bregenz und die Übernahme der Bundesexekution in Kurhessen 1850. In der Innenpolitik wurde unter dem Ministerium von der Pfordten die Polizeiwillkür immer beherrschender. 1864 wurde Maximilians II. Sohn als König Ludwig II. Regent von Bayern. 1866 nahm Bayern an der Seite Österreichs und anderen deutschen Mittelmächten am Deutschen Krieg teil. Nach der Niederlage musste es dafür durch Vertrag vom 22. August 1866 ein Gebiet (Enklave Kaulsdorf, das Bezirksamt Gersfeld und das Landgericht Orb) von 551 km² an Preußen abtreten. Zugleich ging Bayern ein Schutz- und Trutzbündnis mit dem Königreich Preußen ein. Im Dezember 1866 übernahm der liberale Fürst Hohenlohe-Schillingfürst das Ministerium des Auswärtigen und schloss am 8. Juli 1867 die neuen Zollverträge ab, wurde aber 1869 durch die Klerikalen zum Rücktritt genötigt. 1870 erfolgte durch die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen der Bündnisfall auch für Bayern. Im nun folgenden Deutsch-Französischen Krieg siegten die vereinigten deutschen Armeen 1871 mit der Einnahme von Paris. Mit dem Vertrag (Norddeutscher Bund) vom 23. November 1870 - Ratifizierung am 29. Januar 1871 in Berlin und unter Wahrung von Sonderrechten wurde Bayern ein Bundesstaat im Deutschen Reich. Otto von Bismarck unterstützte König Ludwig II. mit großen Geldsummen, der durch seine Bausucht Bayern in den finanziellen Ruin trieb, um die liberale bayrische Regierung Lutz, die reichsfreundlich war, an der Macht zu halten. 1886 führte die Verschwendungssucht des geistig überreizten Königs zu Konflikten, die schließlich zur Einsetzung einer Regentschaft und Überwachung Ludwigs II. führten. Am 13. Juni 1886 soll sich König Ludwig II. im Starnberger See das Leben genommen haben. Da Ludwig II. keine Kinder hatte, wurde sein Bruder Otto König von Bayern. Dieser war jedoch geisteskrank und so übernahm Prinz Luitpold, zweiter Sohn König Ludwigs I. die Regentschaft. Prinzregent Luitpold herrschte bis 1912 im Königreich Bayern. Nach dessen Tod folgte ihm sein Sohn als Prinzregent Ludwig, der aber König Otto 1913 entmachtete und sich selbst zum König ernannte. Am 7. November 1918 wurde der 73jährige bayerische König Ludwig III. infolge der Novemberrevolution entmachtet, floh zunächst nach Salzburg und starb am 18. September 1921 auf Schloss Sarvar in Ungarn.

Das Königreich Bayern besteht aus 2 zusammenhängenden Landesgebieten , dem rechtsrheinischen Bayern mit 7 Regierungsbezirken und dem linksrheinischen Bayern mit einem Regierungsbezirk Pfalz.

Königliches Schloss Neuschwanstein
Würzburg - Festung
Königliches Schloss Neuschwanstein Würzburg - Festung

 

Königreich Bayern

Daten

Bundesrat: 6 Stimmen

Reichstag: 48 Abgeordnete

Landesparlament: Bayern eine konstitutionelle Monarchie, der König ist das Oberhaupt des Staats. Der Landtag Bayerns besteht aus zwei Kammern, den Reichsräten und den Abgeordneten. Beide Kammern können nur vereint über die Gegenstände ihres Wirkens einen gültigen Beschluss fassen; die Verhandlungen derselben sind öffentlich. Jede Kammer wählt ihren Präsidenten und zwar die Kammer der Reichsräte ihren zweiten, die Kammer der Abgeordneten ihre beiden Präsidenten; für die Reichsratskammer ernennt der König den ersten Präsidenten für je eine Sitzungsperiode. Ohne Zustimmung des Landtags kann kein neues Gesetz in betreff der Freiheit der Personen oder des Eigentums der Staatsangehörigen erlassen, abgeändert, authentisch erklärt oder aufgehoben werden.

  • Die Erste Kammer ist zusammengesetzt aus den volljährigen Prinzen des königlichen Hauses, den Kronbeamten des Reichs, den beiden Erzbischöfen, den Häuptern der ehemals reichsständischen fürstlichen und gräflichen Familien, einem vom König auf Lebenszeit ernannten Bischof, dem jedesmaligen Präsidenten des protestantischen Oberkonsistoriums und den vom König erblich oder lebenslänglich besonders ernannten Reichsräten, von denen die letzteren den dritten Teil der erblichen und den erblichen gleichgeachteten Mitglieder (Gesetz vom 9. März 1828) nicht übersteigen dürfen.
  • Die Abgeordnetenkammer setzt sich nach dem Wahlgesetz vom 4. Juni 1848 und 21. März 1881 aus 159 Mitgliedern zusammen, welche unter bleibender Zugrundelegung der Volkszählung vom 1. Dezember 1875 im Verhältnis von einem Abgeordneten zu 31 500 Einwohnern in von der Regierung nach gesetzlichen Normen zu bildenden Wahlkreisen gewählt werden. Die Wahlperiode beträgt 6 Jahre, die Wahl eine mittelbare durch aus Urwahlen hervorgegangene Wahlmänner. Für die Urwahlen bestehen permanente Wählerlisten, welche halbjährig revidiert werden. Wahlberechtigt als Urwähler ist jeder volljährige Staatsangehörige, welcher dem Staat mindestens 6 Monate eine direkte Steuer entrichtet, den Verfassungseid geschworen hat und keinem der gesetzlich fixierten Ausschließungsgründe unterliegt. Zur Wahl als Wahlmann ist die erfolgte Zurücklegung des 25. Lebensjahrs, zu jener als Abgeordneter die Zurücklegung des 30. Lebensjahrs erforderlich. Der Landtag muss alle 3 Jahre einmal berufen werden; die Finanzperioden sind zweijährig.

Hauptstadt: München = 509.067 Einwohner (1905) = viertgrößte Stadt des Deutschen Reichs nach Berlin, Hamburg und Dresden.

Garmisch - Frühlingsstraße gegen Alp- und Zugspitze
München - Frauenkirche und Neues Rathaus
Garmisch - Frühlingsstraße gegen Alp- und Zugspitze München - Frauenkirche und Neues Rathaus

 

Größe: 75 870 km² = 1377,9 Quadratmeilen

Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 6.887.291 Einwohner:

  • 3.379.580 männlich
  • 3.507.711 weiblich

Bevölkerungsentwicklung:

1818 1846 1864 1875 1880 1900 1905 1910
3.707.966 4.504.874 4.807.440 5.022.390  5.284.778 6.176.057 6.524.372 6.887.291

   

 Bayrische Tracht  München  Königliches Hofbräuhaus  Bayrischer Charakter-Sepp  Schützenscheibe
Bayrische Tracht Königliches Hofbräuhaus Bayrischer Charakter-Sepp Schützenscheibe

 

Klima: die Hochebene rau, das Maintal mild, ebenso die Gegend am Bodensee. Am mildesten ist die Oberrheinische Tiefebene in der Rheinfalz.

Gewässer: wichtigster Fluss ist die Donau. ( Iller, Isar, Lech und Inn fließen rechts zur Donau hin. Altmühl, Wörnitz, Naab und Regen fließen links dagegen.)

Nürnberg - Markt
Landshut - Altstadt
Nürnberg - Markt Landshut - Altstadt

 

Bewohner: In ethnografischer Hinsicht gehört die Bevölkerung Bayerns verschiedenen Stämmen an: außer einigen germanisierten Slawen (Wenden) in Oberfranken bewohnen Franken die drei fränkischen Regierungsbezirke, Schwaben (Alemannen) den Südwesten des Landes, eigentliche Bayern (Altbayern) die Regierungsbezirke Ober- u. Niederbayern und die Oberpfalz. Die Bevölkerung der Rheinpfalz ist vorwiegend fränkisch (westfränkisch). Der Altbayer ist durchschnittlich von mittlerer Statur, kräftig, zuverlässig, natürlich, offen und anspruchslos, aber im ganzen schwer beweglich, Neuerungen wenig zugänglich und streitsüchtig. Charakteristisch ist ihm die rauhe bayerische Mundart sowie in Beziehung auf seine Nahrungsweise die fast ausschließliche Herrschaft von Mehl-, Milch- und Schmalzspeisen mit einem Zusatz von Gemüsen und die Beschränkung des Genusses von Fleischspeisen auf die höchsten Festtage des Jahrs: Fastnacht, Ostern, Kirchweih und Weihnachten, sowie eine reichliche Fülle von Bier. Trotz des zunehmenden Einflusses der Mode bewahrt der altbayrische Bauer im allgemeinen seine ihm eigentümliche Tracht: er trägt gewöhnlich, insbesondere in der Umgebung von München, einen breitrandigen Hut, Tuchspenzer oder langen Flügelrock, einen schweren Mantel und Kniestiefel mit Lederhosen. Die Frau erscheint gewöhnlich mit hoch und dick ausgestopften Ärmeln. Die Schwaben oder Alemannen sind einfache, genügsame Menschen, dabei geistig beweglicher und geselliger als ihre östlichen Nachbarn. Die ihnen eigentümliche Tracht (dreigespitzter Hut, im Winter kleine, spitz zulaufende Mütze, Tuchweste, langer Oberrock mit Stehkragen, Kniehosen mit Schnallenschuhen, Strümpfe aus weißer Leinwand oder Wolle) wird durch die Nachahmung der städtischen Mode immer mehr verdrängt. Eigentümlich ist dem Schwaben sein Dialekt. In den drei fränkischen Regierungsbezirken haben die Bewohner des sogenannten Bayreuther und Ansbacher Landes, des Bamberger und Würzburger Landes etc. noch ihre Eigentümlichkeiten. Im allgemeinen ist der Franke heitereren und helleren Geistes, Neuerungen im Vergleich zu dem Altbayer zugänglicher und der Industrialisierung aufgeschlossen. Die Bevölkerung der Pfalz ist im ganzen von kräftigem und schlankem Körper. Sie zeichnet sich durch Rührigkeit und Unternehmungsgeist aus und ist vor andern Volksstämmen wanderlustig. (nach Mayers Konversationslexikon)

Die genaue Herkunft des Stamms der Bayern ("die Findelkinder der Völkerwanderung") liegt im Dunkeln. Nach einer verbreiteten Theorie entstanden sie aus im Land gebliebenen Römern, keltischer Urbevölkerung (Bojern) und zugewanderten Germanen (Langobarden, Thüringern, Alemannen und Rudiern). Um das Jahr 568 n. Chr. wanderten aus Baias (Böhmen) Germanen (Bajuwarier) ein und diese (obwohl in der Minderheit) gaben der Bevölkerung ihren Namen. Die Bayern bewohnen den Süden des Königreich Bayerns, den Südwesten Böhmens, den Norden und Süden Mährens, ganz Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, Kärnten, den Norden der Steiermark, den größten Teil Tirols, den Westen und verschiedene Sprachinseln im Süden Ungarns.

Lindau - Hafen
Starnberger See
Lindau - Hafen Starnberger See

 

Bevölkerungsdichte: 86/km²

Gerichtsbezirke: Für die Justizverwaltung besteht als höchste Königlich Bayerische Gerichtsinstanz das Oberste Landgericht in München. Diesem sind untergeordnet 5 Oberlandesgerichte mit 28 Landgerichten und 266 Amtsgerichten:

Religion: Dem Religionsbekenntnis nach gehört die Mehrzahl der Bewohner Bayerns zur römisch-katholischen Kirche. Für die katholische Bevölkerung bestehen 2 Erzbistümer (München-Freising und Bamberg) und 6 Bistümer (Passau, Regensburg, Augsburg, Eichstätt, Würzburg, Speyer). Für die Evangelischen besteht ein Oberkonsistorium in München und 3 Konsistorien (Ansbach, Bayreuth, Speyer). Die Juden unterstehen dem Oberrabbiner in Fürth.

1871 1880 1905
  • 3.464.364 Römisch-katholisch
  • 1.342.592 Evangelisch
  •        5.453 sonstige Christen
  •      50.662 Juden
  •           379 Sonstige
  • 3.748.032 Römisch-katholisch
  • 1.474.761  Evangelisch
  •        2.551 Reformierte
  •     53.526 Juden
  •          216 Griechisch-orthodox
  •       3.775 Mennoniten
  •            45 Wiedertäufer
  •          379 Irvingianer
  •            82 Anglikaner
  •            29 Deutschkatholiken
  •          819 Freireligiöse
  •          243 Konfessionslose
  •          320 unbekannten Bekenntnisses
  • 4.608.469 Römisch-katholisch
  • 1.843.123 Evangelisch
  •      55.341 Juden

Die Evangelischen überwiegen (5/6) in einem Landstrich, der sich vom evangelischen Württemberg über Ansbach, Nürnberg und Bayreuth zieht und beim Fichtelgebirge das evangelische Norddeutschland erreicht. Es ist das Gebiet der früheren Hohenzollerschen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth und der freien Reichsstadt Nürnberg.

Militär - Angaben 1881: Nach dem am 23. November 1870 geschlossenen Vertrag über den Eintritt Bayerns in das Deutsche Reich, behält Bayern verschiedene "Reservatrechte" und bildet das bayrische Heer, einen in sich geschlossenen Bestandteil des deutschen Reichsheeres mit selbstständiger Verwaltung (Kriegsministerium, Kriegsakademie usw.) unter der Militärhoheit des Königs von Bayern, jedoch im Kriege unter dem Oberbefehl des Kaisers. Bayern hat 2 Armeekorps (München und Würzburg) zu je 2 Divisionen (München und Augsburg sowie Nürnberg und Würzburg). Die aktiven Truppen und Landwehrtruppen haben Regimentsnummern außerhalb der deutschen Armee. Weitere Garnisonsstädte sind:

  • Fürstenfeldbruck - Bayr. Inf. 2,1
  • Oberhaus - Bayr. Inf. 16,1 Comp.
  • Lechfeld - Bayr. Inf. 3,1 Comp.
  • Plassenburg - Bayr. Inf. 7,1 Comp.

Festungen befinden sich in Ingolstadt, Neu-Ulm, Germersheim. Ein Teil des 2. bayr. Armeecorps (4. und 8. Inf.-Reg., 5. Chevauxleger-Reg. und Bat. des 2. Fuss-Art.-Regts) ist in Lothringen garnisoniert.

19. Bayerische Infanterie-Regiment Erlangen - Neue Infanterie-Kaserne

Gruß aus der Garnison Neuburg/D

Gruß aus der Garnison Erlangen
19. Bayerische Infanterie-Regiment Erlangen - Neue Infanterie-Kaserne Gruß aus der Garnison Neuburg/D Gruß aus der Garnison Erlangen

 

Wirtschaft: Nach der Reichsverfassung ist jeder, der das bayrische Indigenat besitzt, dessen Erwerbung und Verlust sich nach dem Reichsgesetz vom 1. Juni 1870 bemessen, Bundesangehöriger. Als solcher genießt er das Recht der Freizügigkeit nach dem Gesetz vom 1. Nov. 1867, das Recht des Gewerbebetriebs in ganz Deutschland nach der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869, den Anspruch auf Rechtsschutz sowohl im Reich selbst als gegenüber fremden Staaten, das Recht der Auswanderung nach den reichsgesetzlichen Bestimmungen, das Recht, mit Petitionen und Beschwerden sich an den Reichstag zu wenden. Für das Pressewesen ist zunächst das "Reichspreßgesetz" vom 7. Mai 1874 maßgebend; das Versammlungs- und Vereinsrecht bestimmt sich nach dem einschlägigen Landesgesetz vom 26. Febr. 1850. Über Pressevergehen und Verbrechen entscheiden Schwurgerichte (Ausführungsgesetz vom 23. Febr. 1879 zum Reichsgerichtsverfassungsgesetz, Art. 35).

1878:

  • Landwirtschaft ist ausgeprägt, Bayern ist Haupt-Rindviehzuchtgebiet Deutschlands.
  • Bergbau nicht erheblich.
  • Industrie nicht hervorragend. In Sachsen sind 14 %, in Bayern 6 % der Bevölkerung in der Industrie tätig. Hervorragend ist allein die Bierbrauerei. Bayern erzeugt pro Kopf der Bevölkerung 271 Liter, Norddeutschland 93 Liter.
  • Handel ist nicht hervorragend.

1895 waren tätig,

  • 45,8 % in Landwirtschaft und ähnlichen Betrieben
  • 31,9  % in Bergbau und Industrie
  •   9,7 % in Handel und Verkehr
  •   0,79 % in Lohnarbeit
  •   5,19 % in Militär-, Zivildienst und freien Berufen
  •   7,49 % Berufslose

Gruss vom Salvator

Gruß vom Salvator

Regensburg - Moltkeplatz
Speyer - Hauptstrasse
Regensburg - Moltkeplatz Speyer - Hauptstrasse

 

 

Königreich Bayern

Postwesen und Briefmarken

Das Königreich Bayern besitzt eine eigene Posthoheit. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmt u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht. Am 1. April 1920 gab Bayern für 620 Millionen Mark sein Postregal zugunsten der Reichspost auf.

1849 - 1875 1876 - 1918 1919 1920
Königreich Bayern mit Währung Gulden Königreich Bayern mit Währung Mark Republik Bayern mit Aufdruck "Volksstaat Bayern" Abschiedsserie
1 Kreuzer 5 Pfennig Briefmarke Bayern, König Ludwig III. mit Aufdruck "Volksstaat Bayern", 1919 15 Pfennig
1 Kreuzer 5 Pfennig 30 Pfennig 15 Pfennig

 

Königreich Bayern

Währungen und Münzen

bis 31. Dezember 1875 ab 1. Januar 1876
1 Gulden = 60 Kreuzer 1 Mark = 100 Pfennig

35 Kreuzer = 1 Mark

K. Bay. Scheidemünze - 1 Kreuzer, 1871 Ludwig II König von Bayern - 5 Mark, 1876 
K. Bay. Scheidemünze - 1 Kreuzer, 1871 Ludwig II König von Bayern - 5 Mark, 1876
Ludwig II. König  von Bayern - 1/2 Gulden, 1871  Otto König von Bayern - 10 (Gold) Mark, 1903
Ludwig II. König  von Bayern - 1/2 Gulden, 1871 Otto König von Bayern - 10 (Gold) Mark, 1903
Ludwig I. König  von Bayern - 1 Gulden, 1840 Ludwig II König von Bayern - 20 (Gold) Mark, 1872
Ludwig I. König  von Bayern - 1 Gulden, 1840 Ludwig II König von Bayern - 20 (Gold) Mark, 1872

Bayerische Banknote - 100 Mark vom 1. Januar 1900

Bayerische Banknote - 100 Mark vom 1. Januar 1900

(Geldscheine Deutsches Reich)

 

Königreich Bayern

Regenten

Bayerische Könige (Wittelsbacher) 1806 - 1918

regierendes Fürstenhaus: Wittelsbach, Ahnherr Markgraf Luitpold († 907)

Bayern eine konstitutionelle Monarchie, der König ist das Oberhaupt des Staats. Die Krone ist erblich im Mannesstamm nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatischen Linearerbfolge, mit Ausschluss der weiblichen Nachkommen, solange noch ein successionsfähiger Agnat aus ebenbürtiger, mit Bewilligung des Königs geschlossener Ehe oder ein durch Erbverbrüderung zur Thronfolge berechtigter Prinz vorhanden ist. Beim Erlöschen des Mannesstamms und bei Mangel einer Erbverbrüderung mit einem andern deutschen Fürstenhaus geht die Thronfolge nach der für den Mannesstamm festgesetzten Ordnung auf die weibliche Nachkommenschaft über, in welcher wieder der männliche Teil vor dem weiblichen den Vorzug hat. Der König bekennt sich zur katholischen Konfession. Die Zivilliste beträgt 4 231 044 Mark.

Regentschaft

Name Lebensdaten
1805 - 1825
König Maximilian I. Joseph 1. Ehe: Hochzeit 1785 mit Auguste Wilhelmine Maria von Hessen-Darmstadt (1765-1796)
2. Ehe: Hochzeit 1797 mit Karoline von Baden (1776-1841)
27.05.1756 - 13.10.1825
1825 - 1848
König Ludwig I. (Abdankung 1848) 1810 Hochzeit mit Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792-1854)
25.08.1786 - 29.02.1868
1848 - 1864
König Maximilian II. Joseph Hochzeit 1842 mit Marie von Preußen (1825-1889)
28.11.1811 - 10.03.1864
1864 - 1886 König Ludwig II. (1886 Entmündigung) 25.08.1845 - 13.06.1886
1886
-
1913
König Otto I. (Entmündigung wegen Geisteskrankheit, 1913 abgesetzt)
1886 - 1912 Prinzregent Luitpold Hochzeit 1844 mit Auguste Erzherzogin von Österreich, Prinzessin von Toskana (1825-1864)
1912 - 1913 Prinzregent Ludwig siehe König Ludwig III.
27.04.1848 - 11.10.1916
12.03.1821 - 12.12.1912
siehe König Ludwig III.
1913 - 1918
König Ludwig III. (Abdankung 1918) Hochzeit 1868 mit Erzherzogin Marie Theresa von Modena (1849-1919)
07.01.1845 - 18.10.1921

 

 

König Ludwig II. Prinzregent Luitpold König Ludwig III.
König Ludwig II. Prinzregent Luitpold König Ludwig III.

Königreich Bayern

Organisation der Verwaltungsbehörden

Die obersten Staatsbehörden sind das Gesamtstaatsministerium und der Staatsrat.

Das Gesamtstaatsministerium besteht (1910) aus:

  • dem Staatsministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren
  • dem Staatsministerium der Justiz
  • dem Staatsministerium des Inneren
  • dem Staatsministerium für Kirchen- und Schulangelegenheiten
  • dem Staatsministerium der Finanzen
  • dem Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten
  • dem Kriegsministerium

Präsidenten des bayerischen Ministerrates

Amtszeit

Name

Lebensdaten
02.02. 1817 - ??.10.1825 Heinrich Aloys Graf von Reigersberg 1770 - 1865
??.10. 1825 - 02.01. 1832 Georg Friedrich Freiherr von Zentner 1752 - 1835
02.01. 1832 - 01.11. 1837 Friedrich August Koch 1783 - 1860
01.11. 1837 - 17.09. 1847 Karl von Abel 1788 - 1860
17.09. 1847 - 01.12. 1847 Friedrich August Karl Maria Philipp Joseph Freiherr von zu Rhein 1802 - 1870
01.12. 1847 - 14.03. 1848 Ludwig Fürst von Öttingen-Wallerstein 1791 - 1870
14.03. 1848 - 29.04. 1848 Klemens August Graf von Waldkirch (provisorisch) 1806 -1858
29.04. 1848 - 18.04 1849 Otto Camillus Hugo Graf von Bray-Steinburg 1807 - 1899

 

Vorsitzende im bayerischen Ministerrat

Amtszeit

Name

Lebensdaten
18.04. 1849 - 01.05. 1859 Karl Ludwig Heinrich Freiherr von der Pfordten (1. Amtszeit) 1811 - 1880
01.05. 1859 - 04.10. 1864 Karl Freiherr von Schrenck 1806 - 1884
04.10. 1864 - 04.12. 1864 Max von Neumayr (provisorisch) 1810 - 1881
04.12. 1864 - 31.12. 1866 Karl Ludwig Heinrich Freiherr von der Pfordten (2. Amtszeit)  siehe oben
31.12. 1866 - 08.03. 1870 Chlodwig Fürst von Hohenlohe-Schillingsfürst 1819 - 1901
08.03. 1870 - 21.08. 1871 Otto Camillus Hugo Graf von Bray-Steinburg 1807 - 1899
21.08. 1871 - 02.06. 1872 Friedrich Adam Justus Freiherr von Hegnenberg-Dux 1810 - 1872
01.10. 1872 -  04.03.1880 Adolf von Pfretzschner 1820 - 1901
04.03.1880 -  01.06. 1890 Johann von Lutz (ab 1884 Freiherr) 1826 - 1890
01.06. 1890 -  01.03. 1903 Krafft Freiherr von Crailsheim 1841 - 1926
01.03. 1903 -  09.02. 1912 Klemens Freiherr von Podewils-Dürnitz (ab 1911 Graf) 1850 - 1922
10.02. 1912 - 11.11. 1917 Georg Freiherr von Hertling (ab 1914 Graf) 1843 - 1919
11.11.1917 -  08.11. 1918 Otto Ritter von Dandl 1868 - 1942

 

Bayern und Pfalz - Gott erhalt's!
Oktoberfest
Bayern und Pfalz - Gott erhalt's! Gruß vom Münchener Oktoberfest

Die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (liegt im heutigen Freistaat Thüringen) wurde im Oktober des Jahres 1810 mit einem mehrtägigen Volksfest gefeiert. Seit dieser Zeit wird das alljährliche Münchener Oktoberfest gefeiert. Die Theresienwiese erhielt ihren Namen zu Ehren der Braut Prinzessin Therese.

 

Königreich Bayern

Administrative Gliederung

Das Königreich Bayern gliedert sich seit 1837 in 8 Regierungsbezirke:

Königreich Bayern - Administrative Gliederung bis 1918

 

1972 gab es in Bayern eine Gebietsreform, daher sind die hier aufgeführten Regierungsbezirke nicht mit den heutigen Regierungsbezirken identisch. So kam z.B. die bis dato zu Mittelfranken gehörende Stadt Eichstätt zum Regierungsbezirk Oberbayern.

Für die innere Verwaltung ist das Land in 8 Regierungsbezirke eingeteilt, welche sich wiederum in insgesamt 163 Bezirksämter und 44 kreisunmittelbare Städte gliedern. (Petzolds "Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches" 1911)

1. Regierungsbezirk Oberbayern mit einer Fläche von 16 725 km² und 1 323 888 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist München mit den unmittelbaren Städten München, Freising, Ingolstadt, Landsberg, Rosenheim, Traunstein sowie den  Bezirksämter Aibling, Aichach, Altötting, Berchtesgaden, Bruck, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Friedberg, Garmisch, Ingolstadt, Landsberg, Laufen, Miesbach, Mühldorf, München I, München II, Pfaffenhofen, Rosenheim, Schongau, Schrobenhausen, Starnberg, Tölz, Traunstein, Wasserburg, Weilheim, Wolfratshausen.

München, Marienplatz mit Mariensäule

  Ingolstadt - Harderstrasse Freising - Jägerkaserne

Berchtesgaden in den Bayrischen Alpen

München, Marienplatz mit Mariensäule   Ingolstadt - Harderstrasse Freising - Jägerkaserne Berchtesgaden in den Bayrischen Alpen

München - Isartor

 

Ingolstadt - Theresienstrasse Rosenheim Schloß Neuschwanstein
München - Isartor   Ingolstadt - Theresienstrasse Rosenheim Schloss Neuschwanstein

2. Regierungsbezirk Niederbayern mit einer Fläche von 10 757 km² und 678 192 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Landshut mit den 4 unmittelbaren Städten Deggendorf, Landshut, Passau, Straubing) und 21 Bezirksämtern Bogen, Deggendorf, Dingolfing, Eggenfelden, Grafenau, Griesbach, Kelheim, Kötzting, Landau an der Isar, Landshut, Mainburg, Mallersdorf, Passau, Pfarrkirchen, Regen, Rottenburg, Straubing, Viechtach, Vilsbiburg, Vilshofen, Wegscheid, Wolfstein.

Straubing - Dreifaltigkeitssäule und Stadtturm

Landshut - Altstadt

   

Kehlheim - Kloster Weltenburg

Straubing - Dreifaltigkeitssäule und Stadtturm Landshut - Altstadt     Kehlheim - Kloster Weltenburg

 

 

 

   
         

3. Regierungsbezirk Pfalz mit einer Fläche von 5 928 km² und 831 678Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Speyer mit der unmittelbaren Stadt Landau und 13 Bezirksämtern Bergzabern, Dürkheim, Frankenthal, Germersheim, Homburg, Kaiserslautern, Kirchheimbolanden, Kusel, Landau, Ludwigshafen, Neustadt (Haardt), Pirmasens, Rockenhausen, Sankt Ingbert, Speyer, Zweibrücken.

Kaiserslautern - Am Bahnhof Pirmasens - Schloß- und Hauptstrasse Speyer Zweibrücken - Hauptstrasse Germersheim - Lilienstrasse mit Kirche
Kaiserslautern - Am Bahnhof Pirmasens - Schloss- und Hauptstraße Speyer Zweibrücken - Hauptstraße Germersheim - Lilienstraße mit Kirche
Ludwigshafen a.Rh., Prinzregentenstraße

 

 

Zweibrücken - Maxstrasse Germersheim - Offiziersgebäude
Ludwigshafen a.Rh., Prinzregentenstraße     Zweibrücken - Maxstraße Germersheim - Offiziersgebäude

4. Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg mit einer Fläche von 9 652 km² und 553 841 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Regensburg mit den unmittelbaren Städten Amberg, Neumarkt, Regensburg und 18 Bezirksämtern Amberg, Beilngries, Burglengenfeld, Cham, Eschenbach, Kemnath, Nabburg, Neumarkt, Neunburg vorm Wald, Neustadt an der Waldnaab, Oberviechtach, Parsberg, Regensburg, Riedenburg, Roding, Stadtamhof, Sulzbach, Tirschenreuth, Vohenstrauß, Waldmünchen.

Regensburg, Moltkeplatz 1910 Walhalla bei Regensburg Amberg - Ziegeltor    
Regensburg, Moltkeplatz 1910 Walhalla bei Regensburg Amberg - Ziegeltor    

 

 

 

   
         

5. Regierungsbezirk Oberfranken mit einer Fläche von 6 998 km² und 608 116 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Bayreuth mit den unmittelbaren Städten Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Hof, Kulmbach und 19 Bezirksämtern Bamberg I, Bamberg II, Bayreuth, Berneck, Ebermannstadt, Forchheim, Höchstadt an der Aisch, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Münchberg, Naila, Pegnitz, Rehau, Stadtsteinach, Staffelstein, Teuschnitz, Wunsiedel

Bamberg - Rathaus

Bayreuth, Festspielhaus, Luitpoldplatz

Kulmbach - Marktplatz Wunsiedel Pottenstein
Bamberg - Rathaus Bayreuth, Festspielhaus, Luitpoldplatz Kulmbach - Marktplatz Wunsiedel Pottenstein
Bamberg - Klein-Venedig

Bayreuth - R. Wagner-Theater

Erstes Kulmbacher Brauerei    
Bamberg - Klein-Venedig Bayreuth - R. Wagner-Theater Erstes Kulmbacher Brauerei    

6. Regierungsbezirk Mittelfranken mit einer Fläche von 7 583 km² und 815 895 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Ansbach mit den unmittelbaren Städten Ansbach, Dinkelsbühl, Eichstätt, Erlangen, Fürth, Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Schwabach, Weißenburg und 16 Bezirksämtern Ansbach, Dinkelsbühl, Eichstätt, Erlangen, Feuchtwangen, Fürth, Gunzenhausen, Hersbruck, Hilpoltstein, Lauf, Neustadt an der Aisch, Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber, Scheinfeld, Schwabach, Uffenheim, Weißenburg.

Nürnberg - Burg mit tiefem Brunnen

Fürth - Marktplatz Fürth - Rathaus Ansbach Eichstätt
Nürnberg - Burg mit tiefem Brunnen Fürth - Marktplatz Fürth - Rathaus Ansbach Eichstätt

Nürnberg 1904

Fürth - Ludwigsbahnhof und Hornschuhpromenade Erlangen - Nürnberger Tor und Hauptstrasse Erlangen - Universitätsstrasse Rothenburg o. Tauber
Nürnberg 1904 Fürth - Ludwigsbahnhof und Hornschuhpromenade Erlangen - Nürnberger Tor und Hauptstrasse Erlangen - Universitätsstrasse Rothenburg o. Tauber

7. Regierungsbezirk Unterfranken mit einer Fläche von 8 401 km² und 650 766 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Würzburg mit den unmittelbaren Städten Aschaffenburg, Bad Kissingen, Kitzingen, Schweinfurt, Würzburg und 20 Bezirksämtern Alzenau, Aschaffenburg, Brückenau, Ebern, Gemünden, Gerolzhofen, Hammelburg, Haßfurt, Hofheim, Karlstadt, Kissingen, Kitzingen, Königshofen, Lohr, Marktheidenfeld, Mellrichstadt, Miltenberg, Neustadt an der Saale, Obernburg, Ochsenfurt, Schweinfurt, Würzburg.

Würzburg, Südseite der Festung

Schweinfurt - Kugellagerwerk Aschaffenburg a. M. von der Obernauerstrasse Bad Kissingen, Kurhausstraße mit Maxbrunnen und neue Wandelhalle Kissingen - Partie an der Saale
Würzburg, Südseite der Festung Schweinfurt - Kugellagerwerk Aschaffenburg a. M. von der Obernauerstraße Bad Kissingen, Kurhausstraße mit Maxbrunnen und neue Wandelhalle Kissingen - Partie an der Saale

Würzburg - Domstrasse mit Dom

 

 

   
Würzburg - Domstrasse mit Dom        

8. Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg mit einer Fläche von 16 725 km² und 1 323 888 Einwohnern (Jahr 1900):

Sitz der Kreisregierung und Bezirkshauptstadt ist Augsburg mit den unmittelbaren Städten Augsburg, Dillingen, Donauwörth, Günzburg, Kaufbeuren, Kempten, Lindau, Memmingen, Neuburg an der Donau, Neu-Ulm, Nördlingen und 19 Bezirksämtern Augsburg, Dillingen, Donauwörth, Füssen, Günzburg, Illertissen, Kaufbeuren, Kempten, Krumbach, Lindau, Memmingen, Mindelheim, Neuburg an der Donau, Neu-Ulm, Nördlingen, Oberdorf, Schwabmünchen, Sonthofen, Wertingen, Zusmarshausen.

Augsburg - Königsplatz

  Kempten - Panorama Nördlingen - Reimlinger Tor mit Wehrgang Donauwörth - Reichsstrasse
Augsburg - Königsplatz   Kempten - Panorama Nördlingen - Reimlinger Tor mit Wehrgang Donauwörth - Reichsstraße

Augsburg - Domplatz

 

 

Neu-Ulm - Insel Lindau - Hafen
Augsburg - Domplatz     Neu-Ulm - Insel Lindau - Hafen

 

 

Königreich Bayern

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Augsburg - Kleiner Kreuzer S.M.S. Bayern - Panzerkorvette
S.M.S. Bayern - Linienschiff S.M.S. München - Kleiner Kreuzer
S.M.S. Nürnberg - Kleiner Kreuzer (1) S.M.S. Nürnberg - Kleiner Kreuzer (2)
S.M.S. Prinzregent Luitpold - Linienschiff S.M.S. Regensburg - Kleiner Kreuzer
S.M.S. Wittelsbach - Linienschiff S.M.S. von der Tann - Großer Kreuzer

 

 

Bayernhymne

Im Königreich Bayern wurde die Hymne "Heil unserm König, Heil!" gesungen, eine Nachbildung der Habsburger Kaiserhymne "Heil Kaiser Josef, Heil" mit der Melodie "God save the king!". Konrad Max Kunz komponierte 1861 nach einem Gedicht von 1852 des Lehrers Michael Öchsner die Melodie. Erst nach dem II. Weltkrieg werden Begriffe wie "deutsche Erde", "Deutschlands Bruderstämme" und "Bayernkönig" ersetzt.

Bayernhymne

(ursprüngliche Version)

Text: Michael Öchsner (1816 - 1893)

Melodie: Konrad Max Kunz (1812-1875)

1. Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben seines Himmels weiß und blau!
2. Gott mit dir, dem Bayernvolke, daß wir, uns'rer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden bauen uns'res Glückes Herd!
Daß mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau,
und den alten Ruhm bewähre unser Banner weiß und blau!
3. Gott mit ihm, dem Bayernkönig! Segen über sein Geschlecht!
Denn mit seinem Volk in Frieden wahrt er dessen heilig Recht.
Gott mit ihm, dem Landesvater, Gott mit uns in jedem Gau!
Gott mit dir, du Land der Bayern, unsre Heimat, weiß und blau!

 

Königreich Bayern

Nationaldenkmäler

Bavaria Befreiungshalle Walhalla
Bavaria mit Ruhmeshalle

Befreiungshalle bei Kelheim

Walhalla bei Regensburg

 

 

Bayern und Pfalz nach 1918:

Briefmarke Bayern, König Ludwig III. mit Aufdruck "Volksstaat Bayern", 1919 Briefmarke Deutsches Reich von 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Bayerns Rheinland-Pfalz 1948, 5 Pfennig, Karl Marx
Briefmarke Bayern, König Ludwig III. mit Aufdruck "Volksstaat Bayern", 1919 Briefmarke Deutsches Reich 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Bayerns Rheinland-Pfalz 1948, 5 Pfennig, Karl Marx

1918/19 Anfang November 1918 war die Lage in Bayern unhaltbar geworden. Schon am 2. November verkündete der Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates Kurt Eisner in einer Volksversammlung im Münchener Löwenbräukeller: "Es kommt gar nicht mehr zur Reichstagswahl. Vor dem 17. November kommt die Revolution." Danach forderte die Versammlung der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) in München den Rücktritt des Kaisers. Am anderen Tage, während die ersten Toten in Kiel zu betrauern waren, versammelten sich meuternde Soldaten und revolutionäre Arbeiter auf der Münchener Theresienwiese, und die Unruhe griff immer weiter um sich. In Stadelheim, dem Münchener Hauptgefängnis, erzwangen Demonstranten mit Gewalt die Haftentlassung der politischen Gefangenen. Während aber in Berlin die beiden konkurrierenden marxistischen Parteien, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei und mehrheitssozialistische SPD, sich voll Misstrauen gegenüberstanden, bahnte sich zwischen den radikalen Unabhängigen und den Mehrheitssozialisten in München schon am 4. November eine rote Einheitsfront an. Tags darauf verkündete Kurt Eisner in einer nächtlichen Massenkundgebung unter der Bavaria den Sieg der Kieler Matrosen.
In München verschärfte sich die Lage von Stunde zu Stunde. Soldaten, von meuternten Unteroffizieren und unabhängigen Arbeitern angeführt, stürmten am 7. November den Autopark auf der Theresienwiese und fuhren mit den Wagen von Kaserne zu Kaserne. "Der Kaiser muss abdanken!", "Fort mit den Wittelsbachern!" war ihr Schlachtruf. In der Kaserne König Max II. konnten die Aufrührer keinen Anhang gewinnen. Doch die Stadtkommandantur hatte ausdrücklich Befehl erlassen: "Keinen Kampf." So wurde das Bayerische Kriegsministerium von Meuterern, die Maschinengewehre mit sich führten, besetzt, und mit roten Fahnen zogen Demonstranten gegen die Residenzwache. Wie alltäglich ging auch am 7. November der 73jährige bayerische König Ludwig III. nachmittags im Englischen Garten spazieren, während sich auf der Theresienwiese wiederum die von den Vereinigten Sozialdemokratischen Parteien aufgerufenen Massen versammelten. Diesmal waren es bereits an die 50 000 Menschen, welche die Forderung nach Thronverzicht des Kaisers und Kronprinzen sowie nach sofortiger Herbeiführung eines Friedens erhoben. Ein Unbekannter sprach entsetzt den König an und warnte ihn. Verwirrt kehrte Ludwig III. ins Schloss zurück, in dem er sich schon fast allein befand. Nur General von Kessel war noch da, alle königlichen Adjutanten waren verschwunden.
Während die Massen mit den Posten vor der Residenz verhandelten, verließ der König mit seiner Familie heimlich und unbemerkt seine Hauptstadt. Er verließ Bayern und fuhr nach Salzburg, wo er im Schloss Anif vorerst Zuflucht fand. Am 7. November 1918 wurde in München der "Freistaat Bayern" ausgerufen. Bei den Wahlen erhielt Eisners Partei aber nur 3 von 180 Mandaten, am 21.Februar 1919 wurde er auf dem Weg in den Landtag von Graf Arco erschossen. Die Sozialdemokraten bildeten die neue Regierung. Eine Gruppe linker Revolutionäre putschte sich an die Macht und proklamierte am 7. April 1919 die "Räterepublik Bayern". Die Berufsrevolutionäre Levien und Leviné aus Russland übernahmen alsbald die Macht und stellten sogar eine "Rote Armee" auf. Die von der rechtmäßigen sozialdemokratischen Regierung zu Hilfe gerufenen Reichstruppen und Freikorps wurden zunächst bei Dachau zurückgeschlagen. In München ermordeten die Revolutionäre 10 Geiseln. Daraufhin stürmten die Reichstruppen und Freikorps München und richteten unter den Revolutionären ein Blutbad mit rund 600 Toten an. Durch die Weimarer Reichsverfassung verlor Bayern fast alle Sonderechte.
1920 Coburg, südlicher Teil des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha schließt sich per Volksabstimmung Bayern an.
1920 Am 31. März 1920 endet die eigene Posthoheit, eine Verwendung der Bayern-Marken war bis 30. Juni 1920 möglich.
1923 Hitlers Putsch der "nationalen Revolution" wird bei der Feldherrenhalle in München niedergeschlagen.
1940 Bayern verliert im Zuge der Neugliederung des Deutschen Reichs die Pfalz. Die Pfalz wird mit Lothringen zum Reichsgau Westmark vereinigt.
1945 Die thüringische Exklave Ostheim wird von den US-Amerikanern der bayrischen Verwaltung unterstellt.
1945 Bayern ist Teil der amerikanischen Besatzungszone. Die Pfalz ist Teil der französischen Besatzungszone.
1946 Die französische Militärregierung legt am 30. August 1946 durch Verordnung Nr. 57 die Schaffung des Landes Rheinland-Pfalz fest.
1949 Am 19./20. Mai 1949 lehnt der Bayerische Landtag das Grundgesetz ab, erkennt aber seine Rechtsverbindlichkeit an, da ihm mehr als zwei Drittel der Landtage Westdeutschlands zustimmten. Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wird Bayern ein Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland.

 

Der Freistaat Bayern aktuell:

Der heutige Freistaat Bayern mit der Landeshauptstadt München besteht aus

  • dem ehemaligen Königreich Bayern ohne den 8. Regierungsbezirk Rheinpfalz. Dieser gehört durch Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung zum 1946 künstlich geschaffenen Land Rheinland-Pfalz.
  • dem ehemaligen Herzogtum Sachsen-Coburg (seit 1920), südlicher Landesteil des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha.
  • der Enklave um Ostheim (seit 1945), Landesteil des ehemaligen Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.

Freistaat Bayern

Landeshauptstadt München

70 549,19 km² (19,76% Deutschlands)

12 469 000 Einwohner (2004)

 

Rheinland-Pfalz aktuell:

Das Land Rheinland-Pfalz mit der Landeshauptstadt Mainz wurde 1946 durch Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung geschaffen und besteht aus:

Rheinland-Pfalz

Landeshauptstadt Mainz

19 853,36 km²

Einwohner: 4 068 179 (2006)

 

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