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Königreich Sachsen

1806 - 1918

Haupt- und Residenzstadt Dresden

Fahne - Landesfarben Königreich Sachsen

Fahne - Landesfarben Königreich Sachsen

Königreich Sachsen

Königreich Sachsen - Lage im Deutschen Reich Königreich Sachsen, Wappen Königreich Sachsen - Karte 1914
Königreich Sachsen im Deutschen Reich 1871 - 1918 Königreich Sachsen - Wappen Königreich Sachsen - Karte 1914

Dresden - Neustädter Markt und Hauptstraße

Dresden - Neustädter Markt und Hauptstraße

 

 

Sachsen

Geschichte

Sachsen Fahnen und WappenDas heutige Sachsen hat nichts mit dem germanischen Stamm der Sachsen (Niederdeutsche) zu tun. Am Anfang der Zeitenrechnung war das Land zwischen Harz, Thüringer Wald und Erzgebirge von germanischen Hermunduren bewohnt, die vermutlich durch Vermischung mit anderen germanischen Stämmen sowie keltischen Bevölkerungsresten in den Stamm der Thüringer übergingen und mit ihren Siedlungsgebieten bis an die Elbe nachweisbar sind. Das Reich der Thüringer (von der Altmark bis zum Main) zählte zu den mächtigsten germanischen Reichen außerhalb des römischen Imperiums, bis es 531 vom Frankenkönig Theoderich bei Burgscheidungen besiegt wurde. Die thüringische Bevölkerung lebte unter den neuen Machthabern weiter und wurden nur langsam in das fränkische Reich eingebunden. Jedoch gelang es den neuen Herrschern nicht, das ausgeprägte thüringische Eigenbewusstsein mit dem Fortleben eigenständiger thüringischer Rechtsgewohnheiten zu überwinden. Im Osten des ehemaligen Thüringerreiches drangen nun Slawen (Sorben, Milzener, Lusizer und Daleminzer) über die Elbe bis an die Saale vor. Um diesen Abschnitt der Ostgrenze des Frankenreiches besser zu schützen, bedienten sich die fränkischen Könige thüringischer Herzöge. So kam es zu einer erneuten Besiedlung des Landes mit Thüringern und nun auch Franken, die die eingewanderten Slawen zurückdrängten, germanisierten bzw. sich mit ihnen vermischten. Insbesondere thüringische Siedler prägten die Sprache des Landes (im Vogtland mehr durch Franken) und noch heute wird Thüringen und Sachsen gemeinsam als thüringisch-obersächsischer Sprachraum gesehen. Lediglich in der Gegend um Bautzen hat sich bis heute eine slawisch sprechende Minderheit (Sorben) erhalten. Um das Jahr 1000 wurde das heute Sachsen als Thüringer Mark, später als Mark Meißen bekannt. Die Markgrafen von Meißen trieben die planmäßige Erschließung und Besiedlung des Landes weiter voran.

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Germanien im 2. Jahrhundert Deutschland um 480 Thüringen und Thüringer Mark (Ostmark) um das Jahr 1000

Germanien im 2. Jahrhundert

Deutschland gegen Ende der Völkerwanderung um 480
Thüringen und Thüringer Mark (Ostmark) um das Jahr 1000

 

Durch Übertragung der sächsischen Kurwürde von Sachsen-Wittenberg auf den Wettiner Friedrich den Streitbaren von Meißen, nach Erlöschen des askanischen Herrscherhauses 1423, ging der Name Sachsen (ursprünglich aus dem heutigen Niedersachsen) allmählich auf alle Besitzungen des Hauses Wettin, die Markgrafschaft Meißen und Thüringen über. Durch die Belehnung des Markgrafen Friedrich des Streitbaren mit dem Kurfürstentum Sachsen 1423, das zwar nicht sehr groß, aber wegen der mit der Kurwürde verbundenen Vorrechte von Wichtigkeit war, gelangte das Haus Wettin zu größerer Bedeutung im Reich. Nicht bloß jene Vorrechte, sondern auch der Name Sachsen gingen seitdem allmählich auf die gesamten Wettinschen Lande über. Friedrich hatte die sächsische Kur zur Belohnung für seine Teilnahme am Kampf gegen die Hussiten erhalten. Nachdem Friedrich zusätzlich die Burggrafschaft Meißen erworben, hinterließ er seine Lande zu gemeinschaftlicher Regierung Friedrich II., dem Sanftmütigen, der Kurfürst wurde (1428-64), Wilhelm III., Heinrich und Siegmund. Doch 1435 starb Heinrich, Siegmund trat 1437 in den geistlichen Stand, und 1440 fiel durch Friedrichs des Friedfertigen kinderlosen Tod Thüringen an die osterländische Linie zurück. Friedrich der Sanftmütige und Wilhelm teilten nun 1445 in Altenburg so, dass Friedrich Meißen, Wilhelm Thüringen erhielt, das Osterland geteilt wurde, die Bergwerke gemeinschaftlich blieben. Doch hatte diese Teilung, bei der sich der von eigennützigen Ratgebern aufgereizte Herzog Wilhelm benachteiligt glaubte, den verheerenden sächsischen Bruderkrieg zur Folge, der erst 1451 zu Pforta beigelegt wurde; ein Nachspiel der als Sächsische Prinzenraub in die Geschichte einging. Friedrichs des Sanftmütigen Söhne, Kurfürst Ernst (1464-86) und Herzog Albrecht der Beherzte, folgten 1464 ihrem Vater gemeinschaftlich, erbten 1482 auch Wilhelms III. Lande und verstanden es, die Macht ihres Hauses nach allen Seiten hin auszubreiten. Zwei von Ernsts Söhnen erlangten die erzbischöfliche Würde, Albrecht zu Mainz, Ernst zu Magdeburg; Albrecht, dessen Sohn Friedrich 1498 Hochmeister des Deutschen Ordens wurde erwarb im Dienste des Hauses Habsburg Ehren und Vorteile, so 1483 die Eventualbelehnung mit Jülich und Berg und später die Erbstatthalterschaft von Friesland. Im Innern nahm der Bergbau auf Silber einen großen Aufschwung, vermehrte den Wohlstand und die Einwohnerzahl des Gebirges und förderte Handel und Verkehr. Durch kaiserliche Privilegien wurden die Leipziger Märkte zu Messen erhoben. Während die Städte ihre Verfassung ausbildeten und vom Landesherrn die eigne Gerichtsbarkeit erkauften, wurde auch die Territorialgesetzgebung entwickelt und in Thüringen 1446, in Meißen 1482 eine Landesordnung erlassen; das kurfürstliche Hofgericht erhielt 1483 seinen bleibenden Sitz in Leipzig. Eine landständische Verfassung bildete sich, seitdem 1438 zuerst zu Leipzig eine Versammlung von Prälaten, Grafen, Rittern und Städten zusammentrat; diese bald regelmäßig berufenen Landtage bewilligten neue Abgaben, Steuern und Anleihen, übertrugen die Verwaltung der neuen Steuern einem ständischen Ausschuss und beanspruchten, auch von den Landesherren bei wichtigen Angelegenheiten zu Rate gezogen zu werden. Misshelligkeiten zwischen den beiden Brüdern Ernst und Albrecht führten zur Länderteilung zu Leipzig (26. August 1485), bei welcher der ältere Bruder teilte, der jüngere wählte. Ernst erhielt außer den Kurlanden Thüringen mit den fränkischen und vogtländischen Besitzungen und den einen Teil des Oster- und Pleißnerlandes, Albrecht den andern Teil desselben und Meißen. Die Teilung, welche am  24. Februar 1486 von Kaiser Friedrich III. bestätigt und 25. Juni durch den Naumburger Schied berichtigt wurde, trennte das Haus Wettin für immer in zwei Linien, die Ernestinische und die Albertinische. Das königlich sächsischen Fürstenhauses entstammt der Albertinischen Linie. Das Albertinische Sachsen bildete ein geschlossenes Territorium, das in Kreise eingeteilt war: den Kurkreis, Thüringen, Meißen, wovon 1691 der erzgebirgische Kreis abgetrennt wurde, das Osterland und das Vogtland, wozu 1588 noch der Neustädter Kreis kam.

Königreich Sachsen - Fahne
König Albert von Sachsen
Königreich Sachsen - Fahne König Albert von Sachsen


Mit der Auflösung des alten Deutschen Reiches (Heiliges Römisches Reich) am 6. August 1806 wurde das Amt der Kurfürsten gegenstandslos. Als Kurfürst Friedrich August III. 1806 das Königreich Preußen mit 22.000 Soldaten unterstützte, die bei Jena geschlagen wurden, musste er im Frieden zu Posen (11. Dezember 1806) 25 Millionen Franken Kriegsentschädigung an Frankreich bezahlen. Als er 1806 dem Rheinbund beitrat, erhielt er von Napoleon I. die Königswürde (als König Friedrich August I.). Im Frieden von Tilsit 1807 erhielt der König das Großherzogtum Warschau und von Preußen den Kreis Cottbus, 1809 von Österreich Westgalizien und Krakau. Nach der Schlacht bei Leipzig 1813 wurde er Gefangener der Verbündeten. Das Land verwaltete ein russischer, dann ein preußischer Gouverneur und die Vereinigung mit Preußen  stand bevor; doch erhielt auf dem Wiener Kongress 1815 Preußen nur die nördliche Hälfte mit 20 235 km², das entsprach einem 60% Gebietsverlust. 864 404 Einwohner = 40 % Bevölkerung gingen so dem Königreich Sachsen verloren. Aus der verlorenen nördlichen Hälfte wurde, gemeinsam mit anderen preußischen Territorien die preußische Provinz Sachsen gebildet. Von 1815 bis 1866 gehörte das Königreich Sachsen dem Deutschen Bund an. 1854 starb König Friedrich August II. Ihm folgte König Johann, der sich mit seiner bayerischen Frau stark Österreich verbunden fühlte. Am 14. Juni 1866 stimmte das Königreich Sachsen im Frankfurter Bundestag gegen Preußen und lehnte die angebotene Neutralität ab. Während des Deutschen Krieges rückten sächsische Armeekorps in Böhmen ein und kämpfte tapfer an der Seite Österreichs bei Gitschin und Königgrätz, während die Preußen das Königreich Sachsen besetzten. Im Frieden zu Berlin (21. Oktober 1866) trat Sachsen unter teilweisem Verzicht auf Militärhoheit, diplomatische Vertretung, Post- und Telegrafenwesen sowie unter Zahlung von 10 Millionen Talern dem Norddeutschen Bund bei. Die sächsischen Truppen (seit 1867 als 12. deutsches Armeekorps, das 19. wurde 1899 eingerichtet) nahmen unter Kronprinz Albert rühmlich am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil. Als König Johann 1873 starb, wurde Albert König und regierte bis 1902. Ihm folgte König Georg, der nur 2 Jahre regierte. Sein Nachfolger, König Friedrich August III., war der letzte König von Sachsen, der am 13. November 1918 infolge der Revolution im Deutschen Reich auf sein Amt verzichtete.

Neben dem Königreich Sachsen existierte im Deutschen Reich (Kaiserreich) auch die preußische Provinz Sachsen.

Leipzig - Altes Rathaus und Siegesdenkmal
Dresden - Königliches Schloss mit Wettinobelisk
Leipzig - Altes Rathaus und Siegesdenkmal Dresden - Königliches Schloss mit Wettinobelisk


Dresden Stadtplan 1918 Leipzig Stadtplan 1918

 

Königreich Sachsen

Daten

Bundesrat: 4 Stimmen

Reichstag: 23 Abgeordnete

Landesparlament: Das Königreich Sachsen ist eine konstitutionelle Monarchie und ein Glied des Deutschen Reichs. Die Staatsverfassung beruht auf der Verfassungsurkunde vom 4. September 1831, welche durch die Gesetze vom 5. Mai 1851, 27. November 1860, 19. Oktober 1861, 3. Dezember 1868 und 12. Oktober 1874 modifiziert worden ist. Für das ganze Land besteht eine in zwei Kammern geteilte Ständeversammlung. Jeder Kammer steht die Wahl ihres Präsidenten zu. Der König beruft längstens alle zwei Jahre einen ordentlichen Landtag, außerordentliche, so oft es dringende Angelegenheiten erfordern. Die Abgeordneten werden auf sechs Jahre gewählt; alle zwei Jahre scheidet ein Drittel aus. Die Wahl ist direkt und geheim. Wahlberechtigt ist jeder Staatsangehörige vom 25. Jahr an, welcher wenigstens 3 Mark Staatssteuern zahlt; wählbar jeder, der das 30. Lebensjahr erfüllt und wenigstens 30 Mark Staatssteuern zu entrichten hat.

Chemnitz - Neues Rathaus
Bautzen - Kronprinzenbrücke
Chemnitz - Neues Rathaus Bautzen - Kronprinzenbrücke

 

Hauptstadt: Dresden = 515 000 Einwohner (1905) = drittgrößte Stadt des Deutschen Reichs, hinter Berlin und Hamburg.

Größe: 14 993 km² (272,29 Quadratmeilen), darunter kleine Enklaven von 15km².

Einwohner: Die Bevölkerung betrug nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 = 4.802.485 Einwohner:

Bevölkerungsentwicklung:

1815 1855 1871 1875 1880 1885 1890 1900 1907 1910
1.178.802 2.039.176 2.556.244 2.760.586 2.972.805 3.182.003 3.502.684 4.202.216 4.582.000 4.802.485

Meißen - Königliche Albrechtsburg
Zwickau - Gewerbeausstellung 1906
Meißen - Königliche Albrechtsburg Zwickau - Gewerbeausstellung 1906

 

Klima: Sachsens Klima ist infolge seiner Lage am Nordabhang des Erzgebirges rauer, als die geografische Breite es bedingt, am mildesten in den Tälern der Elbe, Mulde und Pleiße, am rauesten auf dem Kamm des Erzgebirges, namentlich in dem "sächsischen Sibirien" um Morgenröthe, Karlsfeld, Johanngeorgenstadt und Oberwiesenthal. Die mittlere Jahrestemperatur, wie sie auf den unter dem meteorologischen Institut zu Chemnitz stehenden 156 Stationen ermittelt ist, beträgt 7,2° C., in Leipzig bei 119 m Meereshöhe 8,5°, in Dresden (128 m) 8,8°, in Elster (501 m) 6,2°, in Oberwiesenthal (927 m) 4,6°.

Gewässer: wichtigster Fluss ist die Elbe, mit ihren Zuflüssen.

Bewohner: Die Bewohner des heutigen Sachsens stammen nicht vom niederdeutschen Stamm der Sachsen ab, sondern sind hauptsächlich Nachfahren eingewanderter Thüringer (im sächsischen Vogtland überwiegend Franken) und germanisierter Slawen (Sorben, Milzener, Lusizer und Daleminzer). Thüringische Siedler haben einst die Slawen-Gebiete östlich von Saale und Elbe kolonialisiert und ihren Dialekt auch hierher getragen, so dass die dort gesprochene obersächsische und schlesische Mundart als Form der thüringischen erscheint. Als "Thüringer Mark" (Kolonie) und später als "Wettinische Lande" begann das Werden Sachsens. Nur der Name "Sachsen" (nicht die Bevölkerung) wanderte vom ursprünglichen nord-westdeutschem Raum über Markgrafen und Herzogstitel langsam in die Mark Meißen (und auch nach Thüringen). Die Kreiseinteilung des Reiches von 1512 durch Kaiser Maximilian I. gab dem Land den Namen "Obersächsischerer Kreis". Die Bewohner ignorierten aber beharrlich das "Ober" und so übertrug sich der Name Sachsen auf diese Region (nur ihren Dialekt nennt man heute noch "obersächsisch"), während die echten Sachsen Norddeutschlands sich seither nur noch "Niedersachsen" nennen. Ca. 30 000 Wenden (Sorben - Nichtgermanisierte Slawen) leben im Bereich Bautzen.

thüringisch-obersächsischer Sprachraum

thüringisch-obersächsischer Sprachraum

Bevölkerungsdichte: 300/km²

Gerichtsbezirke: Zum Bezirk des Königlichen Oberlandesgerichts in Dresden gehören 7 Landgerichte und 111 Amtsgerichte:

Oberlandesgericht Dresden

Leipzig ist der Sitz des Reichsgerichtes, des höchsten Gerichtshofes des Deutschen Reichs.

Kronprinz Georg von Sachsen, 1905
Zinnwald, Landesgrenze zu Böhmen (Österreich-Ungarn)
Kronprinz Georg von Sachsen, 1905 Zinnwald, Landesgrenze zu Böhmen (Österreich)

 

Religion: Über die evangelische Kirche üben, solange der König sich zur katholischen Kirche bekennt, die landesherrliche Kirchengewalt die in evangelikal beauftragten Staatsminister. Höchste Kirchenbehörde ist das durch das Kirchengesetz vom 15. April 1873 errichtete evangelische Landeskonsistorium zu Dresden; die Konsistorialbehörde für die Oberlausitz bildet die Kreishauptmannschaft zu Bautzen, für die Schönburgschen Herrschaften das Gesamtkonsistorium zu Glauchau. Gemäß der Kirchenordnung von 1868 steht die Vertretung der lutherischen Kirche einer aus 35 Laien und 29 Geistlichen zusammengesetzten Synode zu. Für die reformierte Kirche, welche zwei Parochien hat, bestehen die reformierten Konsistorien zu Dresden und Leipzig. Die römisch-katholische Kirche hat in den drei Bezirken Dresden, Leipzig und Zwickau (Erblanden) als oberste Behörde das apostolische Vikariat zu Dresden, dem das katholische Konsistorium zu Dresden untergeordnet ist. In der Lausitz ist nach dem Traditionsrezeß vom 30. Mai 1635 das Domstift St. Petri zu Bautzen nebst dem domstiftlichen Konsistorium die geistliche Behörde. Nur in der Lausitz bestehen noch zwei Nonnenklöster (zu Marienstern und Marienthal); neue Klöster dürfen nicht errichtet, auch darf kein religiöser Orden aufgenommen werden. Für die deutsch-katholischen Glaubensgenossen, deren Rechtsverhältnisse durch Gesetz vom 2. November 1848 festgestellt sind, besteht nach Gesetz vom 21. Februar 1849 als Mittelbehörde der Kirchenvorstand zu Dresden. Die griechische Kirche hat eine Parochie (Leipzig) mit Kapelle und einem Geistlichen. Der israelitische Kultus hat 2 Synagogen (Dresden und Leipzig) und 2 Rabbiner.

1871
1885
1905
  • 2.493.556 Evangelisch
  •      53.642 Römisch-katholisch
  •        4.893 sonstige Christen
  •        3.357 Juden
  •           796 Sonstige
  • 3.064.564 Lutheraner
  •       86.952 Römisch-katholisch
  •         2.539 Apostolisch-katholisch
  •       10.193 Reformierte
  •         2.155 Deutschkatholiken
  •         7.755 Israeliten
  • 4.233.469 Lutheraner
  •    218.033 Römisch-katholisch
  •        7.056  Apostolisch-katholisch
  •      15.126 Reformierte
  •      19.697 andere Christen
  •      14.697 Israeliten
  •           523 Sonstige

 

Militär - Angaben 1881: Das Königreich bildet den Ersatz- und Garnisonsbezirk des XII. Armeekorps. Dieses ist teilweise zum XV. Armeekorps abkommandiert: Infanterie 105 nach Straßburg und die Fuß-Artillerie 12. nach Metz.

Mit Gott für König...
Dresden, Ablösung der Wache im Schloßhofe zu Dresden, II. Grenadierregiment Nr. 101
Oschatz - 1. Ulanen-Regiment Nr. 17
Mit Gott für König... Dresden, Ablösung der Wache im Schlosshofe zu Dresden, II. Grenadierregiment Nr. 101 Oschatz - 1. Ulanen-Regiment Nr. 17

 

Wirtschaft: Das Königreich Sachsen ist eins der Hauptindustrieländer der Erde, hat einen bedeutenden Bergbau und zugleich eine hoch entwickelte Landwirtschaft. Eine zeitgenösische Weisheit besagt: "Was in Chemnitz erarbeitet wird, wird in Leipzig gehandelt und in Dresden verprasst."

  • Landwirtschaft am fruchtbarsten ist das Viereck Dresden-Meißen-Leipzig-Altenburg. Nordwestlich von Meißen befindet sich die berühmte 550 km² große "Lommatzscher Pflege". Weinbau im Dresdner Talkessel.
  • Bergbau Kohle (Chemnitzer - Zwickauer und Dresdner Lager und ) und Eisen. Seit 1710 kommen sämtliche silber-, blei- und kupferhaltige Erze des Inlandes, außerdem eine bedeutende Anzahl ausländischer auf den fiskalischen Hüttenwerken bei Freiberg zur Verarbeitung; nur für Zinn besteht im Altenberger Revier eine besondere Schmelzhütte.
  • Industrie - über die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt. Textilerzeugnisse, Maschinen, Bücher, Luxusgegenstände.
  • Handel ist hervorragend. Leipzig als Handelsplatz. Ferner sind Chemnitz, Dresden, Plauen, Zwickau Hauptsitze des Handels. Hoch entwickelt ist die Elbschifffahrt, der Durchgangsverkehr bei Schandau betrug 1907: Elbaufwärts 8175 Schiffe mit 633 644 Tonnen Gütern und Elbabwärts 8875 Schiffe mit 2 800 946 Tonnen Gütern.

 

Königreich Sachsen

Postwesen und Briefmarken

Das Königreich Sachsen besaß bis 31. Dezember 1867 eine eigene Posthoheit. Zum Dienstbereich gehörte auch das Herzogtum Sachsen-Altenburg. Am 1. Januar 1868 übernahm diese der Norddeutschen Bund (Norddeutscher Postbezirk). Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bestimmte u.a. dass die unmittelbare Posthoheit, mit Ausnahme des inneren Verkehrs im Königreich Bayern und im Königreich Württemberg, dem Deutschen Reich zusteht.

bis 1867 1868 - 1871 ab 1871 ab 1875
Königreich Sachsen mit Währung Taler Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Taler Deutsche Reichspost mit Währung Mark
2 Neugroschen 1 Groschen 20 Pfennig
2 Neugroschen 1/2 Groschen 1 Groschen 20 Pfennig

 

 

Königreich Sachsen

Währungen und Münzen

bis 31. Dezember 1874 ab 1. Januar 1875
1 Taler = 30 Neugroschen = 300 Pfennig 1 Mark = 100 Pfennig

Königreich Sachsen - 1 Pfennig, 1859

Georg König von Sachsen - 2 Mark, 1904

Königreich Sachsen - 1 Pfennig, 1859

Georg König von Sachsen - 2 Mark, 1904

Königreich Sachsen - 1 Neugroschen, 1863

Albert König von Sachsen - 10 (Gold) Mark, 1877

Königreich Sachsen - 1 Neugroschen, 1863

Albert König von Sachsen - 10 (Gold) Mark, 1877

Johann König von Sachsen - 1 Taler, 1866

Friedrich August König von Sachsen - 20 (Gold) Mark, 1905

Johann König von Sachsen - 1 Taler, 1866

Friedrich August König von Sachsen - 20 (Gold) Mark, 1905

Sächsische Bank Dresden - 100 Mark 2. Januar 1911 (siehe auch Geldscheine Deutsches Reich)

Sächsische Bank Dresden - 100 Mark 2. Januar 1911 (siehe auch Geldscheine Deutsches Reich)

 

 

Königreich Sachsen

Regenten

Der König kann ohne Zustimmung der Stände weder zugleich Oberhaupt eines andern Staats (Erbanfälle ausgenommen) werden, noch seinen wesentlichen Aufenthalt außer Landes nehmen. Die Krone ist erblich im Mannesstamm des königlich sächsischen Fürstenhauses (Albertinische Linie) nach dem Rechte der Erstgeburt und der agnatischen Linealerbfolge; beim Erlöschen desselben succediert die Ernestinische Linie des Hauses Sachsen In Ermangelung eines successionsfähigen Prinzen geht die Krone auf die weibliche Linie über. Der König wird mit zurückgelegtem 18. Lebensjahr volljährig. Er bezieht eine Zivilliste von 2 940 000 Mark., wozu noch 392 036 Mark Apanagen des königlichen Hauses kommen. Das königliche Haus bekennt sich zur römisch-katholischen Kirche. Das königliche Hausgesetz datiert vom 30. Dezember 1837.

Sächsische Könige 1806 - 1918

regierendes Fürstenhaus: Wettin, Ahnherr Thiadmer († um 920) - Albertinische Linie, Stammvater Herzog Albrecht III. (1443 - 1500)

Regentschaft Name Lebensdaten
1806 - 1827 König Friedrich August I. 23.12.1750 - 05.05.1827
1827 - 1836
König Anton Hochzeit 1787 mit Erzherzogin Maria Theresia Josepha von Österreich (14.01.1767 - 07.11.1827) Tochter des Kaisers Leopold II.
27.12.1755 - 06.06.1836
1836 - 1854
König Friedrich August II. 1. Ehe: Hochzeit 1819 mit Caroline (1801 - 1832), Tochter des Kaisers Franz II.
2. Ehe: Hochzeit 1833 mit Maria Leopoldine (27.01.1805 - 13.09.1877) , Tochter des Königs von Bayern Maximilian I.
18.05.1797 - 09.08.1854
1854 - 1873
König Johann Hochzeit 1822 mit Amalie Auguste, Prinzessin von Bayern (13.11.1801 - 08.11.1877)
 12.12.1801 - 29.10.1873
1873 - 1902
König Albert Hochzeit 1853 mit Carola von Wasa-Holstein-Gottorp (05.08.1833 - 15.12.1907), Tochter des ehemaligen Kronprinzen von Schweden, Prinz Gustav von Wasa
 23.04.1828 - 19.06.1902
1902 - 1904
König Georg Hochzeit 1859 mit Maria Anna von Portugal (21.07.1843 - 05.02.1884), Tochter des portugiesischen Königs Ferdinand II.
 08.08.1832 - 15.10.1904
1904 - 1918
König Friedrich August III. Hochzeit 1892 mit Luise Antoinette Marie von Österreich-Toskana (02.09.1870 - 18.03.1947) - Scheidung 1903
 25.05.1865 - 18.02.1932

 

König Johann von Sachsen

König Johann von Sachsen

König Albert von Sachsen König Albert von Sachsen - 1866 Zur Erinnerung an die Huldigung König Georgs 1903 in Dresden König Friedrich August - Zur Erinnerung an die Einweihung des neuen Rathauses in Leipzig am 7. Oktober 1905
König Albert von Sachsen, 1873 - 1898, 25 jährige Regierungsjubiläum König Albert von Sachsen - 1866 Befehlshaber der mit Österreich verbündeten sächsischen Armee, nach dem Frieden das XII. norddeutsche Armeekorps, das er im Kriege gegen Frankreich ruhmreich führte; General - Feldmarschall und General-Inspektor, bis er 1873 seinem Vater Johann auf dem Thron folgte Zur Erinnerung an die Huldigung König Georgs 1903 in Dresden König Friedrich August - Zur Erinnerung an die Einweihung des neuen Rathauses in Leipzig am 7. Oktober 1905
König Friedrich III. von Sachsen im Kreise seiner Familie Prinzessinnen von Sachsen (Alix, Margarete, Anna) König Friedrich August und Kronprinz Georg von Sachsen Der König (Friedrich III.) im Kreise seiner Kinder
König Friedrich III. von Sachsen im Kreise seiner Familie Prinzessinnen von Sachsen (Alix, Margarete, Anna) König Friedrich August und Kronprinz Georg von Sachsen Der König (Friedrich III.) im Kreise seiner Kinder

 

 

Königreich Sachsen

Organisation der Verwaltungsbehörden

Die oberste Verwaltung des Landes gliedert sich (1910) in die 6 Ministerien:

Die oberste Staatsbehörde ist das Gesamtministerium. Diesem unmittelbar untergeordnet sind das Oberverwaltungsgericht, die Oberrechnungskammer und das Hauptstaatsarchiv.

Vorsitzende des Ministeriums

Amtszeit

Name

Lebensdaten
14.05.1813 - 13.09.1830 Detlev Graf von Einsiedel 1773 - 1861
13.09.1830 - 9/1843 Dr. Bernhard August von Lindenau 1779 - 1854
9/1843 - 13.03.1848 Julius Traugott Jakob von Könneritz 1792 - 1866
16.03.1848 - 24.02.1849 Dr. Alexander Karl Hermann Braun 1807 - 1868
24.02.1849 -  02.05.1849 Dr. Gustav Friedrich Held 1804 - 1857
02.05.1849 - 28.10.1858 Dr. Ferdinand Zschinsky (ab 1856 von Zschinsky) 1797 - 1858
28.10.1858 - 15.08.1866 Friedrich Ferdinand Freiherr von Beust 1809 - 1886
10/1866 -  01.10.1871 Dr. Johann Paul Freiherr von Falkenstein 1801 - 1882
01.10.1871 -  01.11.1876 Richard Reichsfreiherr von Friesen 1808 - 1884
01.11.1876 - 25.03.1891 Georg Friedrich Alfred von Fabrice (ab 1884 Graf) 1818 - 1891
25.03.1891 - 23.12.1891 Prof. Dr. Karl Friedrich Wilhelm von Gerber 1823 - 1891
23.12.1891 - 12.02.1895 Julius Hans von Tümmel 1824 - 1895
12.02.1895 - 15.06.1901 Dr. Heinrich Rudolf Schurig 1835 - 1901
15.06.1901 - 10.02.1902 Karl Georg Levin von Metzsch-Reichenbach (provisorisch) 1836 - 1927
10.02.1902 - 30.04.1906 Karl Georg Levin von Metzsch-Reichenbach s.o.
30.04.1906 -  01.12.1910 Dr. Conrad Wilhelm von Rüger 1837 - 1916
01.12.1910 - 26.07.1912 Dr. Viktor Alexander von Otto 1852 - 1912
26.07.1912 - 21.05.1914 Max Clemens Lothar von Hausen 1846 - 1922
21.05.1914 - 26.10.1918 Dr. Heinrich Gustav Beck 1857 - 1933
26.10.1918 - 13.11.1918 Dr. Karl Rudolf Heinze 1865 - 1928

 

Dresden - Zeppelin, Linie Friedrichshafen - Dresden - Memel
Leipzig in der Zukunft
Dresden - Zeppelin, Linie Friedrichshafen - Dresden - Memel Leipzig in der Zukunft

 

Königreich Sachsen

Administrative Gliederung

Das Königreich Sachsen gliedert sich in 5 Kreishauptmannschaften, hat 3177 Gemeinden, darunter 9 Mittelstädte (20 000 - 100 000 Einwohner) und 4 Großstädte über 100 000 Einwohner (Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen). Das Land hat im Jahr 1885 143 Städte und 3118 Landgemeinden (920 Rittergüter).

(Petzolds "Gemeinde- und Ortslexikon des Deutschen Reiches" 1911)

1. Kreishauptmannschaft Dresden mit einer Fläche von 4 337 km² und 1 216 489 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:
die Stadt Dresden und die Amtshauptmannschaften Dippoldiswalde, Dresden-Altstadt, Dresden-Neustadt, Freiberg, Großenhain, Meißen und Pirna

Dresden - Hauptstrasse - Aufziehen der Wache

Freiberg in Sachsen - Obermarkt

Großenhain/Sachsen - Bürgerhospital

Riesa a. Elbe - Dampfschifflandeplatz

Königstein Elbe

Dresden - Hauptstrasse - Aufziehen der Wache Freiberg in Sachsen - Obermarkt

Großenhain/Sachsen - Bürgerhospital

Riesa a. Elbe - Dampfschifflandeplatz Königstein Elbe

Dresden - Frauenkirche

Meißen - königliche Porzellanmanufaktur

Großenhain - Johannes-Allee

 

Bad Schandau - Sächsische Schweiz

Dresden - Frauenkirche

Meißen - königliche Porzellanmanufaktur

Großenhain - Johannes-Allee   Bad Schandau - Sächsische Schweiz

Dresden - Zigarettenfabrik Yenidze

Pirna - Markt und Rathaus

 

 

Maxen - Panorama

Dresden - Zigarettenfabrik Yenidze

Pirna - Markt und Rathaus     Maxen - Panorama

2. Kreishauptmannschaft Leipzig mit einer Fläche von 3 567 km² und 1 060 632 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:
die Stadt Leipzig und die Amtshauptmannschaften Borna, Döbeln, Grimma, Leipzig, Oschatz und Rochlitz

Leipzig - Neues Theater (1914)

Leipzig - Johannisplatz

Mittweida - Etablissement Europäischer Hof und Stadt Chemnitz

Grimma - Leipziger Strasse

Hubertusburg - Schloss

Leipzig - Neues Theater (1914) Leipzig - Johannisplatz Mittweida - Etablissement Europäischer Hof und Stadt Chemnitz Grimma - Leipziger Strasse Hubertusburg - Schloss

Leipzig - Petersstrasse während der Messe

Döbeln - Körnerplatz

Brandkatastrophe in Mittweida in Sachsen am 18. Januar 1914, nachts ½ 11 Uhr

Grimma - 1908

 
Leipzig - Petersstrasse während der Messe Döbeln - Körnerplatz Brandkatastrophe in Mittweida in Sachsen am 18. Januar 1914, nachts ½ 11 Uhr Grimma - 1908  

Leipzig in der Zukunft

Wurzen - Park

Grimma in Sachsen - Königliches Lehrer-Seminar

Grimma - Kasernen

Tautenhain/Sachsen

Leipzig in der Zukunft Wurzen - Park Grimma in Sachsen - Königliches Lehrer-Seminar Grimma - Kasernen Tautenhain/Sachsen

3. Kreishauptmannschaft Chemnitz mit einer Fläche von 2 071 km² und 792 393 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:
die Stadt Chemnitz und die Amtshauptmannschaften Annaberg, Chemnitz, Flöha, Glauchau, Marienberg und Stollberg (Die Kreishauptmannschaft Chemnitz wurde im Jahr 1900 aus Gebieten der Amtshauptmannschaft Zwickau neu gebildet)

Chemnitz - Königsallee

Chemnitz - Synagoge

Glauchau in Sachsen - Markt

Meerane - Bismarckplatz und Bismarckstrasse

Meerane - Partie am Bahnhof

Chemnitz - Königsallee Chemnitz - Synagoge Glauchau in Sachsen - Markt Meerane - Bismarckplatz und Bismarckstrasse Meerane - Partie am Bahnhof

Chemnitz - Rathaus

Chemnitz - Feuerwache 1911

 

 

Annaberg im sächsischen Erzgebirge - Marktplatz mit Barbara Uttmann-Denkmal

Chemnitz - Rathaus Chemnitz - Feuerwache 1911     Annaberg im sächsischen Erzgebirge - Marktplatz mit Barbara Uttmann-Denkmal

4. Kreishauptmannschaft Zwickau mit einer Fläche von 2 548 km² und 727 529 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:
die Stadt Zwickau, die Stadt Plauen und die Amtshauptmannschaften Auerbach, Oelsnitz, Plauen, Schwarzenberg und Zwickau

Plauen im Vogtland - Blick zur König-Friedrich-August-Brücke

Zwickau - Markt

Reichenbach im Vogtland - Weinholdstrasse - Kriegerdenkmal

Markneukirchen - Schulstrasse

Leubnitz b. Werdau, Wilhelmstraße

Plauen im Vogtland - Blick zur König-Friedrich-August-Brücke Zwickau - Markt Reichenbach im Vogtland - Weinholdstrasse - Kriegerdenkmal Markneukirchen - Schulstrasse Leubnitz b. Werdau, Wilhelmstraße

Plauen i.V. - König Albert-Brücke

Zwickau - Bahnhofstrasse

Crimmitschau i. S. - Markt

Markneukirchen - Aktien-Gesellschaft für Geigenindustrie

 
Plauen i.V. - König Albert-Brücke Zwickau - Bahnhofstrasse

Crimmitschau i. S. - Markt

Markneukirchen - Aktien-Gesellschaft für Geigenindustrie  

Plauen - Bahnhofstrasse

Zwickau - Partie an der Mulde

Werdau in Sachsen - Reichenbacher Straße

Markneukirchen - Schule

 
Plauen - Bahnhofstrasse Zwickau - Partie an der Mulde Werdau in Sachsen - Reichenbacher Straße Markneukirchen - Schule  

5. Kreishauptmannschaft Bautzen mit einer Fläche von 2 470 km² und 405 173 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in:
die Amtshauptmannschaften Bautzen, Kamenz, Löbau und Zittau

Zittau - Bautznerstraße mit Johanneum

Bautzen - Schloss Ortenburg

Kamenz - Pulsnitzer Strasse Herrnhut - Kirche Hochkirch - Totalansicht
Zittau - Bautznerstraße mit Johanneum

Bautzen - Schloss Ortenburg

Kamenz - Pulsnitzer Strasse Herrnhut - Kirche Hochkirch - Totalansicht

Zittau

Bautzen - Wilhelmstrasse

Herrnhut - Blick nach dem Friedhof und Hutberg    
Zittau Bautzen - Wilhelmstrasse Herrnhut - Blick nach dem Friedhof und Hutberg    

 

 

Königreich Sachsen

Nationaldenkmal

 Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

 

Königreich Sachsen

Schiffe der Kaiserlichen Marine

S.M.S. Carola - Kreuzerkorvette S.M.S. Sachsen - Panzerkorvette S.M.S. Sachsen - Linienschiff
S.M.S. Dresden (I) - Kleiner Kreuzer S.M.S. Dresden (II) - Kleiner Kreuzer S.M.S. Leipzig - Kreuzerfregatte
S.M.S. Leipzig (I) - Kleiner Kreuzer S.M.S. Leipzig (II) - Kleiner Kreuzer

S.M.S. Wettin - Linienschiff

 

Königreich Sachsen

Hymnen

Sachsenlied: "Den König segne Gott"

"Den König segne Gott"

König Albert und Königin Carola von Sachsen

 

Den König segne Gott

1815

Melodie von "God save the King": Henry Carey (1663-1747)

Den König segne Gott,
den er zum Heil uns gab,
ihn segne Gott!
Ihn schmücke Ruhm und Ehr,
ihn flieh der Schmeichler Heer!
Weisheit steh' um ihn her,
ihn segne Gott!
Gib ihm gut Regiment,
dem Land Fried' und Ruh',
den Waffen Sieg!
Er ist gerecht und gut,
in allem, was er tut,
schont seiner Sachsen Blut,
ihn segne Gott!
Wie Kinder liebt er uns,
als Vater seines Volks,
er unsre Lust.
Wir sollen glücklich sein.
Von uns geliebt zu sein,
kann nur sein Herz erfreun,
ihn segne Gott!
Auf, bied're Sachsen,schwört,
dem König treu und fromm,
und gut zu sein.
Eintracht sei unser Band!
Dies schwöret Hand in Hand!
Dann singt das ganze Land,
ihn segne Gott!

 


Sächsisches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert
1. Das schönste Land auf Deutschlands Aun
Ist wohl mein Sachsenland;
Wie herrlich ist es anzuschaun,
Beschirmt von Gottes Hand!

Drum lieb’ ich dich, mein Sachsenland,
Du edle Perl im deutschen Kranz;
Glückauf! Glückauf! Glückauf mein Sachsenland!

2. In Freiberg wächst das Silber,
In Meißen wächst der Wein,
Im Gebirg gibts schöne Mädchen
Ein Sachse möcht ich sein.

Drum lieb’ ich dich, mein Sachsenland,
Du edle Perl im deutschen Kranz;
Glückauf! Glückauf! Glückauf mein Sachsenland!

3. Der Bürger und der Bauersmann
Sie ehren den Soldat,
Sie schaun einander freundlich an
Und reichen sich die Hand.

Drum lieb’ ich dich, mein Sachsenland,
Du edle Perl im deutschen Kranz;
Glückauf! Glückauf! Glückauf mein Sachsenland!

Nach diesem Lied entstand die Hymne des Großherzogtums Baden: "Das schönste Land in Deutschlands Gaun, Das ist mein Badner Land."



Gott segne Sachsenland (1815)

Text: Siegfried August Mahlmann (1771-1826)

Melodie von "God save the King": Henry Carey (1663-1747)

Gott segne Sachsenland,
wo fest die Treue stand
in Sturm und Nacht!
Ew'ge Gerechtigkeit,
hoch überm Meer der Zeit,
die jedem Sturm gebeut,
schütz uns mit Macht!
Blühe, du Rautenkranz,
in schöner Tage Glanz
freudig empor!
Heil, frommer Vater dir,
heil gute Mutter dir.
Euch, teure, segnen wir
liebend im Chor!
Was treue Herzen flehn,
steigt zu des Himmels Höh'n
aus Nacht zum Licht.
Der unsre Liebe sah,
der unsre Tränen sah,
er ist uns hilfreich nah,
verläßt uns nicht.
Gott segne Sachsenland,
wo fest die Treue stand
in Sturm und Nacht!
Ew'ge Gerechtigkeit,
hoch überm Meer der Zeit,
die jedem Sturm gebeut,
schütz uns mit Macht!

Sachsenhymne

Text: Maximilian Hallbauer

Melodie: Julius Otto

1890

1. Gott sei mit dir mein Sachsenland,
blüh' frei und fröhlich fort!
Ein frommes Herz und fleiß'ge Hand!
das sei mein Losungswort!
Hell leuchte deiner Tugend Glanz,
du edle Perl' im deutschen Kranz.
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf, mein Sachsenland
2. Wohl bist an Schätzen reich du nichts,
bist klein und eng umgrenzt,
doch deine Kraft, die ist das Licht,
das Hütt' und Thron umglänzt,
Laut töne deiner Weisheit Ruhm,
du Säul' im deutschen Heiligtum.
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf, mein Sachsenland
3. In Sturm und Not auch lock're nicht
das alte heil'ge Band
das deutscher Sinn für Rechts und Pflicht
um Volk und Herrscher wand!
Gesund sein Stamm und Krone dein,
du starker Baum im deutschen Hain
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf,
Glück auf, Glück auf, mein Sachsenland

 

Sachsen nach 1918

Briefmarke Deutsches Reich von 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Sachsens Sachsen 1919 - 1945 Bundesland Sachsen, 1946 - Deutsche Post
Briefmarke Deutsches Reich 1926 aus der Serie Deutsche Nothilfe Wappenzeichnungen, das Wappen Sachsens Sachsen 1919 - 1945 Deutsche Post, Bundesland Sachsen, 1946

 

1918 Bereits am 10. November 1918 übernahmen Arbeiter- und Soldatenräte die Macht und riefen die Republik (deutsch: Freistaat) Sachsen aus.
Am 13. November 1918 verzichtet König Friedrich August III., mit den Worten "Macht euren Dreck alleene!",  auf den Thron. Als er auf dem Bahnhof von einer Menschenmenge umjubelt wird, soll er gesagt haben: "Scheene Demokraten seid ihr".
1923 Kommunistischer Umsturzversuch, es kommt zur Reichsexekution gegen Sachsen auf Grund Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung.
1945 Am 13. und 14. Februar 1945 wurde die sächsische Hauptstadt Dresden von 1300 britischen und amerikanischen Flugzeugen in Schutt und Asche gelegt. Die offizielle Lazarettstadt, voll gestopft mit einer halben Million Flüchtlingen vorwiegend aus Schlesien, hatte keinerlei militärische Bedeutung und besaß keine nennenswerte Luftabwehr. Sachsen verliert ein kleines Gebiet östlichen der Neiße an Polen. Die westlich der Neiße gelegenen Teile der Provinz Schlesien (u.a. der westliche Stadtteil von Görlitz) wurden Sachsen angegliedert. Die sowjetische Militärverwaltung richtete wieder eine sächsische Landesverwaltung ein.
1947 Sachsen erhält seine dritte Landesverfassung.
1949 Sachsen ist ein Land der Deutschen Demokratischen Republik.
1952 Auf Beschluss der Volkskammer mussten die Länder eine Neugliederung ihrer Gebiete in Bezirke und Kreise vorzunehmen. "Das noch vom kaiserlichen Deutschland stammende System der administrativen Gliederung in Länder mit eigenen Landesregierungen sowie in große Kreise gewährleistet nicht die Lösung der neuen Aufgaben unseres Staates." (Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Länder in der Deutschen Demokratischen Republik" vom 23. Juli 1952). Die Länderkammer existiert bis 1956 weiter. Sachsen wird in die Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) aufgeteilt.
1982 1982 finden die ersten Friedensgebete in der Leipziger Nicolai-Kirche statt, sie münden 1989 in den Leipziger Montagsdemonstrationen.
1990 Am 3. Oktober 1990, dem Tag des Vollzugs der Wiedervereinigung Deutschlands, wurde auf der Albrechtsburg in Meißen Sachsens als "Freistaat Sachsen" neu gegründet. Die brandenburgischen Kreise Hoyerswerda, Weißwasser, Senftenberg und Liebenwerda schließen sich Sachsen an. Die ehemaligen Kreise Altenburg und Schmölln des Bezirkes Leipzig schließen sich wieder dem Freistaat Thüringen an. Zum ersten Ministerpräsidenten des Freistaats wurde Prof. Dr. Kurt Biedenkopf (CDU) gewählt.
1992 Sachsen erhält seine vierte Landesverfassung.

 

Der Freistaat Sachsen aktuell:

Der heutige Freistaat Sachsen mit der Landeshauptstadt Dresden besteht aus

Freistaat Sachsen

Freistaat Sachsen

Landeshauptstadt Dresden

18.413,30 km²

4.384.000 Einwohner

 

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