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Landeshauptstadt Sarajevo

Fahne - Landesfarben Bosnien-Herzegowina
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| Bosnien-Herzegowina - Lage in der Donaumonarchie | Wappen Bosnien-Herzegowina | Bosnien-Herzegowina - Karte 1914 |
Bosnien-Herzegowina und Sandschak Novibazar
Geschichte
Der Artikel 25 des Berliner Friedens (Berliner Kongress) vom 13. Juli 1878 bestimmte : "Die Provinzen Bosnien und Herzegowina werden von Österreich-Ungarn besetzt und verwaltet werden. Da die österreichisch-ungarische Regierung nicht den Wunsch hegt, die Verwaltung des Sandschaks von Novibazar zu übernehmen, welches sich zwischen Serbien und Montenegro in südöstlicher Richtung bis jenseits Mitrovitza erstreckt, so wird die ottomanische Verwaltung daselbst fortgeführt werden. Um jedoch sowohl den Bestand der neuen politischen Ordnung, als auch die Freiheit und die Sicherheit der Verkehrswege zu wahren, behält sich Österreich-Ungarn das Recht vor, im ganzen Umfang dieses Teils des alten Vilajets von Bosnien Garnisonen zu halten und Militär- und Handelsstraßen zu besitzen"
Die staatsrechtliche Stellung Bosniens beruht auf den Bestimmungen des Berliner Kongresses 1878. Demgemäß übernahm Österreich-Ungarn die Administration und Okkupation der türkischen Provinzen Bosnien und Herzegowina und erhielt das Recht, auch das unter türkischer Verwaltung bleibende Sandschak von Novibazar militärisch zu besetzen. Die zu Konstantinopel 21. April 1879 zwischen der Türkei und Österreich-Ungarn abgeschlossene Konvention erkennt ausdrücklich an, dass die Souveränitätsrechte des Sultans durch die Tatsache der Okkupation in keiner Weise berührt werden, sichert namentlich den Mohammedanern die Religionsfreiheit zu, bestimmt, dass die Einkünfte beider Länder nur zu deren Nutzen verwendet werden sollen, und räumt den türkischen Münzen auch fernerhin das Zirkulationsrecht ein. Der Einmarsch der österreichisch-ungarischen Truppen in Bosnien begann am 29. Juli 1878 und wurde unter blutigen Kämpfen durchgeführt. Im Sandschak Novibazar wurden die Punkte Priboj, Prjepolje und Bjelopolje ebenfalls besetzt. 1908 erfolgte die Annexionserklärung durch Österreich-Ungarn. Am 28. Juni 1914 ermordeten serbische Nationalisten in Sarajevo den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und lösten damit den Ersten Weltkrieg aus.
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Sarajevo - Begova Moschee
Größe: Das Gebiet von Bosnien und Herzegowina ist 52 102 km², das von Novibazar 8382 km² groß.
Klima: Das Klima ist nur in der Herzegowina zum Teil südlich-heiß, in Bosnien jedoch, wo die höchsten Bergspitzen das ganze Jahr hindurch mit Schnee bedeckt sind herrscht im Sommer eine milde Temperatur. In den höheren Waldgebirgen herrscht zumeist eine feuchte, sehr gemäßigte Luft; dagegen ist es aber auch im Winter sehr kalt. An einigen Orten, wie auf der Hochebene von Kupresch, der Wasserscheide zwischen der Donau und dem Adriatischen Meer, bei Duvno und Liwno, wütet die Bora (sturmartiger Nordostwind) wie auf dem Karstgebirge und wird nicht selten den Schafherden und Wanderern gefährlich. Die Krajina und die Save-Ebene sind milder als das benachbarte Kroatien.
Einwohner:
Der Nationalität nach sind die Bewohner überwiegend Südslawen und gehören dem serbo-kroatischen Stamm an. Sie nennen sich, im Unterschied zu den eigentlichen Serben, Bosniaken, dagegen nennt man die Bewohner Rasciens Raizen, die der Herzegowina Herzegowinaer. Außer ihnen gibt es noch 5729 sogenannte Spaniolen, aus Spanien eingewanderte Einwohner. Der Rest besteht aus Juden, sesshaften Zigeunern (Mohammedanern, welche das Schmiedehandwerk betreiben) und nicht ansässigen Fremden. Zu letzteren gehören zahlreiche Arbeiter, Beczari ("Junggesellen") genannt, die aus Albanien und Bulgarien jeden Sommer hierher kommen, Arbeit suchen und im Winter in ihre Heimat zurückkehren, ferner viele Flüchtlinge und die sogen. Zeltbewohner (Czergassi), bestehend teils aus Walachen (die herumwandernd Holzwaren schnitzen oder als Hirten auf den Gebirgen umherziehen), teils aus nomadisierenden, bettelnden und kesselflickenden Zigeunern (Cigani). Eigentliche Osmanen gibt es nur vereinzelt, in den größeren Städten; ebenso sind die Albaner nur vereinzelt in Novibazar zu finden. Die Sprache ist in ganz Bosnien das Serbische und hat sich insbesondere auf dem Land ganz rein, voll und schön erhalten. Das Türkische hat sich trotz der langen Herrschaft der Osmanen in Bosnien nirgends eingebürgert. (Meyers Konversationslexikon 1880)
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Bosnien - Türkenviertel-Idylle
In politischer Beziehung wurde Bosnien und Herzegowina (mit der gemeinsamen Hauptstadt Sarajevo in 6 Kreise und 47 Bezirke eingeteilt.
Am 16. Juni 1879 fand eine Volkszählung statt, welche 1 142 147 Einwohner fand und zwar in den Kreisen
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Bäuerinnen am Heimwege
Bei derselben Zählung hatten die größeren Städte folgende Einwohner:
Religion: Die Religion unterscheidet die Bewohner Bosniens in Christen, Mohammedaner (korrekte Bezeichnung: Moslems) und Juden.
1879 zählte man:
Die Mohammedaner (korrekte Bezeichnung: Moslems) sind meist Bosnier, die einst, um ihre Güter zu behaupten, zum Islam übertraten, seitdem die ärgsten Feinde des Christentums sind und meist in den Städten wohnen, wo sie Handwerk und Handel treiben. Die Christen leben in den Dörfern als Landbauer, namentlich im Norden von Novi bis Bjelina, dann längs der Grenze Dalmatiens und der Herzegowina. Die griechischen Katholiken unterstehen dem Patriarchen von Konstantinopel und haben einen Metropoliten in Sarajewo und zwei Bischöfe in Mostar und Izvornik. Die römischen Katholiken bilden drei apostolische Vikariate und unterstehen dem Bischof von Ragusa (Dubrovnik).
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"Mostar - Römerbrücke" (zeitgenössische Bezeichnung)
(Die "Alte Brücke" wurde 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut.)
Wirtschaft:
Die hauptsächlichste Nahrungsquelle der Bevölkerung ist die Viehzucht, deren Produkte (Hornvieh, Schweine, Häute) ausgeführt werden. Starke Ausfuhr von Rauchwaren; etwas Wolle.
Bodenkultur: Ackerland Bosnien 203 Quadratmeilen, Herzegowina 43 Quadratmeilen, Weiden Bosnien 120, Herzegowina 46; Wald Bosnien 395, Herzegowina 48; unfruchtbarer Boden Bosnien 33, Herzegowina 103 Quadratmeilen. Die Getreideproduktion soll jährlich in Bosnien 5 Millionen Zentner, in der Herzegowina 800 000 Zentner betragen. Bosnien erzeugt jährlich 600 000 Zentner Pflaumen und 2000 Zentner Tabak, die Herzegowina 6000 Zentner Tabak und 2000 Zentner Reis. (Alle Angaben aus dem Jahr 1878)
Am 1. Januar 1880 wurden die Provinzen in das österreichisch-ungarische Zollgebiet eingeschlossen.
Eisenbahnen im Betrieb: Banjaluka-Novi 102 Kilometer und Brod-Scheptsche-Zenitza (Bosnathalbahn mit dem Ziel Sarajewo).
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Sarajevo, Appelquai, + Attentatsort vom 28. Juni 1914 Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich
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Festnahme der Attentäter von Sarajevo 1914
1918 wurde Bosnien-Herzegowina Bestandteil des neu geschaffenen Königreich Jugoslawien.
(
Bezeichnungen, Namen und Angaben nach Meyers Konversationslexikon 1880!)

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