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Landeshauptstadt Zara (Zadar)

Fahne - Landesfarben Königreich Dalmatien
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| Königreich Dalmatien - Lage in der Donaumonarchie | Wappen Königreich Dalmatien | Königreich Dalmatien - Karte 1914 |
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Zara - Riva Nuova
Das Königreich Dalmatien ist das südlichste
Kronland
Österreichs und umfasst
ein gegen Südosten immer schmäler werdendes Küstengebiet (390 km
lang, 2–70 km breit) an der Ostseite des Adriatischen Meeres, das
zwischen 44°25'–42°6' nördliche Breite und zwischen 15°6' bis 19°5'
östliche Länge liegt, im Norden von
Kroatien, im Osten von
Bosnien, der Herzegowina
und Montenegro, im Süden und Westen vom Meer begrenzt wird und durch
die bis zur Meeresküste reichenden herzegowinischen Landstriche
Klek und Sutorina in drei Teile getrennt wird. Außerdem umfasst
Dalmatien 20 größere Inseln nebst zahlreichen kleinen Felseneilanden
(Scoglien) und hat zusammen einen Flächeninhalt von 12.835 km² (233
Quadratmeilen).
Dalmatien bildet im allgemeinen ein Karstplateau
mit zahlreichen von Nordwest nach Südost verlaufenden Gebirgsketten
(Karst). Der Hochkette des Velebit an der kroatischen Grenze (Vakanski
Vrh 1758 m), den eine Kunststraße (in 1008 m Höhe) überschreitet,
folgt nach dem Einschnitte der Zermanja die Kette der Dinarischen
Alpen (Troglav, 1913 m). Parallel mit dem Grenzgebirge zieht die
kahle Küstenkette hin, deren höchste Gipfel Kozjak (780 m), Mosor
(1339 m) und Biokovo (1762 m) sind. Zwischen den Dinarischen Alpen
und der Küstenkette erheben sich mehrere isolierte Berge und Bergketten,
darunter der Monte Promina (1155 m) und die Svilaja (1509 m). Die
höchsten Erhebungen finden sich in dem wilden Berglande von Cattaro
(Orjen 1898 m). Von den Inseln zeigen nur die größeren südlichen
bedeutendere Höhen (San Vito auf Brazza 778 m). Größere Flüsse besitzt
Dalmatien nicht; die bedeutendsten sind die Zermanja, die Kerka
mit der Cikola, die Cetina und die Narenta; die letztere gehört
aber nur mit ihrem untersten Laufe dem Land an. Alle sind tief eingeschnitten;
die Kerka und Cetina bilden Wasserfälle. Außer dem salzigen Vranasee
(29 qkm) besitzt Dalmatien periodisch trockne Becken, die das Regenwasser
füllt; Sumpfstrecken gibt es fast an jedem Fluss, die ausgedehntesten
im Delta der Narenta. Das Adriatische Meer bespült in einer Länge
von 560 km die Küste von Dalmatien. Durch die vielen Vorgebirge,
Halbinseln und Landengen werden eine Menge Meerengen und Buchten
gebildet, welche die Schifffahrt bei der Steilheit der Küste sehr
erleichtern. Längs der Küste zieht eine schwache Strömung von Südosten
nach Nordwesten; Ebbe und Flut machen sich wenig bemerkbar. Von
den Inseln sind die bedeutendsten (von Norden nach Süden): Arbe,
Pago, Brazza (die größte und bevölkerungsreichste Insel), Lesina,
Lissa, Curzola, Lagosta und Meleda. Im allgemeinen hat Dalmatien,
besonders das Küstenland, das wärmste Klima aller
österreichischen Länder, obschon es
durch die Seeluft bedeutend gemildert wird. Die mittlere Jahrestemperatur
beträgt in Zara 14,9°C, in
Ragusa 17,1°C; die mittlere Regenmenge
stellt sich auf 70–80 cm. Schnee fällt selten. Der Südost (Schirokko)
ist der vorherrschende Wind, seltener weht der Nordwest (Mistral)
und der Nordost (Bora). Gewitter sind häufig, über 40 im Jahresdurchschnitt.
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| Zara (Zadar) - Piazza dell erbe | Zara (Zadar) - Contadine dei dintorni | Zara - Zadar |
Geschichte
Dalmatien bildete in vorchristlicher Zeit einen Teil Illyriens und umfasste das Gebiet zwischen der Adria, dem Fluss Titius (Kerka) und dem Bebischen Gebirge, in dem die Hauptfestung Delminium (Dl'm'no, Dumno, jetzt Županjac bei Duvno in der Herzegowina) hieß. Nach dem Krieg der Römer gegen die Illyrier (229 v. Chr.) und infolge fortschreitender Versuche der ersteren die dalmatinische Küste zu kolonisieren, erhoben sich die binnenländischen Dalmatier, wurden aber 156 v. Chr. besiegt. Die Kämpfe flammten jedoch immer wieder auf, und kaum hatte Octavian die vollständige Eroberung Dalmatiens durchgeführt, als schon im Jahr 6 n. Chr. der große Aufstand der Dalmatier und Pannonier ausbrach, nach dessen Bewältigung erst die Provinz Illyricum, zu der auch Dalmatien gehörte, eingerichtet wurde. Die großartige und glänzende Kultur, die sich hier in der römischen Kaiserzeit entwickelte, fiel dann mit dem Auftreten der Goten und dem Vordringen der Hunnen in Trümmer. Seit der Teilung des Römischen Reiches bildete Dalmatien Jahrhunderte hindurch einen Zankapfel zwischen Ost- und Westrom. Nach den verheerenden Avaren- und Slaweneinfällen im 6. Jahrhundert besiedelten es im 7. Kroaten im Norden, Serben im Süden, während die einheimische Bevölkerung auf einige Küstenstädte zurückgedrängt wurde. Die dalmatinischen Kroaten, die bis ca. 1000 ein eignes Fürstengeschlecht besaßen, gerieten zu Ende des 8. Jahrhundert unter fränkische, sodann unter byzantinische und schließlich unter venezianische Oberhoheit. Nachdem Kaiser Ladislaus I. von Ungarn zunächst das heutige Kroatien und sein Nachfolger Koloman auch Dalmatien sich unterworfen hatte (1100), blieben durch das ganze Mittelalter hindurch die dalmatinischen Küstenstädte ein Gegenstand des Streites zwischen Venedig und Ungarn. Seit 1420 gehörte aber fast das ganze Küstengebiet zu Venedig, außer Narenta und dem autonomen Ragusa (Dubrovnik). Gegen die türkischen Angriffe schützte sich Dalmatien lange Zeit durch Tributleistungen, doch geriet der größte Teil des Binnenlandes im Verlaufe des 16. Jahrhunderts in die Hände der Türken und verblieb es bis zu den Friedensschlüssen von Karlowitz (1699) und Poscharewatz (1718). Von dieser Zeit bis zum Frieden von Campo Formio (1797) gehörte Dalmatien in seinen heutigen Grenzen zu Venedig, worauf es, ebenso wie Venedig, an Österreich fiel. Im Frieden zu Preßburg (1805) trat Österreich das venezianische Gebiet an Napoleon ab, der aus Dalmatien und benachbarten, 1809 abgetretenen Gebieten 1810 die sogenannte illyrischen Provinzen bildete. 1814 fiel Dalmatien an Österreich zurück und wurde 1816 zu einem Königreich erhoben. Die seit 1843 bestehende nationale Bewegung, aus Kroatien, Slawonien und Dalmatien ein einheitliches südslawisches "dreieiniges" Königreich zu bilden, führte wiederholt zu Demonstrationen und Unruhen (so 1869 anlässlich der allgemeinen Landwehrrekrutierung), scheiterte aber bisher stets an dem Widerstande der Italiener und der österreichischen Verfassung von 1867, nach der Dalmatien mit zu den "im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern" gehört. Zum Königreich Dalmatien ist 1875 infolge der Errichtung eines Leuchtfeuers die unbewohnte kleine Inselgruppe Pelagosa und infolge des Berliner Vertrages vom 13. Juli 1878 die bisher zur türkisch Albanien gehörende Gemeinde Spizza mit 1650 Einwohnern hinzugekommen.
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| Ragusa (Dubrovnik) - Gundulic-Platz | Dubrovnik-Ragusa - Arancio nel Chipstro Francescani | Ragusa (Dubrovnik) - Blick vom Fort Lorenzo |
Daten
Größe: 12.835 km² (233 Quadratmeilen)
Einwohner: Dalmatien zählte 1890: 527.426,1900: 593.784 Einwohner, so dass die jährliche Zunahme der Bevölkerung 1891 bis 1900: 1,26 % beträgt und auf 1 km² 46 Einwohner entfallen. Auf 1000 männliche kommen in Dalmatien 963 weibliche Einwohner.
| 1890 | 1900 | 1910 |
| 527.426 | 593.784 | 645.666 |
Gewässer: Die bedeutendsten Flüsse sind die Zermanja, die Kerka mit der Cikola, die Cetina und die Narenta.
Bewohner: Der Nationalität nach sind 96,65 % Serbokroaten und 2,61 % Italiener, letztere vorzugsweise in den Hafenstädten und auf den Inseln ansässig.
Bevölkerungsdichte: 50,3 Einwohner/km² (Volkszählung von 1910)
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| Spalato (Split) - Francuska obala | Spalato (Split) - Molo veneto | Spalato (Split) - Francuska obala |
Religion: In religiöser Beziehung bekennen sich 83,7 % der Bewohner zur katholischen und 16,2 % zur orthodoxen griechischen Kirche. Die römisch-katholische Kirche untersteht einem Erzbischof (zu Zara) und fünf Bischöfen (zu Ragusa, Spalato, Sebenico, Lesina und Cattaro). Die orientalischen Griechen haben zwei Bistümer (zu Zara und Cattaro), die der Metropolie Czernowitz unterstehen.
An Bildungsanstalten bestehen 6 theologische Lehranstalten, 5 Gymnasien, 2 Realschulen, eine Lehrer- und eine Lehrerinnenbildungsanstalt, eine Ackerbau- und 2 nautische Schulen, endlich 367 öffentliche und 20 private Volksschulen. Auf 100 schulpflichtige Kinder kamen 1900: 90 schulbesuchende.
Wirtschaft:
Die Industrie ist in Dalmatien mit Ausnahme der Likörfabrikation (Maraskino, Rosoglio) und der Erzeugung der Flaschen für dieselbe, der Kalk- und Ziegelbrennerei, der Seifenfabrikation, der Ölpressen, der Mühlen, der Fischkonservenerzeugung und des Schiffbaues noch wenig entwickelt. Schifffahrt ist ein Hauptgewerbe der Dalmatiner, die seit Jahrhunderten für die geübtesten Seefahrer im Adriatischen Meer gelten. Die Handelsmarine von Dalmatien umfasste Ende 1900: 7832 Schiffe mit 42.109 Tonnen und einer Bemannung von 19.330 Personen. Der Schiffsverkehr in den 67 dalmatinischen Häfen umfasste 1900 im Einlauf 50.366 handelstätige beladene Schiffe von 7.320.341 Tonnen. Das Land besitzt (1900) 126 km Staatsbahnlinien, 169 Postämter, 110 Telegraphenstationen mit 1745 km Linien, 3 Banken, 2 Sparkassen und 16 Vorschußkassen.
Dalmatien ist das ärmste Kronland. Die Landwirtschaft ist aus Gründen der Bodenbeschaffenheit nur zu 4 % der Landesfläche möglich. Davon entfallen auf den Weinbau Dalmatiens allein 82.272 Hektar mit einer Ernte von 1.056.920 Hektolitern. Der Ölbau (Olivenöl) umfasst im Jahre 1911 = 33.460 Hektar. Er wird auf allen Inseln und längs der ganzen Küste kultiviert.
Das Ackerland nimmt in Dalmatien nur 10,7 % der Oberfläche ein, dagegen die Weiden (darunter freilich viel wüste Strecken) 46,3 %. Die Weingärten bedecken 6,4 %, Gärten und Wiesen 3,7 %, der Wald, der aber großenteils nur Mittel- und Niederwald umfasst, 30 %. Die kargen Erträgnisse des Ackerbaues (1901: 695.000 metrische Zentner Kornfrüchte, hauptsächlich Mais, 22.000 hl Hülsenfrüchte, 192.800 metrische Zentner Kartoffeln) reichen für den Bedarf nicht hin; dagegen bleibt von dem erzeugten, mitunter vorzüglichen Wein (1.155.800 hl) und vom Olivenöl (66.200 metrische Zentner) ein Teil zur Ausfuhr übrig. Vortrefflich gedeihen Weichseln (die den Maraskino liefern), Mandeln, Melonen, Feigen, Granatäpfel; auch wird Tabak (16.700 metrische Zentner) und Chrysanthemum (5100 metrische Zentner) zur Bereitung von Insektenpulver gebaut. Das Grasland liefert 255.500 metrische Zentner Heu und die Wälder 415.000 Festmeter Holz. Die Viehzucht kann sich bei dem Mangel an Futterbau und dem geringen Ertrag des Graslandes nicht heben; man zählte 1900: 26.368 Pferde, 38.506 Esel, Maulesel und Maultiere, 108.216 Rinder, 888.039 Schafe, 187.676 Ziegen, 56.748 Schweine. Die Jagd, die in Dalmatien frei ist, findet besonders an dem zahlreichen Wassergeflügel (namentlich im Narentadelta) einen ergiebigen Ertrag. Bienenzucht (24.413 Stöcke) wird namentlich auf den Inseln betrieben (Honig von Solta). Die Seidenraupenzucht lieferte 1900: 20.000 kg Kokons. Von hoher Bedeutung für Dalmatien ist die Seefischerei. 1901 waren hierbei 8461 Fischer mit 1958 Booten tätig; die Ausbeute (außer Fischen auch Mollusken, Schaltiere und Schwämme) hatte einen Wert von 2.417.000 Kronen. Mineralische Produkte sind 1901: 1.320.955 metrische Zentner Braunkohlen (hauptsächlich am Monte Promina bei Siveric), Kalksteine und Marmor, dann Seesalz (auf den Inseln Arbe und Pago und zu Stagno, 69.653 metrische Zentner.).
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| Šibenik-Sebenico | Šibenik-Sebenico - S.M.S. Monarch |
Politische Verwaltung und Einteilung
Der dalmatinische Landtag umfasst 43 Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen:
Sitz des Landtages und des aus seiner Mitte gewählten Landtagsausschusses ist die Landeshauptstadt Zara; der Vorsitzende des Landtages führt den Titel Präsident und wird vom Kaiser ernannt.
An der Spitze der staatlichen Verwaltung des Landes, die gleichfalls in Zara ihren Sitz hat, steht der k.k. Statthalter, dem alle staatlichen Ämter, außer den Gerichten. in gewissem Sinne unterstehen. Das ganze Land ist verwaltungsmäßig in 14 Bezirkshauptmannschaften eingeteilt, autonome Städte gibt es nicht. Das ganze Land umfasst 86 Ortgemeinden und 876 Ortschaften.
| Politische Bezirke | Gerichtsbezirke | Einwohnerzahl der politischen Bezirke | Dichte |
| Benkovac | Benkovac, Kistanje, Obbrovazzo | 44.097 | 28 |
| Cattaro | Budua, Castelnuova, Cattaro, Perasto | 40.582 | 60 |
| Curzola | Blatta, Curzola, Sabbioncello | 29.908 | 51 |
| Imotski | Imotski | 42.127 | 65 |
| Knin | Druis, Knin | 54.984 | 39 |
| Lesina | Cittavecchia, Lesina, Lissa | 27.050 | 65 |
| Macarasca | Macarasca, Brhgorac | 27.738 | 52 |
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| Cattaro (Kotor) | Lesina (Hvar) | Nevesinje |
| Politische Bezirke | Gerichtsbezirke | Einwohnerzahl der politischen Bezirke | Dichte |
| Metkovic | Metkovic | 15.736 | 41 |
| Ragusa | Ragusa, Ragusavecchia, Stagno | 41.231 | 53 |
| San Pietro | Brazza | 22.969 | 58 |
| Sebenico | Scardona, Sebenico, Stretto | 58.377 | 61 |
| Sinj | Sinj, Vrlika | 57.164 | 43 |
| Spalato | Almissa, Spalato, Trau | 99.596 | 67 |
| Zara | Arbe, Pago, Zara, Zaravecchia | 84.113 | 52 |
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| Ragusa (Dubrovnik) - Stadthafen | Herzegowinerinnen auf der Brenostraße mit Ragusa (Dubrovnik) | Ragusa mit Vorstadt - Dubrovnik sa Pregradjem |
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| Ragusa (Dubrovnik) - Marktplatz | Ragusa (Dubrovnik) - Küste | Sebenico (Sibenik) |
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| Spalato (Split) - Panorama mit Marianberg | Spalato (Split) - Obala | Spalato - Split |

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