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Landeshauptstadt Fiume (Rijeka)

Fahne - Landesfarben Gebiet Fiume
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| Gebiet Fiume - Lage in der Donaumonarchie | Wappen Gebiet Fiume | Fiume mit Gebiet - Karte 1890 |
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Fiume - Via del molo
Geschichte
Die Stadt Fiume war von 1465 bis 1779 österreichisch und bis 1848 ungarisch.
Die Freistadt Fiume (heutiges Rijeka) mit Hafen und Gebiet (3 Dörfer) nimmt staatsrechtlich eine gesonderte Stellung in den Ländern der ungarischen Krone ein. Fiume hat einen eigenen Gouverneur und eine eigene Verwaltung.
Die Bewohner sind meist Italiener und römisch-katholisch.
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Fiume - Stadtansicht
Das rasche Aufblühen der Seestadt Fiume äußert sich auch in dem Entstehen zahlreicher moderner Prachtbauten. Zu diesen gehören unter anderm der kunstvolle Renaissancebau der Società Filarmonica auf dem Korso (mit einem Prunksaal und allegorischen Deckengemälden von Eug. Scomparini) und die stilvollen, palastartigen Privatbauten Pleoch und Cosulich auf der Piazza Zichy. Ein neuer umfangreicher Personenbahnhof ist fertig gestellt. Der von einem 1000 m langen Wellenbrecher geschützte neue Hafen hat ein Kaigebiet von 3000 m mit einem Flächenraum von 36 Hektar. Zur Anlage von Magazinen reihen sich an den alten Molo Adamich am Bahnhofkai drei umfangreiche Hafendämme: der Molo Zichy und Rudolf sowie der Molo Nr. 4, an. Einen Teil dieser großen Hafenanlage bildet der angrenzende neue Petroleumhafen, wogegen der ehemalige Binnenhafen an der Ausmündung des Fiumarakanals, den heutigen Anforderungen entsprechend, gleichfalls umgestaltet wurde. Während in Fiume verschiedene neue Fabriken entstehen, erfreuen sich die älteren großen Fabrikunternehmungen eines steten Aufschwunges. Die Mineralölraffinerie, die ansehnlichste in Europa, welche das ankommende Rohmaterial aus dem Petroleumhafen mittels Pumpwerken in die Raffinerie leitet, verarbeitet täglich über 1000 Fässer. Der Fassungsraum der Fiumaner Petroleumreservoirs beträgt 176.000 Fass Die Reisschäl- und Stärkefabrik bezieht ungeschälten, meist ostindischen Reis in einer jährlichen Menge von 300.000 Zentner und versieht mit der reinen Ware Österreich-Ungarn, Italien, Griechenland und die Türkei; die Reiskleie wird nach England, Holland, Portugal und Frankreich versendet. Der Schiffsverkehr, hauptsächlich Transit- und Exporthandel, steigt fortwährend. Dampfschiffe unterhandeln den Seehandel zumeist mit Westeuropa und Amerika, die Segelschiffe mit Italien. Nach den Häfen des östlichen Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres verkehren die Schiffe des Österreichisch-Ungarischen Lloyd, nach dem Westen seit mehreren Jahren jene der vom Staate subventionierten ungarischen Seeschifffahrtsgesellschaft Adria; die im Entstehen begriffene ungarische Gesellschaft Oriente hingegen soll mit sechs Schiffen die Reiseinfuhr aus Indien, China und Japan vermitteln; überdies besteht in Fiume auch eine englische Gesellschaft, die "Ancor-Line", welche jährlich 18 Fahrten nach New York unternimmt.
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Fiume - Piroscafo Ung. Croate "Pannonia"
Schifffahrtsverkehr im Jahr 1889:
Dampfer und Segelschiffe in Tonnen
Eingelaufen: | Ausgelaufen: |
| mit Last: 1 7631 647 522 578 | mit Last: 2 054 1831 708 917 |
| Leer: 1185 563 292 054 | Leer: 878 382 120 031 |
| Zusammen: 2 948 2210 814 632 | Zusammen: 2932 2213 828 948 |
Der Bestand der ungarischen Handelsmarine beziffert sich 1889 auf 30 Dampfer mit 9908 Tonnen und 218 Segelschiffe mit 47.535 Tonnen. Da im Jahr 1891 der Fiumaner Freihafen gleichzeitig mit jenem von Triest aufgehoben werden wird, hat die ungarische Seebehörde mit Rücksicht auf den bevorstehenden gesteigerten Handelsverkehr für den Bau umfangreicher Lagermagazine gesorgt. Die damaligen Lagerräume in Fiume umfassen eine Bodenfläche von 68.560 m² und hatten einen Laderaum von 6000 Waggons. In den Fiumaner Hafen wurde 1889 ein Verkehr von 1.117.706 Zentnern Waren umgeschlagen. Der Seeverkehr hat sich seit 1880 bedeutend gesteigert.
Von diesem Verkehr, dessen Import und Export sich seit 1880 um 237 Prozent, beziehungsweise 211, 8 Prozent des Wertes gesteigert hat, entfallen auf die Einfuhr und Ausfuhr 44, 1 Prozent beziehungsweise 42, 9 Prozent auf Schiffe österreichisch-ungarischer Flagge und 55, 9 Prozent, beziehungsweise 57, 1 Prozent auf Schiffe fremder Flagge. Überdies beträgt der Landverkehr Fiumes in der Einfuhr 4, 5 Millionen Zentnern im Werte von 34, 5 Millionen Gulden, in der Ausfuhr 1, 5 Millionen Zentnern im Werte von 27, 5 Millionen Gulden. In der Einfuhr sind vor allem Petroleum, Reis, Kaffee die Hauptfaktoren der Fiumaner Exportindustrie, wogegen in der Ausfuhr außer den bereits erwähnten Waren Holz, Weizenmehl, Weizen, Wein etc. die Hauptartikel bilden. Auf Anregung des ungarischen Handelsministeriums wurde eine regelmäßige Schifffahrtslinie nach den süditalienischen Hafenplätzen und Malta und überdies seitens der ungarischen Staatsbahnen eine wöchentliche Dampferfahrt nach Ancona eröffnet, um einerseits den Handel Ungarns mit Italien zu fördern und anderseits dem bisher durch Triest vermittelten Verkehr einen direkten Weg dahin zu ermöglichen.
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| Fiume - Gruß aus Fiume 1898 | Fiume - Molo Adamich | Fiume - Marineakademie | Fiume - Hafenmole |
Gouverneure 1867 - 1918
Amtszeit | Name | Lebensdaten |
| 06.04.1867 - 29.07.1870 | Ede Cseh de Szentkatolna | ? - 1887 |
| 29.07.1870 - 05.12.1872 | József gróf Zichy de Zich et Vásonkeö | 1841 - 1924 |
| 26.02.1873 - 11.11.1883 | Géza gróf Szapáry de Szapár | 1827 - 1898 |
| 01.11.1883 - 06.031892 | Ágost gróf Zichy | 1852 - 1925 |
| 06.03.1892 - 02.10.1896 | Lajos gróf Batthyány de Nemetujvár | 1860 - 1951 |
| 02.10.1896 - 14.07.1897 | Rezsö báró Abele de Lilienberg | 1851 - 1923 |
| 14.07.1897 - 23.111897 | Tibor Gaal de Hatvan | 1861 - 1917 |
| 23.11.1897 - 02.081903 | László gróf Szapáry de Szapár | 1864 - 1939 |
| 02.08.1903 - 10.121903 | Tibor Gaal de Hatvan | 1861 - 1917 |
| 10.12.1903 - 17.021905 | Ervin báró Roszner | 1852 - 1928 |
| 17.02.1905 - 17.10.1905 | Tibor Gaal de Hatvan | 1861 - 1917 |
| 17.10.1905 - 26.12.1905 | Pál gróf Szapáry de Szapár | 1873 - 1917 |
| 26.12.1905 - 24.05.1906 | Tibor Gaal de Hatvan | 1861 - 1917 |
| 04.04.1906 - 29.04.1906 | György gróf Károlyi de Nagykároly | 1871 - 1954 |
| 24.05.1906 - 07.12.1909 | Sándor gróf Nákó de Nagyszentmiklós | 1871 - 1923 |
| 07.12.1909 - 31.07.1917 | István gróf Wickenburg de Capelló | 1859 - 1931 |
| 31.07.1917 - 29.10.1918 | Zoltán Jekelfalussy de Jekel- és Margitfalva | 1862 - 1945 |
12.9.1919 Der italienische Dichter Gabriele d'Annunzio besetzt mit Freischärlern Fiume (Rijeka), das trotz mehrheitlich italienischer Bevölkerung Großserbien zugesprochen worden ist und behauptet sich über ein Jahr als Stadtkommandant.
1920 wurde Fiume ein unabhängiger Freistaat.
1924 Fiume wird italienisch (bis auf den östlichen Stadtteil Susak).
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Grenze zwischen Fiume und Susak (1924)
1945 Rijeka wird Teil Jugoslawiens, seit 1991 ist es Bestandteil Kroatiens.
Fiume (Rijeka)

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