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Landeshauptstadt Klagenfurt

Fahne - Landesfarben Herzogtum Kärnten
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| Herzogtum Kärnten - Lage in der Donaumonarchie | Wappen Herzogtum Kärnten | Herzogtum Kärnten - Karte 1914 |
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Gruß aus Klagenfurt
Kärnten ist Herzogtum und österreichisches Kronland, grenzt nördlich an Salzburg und Steiermark, östlich ebenfalls an Steiermark, südlich an Krain, Görz und Italien (Provinz Udine), westlich an Tirol und hat einen Flächengehalt von 10.327 km² (187,6 Quadratmeilen). Das Land ist größtenteils gebirgig und enthält langgestreckte Täler, die sich nur im mittleren Teile des Landes zu größeren Ebenen erweitern. Das Längstal der Drau scheidet die Gebirge in zwei große Gruppen, das Gebiet der Gneisalpen (im Norden) und das der südlichen Kalkalpen (im Süden). Das erstere Gebiet umfasst im Westen die Hohen Tauern mit den Gruppen des Großglockner (3798 m), des Hochnarr (3258 m), des Ankogel (Hochalmspitze 3355 m) und ihren südlichen Vorlagen (Schobergruppe mit dem Roten Knopf 3296 m und Kreuzeckgruppe mit dem Polinik 2780 m), im Osten die Gurktaler und Lavanttaler Alpen mit den Gruppen der Stangalpen (Eisenhut 2441 m), der Metnitzalpen (Pranker Höhe 2169 m), der Afritzer und Wimitzer Berge (Wöllaner Nock 2139 m), der Saualpe (2081 m) und der Koralpe (2141 m). Zur südlichen Kalkalpenzone gehören die Karnischen Alpen, an der venezianischen Grenze (2782 m), mit der nördlichen Vorkette der Gailtaler Alpen (Reißkofel 2369 m) und an der Krainer Grenze die Karawanken (2239 m, s. d.), an die sich im Südosten die Steiner Alpen (Grintouz 2559 m) anschließen. Fahrbare Übergänge sind in den südlichen Kalkalpen der Pontafelpaß (810 m), der Predil (1162 m), der Loiblpaß (1370 m), der Seeberg (1218 m), in den Tauern der Katschberg (1641 m). Unter den Flüssen ist der bedeutendste die Drau, die von Oberdrauburg bis Unterdrauburg (163 km) das Land durchfließt und zum Flößen benutzt wird. Sie nimmt links die Möll, die Liefer, die Gurk mit der Glan und die Lavant, rechts die Gail auf. Im Südwesten fließt die Fella dem Tagliamento zu. Kärnten enthält mehrere schöne Alpenseen, darunter den Wörther, Millstätter und Ossiacher See. Unter den Mineralquellen sind bemerkenswert die Sauerbrunnen von Vellach (südlich von Eisenkappel), St. Leonhard und Preblau im Lavanttal, das Warmbad bei Villach u. a. Das Klima ist im Norden und Nordwesten ziemlich rau. Unterkärnten (d. h. der östliche und südöstliche Teil) ist milder; am wärmsten ist das Lavanttal, wo selbst feinere Obstsorten gedeihen. Die mittlere Temperatur in Klagenfurt beträgt 7,2°C (in Heiligenblut 4,7°C). Der Niederschlag ist bedeutend (in Klagenfurt 96, in Raibl 218 cm), die mittlere Zahl der Gewitter in Klagenfurt 25. Das Herzogtum Kärnten hat seinen jetzigen Umfang seit der Feststellung der Grenze zu Italien (Venedig) im Jahre 1774.
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| Klagenfurt - Rainerhof - Kaiser-Franz-Josef-Platz | Klagenfurt - Bahnhofstraße mit Spitrahof | Klagenfurt - Paradeisergasse |
Geschichte
Kärntens Name ist dem keltischen Volksstamm der Karner entlehnt. Seit der Zeit des Augustus bildete es einen Teil der Provinz Noricum, war durch zwei Hauptstraßen mit Italien verbunden, von denen die eine über den Plökenpaß (Monte Croce), die andere über den von Pontafella führte. Es hatte ein ausgebildetes Städtewesen, darunter am bedeutendsten Virunum (nicht fern von Klagenfurt), dessen Stelle heute eine 1693 errichtete Kapelle, das "Prunnerkreuz", bezeichnet, und Teurnia (Tiburnia) bei Spittal. Es erfreute sich großen Wohlstandes, bis seit Beginn des 5. Jahrhunderts die Züge germanischer, avarischer und slawischer Völker die alte Kultur vernichteten. Die letzteren, Slowenen oder Winden, siedelten sich hier dauernd an, bildeten als Karantaner einen eignen Stamm, der zum Reiche Samos gehört haben dürfte und nach dessen Zusammenbruch (ca. 660) unter eignen Fürsten lebte. Ihre Christianisierung erfolgte von Bayern aus. Herzog Thassilo begründete 769 zu diesem Zweck an der Grenze Karantaniens das Kloster Innichen. Nach der Vernichtung des bayrischen Herzogtums durch Karl den Großen (788) kam Karantanien unter fränkische Herrschaft. 843 blieb es mit Bayern bei Ludwig dem Deutschen, dessen Sohn Karlmann seinen natürlichen Sohn Arnulf, den späteren Kaiser, zum Herzog von Kärnten machte. Unter ihm begannen die Raubzüge der Ungarn, die erst mit dem Siege Kaiser Otto I. auf dem Lechfelde (955) ein Ende fanden. 976 wurde Kärnten von Kaiser Otto II., durch die Markgrafschaft Istrien und fast ganz Friaul vergrößert, als ein besonderes Herzogtum Heinrich dem Jüngern, einem Neffen des bayrischen Herzogs Arnulf, verliehen. Nach dessen Tode (989) kam Kärnten für kurze Zeit wieder an Bayern zurück, von dem es dann, etwa 1002, für immer getrennt wurde. Zuerst besaßen es Herzog Otto vom Wormsfelde und dessen Sohn Konrad I. (bis 1011), dann Adalbero von Eppenstein (bis 1035), darauf Konrads I. gleichnamiger Sohn (bis 1039), bis 1047 blieb die Herzogswürde unbesetzt, dann erhielt es ein schwäbischer Graf Wolf (bis 1056), ihm folgte Pfalzgraf Konrad von Lothringen (bis 1061), diesem Bertold von Zähringen (bis 1077) und von 1077–1122 das Geschlecht der Eppensteiner, Luitpold und dessen Bruder Heinrich III. Damals erstreckte sich Kärnten nicht nur über das heute so genannte Gebiet, sondern außerdem über Steiermark, Krain, Istrien, die Mark Verona und nördlich über ein Stück Niederösterreichs. Als Hauptstadt galt St. Veit, neben dem erst im 13. Jahrhundert Klagenfurt als Stadt emporkam. Es gab viel kaiserliches Krongut im Lande, mit welchem auswärtige Hochstifte Salzburg, Bamberg, Aquileja, dotiert wurden. 1122–1269 hatten die Sponheim-Lavantthaler den Herzogstuhl inne. Nach der kurzen Herrschaft König Ottokars II. von Böhmen nahm König Rudolf von Habsburg 1276 Kärnten und Krain nebst Österreich und Steiermark in Besitz und belehnte 1286 den Grafen Meinhard von Görz-Tirol mit dem Herzogtum Kärnten. Als nun dessen Nachkommen in männlicher Linie 1335 ausstarben, wurde Kärnten vom Kaiser Ludwig dem Bayer den Herzogen Albert und Otto von Österreich und Steiermark verliehen. Seitdem ist es bei Österreich verblieben und bildete seit 1412 einen Teil der "innerösterreichischen" Ländergruppe. 1809 kam Kärnten teilweise (der Villacher Kreis) infolge des Friedens von Schönbrunn an Frankreich und bildete einen Teil der illyrischen Provinzen; 1814 fiel es indes wieder an Österreich zurück. Seit 1816 gehörte es als Klagenfurter und Villacher Kreis zum Gubernium Laibach des Königreichs Illyrien und wurde 1849 als eignes Kronland organisiert.
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| Klagenfurt - Neuer Platz | Klagenfurt - Stadtpfarrturm | Klagenfurt - Lindwurmbrunnen |
Daten
Größe: 10.327 km² (187,6 Quadratmeilen)
Einwohner: Die Bevölkerung von Kärnten belief sich 1890 auf 361.008, 1900 auf 367.324 Einwohner, zeigt demnach eine sehr langsame Zunahme (1890–1900 um 1,75 %). Auf 1 km² kommen im Jahr 1900 nur 35 Einwohner.
| 1890 | 1900 | 1910 |
| 361.008 | 367.324 | 396.200 |
Gewässer: Unter den Flüssen ist der bedeutendste die Drau, die von Oberdrauburg bis Unterdrauburg (163 km) das Land durchfließt und zum Flößen benutzt wird. Sie nimmt links die Möll, die Liefer, die Gurk mit der Glan und die Lavant, rechts die Gail auf.
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| Villach mit Draubrücke | Villach - Hanns Gasser-Platz |
Bewohner: Von den Neugeborenen sind 41 % uneheliche. Der Nationalität nach sind die Bewohner von Kärnten, mit Ausnahme von 25,1 % Slowenen (in den an Krain angrenzenden Bezirken), deutsch, der Konfession nach, mit Ausnahme von 20.383 Protestanten, römisch-katholisch; das Land bildet die zum Erzbistum Salzburg gehörige Diözese Gurk, mit dem Bischofssitz in Klagenfurt. An Bildungsanstalten bestehen 3 Obergymnasien, eine Oberrealschule, eine Lehrerbildungsanstalt, eine theologische Lehranstalt, 5 gewerbliche Fachschulen, eine allgemeine Handwerkerschule, eine Handelsschule, 3 landwirtschaftliche Schulen, eine Bergschule, schlussendlich 377 Volksschulen, die von 91 % der schulpflichtigen Jugend besucht werden.
Bevölkerungsdichte: 38,3 Einwohner/km² (Volkszählung von 1910)
Religion:
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| St. Veit a. d. Glan | Kronprinz Rudolf-Hospital der Barmherzigen Brüder - St. Veit a. d. Glan |
Wirtschaft: Von der Gesamtfläche
des Landes sind 91 % produktiver Boden; doch entfallen davon
nur 14 % auf das Ackerland, während die Waldungen 44 %, die
Wiesen und Gärten 10,5 %, die Hutweiden und Alpen 22 % einnehmen.
Der Ertrag des Ackerbaues (1903: 158.975 metrische Zentner Weizen,
375.458 Roggen, 106.486 Gerste, 230.090 Hafer, 107.302 metrische
Zentner Mais, 102.223 hl Buchweizen, 31.658 hl Hirse, 48.791
hl Hülsenfrüchte) reicht für den Bedarf nicht hin. Andere landwirtschaftliche
Produkte sind Kartoffeln, Futterrüben, Kraut, Kürbisse, Flachs
und Hans. Die ausgedehnten Wiesen und Alpenweiden begünstigen
die Viehzucht. Man zählte 1900: 29.501 Pferde, 256.220 Stück
Rindvieh, 118.563 Schafe, 170.043 Schweine und 26.641 Ziegen.
Sehr wichtig ist der Bergbau und die darauf sich gründende
Metallindustrie. 1903 wurden 27.546 Tonnen Eisenerz, 13.279
Tonnen Bleierz, 19.710 Tonnen Zinkerz und 99.822 Tonnen Braunkohle
gefördert und durch Verhüttung 8385 Tonnen Roheisen und 7390
Tonnen Blei gewonnen. Der Gesamtwert der Berg- und Hüttenproduktion
belief sich auf 5.778.780 Kronen, die Anzahl der Berg- und Hüttenarbeiter
auf 4235. Die Industrie Kärntens erstreckt sich zumeist auf
die Verarbeitung der gewonnenen Metalle, vor allem des Eisens
zu Stahl, Gußwaren, Blech, Draht, Drahtseilen und Drahtstiften,
Eisenbahnschienen und anderem Eisenbahnmaterial, Maschinen,
Sensen und Waffen (Ferlach), ferner des Bleies zu Bleiweiß,
Blech, Röhren, Schrot, Mennige etc. Daneben ist noch die Fabrikation
von seinem Tuch zu Viktring, die Lederwarenfabrikation zu
Klagenfurt, die Zementfabrikation,
die Holzstoff- und Papierfabrikation und sonstige Holzverarbeitung,
die Bierbrauerei (1900/01; 213.620 hl), Branntweinbrennerei
und ärarische Tabakfabrikation (in
Klagenfurt) zu nennen. Das
Land besitzt 1868 km Landstraßen, 263 km flößbare und 130 km
schiffbare Wasserstraßen und 504 km Eisenbahnen, für die
Klagenfurt und
Villach Knotenpunkte bilden. Es
führt namentlich Erzeugnisse der Hüttenindustrie, Holz und Rindvieh
aus. Der Fremdenverkehr ist in Kärnten bedeutend; die Gebirge
bieten zahlreiche Anziehungspunkte für Touristen, und die Ufer
der Seen sind als Sommeraufenthalt sehr beliebt
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| Spittal a. d. Drau - Tirolerstraße | Spittal a. d. Drau |
Politische Verwaltung und Einteilung
Die Geschäfte des Landes besorgt der Landtag. Die Landvertretung setzt sich zusammen aus dem Landeshauptmann, seinem Stellvertreter und 4 Ausschüssen. Die Regierung vertritt ein Landespräsidenten. Der Sitz der obersten Landesbehörden und des Landtags ist Klagenfurt. Letzterer besteht aus 37 Mitgliedern:
In das Haus der Abgeordneten des Reichsrates sendet Kärnten 10 Vertreter. Als Gerichtshof erster Instanz fungiert das Landesgericht in Klagenfurt; außerdem bestehen 28 Bezirksgerichte; in zweiter Instanz entscheidet das Oberlandesgericht in Graz. Das kärntnerische Wappen ist ein senkrecht gespaltener Schild, vorn in Gold drei schwarze Löwen, hinten in Rot eine silberne Querbinde; darüber ein Fürstenhut (alter Herzogshut). Die Landesfarben sind Rot-Weiß.
Das ganze Land weist 2869 Ortschaften in 260 Gemeinden auf. davon nur 12 Städte und 28 Märkte. Das Gerichtswesen ordnen 28 Bezirksgerichte und als 2. Instanz gilt das Landesgericht in Klagenfurt. Kärnten gliedert sich politisch in einen Stadtbezirk und in 7 Landbezirke (Bezirkshauptmannschaften):
Stadt mit eigenem Statut
| Stadt | km² | Einwohner 1900 | Einwohner 1910 | Dichte | Gerichtsbezirke |
| Klagenfurt | 6 | 24.284 | 28.911 | 4.819 | - |
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| Klagenfurt gegen Süden | Klagenfurt |
Bezirkshauptmannschaften
| Bezirkshauptmannschaften | km² | Einwohner 1900 | Einwohner 1910 | Dichte | Gerichtsbezirke |
| Klagenfurt/ Land | 1.476 | 66.202 | 71.936 | 49 | Feldkirchen, Ferlach, Klagenfurt |
| St. Veit | 1.487 | 53.006 | 53.809 | 36 | Althofen, Eberstein, Friesach, Gurk, St. Veit |
| Spittal | 2.771 | 45.258 | 49.791 | 18 | Gmünd, Greifenburg, Millstatt, Obervellach, Spittal, Winklern |
| Villach | 1.445 | 65.693 | 76.762 | 53 | Arnoldstein, Paternion, Rosegg, Tarvis, Villach |
| Völkermarkt | 1.317 | 51.216 | 51.428 | 39 | Bleiburg, Eberndorf, Eisenkappel, Völkermarkt |
| Wolfsberg | 999 | 43.426 | 44.518 | 45 | St. Leonhard, St. Paul, Wolfsberg |
| Hermagor | 825 | 18.179 | 19.045 | 23 | Hermagor, Kötschach |
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| St. Ruprecht bei Villach mit Ruine Landeskron | Villach, Kärnten, Totale | Spittal an der Drau, Kärnten | Techendorf, Kärnten |
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| Ronacher's Kurhotel, Annenheim am Ossiachersee in Kärnten | St. Kanzian, Unter-Kärnten - Gasthof Meier |
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Landeshymne Melodie - Josef von Rainer,
1835 |
4. Strophe: Maria Millonig, 1920 (1884-1962)
4. Wo Mannesmut und Frauentreu'
Die Heimat
sich erstritt aufs neu'
Wo man mit Blut die Grenze
schrieb
Und frei in Not und Tod verblieb;
|: Hell
jubelnd klingt's zur Bergeswand:
Das ist mein
herrlich Heimatland. :|
Anmerkung von Michael Baumgartner, Kärnten: "Die vierte und letzte Strophe der Kärntner Landeshymne (des Kärntners Heimatlied) wurde erst nach dem Kärntner Abwehrkampf und der darauf folgenden Volksabstimmung (10. Oktober 1920) angefügt. Sie drückt die Freude der Kärntner beider Nationalitäten (Slowenen und Deutsche) darüber aus, dass das Bundesland Kärnten frei und ungeteilt bei der Republik Österreich verbleibt."

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