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Landeshauptstadt Agram (Zagreb)

Fahne - Landesfarben Königreich Kroatien und Slawonien
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| Königreich Kroatien und Slawonien - Lage in der Donaumonarchie | Wappen Königreich Kroatien und Slawonien | Königreich Kroatien und Slawonien - Karte 1914 |
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Zagreb - Jelačićev Trg.
Das Königreich Kroatien und Slawonien zählt zum Königreich Ungarn. Slawonien oder auch Slavonien ist nicht identisch mit Slowenien (Herzogtum Krain)! Slawonien ist der östliche Landesteil Kroatiens und liegt zwischen den Flüssen Save und Drau, im Osten an der Donau.
Geschichte
Das heutige Kroatien, im Mittelalter
vorzugsweise Slavonia genannt, während das im 19./20.
Jahrhundert genannte Hochkroatien, Türkisch-Kroatien und
Bosnien den eigentlichen Kern des historischen Croatia
ausmachten, war in den ältesten Zeiten von den illyrischen
Pannoniern bewohnt, nach deren Besiegung durch Octavianus
(35 v. Chr.) es zur Provinz Pannonien gehörte. Bei der
Teilung des römischen Reiches (395 n. Chr) wurde es zum
abendländischen Reiche geschlagen. In den Stürmen der
Völkerwanderung wechselte es oft seine Besitzer. 489 geriet
Kroatien in die Gewalt der Ostgoten, dann 535 in jene Justinians, 568 in jene der Avaren, bis endlich zur Zeit des
oströmischen Kaisers Heraklios 634–638 die von Norden
einwandernden slawischen Kroaten (Chorwaten, Chrobaten,
auch Belochrobaten) es in dem angedeuteten Umfang eroberten
und dem Lande seinen heutigen Namen gaben. Vorübergehend kam
es dann unter die Botmäßigkeit Karls d. Großen und nahm auch
von römischen Glaubensboten das Christentum an. 877
unterwarfen sich die Kroaten den griechischen Kaisern,
machten sich aber nach wiederholten Kämpfen um 900 wieder
unabhängig und bildeten ein selbständiges Reich. Als
Vorkämpfer für die nationale Unabhängigkeit machte sich Timislaw (Tomislaw) bekannt, der um 910 den Königstitel
annahm. Ihm folgten bis 1102: 12 nationale Könige, unter
denen Crescimir (Kresimir) I. und Miroslaw, noch mehr aber
Crescimir II., der Große (1009–35), hervorragten. Er
eroberte das ganze dalmatische Küstenland bis
Ragusa. Im
Besitz der Seeküste, erbauten die Kroaten eine große Flotte,
mit der sie erst Seeraub, dann aber auch Handel trieben. Zu
Ende des 10. Jahrhunderts zahlten die Venezianer den Kroaten
Tribut, bis im Jahr 1000 Doge Peter II. das Verhältnis durch
Eroberung von Zara vecchia änderte. Crescimir Peter, einer der größten
Nationalhelden (1058–73), vergrößerte wieder sein Reich zu
Wasser und zu Land und nannte sich auch "König von
Dalmatien" (1059). Nach dessen Tode gelangten einheimische
Große, Slaviza und 1075 Svinimir (Zvoinimir) Demetrius, auf
den Thron. Der letztere wurde 1076 vom Legaten des Papstes
Gregor VII., dem er aber den Vasalleneid leisten musste, zum
König gekrönt. Ihm folgte Stephan II., Crescimirs II. Neffe,
der 1089 für kurze Zeit auf den Thron gelangte; mit ihm
erlosch der Zweig der alten kroatischen Könige. Nun
entstanden Thronstreitigkeiten im Lande. Die Witwe Stephans
II., Helene, Schwester des Königs Ladislaus I. von
Ungarn,
und ihre Partei riefen letzteren zu Hilfe, der nun (1091)
Kroatien an sich brachte. Er errichtete das Bistum
Agram,
führte auch ungarische Gesetze ein. Nach Ladislaus' Tode
versuchte Kroatien sich der ungarischen Herrschaft zu
entziehen, wurde aber durch König Koloman 1097 wieder
unterworfen, der 1105–11 auch die Küstenstädte und Inseln
Dalmatiens gewann. Dass er sich 1102 in Bilograd zum König
von Kroatien und Dalmatien krönen ließ, halten neuere
Historiker für eine Fabel. Die Privilegien der unterworfenen
Städte hielt er aber in Ehren, und Kroatien war in allen inneren
Angelegenheiten selbständig. An der Spitze des Landes stand
fortan der Banus; öfters bekleideten königliche Prinzen
diese Würde. Seitdem blieb Kroatien mit kurzen
Unterbrechungen mit Ungarn vereinigt. Nachdem König
Ferdinand I. aus dem Hause Habsburg-Österreich 1526 zum
König von Ungarn erwählt worden, huldigten ihm 1527 auch die
kroatischen Stände. Unter ihm wurde das Generalat Karlstadt
errichtet und damit der Grund der kroatischen Militärgrenze
gelegt. Später veranlasste der wachsende Verlust des
südöstlichen Kroatien an die Türken (Türkisches Kroatien)
die administrative Schöpfung eines neuen ungarischen
Kroatien durch Aufnahme der drei (bisher slawonischen)
Komitate: Agram, Warasdin und Kreutz. 1592 eroberten die
Türken die bosnische Festung Bihač, die nebst einigen
umliegenden Orten seitdem in türkischer Gewalt verblieb. Von
1606 an gehörte nur noch ein schmaler Streifen im Westen
Kroatiens mit Zengg, Karlstadt, Agram, Warasdin dem Kaiser.
Erst 1699 im Karlowitzer Frieden musste der Sultan alles Land
jenseits der Unna an Kaiser Leopold I. zurückgeben. Im 16. Jahrhundert hatte auch die Reformation in Kroatien Eingang
gefunden, war aber 1607–10 gewaltsam wieder ausgerottet
worden.
In Slawonien waren die ersten bekannten
Bewohner die Skordisker, später die Pannonier, die Kaiser
Augustus unterjochte. Das Land gehörte hierauf zu Pannonia
inferior, hatte aber auch den Spezialnamen Pannonia Savia.
Am Schluss der großen Völkerwanderung erfüllten Slawenstämme
unter avarischer Oberhoheit das Land zwischen der Drau und
Save und gerieten als pannonische, mit Kroaten nochmals
vermischte Slawen unter fränkische Botmäßigkeit, von der
späterhin noch das anschließende Syrmien bei den Byzantinern
den Namen "Frankochorion" führte. Das Zwischenstromland der
Drau und Save geriet seit dem Emporkommen der chorwatischen
Fürstenmacht unter deren Herrschaft und hieß bei den
Magyaren Tótország, Slavonia im lateinischen, "windisches"
Land im deutschen Sprachgebrauch, zum Unterschied vom
südlich angrenzenden Altkroatien (magyarisch Horvátország).
Seit 1091 gehörte auch Slawonien zu Ungarn, dem es Kaiser
Manuel samt Syrmien zu entreißen suchte (1164–89). 1490
erhielt Johannes Corvinus Slawonien, mit Ausnahme von
Syrmien, das dann 1521 in die Hände der Türken fiel. Erst
seit 1491–1516 gesellte sich zu dem ungarischen Königstitel
rex Dalmatiae et Croatiae (Türkisch- und Hochkroatien) der
Beisatz et Slavoniae. Infolge der türkischen Eroberung wurde
ein Teil Slawoniens später als "Kroatien" von dem
zu Ungarn gerechneten "Slawonien" im engeren Sinne (Veröcze,
Požega, Valkó und Syrmien) geschieden. Nach 1526 breitete
sich die Türkenherrschaft immer mehr aus. Erst unter
Kaiser
Leopold I. wurde ganz Slawonien zurückerobert und im Karlowitzer Frieden 1699 teilweise wieder
Ungarn, teilweise
aber dem Gebiete der Militärgrenze einverleibt. Im 18. Jahrhundert
wurde dann Slawonien amtlich und im Sprachgebrauch
irrtümlich als Kroatien bezeichnet, und Maria Theresia wies
die Komitate Syrmien, Veröcze und Požega Kroatien zu,
wogegen die ungarischen Stände des öfteren, aber umsonst,
protestierten. Das Litorale entwickelte sich
einerseits aus den Hafenstädten Fiume und Porto Ré
unter Karl VI. als innerösterreichisches Litorale,
anderseits aus den 1746–48 kameralisierten Gütern der
erloschenen Grafenhäuser Frangipani und Zrinyi mit Tersat
als Vorort und wurde seither als österreichisches Litorale
unter die Aussicht des Wiener Hofkommerzienrates und der
Triester Seebehörde gestellt. Im engeren Sinne schloss diese
Bezeichnung das Gebiet von Fiume aus. 1776 wurde das
österreichische Litorale aufgehoben, das Küstengebiet in
drei Komitate verteilt und wieder mit Kroatien vereinigt.
Die Stadt Fiume wurde aber 1779 durch Maria Theresia für
einen integrierenden Teil der ungarischen Krone erklärt. Von 1767–77 wurden Kroatien, Slawonien und
Dalmatien "Illyrien" genannt und von der illyrischen Hofdeputation in
Wien regiert. Später bildete jedes dieser Gebiete ein
besonderes Königreich; doch blieben die Militärgrenzen
getrennt und behielten ihre besondere militärische
Verfassung. 1809–13 gehörte das Gebiet rechts der Save zum
französischen Kaiserreich und bildete die beiden illyrischen
Provinzen Croatie civile und Croatie militaire; die
wehrfähigen Kroaten wurden in die französische Armee
eingereiht. Nach dem Sturze Napoleons (1814) kam
Dalmatien
auf Thuguts Betreiben zu Österreich, Kroatien und Slawonien
dagegen wieder an die ungarische Krone, als "partes adnexae",
wie die Magyaren, "regna socia", wie die Kroaten sagen, doch
mit selbständiger Verwaltung und Sprache und besonderen
Munizipalfreiheiten, wie namentlich dem Vorrechte, dass
Kroatien nur die halbe Reichssteuer entrichtete und diese
vom Agramer Landtage selbständig umgelegt wurde. Als
Ungarn
um 1840 die magyarische Sprache als offizielle Sprache
einzuführen sich bemühte, wurden die Kroaten erbittert. Graf
Draskovics war das Haupt der kroatischen nationalen
Partei, die Kroaten, Slowenen und Serben zu einem illyrischen Volk, die Königreiche Kroatien, Slawonien und
Dalmatien zu einem einigen Königreich vereinigen wollte, und
wurde von Ludwig Gaj auf publizistischem Gebiet in seinen
Bestrebungen unterstützt. Bei den Komitatswahlen 1842 kam es
zu blutigen Zusammenstößen zwischen der magyarischen und
illyrischen Partei. Im Frühjahr 1848 regte sich in
Kroatien die nationale Partei von neuem; der Hass gegen das
Magyarentum wurde mit allem Fanatismus gepredigt und auch
die Vereinigung der slawischen Gebiete
Krains,
Kärntens und
Steiermarks mit Kroatien verlangt. Am 23. März 1848 wurde
der Kroate Jellachich, ein eifriger Nationaler, zum Banus
ernannt, der den Ratschlägen des Nationalkomitees folgte und
sich in offene Opposition gegen die ungarische Regierung, ja
gegen den kaiserlichen Hof selbst setzte, indem er, dessen
Weisung entgegen, den Landtag in Agram
am 5. Juni in Gegenwart
zahlreicher Deputierten aus andern slawischen Ländern
eigenmächtig eröffnete. Aber die Dalmatiner, das Litorale
und Fiume beschickten den Landtag nicht, und zwischen
Kroaten und Serben kam es sofort zum Streit über die Grenzen
ihrer Gebiete. Mitte Juni wurde eine kroatische Deputation
an Ferdinand V. nach Innsbruck geschickt, während die Ungarn
vom Kaiser bereits das Manifest vom 10. Juni erwirkt hatten,
das die kroatischen Forderungen unter schroffem Tadel
zurückwies. Die Aufregung unter den Südslawen stieg
infolgedessen immer höher, und nachdem alle
Vermittlungsversuche gescheitert waren und am 31. August 1848
auch von seiten des Kaisers die Ansprüche der Kroaten eine
Art Sanktion erhalten hatten, überschritt am 11. September die
Vorhut des kroatischen Heeres unter Jellachich die Drau,
wurde aber am 29. September bei Pákozd von den Honvéds
zurückgeschlagen, worauf er sich nach Wien zurückzog.
Trotzdem blieben die Kroaten auch fortan kaisertreu und
unterstützten die österreichische Armee in der Bezwingung
der ungarischen Revolution. Als Dank sprach die
österreichische Reichsverfassung von 1849 die Trennung
Kroatiens und Slawoniens von
Ungarn aus, und die beiden
Königreiche wurden zu einem eignen Kronland vereinigt, dem
auch das Küstenland und die Stadt Fiume mit ihrem Gebiet
einverleibt wurden, wogegen die syrmischen Bezirke Ruma und
Illok an die neue "Woiwodschaft Serben" fielen.
Nach
der zehnjährigen Reaktionsperiode (1850–60) erschien am 20.
Oktober 1860 das "Oktoberdiplom", das von den Kroaten freudig
begrüßt wurde, da die frühere Verfassung und nationale
Verwaltung wiederhergestellt wurde. Aber die
"Februarverfassung" (vom 26. Februar 1861) mit ihrer straffern
Zentralisation widersprach ihren Autonomiebestrebungen. Der
erste kroatische Landtag wurde wegen seiner heftigen
Opposition gegen die neue Verfassung und seiner Forderung
eines nur durch Personalunion mit Österreich verbundenen
großen südslawischen Königreichs aufgelöst und mehrere Jahre
kein neuer berufen. Erst am 12. November 1865 wurde wieder ein
Landtag eröffnet, wo es sofort zu heftigen Streitigkeiten
zwischen der magyarischen und der slawischen Partei über das
Verhältnis zu
Ungarn kam. Die nationale Partei in Kroatien,
deren Führung Bischof Stroßmayer übernahm, wollte weder eine
Gesamtstaatsverfassung noch eine Erneuerung der alten Union
mit
Ungarn, sondern ein eignes Königreich Kroatien mit der
Militärgrenze, Dalmatien und den Quarnerischen Inseln und
ein eignes verantwortliches Ministerium. Diese Forderung
erhob auch der im Dezember 1866 wieder zusammenberufene
Landtag, der, als er jede Beschickung des Pester Reichstags
rundweg ablehnte, am 25. Mai 1867 aufgelöst wurde. Die
ungarische Regierung ging nun so entschlossen in der
Unterordnung Kroatiens unter die Stephanskrone vor (die
Finanzen wurden dem ungarischen Ministerium unterstellt,
überall ungarnfreundliche Beamte, auch ein neuer Banus,
Baron Rauch, eingesetzt), dass die Neuwahlen, die Ende 1867
nach einer provisorischen Wahlordnung erfolgten, eine
magyarisch gesinnte Majorität ergaben, die auf dem am 9.
Januar 1868 zu Agram eröffneten Landtag, nachdem die nationale
Opposition unter Protest ausgeschieden war, in einer Adresse
von 29. Januar den Dualismus und die Wiedervereinigung mit
Ungarn
annahm und eine neue, magyarenfreundliche
Regnikolardeputation wählte. Diese brachte am 25. Juli in Pest
den Ausgleich mit
Ungarn dahin zustande, dass Kroatien in das
Unterhaus des Reichstags 29 und in das Oberhaus, außer den
kroatischen Magnaten, 7 Deputierte senden, von den
Landeseinkünften 55 % nach Pest abführen, 45 %, die
von Ungarn mit 21/2 Mill. Gulden garantiert wurden, für
seine besonderen Angelegenheiten behalten sollte; im
ungarischen Ministerium sollte ein Minister für Kroatien
sitzen, in Agram eine dem Landtag verantwortliche Regierung
mit dem Banus an der Spitze stehen, die Amtssprache das
Kroatische sein. Ende September wurde dieser Ausgleich
ratifiziert, und am 24. November 1868 hielten die kroatischen
Deputierten nach 20jähriger Trennung ihren Einzug in den
Pester Reichstag. Im Mai 1870 wurde auch das Verhältnis
Fiumes geordnet, indem die Stadt an
Ungarn, das Küstenland
an Kroatien fiel. Der revidierte Ausgleich von 1873 setzte
den Kroatien vorbehaltenen Teil der Einkünfte auf 31/2
Mill., die Zahl der Deputierten zum Reichstag auf 43 fest.
Durch kaiserliches Manifest vom 15. August 1873 wurde auch die
kroatisch-slawonische Militärgrenze provinzialisiert und der
Zivilverwaltung unterstellt. Über die Verwendung des
Vermögens der Grenze wurde 1877 mit
Ungarn ein Vertrag
geschlossen. Die völlige Einverleibung der Grenze an
Kroatien erfolgte am 15. Juli 1881, bis auf den kleinen
Distrikt von Sichelburg, den Krain beanspruchte. Inzwischen
hatten die Vorfälle auf der Balkanhalbinsel seit 1876 sowie
die Okkupation Bosniens und der Herzegowina (1878) die
großkroatische Agitation neu belebt. Im Landtage bildete
sich eine besondere großkroatische Fraktion, die
Rechtspartei, die Ungarn und den von
Ungarn ernannten Banus
auf heftigste angriff. Aus Anlass der Anbringung neuer
ungarischer Amtsschilder kam es im August 1883 zu Unruhen,
zu deren Dämpfung außerordentliche Maßregeln ergriffen
werden mussten. Die Führer der Rechtspartei suchten die
Verhandlungen des Landtags durch Schmähungen und Störungen
zu verhindern, doch vergeblich, da die Mehrheit des
Landtags, die Nationalpartei, am Ausgleich mit
Ungarn
festhielt. Der oppositionelle Starcevics wurde endlich 1885
durch Verurteilung zu Gefängnis (wegen tätlichen Angriffs
auf den Banus Grafen Khuen-Héderváry) beseitigt. Aber auch
die gemäßigte Opposition, vom Bischof Stroßmayer und von
Draskovics geleitet, erhielt einen empfindlichen Schlag
durch die persönliche Zurechtweisung, die
Kaiser Franz
Joseph 1888 dem Bischof erteilte, weil er aus Anlass der in
Kiew veranstalteten Jubelfeier zur Erinnerung an die
Einführung des Christentums in Russland in einem
Glückwunschtelegramm die Weltmission Russlands gerühmt hatte.
Infolge der Vereinigung der Militärgrenze mit Kroatien wurde eine
Revision des finanziellen Ausgleichs mit
Ungarn notwendig.
Die Verhandlungen der Regnikolardeputationen darüber führten
1889 zum Abschluss. Danach wurde der Prozentsatz des Beitrags
von Kroatien zu den österreichisch-ungarischen Angelegenheiten von
5,75 auf 5,95 % erhöht und der Beitrag für die mit
Ungarn gemeinsamen Ausgaben auf 56 (statt 55)
% der
kroatischen Einnahmen festgesetzt. Die großkroatischen
Tendenzen wurden jedoch nicht gänzlich zum Schweigen
gebracht und fanden unter den Kroaten
Dalmatiens und des
Küstenlandes, wo hauptsächlich die Geistlichkeit die
Agitation besorgt, viele Anhänger.
In Kroatien selbst
verschlimmerte sich in den letzten Jahren die Lage. Banus
Khuen-Héderváry ermöglichte zwar die
parlamentarische Tätigkeit des Landtages, hütete das
Verhältnis mit
Ungarn und schuf auf kulturellem Gebiet viel
Erfreuliches. Aber die Klagen wegen Beeinflussung der
Wahlen, wegen des veralteten und engherzigen Wahlsystems und
der strengen Zensur wollten nicht verstummen. Dazu
verschlimmerte sich auch die materielle Lage. Infolge der
Vereinigung der Verzehrungssteuer mit der Produktionssteuer
stellte sich ein Ausfall in den Steuern und folge dessen ein
Defizit im Landesbudget ein, obgleich Kroatien und Slawonien
nach dem Wortlaut des Gesetzes kein Defizit aufweisen kann
und darf. Es kam so weit, dass man für das Jahr 1903 dem
Landtag überhaupt kein Budget vorlegen konnte und sich mit
der Idemnität behalf. Auch war die Regierung des in
Ungarn
1903 herrschenden Ex-lex-Zustandes halber nicht imstande,
den finanziellen Ausgleich zwischen
Ungarn und Kroatien erneuern
zu lassen, musste sich vielmehr mit seiner Verlängerung
begnügen. Die leidige Wappenfrage und der Streit wegen der
ungarischen Aufschriften auf den Stationsgebäuden der
Ungarischen Staatsbahnen ließ die Geister gleichfalls nicht
zur Ruhe kommen. Im Mai 1904 kam es nun in
Agram, Susak, Kreutz und andern
Orten zu blutigen Exzessen gegen die "Magyaronen",
deren die Banalregierung nur durch Verkündigung des
Standrechtes und zahlreicher Einkerkerungen Herr werden
konnte. Abgeordneter Biankini brachte im österreichischen
Reichsrat (18. Mai 1903) eine geharnischte Interpellation
ein; aber Ministerpräsident Körber lehnte jede Intervention
in Angelegenheiten
Ungarns ab, und der Kaiser weigerte sich,
den südslawischen Abgeordneten zu empfangen. Inzwischen war
zwar der Aufruhr niedergeschlagen, die Stellung des
gehassten
Banus aber unhaltbar geworden. Graf Khuen-Héderváry wurde
Ende Juni zum ungarischen Ministerpräsidenten designiert und
am 1. Juli 1903 Graf Theod. Pejacsevich zum Banus ernannt,
während die Stelle des Ministers für Kroatien und Slawonien
abermals Erwin Cseh erhielt. Die bei Eröffnung des Landtages
15. März gehaltene Programmrede des neuen Banus wirkte
beruhigend, und da er auch der Presse mehr Freiheit gewährte
und oppositionelle Volksversammlungen gestattete, so
beruhigten sich die Gemüter. Das am 15. Dezember vorgelegte
Budget für 1904 weist ein Erfordernis von 20.601.068 Kronen
auf. Das zu deckende Defizit von 3.008.000 Kronen wird die
ungarische Regierung einstweilen vorschießen; doch muss
dieser Vorschuss bei der definitiven Erneuerung des
finanziellen Ausgleiches verrechnet werden. Das
Zustandekommen des letzteren beschäftigte im April 1904 aufs
neue beide Regnikolardeputationen, bis 20. Juni der
Ausgleich auf 10 Jahre (bis 31. Dezember 1913) vereinbart wurde.
44 % seiner Einnahmen wird Kroatien und Slawonien auch
fernerhin für seine autonomen Bedürfnisse verwenden, 56 %
dagegen zur Bestreitung der ungarisch-kroatischen und der
österreich-ungarischen gemeinsamen Auslagen abgeben. In der
Berechnung der Einnahmen Kroatiens wurden ihm Begünstigungen
eingeräumt. Die ungarische Regierungs- und
Verfassungskrise (1905) erweckte in den
national-kroatischen Kreisen von Kroatien und
Dalmatien
lebhafte Bewegung. Ende April fand zu
Spalato (Split) eine
Versammlung von Abgeordneten beider Länder statt, welche die
Zusammenlegung von Kroatien und Dalmatien als höchst wünschenswert
bezeichnete und die Kroaten und Serben trotz des
verschiedenen Glaubensbekenntnisses für eine einheitliche
Nation erklärte. Anderseits verlas Nik. Tomasić, der
Wortführer der in den ungarischen Reichstag entsendeten
kroatischen Deputierten, am 4. Mai 1905 eine Erklärung, wonach
die Kroaten den Adreßentwurf der ungarischen vereinigten
Opposition wegen des Verlangens nach der Errichtung eines
selbständigen Zollgebiets nicht annehmen könnten; außerdem
verlangte seine Partei im Falle der Einführung der
ungarischen Kommandosprache für die in Kroatien und
Slawonien sich ergänzenden Truppenkörper die kroatische
Kommandosprache.
Das Königreich Kroatien-Slawonien mit der Hauptstadt Agram (Zagreb) besitzt in der inneren Verwaltung eine eigene Regierung und ist seit 1868 nur in Bezug auf Handel, Verkehr, Finanz- und Militärangelegenheiten mit Ungarn verbunden. Ein Teil der früher unter selbstständiger militärischer Verwaltung befindlichen Militärgrenze ist jetzt zu Kroatien-Slawonien geschlagen worden. Die Freistadt Fiume mit Hafen und Gebiet (3 Dörfer) nimmt staatsrechtlich eine gesonderte Stellung in den Ländern der ungarischen Krone ein.
| Größe | Einwohner (1869) | Komitate | Stuhlbezirke | Freistädte | Wohnorte | |
| Kroatien | 13.651,75 | 757.490 | 5 | 13 | 7 | 2795 |
| Slawonien | 9.625,21 | 381.480 | 3 | 7 | 2 | 783 |
| Grenzgebiet | 20.327,69 | 699.228 | 6 | 27 | - | 179 |
|
Zusammen |
43.604,65 | 1.838.198 | 14 | 47 | 9 | 3757 |
| Fiume | 19,57 | 17.884 | 1 | 1 | 1 | 4 |
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Kroatien, Frauen in Landestracht
Die Bevölkerung in Kroatien-Slawonien mit Grenzland verteilt sich auf:
Die Deutschen sind am stärksten in den Komitaten Syrmien, Peterwardein, Virovititz und in den Städten Cszek, Agram, Varasdin.
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Bakar/ Buccari, Buch
Religionen:
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Mitrowitza - Slawonien
Wirtschaft:
Der unproduktive Boden beträgt in Kroatien-Slawonien 8,2 %, im Grenzgebiet 18,6 %. In Kroatien-Slawonien kommen von den 2.155.580 Ha. produktiven Bodens auf Äcker 756.522, Weingärten 52.048, Wiesen und Gärten 246.127, Weiden 202.528, Waldungen 895.035, Rohrschlag 3320.
Im Grenzgebiet verteilen sich die 1.627.649 Ha. produktiven Bodens auf Äcker 49.1281, Weingärten 13.001, Wiesen und Gärten 188.264, Weiden 379.092, Waldungen 556.011.
Die Landwirtschaft ist der wichtigste Erwerbszweig und beschäftigt über die Hälfte der Gesamtbevölkerung.
Nach dem Ackerbau bildet die Waldkultur die ergiebigste Erwerbsquelle des Landes (Eichen, Buchen); Jahresproduktion 100, Ausfuhr 10 Millionen Kubikfuß.
Die Viehzucht steht, mit Ausnahme der Schweinezucht in Slawonien und dem Grenzbezirk, auf einer niedrigen Entwickelungsstufe, wenn auch für Verbesserung der Pferdezucht Anstrengungen gemacht werden.
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Agram (Zagreb)

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