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Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (Österreichisch Friaul), Markgrafschaft Istrien und die Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet
Landeshauptstadt Triest

Fahne - Landesfarben Küstenland
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (Österreichisch Friaul) - Markgrafschaft Istrien - Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet
Geschichte
Im Altertum gehörte Istrien zu Illyrien. Die Römer lernten die Einwohner als verwegene Seeräuber kennen und unterjochten sie im 3. Jahrhunderts vor Christus Augustus und Tiberius schlugen das Land zu Italien. Im 6. Jahrhundert nach Christus eroberten es die Goten, denen es sodann die byzantinischen Kaiser wieder abnahmen. 789 unterwarf es Pippin, Sohn Karls des Großen, dem fränkischen Reich. Seit Mitte des 10. Jahrhunderts bildete Istrien eine von Friaul abgesonderte eigne Markgrafschaft, die aber dann wieder eine Zeit lang zum Herzogtum Kärnten gehörte, indem Heinrich I., Herzog von Kärnten, I. vom Kaiser Otto II. erhielt. Seitdem waren oft kärtnerische Prinzen Markgrafen von Istrien. Anderseits erwarben aber auch um 1077 die Patriarchen von Aquileja das Marchesat von Istrien, dem auch ein bedeutender Teil des heutigen Krain zugehörte. Um 1170 kam Istrien an die Grafen von Andechs, indem der mit dem Haus Kärnten verwandte Graf Berthold, der auch Titularherzog von Dalmatien war, Markgraf wurde. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold und diesem 1204 sein vierter Sohn, Herzog Heinrich von Dalmatien. König Philipp nahm diesem, da er es mit dem Gegenkönig Otto IV. hielt, die Markgrafschaft, und weil Heinrich an der Ermordung Philipps teilgenommen hatte, musste er fliehen, worauf Kaiser Otto I. 1208 dem Herzog Ludwig von Bayern gab. Dieser trat es dem Patriarchen Wolcher von Aquileja ab, der darauf Anspruch erhob. In der Folge kam die Grafschaft Mitterburg an die Grafen von Görz als Vögte Aquilejas und Conti d'Istria und mit Görz an Österreich; sie bildete mit der Herrschaft Castuadas österreichische Istrien (zu welchem man indes auch das Litorale mit der Hauptstadt Triest rechnete, welches zu dem Herzogtum Krain geschlagen worden war). Das vom österreichischen Istrien durchschnittene venezianische Istrien umfasste Monfalcone, Grado, Capo d'Istria, Pola, Parenzo, Rovigno, Umago, Albona, Fianona und andre Städte, überhaupt den größten Teil der Halbinsel. Nach dem Frieden von Campo Formio (1797) besetzte Österreich auch den venezianischen Teil des Landes, zu welchem noch mehrere venezianische Besitzungen geschlagen wurden. Als aber Österreich in dem Frieden zu Preßburg auf sämtliche venezianische Besitzungen Verzicht geleistet hatte, musste es auch Istrien an Frankreich abtreten, und dasselbe wurde zum Königreich Italien geschlagen. Man bildete daraus und aus einigen andern Parzellen das Departement Istrien (2900 km² oder 52 Quadratmeilen mit 82 300 Einwohnern, Hauptstadt Capo d'Istria). 1808 ernannte Napoleon I. den Marschall Bessières zum "Herzog von Istrien" Später wurde Istrien von Napoleon mit den illyrischen Provinzen vereinigt. 1813 wurden die beiden Gebiete von den Österreichern zurückerobert, und seit 1815 bildet Istrien wieder einen Teil der österreichischen Monarchie.
Triest (Tergeste) wurde 178-177 vor Christus mit Istrien dem römischen Reich einverleibt und unter Augustus zu einer römischen Kolonie gemacht. Im Mittelalter tritt es zunächst als Bischofsstadt mit einem bedeutenden Territorium (der römischen regio) hervor. Der Kommune gelang es im 13. Jahrhundert, dem Bischof die wichtigsten Hoheitsrechte teils abzuringen, teils abzulösen. Doch befand es sich, im wechselnden Kampf um seine Selbstständigkeit Venedig gegenüber, in einer schwankenden Stellung zum Patriarchen von Aquileja als "Markgrafen von Istrien" und zu dessen Vögten, den Grafen von Görz, als "Grafen von Istrien". Nach dem großen venezianischen Krieg von 1379 bis 1381 kam es 1382 an Österreich und blieb fortan unter dessen Herrschaft, mit Ausnahme der Zeit von 1797 bis 1805, in der es die Franzosen besetzt hielten, und von 1809 bis 1813, in der es zu der illyrischen Provinz Frankreichs gehörte, bis auf die Gegenwart. Die Stadt wurde nun bald die glückliche Rivalin Venedigs und, besonders seitdem Kaiser Karl VI. sie zum Freihafen erklärt, die Beherrscherin des Adriatischen Meers. 1818 wurde sie nebst Gebiet dem deutschen Bundesgebiet einverleibt. Durch kaiserliches Dekret vom 2. Oktober 1849 wurde die Stadt nebst Gebiet zur reichsunmittelbaren Stadt erhoben.
Görz (ital. Gorizia, slowenisch Gorica), ist seit 1849 mit Gradisca ein selbstständiges Kronland der österreichischen Monarchie, das den Titel "gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca" führt und mit dem Gebiet von Triest und der Markgrafschaft Istrien ein gemeinsames Verwaltungsgebiet, das österreichisch-illyrische Küstenland, bildet. Die Landschaft gehörte in frühster Zeit zu Illyricum, später zum Herzogtum Friaul. Im 11. Jahrhundert wurde es zu einer besondern Grafschaft erhoben, welche in der Familie der Eppensteiner und seit dem 12. Jahrh. in der der Lurngauer Grafen von Görz, einer Linie der Grafen von Pusterthal, erblich war. Im Jahr 1500, nach dem Aussterben der Grafen von Görz, fiel das Land an Österreich, mit dem es bis auf eine kurze Unterbrechung zur Zeit der französischen Okkupation 1809-14 vereinigt blieb.
Die gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca wird auch Österreichisch Friaul genannt. Mit der Markgrafschaft Istrien und der Reichsunmittelbare Stadt Triest bildet sie auch das so genannte Österreichisch-illyrische Küstenland.
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Trieste - Canale
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (Österreichisch Friaul) - Markgrafschaft Istrien - Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet
Daten
Die 1848 gebildete Provinz Küstenland umfasst die gefürsteten Grafschaften Görz und Gradisca, die Markgrafschaft Istrien sowie die (seit 1849) reichsunmittelbare Stadt Triest mit ihrem Gebiet.
Größe:
Einwohner:
Gewässer: -
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Triest - Schloss Miramare
Das Schloss wurde auf Wunsch des Erzherzogs Maximilian (dem späteren Kaiser von Mexiko) als Residenz nach einem Plan von Carl Junker von 1856 bis 1860 erbaut.
Bewohner:
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:
Die Slowenen überwiegen hauptsächlich im Norden und bilden die Masse der Landbevölkerung. Die Italiener leben vorwiegend im Süden und bilden den größeren Teil der Stadtbewohner. Die Deutschen sind stärker nur in der Stadt Görz vertreten.
Markgrafschaft Istrien:
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Grado - Via Stefania
Bevölkerungsdichte:
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca: 89,3 Einwohner/km² (Volkszählung von 1910)
Markgrafschaft Istrien: 81,4 Einwohner/km² (Volkszählung von 1910)
Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet: 2414,8 Einwohner/km² (Volkszählung von 1910)
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Abbazia - Blick vom Rathaus mit Monte Maggiore
Religion:
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca:
Markgrafschaft Istrien:
Wirtschaft: Triest ist der wichtigste Handels-Hafen Österreich-Ungarns und Sitz des osterreich-ungarischen Lloyd, der seit 1887 dem Außenministerium untersteht. Der ö.-u. Lloyd besitzt 1881 eine aktive Handelsflotte von 68 Dampfern und besitz in Triest eine eigene Schiffswerft. Außer der Reederei betreibt der Lloyd auch Versicherungsgeschäfte. Das Land besitzt einen bedeutenden Schiffsbau, neben der Werft des Llyd und dem Arsenal in Pola (Kriegshafen) bestehen noch andere Werften in Triest und in anderen Orten. Sonst ist nur die Nahrungsmittelindustrie, besonders Bierbrauereien, zu erwähnen.
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Trieste - Riva del Pescatori
Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca (Österreichisch Friaul) - Markgrafschaft Istrien - Reichsunmittelbare Stadt Triest und ihr Gebiet
Politische Verwaltung und Einteilung der Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca
In politischer Hinsicht untersteht das Kronland Görz und Gradisca der k.k. Statthalterei in Triest. Die autonomen Angelegenheiten des Landes werden dagegen liegt in den Händen des Landtages für Görz und Gradisca, der für Verwaltungszwecke einen viergliedrigen Landesausschuss aus seiner Mitte wählt. Vorsitzender des Landtags ist der vom Kaiser ernannte Landeshauptmann, dem der Landeshauptmannstellvertreter zur Seite steht. Der Landtag setzt sich folgendermaßen zusammen:
Das ganze Kronland zählt 143 Ortsgemeinden und 488 Ortschaften. Die administrative Einteilung umfasst die autonome Stadt Görz und 5 Bezirkshauptmannschaften:
| Politischer Bezirk | Gerichtsbezirk | Einwohnerzahl der politischen Bezirke | Dichte |
| Stadt Görz | I | 30 995 | 1348 |
| Görz Land | Canale, Görz, Haidenschaft | 73 861 | 97 |
| Gradisca | Cormons, Gradisca | 34 155 | 182 |
| Monfalcone | Cervignano, Monfalcone | 53 010 | 122 |
| Sefana | Komen, Sefana | 30 461 | 65 |
| Tolmein | Flitsch, Karfreit, Kirchheim, Tolmein | 28 239 | 37 |
Politische Verwaltung und Einteilung der Markgrafschaft Istrien:
Die Markgrafschaft Istrien untersteht der k.k. Statthalterei in Triest. Die autonomen Angelegenheiten und die Landesgesetzgebung liegen in den Händen des istrischen Landtages, der in Parenzo tagt. Er zählt:
Das ganze Land zählt 54 Ortsgemeinden und 558 Ortschaften.
| Politischer Bezirk | Gerichtsbezirk | Einwohnerzahl der politischen Bezirke | Dichte |
| Stadt | I | 12 313 | 199 |
| Capodistria | Capodistria, Piguente, Pirano | 89 393 | 108 |
| Lussin | Cherso, Lussin | 21 260 | 42 |
| Mitterburg | Albona, Mitterburg | 48 518 | 56 |
| Parenzo | Buje, Montona, Parenzo | 61 358 | 77 |
| Pola | Dignano, Pola, Rovigno (Land) | 94 983 | 132 |
| Veglia | Veglia | 21 259 | 50 |
| Volosca | Castelnuovo, Volosca | 54 472 | 72 |
Politische Verwaltung und Einteilung der Reichsunmittelbaren Stadt Triest und ihr Gebiet
Triest Stadt, Trieste Citta (1900)
| Bezirke | Einwohner |
| I. Bezirk | 15 975 |
| II. Bezirk | 21 243 |
| III. Bezirk | 19 889 |
| IV. Bezirk | 21 159 |
| V. Bezirk | 34 399 |
| VI. Bezirk | 19 525 |
| Militär | 1953 |
| Summe | 134 143 |
| Triest Vororte, Trieste Suborbio | 36 679 |
| Triest Gebiert, Trieste Altipiano | 7 777 |
| Gesamtsumme | 178 599 |

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