|
|
![]() |
|
|
| Senden Speichern Drucken |
Stadt im Kaisertum Österreich, Markgrafschaft Istrien (Küstenland) und Hauptkriegshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie
Stadt im Kaisertum Österreich, Markgrafschaft Istrien (Küstenland) und Hauptkriegshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie
Pola 36.227 (als Gemeinde 45.205) Einwohner (1905)![]()
![]() |
Pola (serbokroatisch Pula) ist eine Stadt im Kaisertum Österreich, Markgrafschaft Istrien (Küstenland), an der Westküste der Halbinsel, nahe ihrer Südspitze, im Innern einer Bucht, die den geräumigen und sichern Hafen von Pola bildet, an der Staatsbahnlinie Triest-Pola gelegen, ist der Hauptkriegshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie und eine Festung ersten Ranges. Pola zählt (1900) unter Einschluss der 7657 Militärpersonen 36.227 (als Gemeinde 45.205) Einwohner, davon 24.056 mit italienischer, 10.388 mit serbokroatischer und 4654 mit deutscher Umgangssprache.
|
|
|
|||
| Gruß von der Marine | Gruß aus Pola | Kaiser-Seemanöver bei Pola 1902 |
|
|
||
| Pola - Tegetthoff-Monument | Pola - K.u.K. Maschinenschule |
Die eigentliche Stadt besitzt an bemerkenswerten Bauten einen Dom
(dreischiffige Basilika mit antiken Säulen) von 1451, das ehemalige Kloster
San Francesco (jetzt Militärmagazin) mit romanischem Portal und schönem
Kreuzgang, das Admiralitätsgebäude, das Stadthaus (13. Jahrhundert), das
Theater und das Marinekasino. Bedeutend sind die Denkmäler aus der Römerzeit.
Die Porta Aurea ist ein zierlicher, 8,5 m hoher, von der Familie der Sergier
errichteter Triumphbogen, mit korinthischen Säulen, Basreliefs und zwei
Viktorien. An der Nordseite des Kastellhügels befinden sich die Porta Ercole
(Herculea) und das eigentliche Haupttor, die Porta Gemina (Jovia). Das großartigste
Werk ist aber das Amphitheater, wahrscheinlich 69–89 n. Chr. von Vespasian
ausgeführt, oval, 137,4 Meter lang, 110,5 Meter breit und 24 Meter hoch,
aus weißem Kalkstein erbaut, in zwei Ordnungen je 72 Bogen enthaltend, von
denen jedoch in der untern Reihe 32 zum Teil oder ganz wegfallen, da sich
das Gebäude im Osten an einen Hügel lehnt. Gegenwärtig steht nur die äußere
Umfassung noch aufrecht. Das Amphitheater fasste ca. 20.000 Menschen. Am
großen Platz, dem alten Forum, befindet sich der Tempel des Augustus und
der Roma (19 v. Chr.), 8,3 Meter hoch, 15,7 Meter breit, mit einer Vorhalle
von korinthischen Säulen und trefflichen Ornamenten am umlaufenden Fries,
und ein angeblich der Diana geweihter Tempel, von dem nur noch die Rückseite
erhalten ist.
|
|
||
| Pola - Piazza Foro | Pola - Arena |
Abgesehen von der Beschäftigung bei den Marineanstalten wird hauptsächlich Handel und Steingewinnung betrieben. 1904 sind im Handelshafen von Pola 2614 beladene Schiffe von 593.087 Tonnen eingelaufen. Pola ist Sitz des Hafenadmiralats, des Hafen- und Seearsenalkommandos, einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts, eines Hafenkapitanats und eines Domkapitels; es besitzt ein deutsches Obergymnasium, eine von der Marineverwaltung unterhaltene deutsche Unterrealschule, ein italienisches Mädchenlyzeum, ein städtisches archäologisches Museum, Bibliothek, Sparkasse, ein Marine- und ein Zivilspital und ein Marinegefangenhaus. Pola ist mit einer Wasserleitung, elektrischer und Gasbeleuchtung versehen und hat eine elektrische Straßenbahn, neue Markthallen und eine Seebadeanstalt. Ein beliebter Spaziergang ist der östlich von der Stadt gelegene Kaiserwald.
|
|
||
| Pola - Staatsbahn | Pola - Markthalle |
Die Stadt, am Polaticum promontorium (jetzt Punta di Promontorio) gelegen, nach Beendigung des istrischen Krieges (178 v. Chr.) und dem Falle Nesaktons, dessen Trümmer in der Nähe von Pola zu sehen sind, wie Triest als Militärkolonie von den Römern gegründet, wurde 39 v. Chr. von Augustus zerstört, 33 aber unter dem Namen Pietas Julia wieder aufgebaut und entwickelte sich zum Hauptort Istriens; es war reich an prächtigen Gebäuden (besonders das Amphitheater), hatte Bäder, Aquädukte und eine Bevölkerung von 36.000 Menschen. Besonders begünstigt wurde Pola vom Kaiser Septimius Severus, der früher Statthalter von Istrien gewesen. Zu seiner Zeit führte Pola den stolzen Namen einer Respublica Polensis und erreichte damals seine höchste Blüte. Im Mittelalter Vorort Istriens und als ehemalige Römer-, dann mittelalterliche Bischofsstadt im Besitz eines bedeutenden Territoriums, einer Contea (Grafschaft), wurde es 1148 von den Venezianern, 1192 von den Pisanern und dann wieder von den Venezianern erobert. Infolge einer Empörung wurde die Stadt 1267 abermals verwüstet. 1379 erfochten die Genuesen bei Pola einen Seesieg über die Venezianer und zerstörten die Stadt vollständig. Mit Istrien kam sie 1797 an Österreich.
|
|
||
| Pola - Schiffe in I. Reserve | Pola - Riva |
Pola (Pula) nach dem Ende der Donaumonarchie
Als sich am Ende des Ersten Weltkrieges am 29. Oktober
1918 der neue südslawische Staat bildete und
Österreich-Ungarn dadurch seinen
Zugang zum Meer verlor, ordnete Kaiser Karl
I. am 30. Oktober an, die k.u.k. Kriegsflotte
den Südslawen zu übergeben. Am 31. Oktober 1918 nahm Konteradmiral Horthy
in Pola befehlsgemäß die Übergabe vor: Die österreichische
Kriegsflagge wurde eingeholt, die südslawische
aufgezogen, südslawische Marineoffiziere übernahmen das Kommando.
Dennoch wurde das Schlachtschiff SMS Viribus Unitis, das nunmehr „Jugoslavia“
hieß und nach wie vor der Stolz der Flotte war, am 1. November 1918 um 6
Uhr früh von zwei italienischen Kampfschwimmern versenkt, die mittels eines
umgebauten Torpedos Sprengsätze am Rumpf verteilt und gezündet hatten. Über
400 Seeleute starben, darunter auch der letzte Kommandant des Schiffes,
Janko Vukovic de Podkapelski; zu seinen und der anderen Gefallenen Ehre
wurde in Pola eine Gedenktafel angebracht.
Nach dem Waffenstillstand
vom 3. November 1918 wurde Pola bis zum 9. November von italienischen Truppen
besetzt, die die Flotte übernahmen, und kam durch den Vertrag von Saint-Germain
und weitere Friedensverträge 1919 ebenso wie ganz Istrien zu Italien.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt im Mai 1945 von jugoslawischen
Truppen eingenommen und wie fast ganz Istrien der jugoslawischen Teilrepublik
Kroatien angeschlossen, was im italienisch-jugoslawischen Pariser Friedensvertrag
von 1947 bestätigt wurde. Ein Großteil der italienischen Bevölkerungsgruppe
verließ daraufhin die Stadt Richtung Italien. 30.000 der 34.000 Italiener
wählten das Exil.
Dazu beigetragen hat das Massaker von Vergarola.
Am 18. August 1946 explodierten in der Nähe des Strandes in der Bucht von
Vergarola bei Pula während des Fests eines italienischen Sportclubs in einem
Pinienwald gelagerte Minen, die schon entschärft worden waren, mit neun
Tonnen Sprengstoff. Die Explosion wurde dem jugoslawischen Geheimdienst
OZNA angelastet und forderte 65 registrierte, wahrscheinlich deutlich mehr
Todesopfer.
Wie ganz Kroatien war Pula bis 1991 Teil Jugoslawiens.
Die Pula vorgelagerte Insel Brioni (wie sie in ausländischen Medien zitiert
wurde) bzw. Brijuni erlangte internationale Bekanntheit, weil der jugoslawische
Staatschef Marschall Tito dort seine Sommerresidenz einrichtete, wo er von
Staatsmännern aus aller Welt besucht wurde.
(Geschichtsteil 1918 - 1991 - Quelle: wikipedia Pula)

![]()
Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:
-[ Deutsches Kaiserreich ]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine ]-
-[ Donaumonarchie Österreich-Ungarn ]- -[ Liechtenstein ]- -[ Schweizer Eidgenossenschaft ]-
-[ Deutsch-Dänischer Krieg ]- -[ Deutscher Krieg ]- -[ Deutsch-Französischer Krieg ]-
-[ Briefmarken 1871-1918 ]- -[ Boxeraufstand 1900/01 ]- -[ Marokkokrise 1905/11 ]-
Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de
Besucher