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Karl Liebknecht

Deutscher Politiker

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht

* 13.08.1871 in Leipzig

† 15.01.1919 in Berlin (ermordet)

Vater: Wilhelm Liebknecht

Mutter: Nathalie, geborene Reh

 

Karl Liebknecht

Lebenslauf

Karl Liebknecht wurde am 13. August 1871 als Sohn von Wilhelm Liebknecht und Nathalie, geb. Reh in Leipzig (Königreich Sachsen) geboren. Schon früh lernte er die behördlichen Repressionen im Deutschen Kaiserreich gegen die sozialdemokratische Bewegung kennen.

Er studierte von 1890-93 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Berlin und Leipzig. 1899 gründete er mit seinem Bruder Theodor eine Anwaltspraxis in Berlin und führte hauptsächlich politische Prozesse.

Von 1901-13 war Karl Liebknecht Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. 1908 wurde er auch Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und 1912, als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, Abgeordneter des Reichstages.

Karl Liebknecht vor dem Reichstag: "Es ist keine Flottenbegeisterung, es ist eine Flottenschwindel ... Die Flottenbegeisterung ist nicht von unten heraufgekommen, sie ist von oben gemacht worden ... Wir wissen gar wohl, welche Ziele die Flottenvorlage hat: die Stärkung des Militarismus und des Kapitalismus ... 5000 Millionen werfen wir ins Wasser für die Flotte, nach diesem Gespenst von Weltmachtpolitik und der Flottenherrschaft, aber für das Elend vor unserer Tür haben wir kein Geld ..."

Karl Liebknecht stimmte im Dezember 1914 und August 1915 als einziger Abgeordneter im Reichstag gegen die Kriegskreditvorlagen und trat als scharfer Gegner der Mehrheitssozialisten im Januar 1916 aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion aus, nachdem diese seinen Ausschluss beschlossen hatte. Am 1. Mai 1916 wurde er bei einer öffentlichen Kundgebung in Berlin verhaftet und zu 2½ Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Oktober 1918 wurde er begnadigt und trat gemeinsam mit Rosa Luxemburg als Führer der Spartakusbewegung gegen das Bürgertum und die neue Regierung auf.

Karl Liebknecht, 1918

Karl Liebknecht, 1918

 

Am 9. November 1918, 16 Uhr, rief Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses die "Sozialistische Republik" aus. Zwei Stunden zuvor hatte Philipp Scheidemann vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die "Deutsche Republik" proklamiert. Neben Rosa Luxemburg und Leo Jogiches gehörte er zu den Gründern und Führern der Kommunistischen Partei Deutschlands. In seinen Reden rief er wiederholt zum Sturz der sozialdemokratischen Regierung Ebert und Scheidemann auf. Durch seine Agitation für die "Diktatur des Proletariats" veranlasste er 1919 den Januaraufstand (Spartakusaufstand) in Berlin.

Karl Liebknecht wurde von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützendivision gefangen genommen und am 15. Januar 1919 ermordet. Sein Grab ist auf Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde zu finden.

Balkon des Berliner Schlosses

Balkon des Berliner Schlosses, von dem Karl Liebknecht die "Sozialistische Republik" ausrief.

Ehemaliges Staatsratsgebäude der DDR, Berlin im Februar 2005

 

Von Karl Liebknecht erschien:

  • 1907 "Militarismus und Antimilitarismus"
  • 1919 "Das Zuchthausurteil"
  • 1920 "Briefe aus dem Felde"
  • 1921 "Reden und Aufsätze"
  • 1921 "Politische Aufzeichnungen aus seinem Nachlaß"
  • 1922 "Studien über die Bewegungsgesetze der menschlichen Gesellschaft"

 

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht - Briefmarke DDR 1951 Karl Liebknecht - Briefmarke DDR 1971
Karl Liebknecht - Briefmarke DDR 1951 Karl Liebknecht - Briefmarke DDR 1971

 

Liebknecht-Luxemburg-Lied

 

Auf, auf zum Kampf
1919 unbekannter Texter (Umdichtung eines Soldatenliedes)

Auf, auf zum Kampf, zum Kampf!
Zum Kampf sind wir geboren.
Auf, auf zum Kampf, zum Kampf,
zum Kampf sind wir bereit!
Dem Karl Liebknecht haben wir's geschworen,
der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand!

Wir fürchten nicht, ja nicht,
den Donner der Kanonen!
Wir fürchten nicht, ja nicht,
die Noskepolizei!
Den Karl Liebknecht haben wir verloren,
die Rosa Luxemburg fiel durch Mörderhand.

Es steht ein Mann, ein Mann,
so fest wie eine Eiche.
Er hat gewiß, gewiß
schon manchen Sturm erlebt.
Vielleicht ist er schon morgen eine Leiche,
wie es so vielen unsrer Brüder ging.

Auf, auf zum Kampf, zum Kampf!
Zum Kampf sind wir geboren.
Auf, auf zum Kampf, zum Kampf,
zum Kampf sind wir bereit!
Dem Karl Liebknecht haben wir's geschworen,
der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand!

Gustav Noske, ein Sozialdemokrat, war Mitglied des Rates der Volksbeauftragten und ging mit harter Hand gegen die Spartakisten vor. Als er in einer Rede vor der Nationalversammlung, am 13. März 1919, die aufständischen Märzkämpfer als "Hyänen der Revolution" bezeichnete, kam es zu Tumulten.

 

Ursprünglicher Text zum Lied:

1. Auf, auf zum Kampf, zum Kampf!
Zum Kampf sind wir geboren!
Auf, auf zum Kampf, zum Kampf,
zum Kampf fürs Vaterland.
|: Dem Kaiser Wilhelm haben wir's geschworen,
Dem Kaiser Wilhelm reichen wir die Hand. :|

2. Was macht der Sohn, der Sohn
der Mutter soviel Schmerzen,
bis daß sie ihn, ja ihn,
zum Kampfe auferzieht.
|: Die Liebe trägt sie stets in ihrem Herzen;
drum, Sohn, vergiß es deiner Mutter nie! :|

3. Der Vater weint, ja weint,
um seines Sohnes Leben,
dieweil er ihn, ja ihn
zum letzten Mal gesehn,
|: reicht ihm die Hand, gibt ihm den Abschiedssegen:
Wer weiß, mein Sohn, ob wir uns wiedersehn. :|
4. Ein Mädel weint, ja weint
schon viele lange Jahre
um den Geliebten
manche bittre Stund.
|: Den sie geliebt, er schlummert längst im Grabe,
dieweil er ward vom Feinde schwer verwundt. :|

5. Es steht ein Mann, ein Mann,
so fest wie eine Eiche!
Er hat gewiß, gewiß,
schon manchen Sturm erlebt!
|: Vielleicht ist er schon morgen eine Leiche,
Wie es so manchem seiner Brüder ging. :|

6. Wir fürchten nicht, ja nicht,
den Donner der Kanonen,
ob er uns gleich, ja gleich
zum Untergange ruft.
|: Drum wollen wir es nochmals wiederholen:
Der Tod im Felde ist der schönste Tod. :|

 

 

   

 

 

 

 


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