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Grafschaft Schellenberg und Herrschaft Vaduz mit der Landeshauptstadt Vaduz
in zeitgenössischen Postkarten und Texten

Landesfarben - Fahne Fürstentum Liechtenstein (1852-1921)
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Fürstentum Liechtenstein - Lagekarte 1914 | Wappen Fürstentum Liechtenstein | Fürstentum Liechtenstein - Landkarte 1914 |
Geschichte
Das Haus Liechtenstein, eines der ältesten Österreichs, teilte sich 1582 in die Karlsche und die Gundakersche Linie. Erstere erwarb 1614 das Fürstentum Troppau (Schlesien), 1623 Jägerndorf, 1699 und 1708 die reichsunmittelbaren Grafschaften Vaduz und Schellenberg und starb 1712 aus, worauf alle Besitzungen an die Gundakersche Linie fielen, die 1723 für die 1719 zu zu einem reichsunmittelbaren Fürstentum Liechtenstein erhobenen Herrschaft Vaduz und Schellenberg Sitz und Stimme auf dem Reichstag erhielt. Fürst Johann Joseph (1760-1836) zeichnete sich 1788 im Türkenkrieg und als österreichischer Feldmarschall in den Kriegen gegen Napoleon I. aus. Letztmalig Krieg herrsche im Jahr 1799, als die Franzosen das vorarlbergische Feldkirch belagerten. 1806-15 war das Land Mitglied im Rheinbund. Von 1815 bis 1866 war Liechtenstein Mitglied im Deutschen Bund. Seit 1866 ist das Fürstentum Liechtenstein ein souveränes Staat, bildete von 1876 bis 1918 mit Vorarlberg ein gemeinsames Zoll- und Steuergebiet und war politisch eng mit der österreichisch-ungarischen Monarchie verbunden. Die Verfassung von 1862 war eine konstitutionell monarchische; der Landtag bestand aus 15 Mitgliedern, 3 wurden durch den Fürsten ernannt, die übrigen gingen aus indirekten Wahlen hervor.
Das Fürstentum besteht aus der Grafschaft Schellenberg im Norden und der Herrschaft Vaduz im Süden.
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Vaduz mit dem Schloss
Daten
Hauptstadt: Vaduz (1876: 921 Einwohner)
Gemeinden: Balzers, Eschen, Gampril, Mauren, Planken, Ruggell, Schaan, Schellenberg, Triesen, Triesenberg, Vaduz
Größe: 160 km² (Nord-Süd-Ausdehnung 25 km, West-Ost-Ausdehnung 12 km), höchster Berg ist der Vorder-Grauspitz mit 2599 m.
Bewohner: Alemannen, die sämtlich katholisch sind.
Gerichtswesen: Bis 1921 war die höchste Justizbehörde das Oberlandesgericht in Innsbruck (Tirol).
Militär existiert nicht, seit es im Jahr 1868 aufgelöst wurde.
Nationalfeiertag ist der 23. Januar (Jahr 1719 - Unabhängigkeitstag).
Wirtschaft: Die Haupterwerbsquelle ist die Landwirtschaft. Der Viehstand beläuft sich (1876) auf 350 Pferde, 5300 Rinder, 1100 Schafe, 2000 Ziegen und 1700 Schweine. Als Alpenland besitzt Liechtenstein vorzügliche Weiden und große Wälder. Etwas Weinbau am Rhein.
Schloss Vaduz (Liechtenstein)
Währungen und Münzen
| . | 1924 neue Währung: |
| 1 Österreichische Krone = 100 Heller | 1 Schweizer Franken = 100 Rappen |
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| Liechtenstein 1 Krone (1900) | Liechtenstein 1 Franken (1924) |
Postwesen und Briefmarken
Seit 1850 wurden im Fürstentum die Briefmarken Österreichs verwendet. Am 1. Februar 1912 erschienen die ersten liechtensteinischen Briefmarken der k. k. österreichischen Post. Die österreichische Posthoheit endete am 1.März 1920. Am 1. Februar 1921 trat das Postabkommen mit der Schweiz in Kraft. Der Schweizer Franken (= 100 Rappen) ersetzte die österreichische Währung (Krone/Heller).
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Liechtenstein Nr. 1, 2 und 3:
5, 10, und 25 Heller K. K. Österr. Post im Fürstentum Liechtenstein (Bildnis des Fürsten Johannes II.)
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Fürstlich Liechtensteinische Post (1920)
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Ab 1.2.21 neue Währung: 1 Franken = 100 Rappen
Regenten
| Regentschaft | Name | Lebensdaten |
| 1608 - 1627 | Fürst Karl I. | 1608 - 1627 |
| 1627 - 1684 | Fürst Karl Eusebius | 1611 - 1684 |
| 1699 - 1712 | Fürst Hans-Adam I. | 1657 - 1712 |
| 1712 - 1718 1732 - 1745 1748 - 1772 | Fürst Josef Wenzel | 1696 - 1772 |
| 1718 - 1721 | Fürst Anton Florian | 1656 - 1721 |
| 1721 - 1732 | Fürst Josef Johann Adam | 1690 - 1732 |
| 1732 - 1748 | Fürst Johann Nepomuk Karl | 1724 - 1748 |
| 1772 - 1781 | Fürst Franz Josef I. | 1726 - 1781 |
| 1781 - 1805 | Fürst Alois I. | 1759 - 1805 |
| 1805 - 1836 | Fürst Johann I. | 1760 - 1836 |
| 1836 - 1858 | Fürst Alois II. | 1796 - 1858 |
| 1858 - 1929 | Fürst Johann II. | 1840 - 1929 |
| 1929 - 1938 | Fürst Franz I. | 1853 - 1938 |
| 1938 - 1989 | Fürst Franz Josef II. | 1906 - 1991 |
| 1989 | Fürst Hans-Adam II. | 1945 |
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Schaan in Liechtenstein
Nationalhymne
Oben am deutschen Rhein, Text: Jakob Joseph Jauch (1802-1859) geschrieben 1850, Melodie: "God save the Queen". Im Jahr 1963 wurde alle Bezüge zu Deutschland gestrichen, so z.B. die 1. Zeile "Oben am deutschen Rhein" in "Oben am jungen Rhein" geändert
Das Fürstentum Liechtenstein nach 1918:
| 1919 | Kündigung des Zollvertrages mit Österreich. |
| 1921 | Einführung einer neuen Landesverfassung (konstitutionelle Monarchie mit demokratisch-parlamentarischer Regierungsform). Staatsoberhaupt ist der regierende Fürst. Die 25 Abgeordneten des Landtags (Parlament) werden auf 4 Jahre gewählt. |
| 1923/24 | Zoll- und Währungsunion mit der Schweiz. |
| Herbst 1927 | Das Rheinhochwasser im Herbst 1927 überschwemmte mehr als die Hälfte des Fürstentums. Zu Linderung der Not in den betroffenen Gebieten verausgabt die Liechtensteiner Post Nothilfemarken:
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| 1938 | Fürst Franz Josef II siedelt von Wien nach Vaduz über. |
| 1939 | Der Putsch der "Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein" scheitert. |
| 1939-45 | Während des II. Weltkrieges verhält sich Liechtenstein strikt neutral. |
| 1986 | Einführung des Frauenwahlrechts. |
| 1990 | UN-Mitgliedschaft |
Landesflagge Fürstentum Liechtenstein seit 1982
2002: 33 863 Einwohner
Portal des Fürstentums Liechtenstein
Wappen
Darstellung des großen Staatswappens auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung der Regierungskanzlei der Liechtensteinischen Landesverwaltung.

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