---- Menüleiste laden
Senden   Speichern   Drucken

Münzen

Gold- und Silbermünzen des Deutschen Reichs 1871-1918 (Kaiserreich)

Münzen Deutsches Reich - Geldscheine Deutsches Reich - Geldscheine Deutsch-Ostafrika - Münzen Deutsch-Ostafrika - Geldscheine Österreich-Ungarn - Münzen Schweiz

Münzen Deutschlands (Kaiserreich) - 1 Mark = 100 Pfennig

Münzen Deutschlands (Kaiserreich) - 1 Mark = 100 Pfennig

 

Im 9. Jahrhundert wurde aus dem allgemeinen germanischen Wort marka (obrigkeitliches Zeichen) die Bezeichnung für eine Gewichtsmasse, deren bekannteste die Kölner Mark (233,75 Gramm); Wiener Mark (276,98 Gramm) und die Pariser Troymark (244,75 Gramm) geworden sind. Sie wurden im Mittelalter durch gravierte Barren mit Geldeigenschaften dargestellt. Unterteilungen sind Lot und Quentchen.

Im 16. Jahrhundert wurde in Norddeutschland ein Mark genanntes, etwa Halbtaler großes Stück geprägt. Der Name, der in Hamburg als Mark Banco weiterlebte, wurde 1871 nach der Reichsgründung der neuen deutschen Währungseinheit zugrunde gelegt.

Anfang des 19. Jahrhunderts zeigte sich die Zerrissenheit Deutschlands auch auf dem Gebiet des Postwesens und des Münzfußes. Es gab innerhalb des Deutschen Bundes 18 verschiedene Postverwaltungen, von denen die österreichische Liechtenstein, die preußische die anhaltischen Lande, Waldeck, die schwarzburgischen Unterherrschaften und Birkenfeld umfasste, während zum Thurn- und Taxisschen Postverein Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg-Gotha, Sachsen-Meiningen, Nassau, die schwarzburgischen Oberherrschaften, Hohenzollern, die reußischen und lippeschen Lande und Frankfurt a. M. gehörten. Was das Münzwesen anbetrifft, so herrschte bis zur Münzkonvention von 1857 eine den Handel schwer schädigende Verschiedenheit in den einzelnen Bundesstaaten. In Preußen prägte man aus einer kölnischen Mark Feinsilber (233,855 Gramm), à 16 Lot Silber, 14 Taler, in Süddeutschland 24½ Gulden oder 16 1/3 Taler, in Österreich 20 Gulden oder 13 1/3 Taler. Während die Staaten des Zollvereins sich schon 1838 über das Wertverhältnis der süddeutschen Münzen zu den preußischen einigten, verzögerte sich die Einigung mit Österreich (inklusive Liechtenstein) bis zur genannten Konvention. Darin wurde statt der kölnischen Mark das Zollpfund, à 500 g, als Einheit festgestellt; aus einem Pfund fein Silber sollten in Norddeutschland 30 Taler, in Süddeutschland 52½ Guld. (süddeutsche Währung) und in Österreich 45 Gulden geprägt werden. Doch blieb der 14-Talerfuß in beiden Mecklenburg bestehen und wurde auch von Hamburg und Lübeck angenommen, wo man bisher nach Mark Banko (zu 16 Schilling à 12 Pf. = 1 M 51,685 Pf.) gerechnet hatte. In Bremen rechnete man nach Louisdoren (à 5 Taler), in Holstein-Lauenburg nach dänischen Reichstalern, in Luxemburg wie im Zollverein, in Limburg nach holländischen Gulden.

Die Goldmark kommt!

Die Goldmark kommt - Franc, Taler und Silbergroschen gehen - 31. Dezember 1871:

"In der Silvesternacht verschwinden einige alte Bekannte auf Nimmerwiedersehen aus dem öffentlichen Leben."

 

Mit der Gründung des Deutschen Reiches verschwanden Taler (Thaler) und Gulden. Am 4. Dezember 1871 trat das Reichsmünzgesetz in Kraft, die Mark wird einheitliches Zahlungsmittel im Reichsgebiet. Dieser Übergang zog sich von 1871 bis 1876 hin. An Stelle der verschiedenen Währungseinheiten der einzelnen Länder tritt die Goldmark zu 100 Pfennig als neue Rechnungseinheit. Als Goldmünze wird das Zehnmarkstück mit der Bezeichnung Krone eingeführt. Daneben werden Doppelkronen und halbe Kronen (Zwanzigmark- und Fünfmarkstücke) herausgebracht. An Scheidemünzen werden Silbermünzen von 20 Pfennig bis zu fünf Mark, Kupfer-Nickelmünzen zu fünf und zehn Pfennig sowie Kupfermünzen zu ein und zwei Pfennig in Umlauf gebracht. Die Ausgabe von Banknoten obliegt mehreren Privatnotenbanken.

Auch die Übergangsjahre zur Mark hatten ihre Vertrauenskrise. Bedingt durch den ab Mitte 1874 sinkenden Außenwert der deutschen Währung drohten die neuen Reichsgoldmünzen ein Jahr lang durch Export aus dem deutschen Geldumlauf zu verschwinden; die Notenbanken lösten ihre Banknoten nicht in Gold-, sondern in Silbermünzen ein. Auf Goldmünzen im Umlauf und Goldeinlösung der Banknoten ruhte aber das Vertrauen in die neue Währung. Es konnte sich erst einstellen, nachdem ab Mitte 1875 aufgrund steigender Mark-Kurse Gold wieder verstärkt nach Deutschland floss und die wichtigste deutsche Notenbank, die Preußische Bank als Vorgängerin der Reichsbank, ihre Banknoten auf Verlangen zuverlässig in Gold einlöste.

1 Gulden 1866 - Ludwig II. König von Bayern 1 Taler 1854 - Johann König von Sachsen 

1 Gulden 1866 - Ludwig II. König von Bayern

1 Taler 1854 - Johann König von Sachsen

175 Gulden = 100 Taler = 300 Mark

Die Umrechnung auf die Mark war in den norddeutschen Talergebieten einfacher, in den süddeutschen Guldengebieten schwieriger. Die Umrechnung von 1 Taler auf 3 Mark war glatt und einfach; schwieriger war allerdings die Umrechnung der alten preußischen Pfennige. Kompliziert war die Umrechnung in Süddeutschland - 1 Gulden = 1 Mark 71 3/7 (gesetzlich zu 1,71 Mark gerundet).

 

Der Übergang zur Mark belastete die Bevölkerung. Recheneinheit und Zahlungsmittel wurden nicht kongruent umgestellt. Die norddeutschen Gebiete, Hessen und Baden gingen am 1. Januar 1875 zur Mark-Rechnung über, Württemberg am 1. Juli 1875, Bayern am 1. Januar 1876. Die neuen Mark-Zahlungsmittel kamen ab 1872, aber nur peu à peu, in den Umlauf. So wurden zunächst Rechnungen noch in Taler oder Gulden ausgestellt, aber schon teilweise in Mark und Pfennig bezahlt, später wurde dann in Mark gerechnet, aber zum Teil noch mit Gulden- oder Talergeld bezahlt. Das machte zumindest zwischen 1874 und 1876 ständiges Hin- und Herrechnen notwendig.

Die Mark-Einführung war häufig mit Verlust verbunden. Für die deutschen Münzen, Banknoten und staatlichen Kassenscheine wurden, zum Teil kurze, Einlösefristen festgesetzt, nach deren Ablauf sie (bis auf einen etwaigen Metallwert und wenn nicht Kulanzregelungen griffen) wertlos wurden. Abgenutzte Goldmünzen wurden in der Regel nur noch zum Metallwert eingelöst. In- und ausländische Zahlungsmittel, die an öffentlichen Kassen nicht mehr angenommen wurden oder deren Umlaufverbot kurz bevorstand, akzeptierte man im Alltag nur noch mit Abschlägen oder gar nicht mehr.

Die Einheitswährung Mark und Pfennig löste insgesamt acht Geldsysteme mit 119 verschiedenen Münzsorten wie Taler und Groschen ab. Mit Ausnahme der Vereinstaler, die bis 1908 gültig blieben, wurden diese Münzen zwischen 1873 und 1878 eingezogen. Die französischen Münzen in Elsass-Lothringen verdrängte man mit einem Trick, indem man sie gegenüber der Reichswährung unter Wert einstufte.

 

Münztabelle 1890

Staaten Münzeinheiten Ø Kurs zur Mark
Belgien 1 Frank = 100 Centimes  0,81
Dänemark 1 Krone = 100 Öre  1,125
Deutsches Reich 1 Mark = 100 Pfennig  -
Frankreich 1 Frank = 100 Centimes  0,81
Griechenland 1 Drachma = 1000 Lepta = 1 Frank  0,81
Großbritannien und Irland 1 Pfund Sterling = 20 Schilling zu 12 Pence 20,40
Italien 1 Lira = 100 Centesimi  0,81
Luxemburg 1 Frank = 100 Centimes  0,81
Niederland 1 Gulden = 100 Cents  1,70
Österreich und Liechtenstein 1 Gulden österr.W. = 100 Kreuzer Silber oder Papier  1,70
Portugal 1 Milreis = 100 Reis  4,50
Rumänien 1 Piaster
1 Leu zu 100 Ban Para
 0,30
 0,81
Russland 1 Papier(Silber)Rubel = 100 Kopeken
1 Goldrubel
 1,77
 3,20
Schweden und Norwegen 1 Krone = 100 Öre  1,125
Schweiz 1 Frank = 100 Centimes (Rappen  0,81
Spanien 1 Peseta = 100 Cents
1 Duro = 20 Reales
1 Piaster = 100 Cents
100 spanische Realen
 0,81
 4,14
 4,00
21,00
Türkei 1 Piaster = 40 Para zu 3 Kurant-Asper  0,18
USA 1 Dollar = 100 Cents  4,25

 

Münzen

Deutsches Reich 1871 - 1918

(Abbildungen nicht maßstabsgetreu!)

 

Goldmünzen

Mit Gründung des deutschen Kaiserreichs wurden die ersten Goldmünzen (900er Feingehalt) in der neu eingeführten Markwährung geprägt. Numismatisch erstmals belegt durch die 20-Mark-Ausgabe Preußens von 1871. Sie zeigt das Porträt des frisch zum Kaiser gekrönten Wilhelm I. und trägt die Randinschrift: Gott mit uns. Die Umschrift der vom Hofmedailleur Friedrich Wilhelm Kullrich gestalteten Münze lautet: "Wilhelm deutscher Kaiser König v. Preussen". Auf der Rückseite ist der gekrönte Reichsadler mit großem Brustschild zu sehen, umkränzt von der Kette des Schwarzen-Adler-Ordens.

Deutsches Reich 20 Mark, Ausgabe Preußens von 1871

Deutsches Reich 20 Mark (Gold), Ausgabe Preußens von 1871 - großes Brustschild

 

Von der Münze wurde knapp über eine halbe Million geprägt. Im Gründungsjahr 1871 nur eine 20-Mark-Goldmünze. Im folgenden Jahr erhöhte sich die Auflage der in Berlin geprägten Goldmünze auf nahezu acht Millionen, weshalb die 1872er Ausgaben in den einschlägigen Münzkatalogen (je nach Erhaltungszustand) heute relativ günstig liegen. Weitere 20-Mark-Goldmünzen in sechs- bis siebenstelligen Auflagen wurden ab 1872 auch in den Großherzogtümern Baden und Hessen, sowie den Königreichen Bayern, Sachsen und Württemberg geprägt. Sie tragen das Porträt des jeweiligen Regenten, während die Randinschrift "GOTT MIT UNS" sowie die Rückseiten aller Bundesstaaten einheitlich sind: Umschrift "Deutsches Reich" und Prägejahr, unten die Wertangabe, sowie zentral der gekrönte Reichsadler. Bis 1873 statt Mark nur ein "M" in der Aufschrift. In zwei Punkten jedoch veränderten sich die Rückseiten der Goldmünzen. Zum einen war die Währungsbezeichnung während den ersten drei Jahren des Kaiserreichs lediglich mit einem "M", stellvertretend für Mark, angegeben. Erst ab 1874 wurde das Wort ausgeschrieben, um die neue Währung stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1874 - großes Stadtwappen 10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1888 -  Stadtwappen mit Löwen 10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1899 - kleines Brustschild
10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1874 - großes Stadtwappen 10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1888 -  Stadtwappen mit Löwen 10 Mark, Ausgabe Hamburgs 1899 - kleines Brustschild auf Adler

 

Im gleichen Jahr erschienen auch die ersten 10-Mark-Goldmünzen, allerdings statt Randinschrift mit Arabesken. Ansonsten entsprachen sie vom Design her den Ausgaben mit Nennwert 20 Mark. Besonderheit: Die ab 1875 (dem Eröffnungsjahr der neuen Münzstätte) in der Freien und Hansestadt Hamburg geprägten Goldmünzen wichen von der sonst üblichen Porträtdarstellung auf der Vorderseite ab und zeigten stattdessen das behelmte, von zwei Löwen gehaltene Stadtwappen. Im ersten Ausgabejahr wurden diese 10-Mark-Münzen mit einer Auflage von über 600.000 Stück geprägt. Ab 1890 großer Adler, kleiner Schild.

Deutsches Reich 20 Mark, Ausgabe Preußens von 1890

Deutsches Reich 20 Mark, Ausgabe Preußens von 1890 - kleines Brustschild

 

Die zweite Änderung widerfuhr den Rückseiten der Kaiserreichmünzen 1890, als der kleine Adler mit dem großen Hohenzollernschild (Sinnbild für die Vorherrschaft Preußens) durch einen größeren Reichsadler mit verkleinertem Schild ersetzt wurde. Nach seiner Amtsübernahme im Dreikaiserjahr 1888 wollte Wilhelm II. ein Zeichen setzen und von nun an, nachdem sich das Kaiserreich etabliert und gefestigt hatte, die deutsche Einheit betonen. Der Entwurf des neuen Münzadlers stammt von Otto Schultz aus Berlin.

Friedrich Großherzog von Baden, 20 (Gold) Mark, 1872 Albert König von Sachsen - 10 (Gold) Mark, 1877 Karl König von Württemberg - 5 (Gold) Mark, 1877

20 Mark (Gold) = 1 Doppelkrone

1871-1915

Au 900 / Cu 100

7,965 g, Durchmesser 22,5 mm

10 Mark (Gold) = 1 Krone

1872-1914

Au 900 / Cu 100

3,982 g, Durchmesser 19,5 mm

5 Mark (Gold) = ½ Krone

1877-1878

Au 900 / Cu 100

1,991 g, Durchmesser 17 mm

 

1 Mark hat Ende des 19. Jahrhunderts den heutigen Gegenwert (Kaufkraft) von ca. 17,35 Euro (34 DM)!

Ein mittlerer Beamter erhielt im Kaiserreich ein monatliches Gehalt von 60 - 80 Mark.

20 Goldmark (1872) ≈ 320 Euro (3/2013)

Momentan ist der Goldpreis sehr stark gestiegen und kann sich täglich dramatisch ändern!

 

Münzgeschichtlich von Bedeutung sind auch die in den Jahren 1877 und 1878 geprägten 5-Mark-Goldmünzen des Kaiserreichs, die allerdings schon am 1. Oktober 1900 außer Kurs gesetzt wurden. Aufgrund ihrer geringen Größe, mit einem Durchmesser von gerade mal 17 Millimetern und knapp 2 Gramm Gewicht wogen sie nur die Hälfte bzw. ein Viertel der 10- und 20-Mark-Ausgaben, konnten sie sich in der Bevölkerung nicht durchsetzen und flossen immer wieder zur Reichsbank zurück. Von den regelmäßig geprägten 5-Mark-Silbermünzen unterschieden sich die Pendants in Gold außerdem in der Randgestaltung: Während die Silberlinge die Inschrift "GOTT MIT UNS" trugen, wiesen die Goldstücke einen glatten Rand auf. Die höchste Auflage erreichten die 1877 in Berlin geprägten 5-Mark-Goldmünzen mit über einer Million Exemplaren. Einige kleinere Bundesstaaten des Kaiserreichs benutzten Goldmünzen, um persönliche Jubiläen ihrer Landesherrscher zu würdigen. Doch fehlen Hinweise auf den jeweiligen Ausgabeanlass, da seinerzeit offiziell keine Gedenkmünzen in Gold geprägt wurden. Beispiele hierfür sind die seltenen 20-Mark-Goldmünzen des Herzogtums Anhalt von 1896 und 1901 zum 25jährigen Regierungsjubiläum bzw. 70. Geburtstag Friedrichs I. (1871 - 1904), oder die mit Nennwert 10 und 20 Mark geprägten Ausgaben des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin von 1901, zum Regierungsantritt von Friedrich Franz IV. nach dessen erreichter Volljährigkeit.

Deutsch-Ostafrika, 15 Rupien, 1916

Deutsch-Ostafrika, 15 Rupien (Gold), 1916

Au 750       7,168 g

15 Rupien = 20 Mark



Zu den letzten im deutschen Kaiserreich geprägten Goldmünzen, abgesehen von kolonialen 15-Rupien-Stücken Deutsch-Ostafrikas, gehören die 1914er Ausgaben mit Nennwert 20 Mark von Baden, Bayern, Sachsen, Sachsen-Meiningen und Württemberg. Den eigentlichen numismatischen Abschluss bildet die im Jahr 1915 geprägte 20-Mark-Goldmünze Preußens, die Kaiser Wilhelm II. in Uniform mit der Kette des Schwarzen-Adler-Ordens zeigt.

Deutsches Reich 20 Mark, Ausgabe Preußens von 1913

Deutsches Reich 20 Mark (Gold), Ausgabe Preußens von 1913

Kaiser Wilhelm II. in Uniform mit Kette des Schwarzen-Adler-Ordens

 

Infolge des Ersten Weltkriegs gelangte die Ausgabe nicht mehr in den Umlauf und kam stattdessen nach Spandau in den Juliusturm, wo seit 1874 der Reichskriegsschatz lagerte. Wie die anderen dort aufbewahrten 10- und 20-Mark-Goldmünzen ist sie deshalb heute noch häufig in guter Erhaltung zu finden.

Spandau - Juliusturm

Spandau - Juliusturm

"In diesem Turm befindet sich der deutsche Kriegsschatz im Betrage von 120 Millionen Mark in Gold"

 

Insgesamt wurden im deutschen Kaiserreich 2145 Tonnen Gold im Wert von über fünf Milliarden Mark verprägt, was rund 300 Millionen Goldmünzen entspricht. Interessant für den Sammler: Heute sind nur noch geringe Prozentsätze der ursprünglichen Auflagen vorhanden. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war mindestens ein Fünftel der Goldmünzen von der Industrie eingeschmolzen oder für Schmuckstücke verwendet worden. Zuzüglich der Verluste aus den beiden Weltkriegen haben sich die Goldmünzen des Kaiserreichs längst zu äußerst begehrten und dennoch zum Teil erschwinglichen Raritäten entwickelt, die ein wichtiges Stück deutscher Geschichte dokumentieren.

 

Silbermünzen

5 Mark 3 Mark 2 Mark

5 Mark (Silber)

1874-1915

Ag 900 / Cu 100

27,778 g, Durchmesser 38 mm

3 Mark (Silber) - "Taler"

1908-1918

Ag 900 / Cu 100

16,667 g, Durchmesser 33 mm

2 Mark (Silber)

1876-1915

Ag 900 / Cu 100

11,111 g, Durchmesser 28 mm

 

1 Mark ½ Mark

1 Mark (Silber)

1873-1916

Ag 900 / Cu 100

5,556 g, Durchmesser 24 mm

½ Mark (Silber)

1905-1919

Ag 900 / Cu 100

2,778 g, Durchmesser 20 mm

 

50 Pfennig

50 Pfennig (Silber)

1875-1903

Ag 900 / Cu 100

2,778 g, Durchmesser 20 mm

50 Pfennig (Silber)

1875-1903

Ag 900 / Cu 100

2,778 g, Durchmesser 20 mm

 

Silber- und Nickelmünzen

25 Pfennig 20 Pfennig

25 Pfennig (Nickel)

1909-1912

Ni

4,000 g, Durchmesser 23 mm

20 Pfennig (Silber)

1873-1877

Ag 900 / Cu 100

1,111 g, Durchmesser 16 mm

20 Pfennig (Kupfer-Nickel)

1887-1892

Cu 75 /Ni 25

6,250 g, Durchmesser 23 mm

 

 

Kupfer-Nickelmünzen

10 Pfennig 5 Pfennig

10 Pfennig (Kupfer-Nickel) - "Groschen"

1873-1915

Cu 75 /Ni 25

4,000 g, Durchmesser 21 mm

5 Pfennig (Kupfer-Nickel) - "Sechser"

1874-1915

Cu 75 /Ni 25

2,500 g, Durchmesser 18 mm

 

 

Kupfermünzen

2 Pfennig 1 Pfennig

2 Pfennig (Kupfer)

1873-1916

Cu 95 /Sn 04 /Zn 01

3,333 g, Durchmesser 20 mm

1 Pfennig (Kupfer)

1873-1916

Cu 95 /Sn 04 /Zn 01

2,000 g, Durchmesser 17,5 mm

 

Abkürzungen

Au Gold
Ag Silber
Cu Kupfer
Ni Nickel
Sn  Zinn
Zn Zink
 

Münzen waren in früheren Jahrhunderten, als die Mehrheit der Menschen weder lesen noch schreiben konnte, das ideale Kommunikationsmittel. Was durch jedermanns Hände ging, war am besten geeignet, die Macht des Staates und seiner Herrscher zu veranschaulichen und weiterzugeben. Symbolisch war zum Beispiel die Änderung der Adler-Darstellung auf den Münzen des Kaiserreiches: Kaiser Wilhelm II. verfügte nach seiner Amtsübernahme 1888, dass "Reichsadler und Reichskrone auf den Münzen künftig in anderer Form geführt werden" sollten. Der kleine Adler wurde 1890 durch den großen Reichsadler ersetzt und der Hohenzollernschild zu Gunsten des Adlers verkleinert. Das Deutsche Reich hatte sich etabliert, von nun an galt es, die Einheit zu betonen.

Nicht nur die silbernen Gedenkmünzen jener Zeit, sondern auch Kursmünzen seit der Kaiserreichsgründung bestechen durch ihre Vielfalt. Neben den Königreichen Bayern, Preußen, Sachsen und Württemberg bestand das Kaiserreich nämlich aus sechs Großherzogtümern, fünf Herzogtümern, sieben Fürstentümern, drei freien Reichsstädten und dem Reichsland Elsass-Lothringen. Der föderalistische Charakter des neuen Reiches, also die teilweise Eigenständigkeit der Bundesstaaten, kommt sehr schön auf den Münzen zum Ausdruck. Gemeinsam ist allen die Wertseite mit dem Reichsadler, auf der Bildseite finden wir die Porträts der jeweiligen Könige, Herzöge und Fürsten oder (bei den Stadtstaaten) die Abbildungen der Wappen. Nur die Kleinmünzen bis 1 Mark waren im ganzen Reich einheitlich.

Historischer Anlass für die erste 2- und 3-Mark-Prägung von 1901 ist das 200-jähriges Bestehen des Königreich Preußens. Abgebildet sind auf diesen Münzen denn auch Friedrich I., der 1701 König von Preußen wurde, und der nun 200 Jahre später regierende Kaiser Wilhelm II. in einem Doppelportrait.

Drei Mark Völkerschlachtdenkmal 1913

Drei Mark Völkerschlachtdenkmal 1913

 

Die bekanntesten Gedenkmünzen der Kaiserzeit wurden 1913 in Berlin geprägt. Es sind dies je eine 2- und 3-Mark-Münze zur Jahrhundertfeier der Befreiungskriege und zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von Wilhelm II. Die Jahrhundertprägung zeigt König Friedrich Wilhelm III. zu Pferde mit jubelndem Volk und die Inschriften "der König rief und alle, alle kamen" sowie "mit Gott für König und Vaterland". Die Rückseite zeigt einen Adler, der eine Schlange in seinen Fängen hält. Die Silbermünze zum 25. Regierungsjubiläum zeigt den Kaiser in Kürassier-Uniform mit der Kette des schwarzen Adlerordens auf der stolz geschwellten Brust.

Des weiteren gibt es eine sächsische Gedenkmünze von 1913 mit dem Völkerschlachtdenkmal als Motiv. Die Jahrhundertfeier der Befreiungskriege wurde also gleich zweifach durch Silbermünzen aus Berlin und Dresden gewürdigt.

 

Vorsicht Fälschungen!

Es ist extrem schwer Münzfälschungen zu erkennen. Insbesondere von 5 Marktstücken in Gold (Goldwert XII/2013 ca. 51,- Euro), aber auch von den 2, 3, 5, 10 und 20 Markstücken der kleineren deutschen Länder, den 20 und 25 Pfennigstücken und selbst von seltenen 1 Pfennigstücken gibt es vermutlich wesentlich mehr täuschend echte Nachbildungen als Originale. Erste Fälschungen gab es schon im Kaiserreich. Später wurden "Original Nachprägungen" bis in die 1970er Jahre, aufgrund einer Gesetzeslücke, völlig legal mit modernen Maschinen hergestellt und sind selbst von Fachleuten nur sehr schwer zu erkennen. Und auch heute kann man im Internet preiswert Nachprägungen teurer Exemplare kaufen und diese ohne großen Aufwand altern lassen.

 

Münzen

Die deutschen Prägestätten seit 1871

A Berlin
B Hannover (1872-1878)
B Wien (1938-1944)
C Frankfurt am Main (1872-1887)
D München
E Dresden (1872-1887)
E Muldenhütte (bei Dresden) (1887-1953)
F Stuttgart
G Karlsruhe
H Darmstadt (1872-1882)
J Hamburg (ab 1875)
T Tabora, Deutsch-Ostafrika (1916)

Auf das große "I" hat man wegen der Verwechslungsgefahr mit dem "J" bei der Vergabe der Prägebuchstaben im Deutschen Reich verzichtet.

Goldmark 2001

1 Deutsche Mark (Gold), 2001

1 Deutsche Mark (Gold), 2001

Gewicht 12,02 Gramm Feingold

 

Im deutschen Kaiserreich wurden ab 1871 die ersten Mark-Goldmünzen geprägt. Den numismatischen Abschluss bildet die Goldmark 2001. Die Deutsche Bundesbank gab 2001 erstmalig eine Goldmünze (Goldmark) aus. Inzwischen sind auch viele vergoldeten 1,- DM Münzen auf dem Markt - auf der Rückseite der echten Goldmark steht "DEUTSCHE BUNDESBANK" statt Bundesrepublik Deutschland.

1,96 DM = 1 Euro

Nach 130 Jahren verabschiedete sich Ende 2001 die Mark. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Wie auch zur Einführung der Mark 1871, zeigen die Rückseiten der Euromünzen nationale Symbole bzw. Monarchen.

100 Euro, 2002

100 Euro (Gold), 2002

 

 

 

Schon 1915 zahlte die Reichsbank für 20 Goldmark = 60 Mark in Banknoten!

1000,- Mark aus dem Kaiserreich in Papier 1000,- Mark aus dem Kaiserreich in Gold
haben heute einen Wert von haben heute einen Wert von
ca. 20,- Euro (Sammlerwert) ca. 17.350,- Euro

Stand 9/2011

"Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück - Null" Voltaire (1694 - 1778)

 

Friedrich II: "Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muss."

 

Banknoten Deutsches Reich 1871 - 1918 Banknoten Deutsch-Ostafrika
Banknoten Deutsches Reich 1871 - 1918 Banknoten Deutsch-Ostafrika

 

 


 

 

 

 


-=[Gästebuch] - [Impressum] - [Projekte] - [Umfrage] - [Suche]=-

Diese Seite ist Teil der Internetprojekte:

 -[ Deutsches Kaiserreich ]- -[ Deutsche Kolonien ]- -[ Kaiserliche Marine ]-

-[ Donaumonarchie Österreich-Ungarn ]- -[ Liechtenstein ]- -[ Schweizer Eidgenossenschaft ]-

-[ Deutsch-Dänischer Krieg ]- -[ Deutscher Krieg ]- -[ Deutsch-Französischer Krieg ]-

-[ Briefmarken 1871-1918 ]- -[ Boxeraufstand 1900/01 ]- -[ Marokkokrise 1905/11 ]-

Copyright © 2000 www.deutsche-schutzgebiete.de

Besucher
 Alfacounter


Alfahosting.de