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Louis Napoleon
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Napoleon III. Bonaparte,
nannte sich bis 1852 Louis Napoleon * 20.04.1808 in Paris † 09.01.1873 in Chislehurst bei London
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Lebenslauf
Napoleon III., Kaiser der Franzosen, gewöhnlich Louis Napoleon genannt, am 20. April 1808 im Palais Royal in Paris geboren und am 9. Januar 1873 in Chislehurst bei London gestorben. Er ist dritter Sohn Ludwig Bonapartes, Königs von Holland, und der Hortense Beauharnais, einer Stieftochter Napoleons I.
Louis Napoleon begleitete nach dem zweiten Sturz des Kaiserreichs seine Mutter in die Verbannung nach Augsburg im Königreich Bayern, wo er das Gymnasium besuchte, dann nach Arenenberg im Thurgau. 1831 beteiligte er sich mit seinem älteren Bruder, Napoleon Louis, der am 17. März 1831 an den Masern starb, am misslungenen Aufstandsversuch Menottis in der Romagna. Danach lebte mehrere Jahre zurückgezogen auf Arenenberg und trat als Hauptmann der Artillerie in die Schweizer Miliz ein; er veröffentlichte damals: "Considérations politiques et militaires sur la Suisse" und "Manuel sur l'artillerie". Durch den Tod des Herzogs von Reichstadt (1832) wurde er das anerkannte Oberhaupt der Napoleonischen Dynastie und entwickelte das Ideal des kaiserlichen Regierungssystems in den "Rêveries politiques". Beim Versuch sich in Straßburg zum Staatsoberhaupt ausrufen zu lassen, wurde er in der Finkmattkaserne am 30. Oktober 1836 verhaftet und nach Amerika verbannt. Als seiner Mutter erkrankte kehrte er 1837 nach Europa zurück und lebte auf Arenenberg, bis die französische Regierung von der Schweiz seine Ausweisung verlangte. Er kam ihr zuvor, indem er sich nach London begab, wo er in den "Idées Napoléoniennes" (1839) nochmals sein politisches Glaubensbekenntnis entwickelte. Als Ludwig Philipp 1840 durch die Abholung der Leiche Napoleons I. nach Frankreich dem Napoleon-Kult selbst eine Huldigung darbrachte, glaubte Louis Napoleon einen günstigen Zeitpunkt für eine neue Erhebung für gekommen und landete, nachdem er eine Anzahl hochgestellter Generale gewonnen, an der französischen Küste bei Boulogne. Dort versuchte er am 6. Oktober 1840 in diese Stadt einzudringen, wurde aber stattdessen auf der Flucht verhaftet. Die Pairskammer verurteilte ihn zu lebenslänglicher Hast in der Festung Ham; hier lebte er in Gesellschaft eines Mitschuldigen, Conneau, fünf Jahre in milder Haft. Als Maurer verkleidet (angeblich unter dem Namen Badinguet, der ihm als Spottname verblieb) entfloh er von Ham am 25. Mai 1846 nach England.
Napoleon III., Kaiser der Franzosen
Nach der Februarrevolution 1848 wurde er mehrfach
zum Deputierten gewählt und erschien im September 1848 in der Nationalversammlung
Er führte eine kluge Zurückhaltung, ließ aber gleichzeitig die Masse des
Volkes, in dessen Augen sein Name ihm einen Nimbus gab, für sich bearbeiten.
So kam es, dass er bei der Präsidentenwahl am 10. Dezember 1848 gewählt
wurde. Am 20. Dezember des Jahres leistete er den Eid auf die Verfassung
der Republik. Während die Vertreter der Nation ihre Zeit in erbittertem
Parteikampf vergeudeten, füllte Louis Napoleon Heer und Beamtenstand
mit seinen Anhängern und gewann den Klerus durch die Unterstützung des Papstes
gegen die römischen Republikaner (1849) sowie den Bürgerstand durch die
Aussicht auf einen dauernden Frieden unter einer starken Regierung. Der
Gesetzgebenden Versammlung gegenüber, mit der er bald in Konflikt geriet,
trat er als der Erwählte der Nation auf und als sie sich weigerte seine
Wiederwahl durch eine Revision der Verfassung zu ermöglichen (19. Juli 1851),
weil er die Verfügung über die Truppen beanspruchte und eine dritte Gehaltserhöhung
forderte, führte er in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 1851 den seit
langem im geheimen vorbereiteten Staatsstreich durch. Die Führer des Parlaments
wurden verhaftet und verbannt, ein republikanischer Aufstandsversuch in
den Straßen von Paris durch schonungsloses Einschreiten der Truppen im Keim
erstickt. Am 20. Dezember wurde Louis Napoleon durch Wahl zum Präsidenten
auf zehn Jahre berufen und damit die Errichtung einer Militärdiktatur billigt.
Die neue Verfassung vom 14. Januar 1852 gab dem Volk das Recht des Plebiszits
in besonderen Fällen, der Volksvertretung (Senat und Gesetzgebendem Körper)
nur das der Beratung, dem Staatsoberhaupt eine sonst unumschränkte Gewalt.
Am 7. November 1852 erklärte der Senat die Wiederherstellung des Kaiserreichs
für den Willen der Nation, die das Senatskonsult am 22. November mit über
7.800.000 Stimmen bestätigte. Am 2. Dezember 1852 wurde Napoleon III. als
Kaiser der Franzosen proklamiert. Von den europäischen Mächten wurde Napoleon
bald anerkannt, eine Heirat mit einer Prinzessin aus fürstlichem Haus kam
aber nicht zustande. Napoleon vermählte sich daher 29. Januar 1853 mit einer
Spanierin, Eugenie, Gräfin von Teba, die ihm am 16. März 1856 einen Erben
gebar.
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| Republique Francaise - Louis-Napoleon Bonaparte - 20 Francs, 1852 | Empire Francais - Napoleon III., 1860 |
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Kaiser Napoleon und Fürst Bismarck am Morgen nach der Schlacht bei Sedan
Diese Misserfolge minderten Napoleons Ansehen
dramatisch. Seine Haltung war von da ab unsicher und schwankend, wozu auch
sein schmerzhaftes Steinleiden beitrug. Einerseits schmiedete er unaufhörlich
Pläne, um durch territoriale Erwerbungen die Nation zu befriedigen. Zu diesem
Zweck reorganisierte er durch Niel die Armee und ließ sie mit dem neuen
Chassepotgewehr ausrüsten. Zudem versuchte er einen Dreibund mit
Italien und
Österreich
gegen Preußen anstrebten. Anderseits
machte er Zugeständnisse in der Innenpolitik. So sollte das am 2. Januar
1870 berufene Ministerium Ollivier Frankreich zu einem konstitutionellen
Staat umbilden. Die Ergebnisse eines nun folgenden Plebiszit zeigten, dass
die Zugeständnisse zu spät gekommen waren. Unter dem Eindruck der Mißstimmung
und Mißerfolge ließ sich Napoleon III. 1870 Widerwillen vom leidenschaftlichen
und unfähigen Minister des Äußern, Gramont, sowie von der Hofpartei, den
Klerikalen und Reaktionären zum Krieg mit
Preußen drängen (Deutsch-Französischer
Krieg). Aber sein Mangel an Selbstvertrauen und seine Krankheit raubten
ihm den letzten Rest von Energie und Tatkraft in der Führung der Armee,
deren Oberbefehl er schon am 12. August niederlegte. Der Tag von Sedan,
am 1. September 1870 besiegelte sein Schicksal. Nachdem "es ihm nicht
gelungen, den Tod zu finden", gab er sich kriegsgefangen, wagte aber
nicht die Verantwortung für Friedensverhandlungen zu übernehmen. Noch am
2. September reiste er nach dem ihm angewiesenen Aufenthalt, Schloss Wilhelmshöhe
bei Kassel, ab und begab sich nach Abschluss des
Präliminarfriedens und nach seiner
Absetzung durch die Nationalversammlung am 1. März zu seiner Familie nach
Chislehurst in England, wo er am 9. Januar 1873 an den Folgen einer Operation
starb.

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