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Kaiser-Wilhelms-Land und die Inselwelt im Stillen Ozean - deutsche Kolonie 1885 - 1919
Deutsch-Neuguinea - Ansichtskarten - Briefmarken Neuguinea - Karolinen - Marianen - Marshall-Inseln - Farbfotos - Vertrag
Verwaltungszentrum Rabaul
Kaiser-Wilhelms-Land und die Inselwelt im Stillen Ozean
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Berlinhafen, Neu-Guinea (zeitgenössische Postkarte)
| Bezeichnung im 19. Jahrhundert: | Mikronesien bestehend aus den Marianen (ohne Guam) den Palau-Inseln, Karolinen, Marshall-Inseln und Nauru. |
| Melanesien bestehend aus dem Bismarck-Archipel, Den Salomon-Inseln Buka und Bougainville und dem Kaiser-Wilhelms-Land auf Neuguinea. | |
| Heutige Landesnamen: |
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| Jahr der Besitzergreifung: | 1884 - 1899 |
| Gesamtbevölkerung: | 600.000 davon 1400 Weiße, ca. 400 Deutsche (Stand 1912) |
| Fläche: | 249.500 km² |
| Währung: | 17. Mai 1885 - 15. April 1911 Neuguinea-Mark, danach Mark und Pfennig |
| Eisenbahnkilometer 1914: | keine |
| Hauptwaren: | Kopra (getrocknete Samenkerne der Kokospalme) , Phosphate |
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Gouverneure |
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| Schutztruppe |
| Eingeborenen-Polizeitruppen |
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Deutsch-Neu-Guinea, die Schutztruppe in Berlinhafen (zeitgenössische Postkarte)
Geschichte
11. November 1880
Unter
der Führung des Geh. Kommerzienrates v. Hansemann
1880 bildet sich in
Berlin
eine Gesellschaft, welche in der Südsee ein großes
Kolonialunternehmen in Angriff nehmen will.
In
einer Denkschrift werden dem
Reichskanzler diesbezügliche
Vorschläge unterbreitet.
15. Februar 1881
Der stellvertretende Staatssekretär im Auswärtigen
Amt, Graf Limburg-Stirum, gibt Herrn v. Hansemann
auf seine Eingabe vom 11. November 1880, die Gründung
eines Südseekolonialunternehmens betreffend, im
Namen Bismarcks eine
ablehnende Antwort. Diese nimmt auf die Ablehnung
der Samoavorlage im April 1880 Bezug: man müsse
es Privatunternehmungen überlassen, auf eigene Hand
vorzugehen. Letzteren wolle man allerdings Marine
und Konsularschutz angedeihen lassen. Dieser Bescheid
entmutigt Hansemann nicht, der seine Ziele weiter
verfolgt.
26. Mai 1884
Die bereits am
11. November 1880 von von Hansemann gegründete Gesellschaft
konstituiert sich nach den Bestimmungen des preußischen
Landrechtes unter dem Namen "Neuguinea-Compagnie"
zu Berlin
mit dem Zweck, in der Südsee ein Staatswesen mit
eigenen Hoheitsrechten, jedoch unter dem Schutze
des Deutschen Reiches,
zu errichten. Die Durchführung wird der "Deutschen
Handels- und Plantagen-Gesellschaft" übertragen
und der Forschungsreisende
Dr. Otto Finsch für
die Leitung gewonnen.
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Otto Finsch
(Ornithologe und Reisender) * 8.08. 1839 in Warmbrunn † 31.01.1917 in Braunschweig 1864-78 Direktor des Naturhistorisch-ethnolog. Museums in Bremen 1898-1904 in Leiden Konservator am Reichsmuseum für Naturgeschichte 1904 Städtisches Museum in Braunschweig bereiste Nordamerika, 1876 mit Brehm Asien, 1879-82 den Stillen Ozean, 1884 Neuguinea. |
19. August 1884
Bismarck gibt die telegrafische
Weisung an den deutschen Generalkonsul in Sydney
und den kaiserlichen Kommissar in Neubritannien
(Neupommern), v. Oertzen, "dass die Absicht
bestehe, zunächst im Archipel von Neubritannien
und auf dem außerhalb der berechtigten Interessensphäre
der Niederlande und Englands liegenden Teile der
Nordostküste von Neuguinea, überall, wo deutsche
Niederlassungen bereits beständen oder in Ausführung
begriffen seien, alsbald die deutsche Flagge zu
hissen".
20. August 1884
Bismarck antwortet der
in Berlin
von Direktor von Hansemann von der Diskontogesellschaft
gegründeten "Neuguinea-Compagnie" auf
ihr Gesuch vom 20. August 1884, dass er bereit sei,
die von dieser Gesellschaft beabsichtigten Erwerbungen,
soweit die Unabhängigkeit der Gebiete feststehe,
zu schützen.
11. September 1884
Dr. Finsch tritt mit
Kapitän Dallmann und Steuermann Sechstroh seine
Südseereise von Sydney aus auf der "Samoa"
an. (Ausreise von Bremen am 15. Juni.)
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| S.M.S. Elisabeth und S.M.S Hyäne in der Bucht von Friedrich-Wilhelms-Hafen auf Neu-Guinea (zeitgenössische Postkarte) |
3. November 1884
Die Kommandanten
der Kriegsschiffe S.M.S.
Elisabeth und S.M.S.
Hyäne hissen in Gegenwart von
Dr. Finsch (der schon
vorher in verschiedenen Häfen die
deutsche Flagge gehisst
hatte) auf Matupi, einer kleinen Insel im Bismarck-Archipel,
die Flagge und stellen das Land unter den Schutz
des Deutschen Reiches.
27. November 1884
In einem von
Finsch und Dallmann
entdeckten Hafen in Neuguinea, der bald "Finschhafen"
getauft wird, wird von dem Kommandanten Langemack
in Anwesenheit von Dr.
Finsch und Kapitän Dallmann auf der so genannten "Flaggenhalbinsel"
die Reichsflagge gehisst.
23. Dezember 1884
Bismarck teilt den anderen Mächten mit, dass
die Erwerbungen der "Neuguinea-Compagnie"
unter deutschen Schutz gestellt seien, nachdem deutsche
Kriegsschiffe in Papua (Neuguinea) die
Reichsflagge gehisst haben.
4. - 10. März 1885
Deutsch-britische Verhandlungen
in London. Herbert Bismarck bereinigt die entstandenen
Differenzen, so dass nunmehr das
Deutsche Reich unangefochten
im Besitz seiner Erwerbungen in Neuguinea bleibt.
Am 27. Februar 1885 war bereits ein aus vier Schiffen
bestehendes Südseegeschwader gebildet worden. Auch
die Marshall- und Karolinen- sowie ein Teil der
Salomon-Inseln werden durch dieses Abkommen der
deutschen Interessensphäre überlassen.
17.
Mai 1885
Kaiser
Wilhelm I. verleiht der Neuguinea-Compagnie
einen Schutzbrief, durch den ihr die Landeshoheit
übertragen wird.
Die NGC. führt eine eigene Flagge:
auf weißem Grunde eine schwarz-weiß-rote Gösch in
der linken oberen Ecke, rechts unten ein schreitender
roter Löwe. Auch prägt die Compagnie eigene Münzen
in Kupfer, Bronze, Silber und Gold mit der Bezeichnung "Neuguinea-Mark"
und "Neuguinea-Pfennig". Auf der Rückseite
tragen sie das Bild eines Paradiesvogels. Am 15.
April 1911 werden sie außer Kurs gesetzt.
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Deutsch-Neu-Guinea-Mark und Neuguinea-Pfennig 1885 - 1911 (zeitgenössische Postkarte)
2. September 1885
Dr. Finsch, der im
Auftrage der Neuguinea-Compagnie seit Juni 1884
die Besitzergreifung Neuguineas und des Bismarck-Archipels
vorgenommen hat, kehrt nach
Berlin
zurück, wo er noch als Berater bis zum Juni 1886
bei der Gesellschaft bleibt.
15. Oktober 1885
Die Marshall-Inseln werden
durch die Reichsregierung in Besitz genommen. Kapitänleutnant
Röttger, Kommandant des deutschen Kanonenbootes
S.M.S. Nautilus,
schließt mit Oberhäuptern der Marschall-Inseln Verträge
ab, durch welche die Inseln "unter deutschen
Schutz gestellt werden". Flaggenhissung auf
der Marshall-Insel Jaluit.
17. Dezember 1885
Die Karolinen-
und Palau-Inseln werden durch einen Schiedsspruch
17. Dezember des Papstes Leo XIII. Spanien zuerkannt.
1886
England erkennt den deutschen Einfluss
in der Südsee an. Deutschland erhält die drei nördlichen
Salomon-Inseln Bougainville (mit Buka), Choiseul
und Isabel zugeteilt. 1899 werden die beiden letzteren
Inseln bei der Samoaauseinandersetzung an England
gegeben.
19. April 1886
Die Schradersche
Expedition in Neuguinea kehrt nach Finschhafen zurück,
ohne ihre Aufgabe, das Innere bis zur englischen
Grenze zu erforschen, ganz erfüllt zu haben. Außer
dem Astronomen Schrader nahmen an der Expedition
der Botaniker Hollrung und der Geologe Schneider
teil. Die Forscher widmen sich auch dem Gebiet des
Augustaflusses, den sie zusammen mit dem Landeshauptmann
Admiral von Schleinitz auf dem Dampfer "Ottilie"
(Kapitän Rasch) einige hundert Kilometer aufwärts
befahren. Von Schleinitz dringt am 10. Juni als
erster 400 Seemeilen vor. Der Fluss war kurz vorher
erst von Kapitän Dallmann entdeckt worden.
Juni 1886
Freiherr von Schleinitz mit Frau
und vier Kindern trifft als erster Landeshauptmann
der Neuguinea-Compagnie in Finschhafen ein und verlässt
es nach dem Tode seiner Frau und der schweren Erkrankung
seiner Kinder am 12. März 1888. Sein Nachfolger
wird der spätere Postminister Krätke.
30.
Juni 1886
Ausfahrt des ersten deutschen staatlich
subventionierten Dampfers nach Ostasien.
23. und 30. Oktober 1886
Flaggenhissung auf den
Salomon-Inseln.
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Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen und Erima-Hafen (zeitgenössische Postkarte)
13. Dezember 1887
Die westlichen Salomon-Inseln kommen unter deutsche
Oberhoheit. Im späteren Samoaabkommen müssen sie
jedoch bis auf Bougainville zusammen mit den Tonca-Inseln
den Briten zugestanden werden.
1. Januar
1888
Das Schutzgebiet Neuguinea wird dem Weltpostverein
angegliedert. Ende 1887 richtet die Neuguinea-Compagnie
eine regelmäßige Schiffsverbindung mit dem kleinen
Dampfer "Ottilie" zwischen Finschhafen
und Australien (Cooktown In Queensland) ein. Die
Fahrt dauert fünf Tage. Am 15. Februar 1888 wird
die erste deutsche Postagentur in Finschhafen eingerichtet.
Die Verbindung mit Australien wird bereits 1889
aufgegeben und eine solche mit Soerabaya auf Java
eingerichtet. Später (1891 geht die "Ottilie"
unter) wird der Anschluss von Soerabaya nach Singapore
verlegt.
18. März 1888
Die an der Küste
von Neuguinea liegende Ritter-Insel versinken bei
einem heftigen Vulkanausbruch in den Fluten. Mehr
als 5000 Menschen sollen dabei durch eine 20 m hohe
Flutwelle (Tsunami) ums Leben gekommen und zahlreiche
Dörfer an der Südostecke Neuguineas fortgespült
worden sein. Dabei ertrinken die deutschen Forscher
von Below und Hunstein, die sich in Südneupommern
aufgehalten haben.

20 Neu-Guinea Mark (1895) der Neu-Guinea Compagnie
1891
Finschhafen in
Neuguinea wird aufgegeben, da alle dort ansässigen
Europäer, einschließlich des Arztes, der Malaria
erliegen.
1892- 1893
Der Postdienst von
Neuguinea, der von Angestellten der Neuguinea-Compagnie
ausgeübt wird, gerät allmählich so in Unordnung,
da sich die Reichspostverwaltung
entschließt, den Postfachbeamten Wilhelm Gerbich
zwecks Neuordnung der Postverhältnisse zu entsenden.
11. Mai 1893
Um eine eigene Verbindung zwischen
dem Deutschen Reich
und Neuguinea zu haben, eröffnet der Norddeutsche
Lloyd eine Neuguinea-Zweiglinie, die Anschluss in
Singapur an die seit 1885 bereits bestehende Ostasien-
und Australienlinie des Lloyd hat.
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Deutsch-Neu-Guinea, Dorfszene (zeitgenössisches Foto)
30. Juni 1896
Nachdem
die Expedition von Elhers und dem Polizeiwachtmeister
Piering in Neuguinea mit der Ermordung der beiden
Deutschen ein frühzeitiges Ende genommen hat (sie
wollten die Insel bis zur englischen Küste durchqueren),
tritt eine gut ausgerüstete Expedition unter Leitung
von Dr. Lauterbach, zu der auch der Arzt Dr. Kersting
und Tappenbeck gehören, die Reise ins Innere von
Stephansort aus an. Die deutschen Forscher stellen
zum ersten Male fest, dass das Bismarckgebirge in
Neuguinea aus kristallinen Gesteinen besteht und
die Möglichkeit eines Goldvorkommens bietet.
In der gleichen Zeit sind schon Nachrichten über
Australien von Goldfunden in Britisch-Neuguinea
nach Europa gedrungen. Leider sind die Ergebnisse
dieser Forschungen, wie auch solcher anderer Expeditionen
(Rodatz 1902, Dammköhler 1905/06 u. a.) nicht bekannt
bzw. müssen die Expeditionen zu frühzeitig abgebrochen
werden, um praktisch verwertbare geologische Ergebnisse
zu zeitigen.
April 1899
In Neuguinea werden
besondere Postwertzeichen
eingeführt, Indem die bisher gebräuchlichen deutschen
Marken mit dem Aufdruck Deutsch-Neuguinea versehen
werden.

Ab 1900 erscheinen neue Marken mit dem Bild der Kaiserjacht "Hohenzollern".
1. April 1899
Die
Hoheitsrechte der Neuguinea-Compagnie gehen auf
das Deutsche Reich
über, welches dafür der Gesellschaft 4 Millionen
Mark als Entschädigung in zehn Jahresraten zahlt
und ihr 50 000 ha Land als Eigentum gibt. (Das Abkommen
war im Oktober 1898 abgeschlossen worden.)
30. Juni 1899
Nachdem der Schiedsspruch des
Papstes Leo XIII. zwischen Deutschland und Spanien
über die Besitzrechte einiger Südseeinseln zugunsten
Spaniens ausgefallen war, erwirbt Deutschland von
diesem die Marianen. (mit Ausnahme von Guam, das
1898 bereits den USA. zugefallen war) sowie Karolinen-
und Palau Inseln für rund 17 Millionen Mark.
Nauru, die reiche Phosphat-Insel, wurde schon 1888
von Deutschland in Besitz genommen.
1906
Die Regierung in Neuguinea, die ursprünglich in
Friedrich-Wilhelms-Hafen gewesen ist und dann nach
Herbertshöhe verlegt wurde, siedelt nach Simsonhafen
am äußersten Ende der Blanchebucht um. Der Ort wird
später nach seinem alten Rabaul benannt. Der Norddeutsche
Lloyd lässt einen Pier mit einem Kostenaufwand von
700 000 Mark erbauen.
19. Januar 1906
Die erste Fernsprechanlage in Neuguinea wird in
Herbertshöhe fertig gestellt, etwas später folgt
Rabaul.
18. März 1907
Einführung einer
Kopfsteuer für die Einheimischen in Neuguinea.
31. März 1907
Aufbruch der Guttaperchaexpedition
in Neuguinea unter Schlechter.
10. Juli 1907
Berlin-Hafen wird in Neuguinea für den Auslandsverkehr
eröffnet.
1907
Eröffnung einer Regierungsschule
in Namanula bei Rabaul in Neuguinea mit 27 Schülern.
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Deutsch-Neu-Guinea, Missionszöglinge beim Turnen (zeitgenössische Postkarte)
1909
De Beförderungsdauer
von Briefen zwischen dem
Deutschen Reich und
Rabaul beträgt 42 - 49 Tage.
1910
Eröffnung
einer Fortbildungsschule in Saipan.
18. Dezember
1910
Professor Bernhard Schultze,
Jena, der deutsche Beauftragte
der deutsch-niederländischen Grenzexpedition in
Neuguinea, meldet, dass
960 km des Augustaflusses
befahren worden sind. Gleichzeitig ist damit die
Grenzregulierung zwischen Deutschland und Holland
in Neuguinea beendigt.
1911 - 1914
Das
Gouvernement in Neuguinea versucht, ein Siedlungsprogramm
durchzuführen. 50000 ha Land werden in Losen bis
zu 150 ha Kleinsiedlern zur Verfügung gestellt.
Neben Kokospalmen wird vor allem die Kakaokultur
begünstigt.
24. Mai 1912
Gründung der
Deutschen Südsee-Gesellschaft für drahtlose Telegrafie
in Neuguinea. Bis zum Weltkrieg hatte diese Kolonie
als einzige keinen Anschluss an das Weltkabelnetz.
Die Funkstation wird in Bitapaka errichtet, doch
erst behelfsmäßig Ende Juli 1914 in Betrieb genommen,
so dass die Nachrichten von dem Ausbruch des Weltkrieges
am 5. August 10.15 Uhr empfangen werden können.
Einige Tage später wird auch der Sendebetrieb eingerichtet.
1912 - 1913
Die große deutsche Sepikexpedition
erforscht das Stromgebiet des Kaiserin-Augusta-Flusses
in Neuguinea, welcher an seiner Mündung Sepik genannt
wird. Die Expedition steht unter der Leitung des
landeskundigen Geologen Stolle. Dr. Walter Behrmann
als Geograph, die Ethnologen Dr. Thurnwald und Dr.
Roesicke und andere Deutsche gehören der von dem
späteren Kameruner Gouverneur Dr. Ebermaier in der
Heimat organisierten und vom Reichskolonialamt und
dem Staatsmuseum sowie der Kolonialgesellschaft
finanzierten Expedition an.
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Deutsch-Neu-Guinea, Bewaffnete Bukaleute (zeitgenössische Postkarte)
6. Februar 1913
Erste Befahrung des
Töpferflusses in Neuguinea durch Dr. Behrmann.
22. Juli 1913
Frau Emma Kolbe gestorben.
Sie war als "Queen Emma" wegen ihrer Pioniertätigkeit
in Neupommern bekannt.
26. Oktober 1913
Dr. Thurnwald erreicht von der Nordküste aus den
Kaiserin-Augusta-Fluss in Neuguinea.
1. Dezember
1913
Aufnahme des Funkbetriebes auf der Großstation
Nauru in der Südsee.
Die gewaltigen Phosphorlager
von Nauru, einer Marschall-Insel, sind von einer
englischen Gesellschaft gepachtet worden.
1. Dezember 1913
Die Deutsche Südseephosphatgesellschaft
(Bremen), welche die reichen Phosphatlager auf Angaur
(Karolinen) ausbeutet, lässt Funkstationen auf Angaur
und Jap (Karolinen) errichten (Baubeginn war bereits
1909).
1913
Der amtliche Jahresbericht
über die deutschen Schutzgebiete enthält Angaben
über Goldfunde (Schwemmgold), die auch im deutschen
Gebiet gemacht worden sind, nachdem schon seit Jahren
in Britisch-Papua (Neuguinea-Ost) australische Prospektoren
erfolgreich gearbeitet haben. Auch Erdöl wird im
nordwestlichen Distrikt festgestellt.
1914
Die geplante Deutsch-Englische Luftschiffexpedition
zur Erforschung Neu-Guinea entfällt wegen des Weltkrieges.

Deutsch-Englische Luftschiffexpedition zur Erforschung Neu-Guinea
August 1914
Die japanische
Marine besetzt die Karolinen, Palau-, Marianen und
Marschall-Inseln und nimmt diese deutschen Schutzgebiete
in der Südsee nördlich des Äquators unter japanische
Verwaltung.
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Deutsch-Neu-Guinea, Dorf auf Sebeo (zeitgenössische Postkarte)
11. September 1914
Nachdem bereits
am 12. August die australische Flotte versucht hat,
die Funkstation in Neuguinea zu erstürmen, erfolgt
nun ein neuer Angriff auf diese, welche nur schwach
durch die kleine Polizeitruppe und die von den Deutschen
gebildete Wehrabteilung (50 Mann) zunächst verteidigt
werden konnte. Bitapaka bei Herbertshöhe muss aufgegeben
und der Funkturm vernichtet werden. Diese Station
(unter Leitung des Ingenieurs Kleinschmidt, der
Ende September an Malaria verstirbt) könnte dem
Kreuzergeschwader
unter Admirals Graf Spee die Bewegungen der
englischen Flotte eine Zeit lang übermittelte.
12. September 1914
Rabaul, der Gouvernementssitz
von Neuguinea, wird von den Australiern eingenommen,
nachdem vorher verschiedene kleine Gefechte mit
der Polizeitruppe stattgefunden haben, bei denen
die Australier Verluste zu beklagen hatten.
Der
kleinen Polizeitruppe von wenigen hundert Einheimischen
mit einigen Deutschen standen mehr als 3000 Australier,
die unter dem Schutz ihrer Kriegsschiffe gelandet
waren, gegenüber.
1914 - 1918
Grenz- und
Forschungsexpedition des Hauptmanns Detzner in Neuguinea.
Durch den Ausbruch des Weltkrieges ist Detzner gezwungen,
im Innern des Landes zu bleiben und nutzt die Zeit
durch zahlreiche Reisen in dem östlichen Teil von
Neuguinea aus, um das Innere des Landes sowie die
dort lebenden Volksstämme wie kein Forscher vorher
kennen zu lernen. Leider sind seine bei der Grenzexpedition
im Jahre 1914 gemachten umfangreichen Aufzeichnungen,
Karten, Zeichnungen und Photos während seiner Abwesenheit
von der Küste in Morobe verloren gegangen. Auch
sein dort zurückgelassenes persönliches Gepäck ist
von dem australischen Kommandanten aufgebrochen
und konfisziert worden. Nach Rabaul Anfang 1919
zurückgekehrt, wird Detzner noch Anfang Februar
nach Australien gebracht und dort mehrere Monate
zusammen mit den deutschen Zivilgefangenen interniert.
Abschluss eines englisch-japanischen Geheimvertrages
über die Abtretung Kiautschous,
der sonstigen Rechte und Privilegien Deutschlands
in Schantung sowie der deutschen Südsee-Inseln nördlich
des Äquators an Japan.
2. August 1940
Im Widerspruch zum Mandatsrecht erklärt die australische
Regierung Neuguinea als achten australischen Militärbezirk.
Ab 1945
Atombombenversuche der USA auf den
Atollen Bikini und Eniwetok (Marshallinseln).
1949
Verwaltungsmäßige Zusammenlegung von
Neuguinea mit Papua.
16.09.1975
Unabhängigkeitserklärung von Papua-Neuguinea.

S.M.S. Albatross - Briefmarke der Republik Palau
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Papua-Neuguinea Hauptstadt Port Moresby Fläche 462.840 km² Einwohnerzahl 5.545.268 Bevölkerungsdichte 12 Einwohner pro km² |
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Inhalt: Geschichte, Dt. Neu-Guinea, Kaiser-Wilhelmsland, Admiralitäts-Inseln, Bismarck-Archipel, Karolinen/Marianen, Marshall-Inseln, Samoa/Tonga, Seepost, Dt. Dampfschiffslinien, Flaggen, Zeittafeln, Personen-, Sach- und Ortsregister.

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