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bei Rüdesheim am Rhein - in der ehemaligen Provinz Hessen-Nassau - im heutigen Hessen
Nationaldenkmäler - Geschichte - Historische Postkarten
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Rüdesheim mit Niederwald-Denkmal
Am 28. September 1883 wird das Niederwalddenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und an die Reichsgründung nach sechsjähriger Bauzeit in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Das Denkmal wurde nach Entwürfen des Bildhauers Johannes Schilling und des Architekten Karl Weisbach errichtet. Nach Rüdesheim zu ist dem Denkmal eine Gruppe von breiten Treppen und Plattformen vorgelagert, die demselben einen mächtigen Unterbau geben und den Anblick des Ganzen außerordentlich heben. Sowohl von Rüdesheim als auch von Aßmannshausen aus führt eine Zahnradbahn hinauf. Der Ausblick vom Denkmal herab über den lachenden Rheingau, auf den spiegelnden Strom, auf Bingen und das enge Nahetal und weiterhin auf bläulich verschwindende Berge und Städte ist unbeschreiblich schön.
Germania-Figur auf dem Niederwalddenkmal |
Der Unterbau ist 25 m hoch. Der Sockel unter dem Standbild trägt die Inschrift: " Zum Andenken an die einmütige und siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches 1870/71." Darunter befinden sich der Reichsadler, umgeben von den Wappen der deutschen Staaten. Auf der rechten Ecke des unteren Sockels steht der Engel des Friedens mit Füllhorn und Palmenzweig, auf der linken der Engel des Krieges, das kampfbereite Schwert in der Rechten und die Kriegstrompete an den Lippen. Zwischen beiden als Relief in Lebensgröße hält der Kaiser, hoch zu Ross, umgeben von den deutschen Fürsten und Heerführern. Auf dem Sockel thront ein Standbild der Germania mit gesenktem Schwert in der Linken und der Reichskrone in der Rechten. Ein Eichenkranz ziert als Ruhmessymbol ihr Haupt. Der Unterbau ist 25 m, die Germania bis zur Kronenspitze 12,5 m hoch. Ihr Gewicht beträgt 320 Zentner. Das Gesicht misst 1 Meter in der Länge. Durch das Armgelenk kann ein Mann ein und auskriechen, und im Inneren des Unterkörpers könnten 10 Paare tanzen. Das Schwert ist 7 m lang. So hoch sind auch die Gestalten Krieg und Frieden.
Figuren und Reliefs am Niederwalddenkmal |
Im Sockelrelief sind als Reichsgründer Kaiser Wilhelm I., Otto von Bismarck sowie die zum Reich gehörenden Souveräne verewigt , flankiert von Allegorien für Krieg und Frieden. Unter dem Hauptrelief prangt das Gedicht "Die Wacht am Rhein".
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Das Kaiserzelt während der Enthüllung des Niederwalddenkmals - 1883
Lange war man über den Platz des Denkmals uneinig. Da veröffentlichte der Kurdirektor Ferdinand Hayl in Wiesbaden eine längere, gründliche Arbeit, in der er nachwies, dass kein Platz in ganz Deutschland für das Denkmal so geeignet sei wie der Vorsprung des Niederwaldes bei Bingen. Und mit dieser Ansicht drang er durch. Nun entfaltete sich in allen deutschen Gauen ein reger Eifer. 700 000 Mark wurden in kurzer Zeit durch freiwillige Beiträge zusammengebracht, den Rest 500 000 Mark bewilligte der Reichstag. Die deutschen Künstler wurden aufgefordert, Zeichnungen und Modelle zu liefern. Die Siegespalme errang der Bildhauer Johannes Schilling aus Dresden (Königreich Sachsen). Am 16. September 1871 legte Wilhelm I. den Grundstein, am 28. September 1883, dem Jahrestage der Eroberung Straßburgs, konnte er das fertige Denkmal im Beisein der deutschen Fürsten und unter dem Jubel unzähliger Scharen einweihen. "Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Legenden zur Anerkennung, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung! Das walte Gott!" so lauteten die herrlichen Schlussworte seiner Weiherede. (Nach "Harms Vaterländische Erdkunde von 1906")
Niederwalddenkmal - Deutscher Gruß |
Gedenkmedaille


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