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Ostafrika - deutsche Kolonie von 1885 bis 1919
Deutsch-Ostafrika 1885-1914 - Geschichte 1914-1918 - Ansichtskarten - Briefmarken - Farbfotos - Geldscheine - Landkarten - Münzen - Schutzvertrag
Verwaltungszentrum Daressalam
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Deutsch-Ostafrika, Landkarte 1912 |
Wappen Deutsch-Ostafrika |
Deutsch-Ostafrika Briefmarke |
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Masama - Deutsche Siedler am Kilimandscharo
Übersicht
| Bezeichnung im 19. Jahrhundert: | verschiedene Königreiche und Sultanate |
| Heutige Landesnamen: |
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| Jahr der Besitzergreifung: | 1885 durch Carl Peters |
| Gesamtbevölkerung: | 7 700 000 davon 5336 Weiße - 4107 Deutsche (Stand 1.1.1913) |
| Bewohner: | Wesentlichster Bestandteil der Bevölkerung
sind die Bantu. Die Bantu des südlichen Teils des Schutzgebietes
sind den Zulus verwandt. In den Steppen des Nordens bis in die
Mitte des Schutzgebietes wohnen die republikanisch organisierten,
von Norden eingedrungenen Massais (Hamiten mit der Sprache der
Nilotischen Völker). Im Nordwesten, zwischen Victoria- und Tanganjika-See
wohnen als herrschende Klasse inmitten von Bantu die hamitischen
Wahuma oder Watussi. Zu den Zulustämmen des Südens gehören die
monarchisch organisierten Wahehe (im Flussgebiet des Rufiyi)
und die Mafiti, beide Stämme sind von Süden eingedrungen. Ein Mischvolk von Arabern und Eingeborenen sind die Suaheli. Neben den Eingeborenen wohnen an der Küste: Araber (Maskat- und Schihiriaraber), Belutschen, Inder, Parsi, Goanesen, Syrer, Ägypter, Türken, Europäer: 922, darunter 678 Deutsche (1897). |
| Fläche: | 995 000 qkm (Deutsch-Ostafrika ist ungefähr doppelt so groß wie das Deutsche Reich) |
| Währung: | 1Rupie = 64 Pesa, ab 1905 1 Rupie = 100 Heller |
| Eisenbahnkilometer 1914: | 1602 km |
| Hauptwaren, Handel und Verkehr: | Ausgeführt werden unbearbeitetes Elfenbein,
roher Kautschuk, Sesam, Kopal, fossiles und Baumharz, Kokosnüsse,
Matten, einheimische Bauhölzer, Hörner, Kopra, Kaffee, Theo,
Kakao, Flusspferdzähne, Tabak etc. Gesamtwert der Ausfuhr 1897: 3 736 197 Rupien oder 5 146 611 Mark und 36 Pfennig (Kurs von Mark 1,3775 die Rupie). Eingeführt werden Baumwollwaren, geschälter Reis, Eisen und Eisenwaren, Wein, Mtama und Mawele, Butter, Schmalz, Käse, Schinken, Speck, Fleisch, Bier, Mineralöl, Gemüse und Obst, Mehl, Tabak, Spirituosen etc. Wert der Einfuhr 1897: 6 840 731 Rupien oder 9 423 106 Mark und 95 Pfennig (Kurs von Mark 1,3775 die Rupie). |
| Bewässerung und Bodengestalt: | Deutsch-Ostafrika ist ein Teil des sich von
Abessinien bis Kapstadt erstreckenden Hochplateaus; es ist vom
Indischen Ozean landeinwärts ansteigend, gliedert sich durch
mehrere meridional verlaufende Längsspalten (Gräben) und erhebt
sich im Schutzgebiet zu einer Höhe von 1000 - 1500 Meter und
darüber. An der Nordgrenze erhebt sich der doppelgipflige Kilimandscharo (westliche Spitze: Kibo, nach Dr. H, Meyer 6010 m, nach von Höhnel 6130 m, östliche Spitze: Mawensi, nach Dr. H. Meyer 5300 m, nach von Höhnel 5545 m) bedeckt eine Fläche von 8770 km². Dem Kilimandscharo zunächst zur Linken des Pangani, das nach Westen steil abfallende Paregebirge, östlich davon nahe der Küste das Handeigebirge (Kaffeeplantagen). Als Fortsetzung des Paregebirges erscheint auf dem rechten Panganiufer die Terrasse von Useguha. Mit dem Gebirge von Nguru beginnt das durch Ussagara und Uhehe bis zum Nyassa in einem Bogen sich fortsetzende, dem Lauf der Küste folgende Randgebirge. Auf der Grenze zwischen Ussagara und Uhehe die Rubeho-Berge. In den Njassabergen Gipfel von 3000 m, am Nordostende des Njassa das Livingstonegebirge. Das Hochplateau im Innern ist wasserarm. In den Indischen Ozean (in der Reihenfolge von Norden nach Süden) ergießen sich folgende Flüsse: der Umba (Grenzfluss im Norden), der Pangani (Quelle auf dem Kilimandscharo), der Wami und Kingani münden Sansibar gegenüber, der Rufidji (mit dem Ulanga und Ruaha, am Ausfluss des Rufidji die Insel Mafia), der Ruvuma, Grenzfluss im Süden, entspringt auf den Njassabergen. In den Tanganjika-See fließt der Mlagarassi, in den Victoria-Nyansa der Kagera, der südlichste Quellfluss des Nils, dessen Quellen um 1897 noch nicht entdeckt waren. Zum Teil zum deutschen Schutzgebiet gehören die drei Süßwasserseen Afrikas: der Victoria-Nyansa (1180m über dem Meeresspiegel, 66000 km² groß = Königreich Bayern), der Tanganjika (880 m über dem Meeresspiegel, 35 000 km² groß = Provinz Ostpreußen), der Nyassa-See (500 m über dem Meeresspiegel, 27 000 km² groß = Provinz Westpreußen). Westlich vom Kilimandscharo befinden sich der Guassonyiro-, der Eyassi- und der Manyara-See. Der nordwestlich vom Njassa befindliche Rikwa-See liegt 780 m hoch und bildet ein abflussloses Becken, das um 1897 fast ganz ausgetrocknet ist. |
| Klima: | Deutsch-Ostafrika gehört in seiner ganzen Ausdehnung
der tropischen Zone an. Vom Mai bis September weht der Südwestpassat,
vom Dezember bis März der Nordostpassat. Die Winde tragen die
Feuchtigkeit über das Festland und bestimmen die Regen- und
Trockenzeit. Im Innern wechselt eine durchschnittlich 6 Monate
währende Regenzeit mit einer ebenso langen Trockenzeit ab. An der Küste tritt nach den Regenzeiten (Ende Dezember bzw. Ende April) eine kühle Periode ein, in welcher die Temperatur des Nachts auf 10° C. sinkt, während sie bei Tage 35° und mehr beträgt. |
| Bezirke und Ortschaften: | Regierungssitz ist Daressalam (wörtlich übersetzt: "Haus
des Friedens") Das deutsche Schutzgebiet gliedert sich in 22 Bezirke: Kilimandscharo, West-Usambara, Tanga, Pangani, Saadani, Bagamoyo, Daressalam, Kissakki, Kilossa, Mpapwa, Kilimatinde, Tabora, Mwansa, Bukoba, Udjidji, Ukonongo, Iringa, Langenburg, Magwangwara, Kilwa, Lindi und Mikindani. |
| Stationen (von N nach S und W nach 0 geordnet): | Schutztruppe: Daressalam, Bukoba, Mwansa, Moshi, Marangu, Udjidji, Tabora, Kilimatinde, Pangani, Iringa, Mpapwa, Kilossa, Malangali, Kalinga, Dwangire, Ssongea. Polizeitruppe: Kisswani, Wilhelmsthal, Masinde, Tanga, Pangani, Saadani, Kissakki, Bagamoyo, Daressalam, Langenburg, Barikiwa in Donde, Kilwa, Lindi, Mikindani. |
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Reichskommissare und Gouverneure |
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Dar-es-Salaam - Kaiser Wilhelm-Denkmal und das Kaiserliche Bezirks-Amt
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Reichskommissar von Wissmann |
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![]() Paul von Lettow-Vorbeck |
Schutztruppe am 1. April 1897: 2139 Mann, davon 1694 eigentliche Truppe, 445 Landespolizei. November 1896 gab es 41 Offiziere, 17 Ärzte, 119 Zahlmeister, Unteroffiziere etc., 10 farbige Offiziere, 123 farbige Unteroffiziere, 1694 reguläre und 238 irreguläre Askaris.
Die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika (1914) besteht aus 2 Stabsoffizieren, 17 Hauptleuten, 49 Oberleutnants und Leutnants, 42 Sanitätsoffizieren, 1 Intendanturrat, 2 Intendantursekretären, 1 Zahlmeister, 8 Unterzahlmeistern, 4 Oberfeuerwerkern und Feuerwerkern, 8 Waffenmeistern, 60 Unteroffizieren, 66 Sanitätsunteroffizieren, 2472 farbigen Soldaten. Die Schutztruppe ist in 14 Kompanien eingeteilt, außerdem gehört zu ihr ein Rekrutendepot und eine Signalabteilung.
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1908, Exzellenz Staatssekretär Dernburg die Ehrenkompanie abschreitend
Dar-es-Salaam Deutsch-Ost-Afrika
Geschichte bis 1914
16.September 1884
Ausschusssitzung
der Gesellschaft für deutsche Kolonisation in
Berlin,
in welcher Dr. Carl Peters
den Auftrag erhält, nach Afrika zu reisen, um Land
für die Gesellschaft zu erwerben. Als Begleiter
werden Dr. jur. Jühlke und Graf J. Pfeil ausersehen.
Bald darauf reisen die drei Herren nach Sansibar
ab, jedoch versuchen sie, das Ziel ihrer Reise zu
tarnen, um die Engländer nicht frühzeitig auf ihr
Vorhaben aufmerksam zu machen.
8. November
1884
Der deutsche Konsul William Oswald in Sansibar
teilt Dr. Carl Peters
mit, dass ihn die deutsche Regierung in einem Erlass
angewiesen habe, dem p. p. Peters, wenn er wirklich
in Sansibar eintreffen sollte, zu eröffnen, dass
er dort weder Anspruch auf Reichsschutz für seine
Kolonie, noch Garantie für sein eigenes Leben haben
könne.
10. November 1884
Dr.
Carl Peters landet
mit seinen Begleitern Jühlke und Pfeil in Sadani
an der Küste Ostafrikas.
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Dr. Carl Peters * 27.09.1856 Neuhaus an der Elbe (Königreich Hannover) † 10.09.1918 Bad Harzburg (Provinz Hannover) |
10. November und 17. Dezember 1884
Dr.
Carl Peters schließt
in Begleitung von Dr. Jühlke und Graf Pfeil mit
den Stammesführern des Hinterlandes von Sadani und
Bagamoyo in Ostafrika Verträge ab, die neben der
Flaggenhissung die Rechtsgrundlage zur späteren
Übernahme der Schutzherrschaft durch das Reich abgeben.
Es sind die Landstriche zwischen Pangani und Kingani
in einem Umfang, der dem Süddeutschlands etwa gleichkommt.
Außerdem lässt sich Dr. Peters von dem Agenten des
Sultans von Sansibar, Said Bargash, bestätigen,
dass der Sultan in diesen Gebieten, speziell in
Nguru und Usagara, keine Oberhoheit und Schutzrechte
besitzt (26. November 1884). Am 17. Dezember ist
die Expedition bereits zu Ende und Dr. Peters trifft
am 5. Februar 1885 wieder in
Berlin
ein. Die Unkosten betragen nicht ganz 2000 Mark.
1884
Carl Peters
schließt mit Sultan Usagara einen
Schutzvertrag.
12. Februar 1885
Der Ausschuss
der Gesellschaft für deutsche Kolonisation beschließt,
ein Direktorium auf 15 Jahre zu ernennen. Mitglieder
sind Dr. Peters, Graf Behr, Hofgartendirektor Jühlke,
Dr. Lange und Konsul Roghe. Auf Antrag von Dr. Peters
wird eine eigene Flagge angenommen. Die Flagge wurde
von dem damaligen Sekretär der Gesellschaft und
späteren Hauptmann A. Leue entworfen.
27. Februar 1885
Kaiser Wilhelm I.
unterzeichnet den Schutzbrief für die ostafrikanischen
Erwerbungen der "Gesellschaft für deutsche
Kolonisation".
2. April 1885
Die "Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft, Carl Peters und Genossen" wird
in das Handelsregister Berlin eingetragen.
Am
9. April erhält Dr. Peters Generalvollmacht von
der Gesellschaft. A. Leue wird Sekretär; Dr. Jühlke
ist in Sansibar Vertreter der Gesellschaft und wird
vom Reichskanzler
mit der Ausübung der Gerichtsbarkeit im Schutzgebiet
beauftragt. Man plant dieses zu erweitern vom Kap
Guardafui bis zum Rovuma, von den Komoren bis nach
Madagaskar. Es werden zum Zwecke der Landerwerbung
elf Expeditionen hinausgeschickt.
8. April
1885
Clemens Dehnhardt
schließt in Gegenwart seines jüngeren Bruders Gustav
und des Landwirtes Schunke einen Schutz- und Landkaufvertrag
mit dem Sultan Achmed (genannt Simba = der Löwe)
von Witu ab, durch den sich
der Sultan von Witu unter
die Schutzherrschaft des
Deutschen Reiches
(Deutsch-Witu) stellt und
gleichzeitig Clemens Dehnhardt als seinen Bevollmächtigten
ernennt. Unabhängig hiervon erwirbt Clemens Dehnhardt
für die Witu-Gesellschaft durch Kauf ein Landgebiet
von 25 qkm Umfang. Kaufpreis: 50 Gewehre, Tuch,
Glasperlen und einige 1000
Maria-Theresien-Taler.
Das Sultanat Witu war ungefähr zwei Drittel so groß
wie das damalige Deutsche
Reich.
27. Mai 1885
Bismarck teilt telegrafisch
dem Generalkonsul Gerhard Rohlfs in Sansibar mit,
dass das Deutsche Reich
das Anerbieten des Sultans Achmed von
Witu in Ostafrika, sein Land
unter die deutsche Schutzherrschaft vorbehaltlich
der Rechte Dritter zu stellen, an nimmt.
7. August 1885
Ein deutsches Flottengeschwader
unter Konteradmiral Knorr
erscheint vor Sansibar, da der Sultan den Deutschen
Probleme bereitet, wobei er von England unterstützt
wird. Sir John Kirk, englischer Konsul in Sansibar,
ist Gegenspieler von Carl
Peters.
1. November 1886
Deutsch-englischer
Vertrag über die gegenseitigen Interessengrenzen
in Sansibar und Ostafrika.
24. November 1886
Gründung der Deutsch-Ostafrikanischen Plantagengesellschaft
Lewa durch die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft.
Nachdem Versuche mit Tabakbau misslungen sind, wird
mit Erfolg Kautschuk (Manihot Glac.) gepflanzt.
Diese älteste Pflanzung (Leiter der Sumatrapflanzer
Köhler) wird 1910 an eine englische Gesellschaft
verkauft.
30. Dezember 1886
Festlegung
der deutsch-portugiesischen Grenze. (Heutige Grenze
zwischen Tansania und Mozambique.)
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Gruß von der Deutsch-Ostafrikanischen Ausstellung (in Leipzig) 1897 - Barra Rasta Inder-Straße in Daresalam
30. Juli 1887
Vertrag
zwischen Sultan Said Bargash und
Carl Peters als Vertreter
der DOAG, welche am 26. Februar 1886 mit Karl von
der Heydt als Vorsitzenden neu konstituiert war.
Durch diesen Vertrag wird Peters die ganze Küste
vom Umba bis zum Rovuma zwecks Weiterübertragung
an die DOAG überlassen. 1888 scheidet Peters aus
der DOAG-Leitung aus und unternimmt am 17. Juni
1889 die Emin-Pascha-Expedition (bis 6. Juli 1890).
28. April 1888
Die Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft schließt mit dem Sultan von Sansibar
einen Vertrag ab, nach welchem sie einen 10 Meilen
breiten Streifen an der ostafrikanischen Küste von
ihm pachtet.
2. Dezember 1888
Bismarck entschließt
sich zu einer weiteren Hilfeleistung der bedrängten
Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Es wird unter
Mitwirkung eines englischen Geschwaders die Blockade
gegen Waffeneinfuhr und Sklavenausfuhr über die
ostafrikanische Küste verhängt.
Dezember
1888
Der so genannte "Araberaufstand"
unter Führung von Buschiri bricht aus.
2.
Februar 1889
Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt: "Der
Reichskanzler wird ermächtigt, für Maßregeln zur
Unterdrückung des Sklavenhandels und zum Schutz
der deutschen Interessen in Ostafrika über eine
Summe von zwei Millionen Mark zu verfügen und die
Ausführung der erforderlichen Maßregeln einem Reichskommissar
zu übertragen."
3. Februar 1889
Hauptmann Hermann
Wissmann, welcher bereits seit dem 1. Januar
dem Auswärtigen Amt zugeteilt war, wird zum Reichskommissar
ernannt.
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Gruß aus Dar-es-Salam - Haus des Gouverneurs - Postgebäude - Reichkommissar von Wissmann und Generalmajor von Liebert
8. Februar 1889
Bildung
eines Stabes mit
Wissmann
als Kommandanten an der Spitze. Am 15. Februar tritt
Wissmann die Ausreise an. Er begibt sich nach Ägypten
zur Anwerbung von 650 Sudanesen, die um 350 Mann
aus Mozambique verstärkt werden. Am 19. Februar
wird die Kaiserliche Verordnung zur Bildung einer
Polizeitruppe in Ostafrika erlassen.
1889/90
Die militärischen Operationen gegen die Aufständischen
unter Buschiri und Banaheri beginnen. Am 8. Mai
1889 wird deren Lager erstürmt. Nachdem Buschiri
bereits im Dezember 1889 gefangen und zu Tode verurteilt
und auch Banaheri geschlagen wurde, ist die "Ruhe"
im Norden des Schutzgebietes wiederhergestellt.
Mai 1889
Bismarck
teilt nach London mit, dass Dr. Peters, der in der
Zeit von 1888 bis 1889 noch weitere Verträge mit
eingeborenen Sultanen und Häuptlingen abgeschlossen
bzw. dieselben veranlasst hatte, bereits mit England
abgeschlossene Verträge zugunsten des Reiches rückgängig
zu machen, ohne Auftrag der Regierung handele. Dies
wird Dr. Peters in Sansibar mitgeteilt.
Bismarck schreibt auf
ein Aktenstück am 23. Juli die Randbemerkung: "Bisher
brauchen wir England, wenn der Friede noch etwas
erhalten werden soll." Damit sind die großen
Pläne des Dr. Carl Peters
endgültig gescheitert.
1. Juli 1890
Mit
dem Sansibarvertrag
zieht Deutschland seine Schutzherrschaft über
Witu zugunsten von Großbritannien
zurück. Unterzeichnet ist der Vertrag vom Reichskanzler
von Caprivi und Legationsrat
Krauel.
23. Juli 1890
Der erste deutsche
Reichspostdampfer der neu gegründeten Deutschen
Ostafrikalinie (DOAL.) tritt die Ausreise nach Deutsch-Ostafrika
von Hamburg
aus an. Der mit diesem Dampfer fahrende erste deutsche
Fachpostbeamte eröffnet am 27. August eine Postagentur
in Sansibar.
10. September 1890
Die Legung
eines Seekabels Sansibar-Bagamoyo-Daressalam durch
eine englische Gesellschaft, mit der ein Vertrag
abgeschlossen ist, wird beendigt. Am 18. September
tritt der Telegraf in Bagamoyo, am 22. in Daressalam
in Tätigkeit. Am 4. Oktober werden in beiden Orten
auch von Fachbeamten bediente Postagenturen eröffnet.
8. November 1890
Die Deutsche Reichsregierung
erklärt England gegenüber, dass sie mit einer Entschädigung
der durch den Aufstand in Witu
schwer geschädigten Deutschen rechne. England gibt
eine unklare Zusage, die nicht gehalten wird. (Die
Aufgabe der Schutzherrschaft in
Witu wurde von den Einheimischen
als Verrat angesehen, wodurch die dort lebenden
Deutschen in eine gefährliche Lage gerieten und
teils niedergemacht, teils ihrer Habe beraubt wurden.)
20. November 1890
Das Reich schließt einen
Vertrag mit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft,
nach der die Verwaltung und Zollerhebung Ostafrikas
auf das Reich übergeht gegen die Verpflichtung,
jährlich 600 000 Mark für Amortisation und Verzinsung
einer von der Gesellschaft aufzunehmenden Anleihe
in Höhe von 10 556 000 Mark zu zahlen. Dafür hat
die Gesellschaft ihrerseits die Verpflichtung, an
den Sultan von Sansibar den Entschädigungsbetrag
von 4 Millionen Mark für Abtretung des Küstenstriches
zu zahlen.
1890
Verlegung des Gouvernementssitzes
von Bagamoyo nach Daressalam.
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Deutsch-Ost-Afrika - Blick auf Dar-es-Salaam
1. Januar 1891
Deutsch-Ostafrika
erhält für den zurückberufenen Reichskommissar einen
Zivilgouverneur.
22. März 1891
Die Wißmanntruppe
wird in eine reguläre Kaiserliche Schutztruppe umgewandelt,
welche dem Reichsmarineamt untersteht. Zum Kommandeur
wird am 9. April der Leutnant von Zelewski ernannt.
1890
Die Rinderpest bricht im Schutzgebiet
aus.
17. August 1891
Vier Kompanien der
Schutztruppe werden bei Rugaro auf dem Marsch von
den Wahehe überfallen. Der Kommandeur der Schutztruppe
von Zelewski gerät in einen Hinterhalt und kommt
mit 9 Europäern und 150 Askari
ums Leben.
5. Mai 1892
Die erste Telegrafenlinie
Bagamoyo-Sadani wird eröffnet. (Bis 1892 zum Beginn
des 1. Weltkrieges waren 3000 km Leitungen im Betrieb.)
5. Dezember 1892
Die Regierungsschule in
Tanga wird mit 50 Schülern in einem Kaufladen eröffnet.
Schon 1895 kann der spätere Rektor Blank mit 100
Schülern in das Gouvernementsschulhaus ziehen.
1892/93
Die Rinderpest geht zurück. Erst
um 1913 konnte der 1892/93 Viehbestand von der Zeit
vor der Pest wieder erreicht, ja überschritten werden
(nach Schätzung 12 Millionen Rinder, 5 Millionen
Stück Kleinvieh).
1893
Es wird der erste
erfolgreiche Versuch unternommen, die aus Mexiko
eingeführte Sisalagave (Sisalhanf) zu kultivieren.
1893
Durch Stiftung eines Inders wird am
Hafen von Daressalam das 1893 Sewa-Hadji-Krankenhaus
für Einheimische und Inder erbaut.
1. Juli
1893
Postwertzeichen (Adlerzeichnung) mit schwarzem
Aufdruck des Pesabetrages (1 Rupie e 64 Pesa) werden
herausgegeben. 1896 erhalten 1. Juli die Marken,
bis dahin mit waagerechtem Pesaüberdruck, einen
schrägen Pesaüberdruck mit der Angabe "Deutsch-Ostafrika".
1901 werden Marken mit Schiffszeichnung und Rupie-
und Pesaangaben herausgegeben.
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Deutsch-Ost-Afrika - Watuales Gefolge - Uvira-Frauen zum Markt gehend
1893/94
Unterwerfung
der Wahehe und Wadschagga durch Gouverneur von Secheele.
16. Oktober 1884
Die erste koloniale Eisenbahnstrecke
von Tanga nach Pongwe wird eröffnet (14 km). Erst
nach 11 Jahren wird die Bahn auf 129 km verlängert.
1895
Eröffnung des Gouvernementskrankenhauses
in Daressalam.
5. Juni 1896
Die Kronlandsverordnung
der Reichsregierung tritt in Kraft. Land, welches
von der Schutzgebietsverwaltung an Europäer abgegeben
wird, muss vorher nach Prüfung etwaiger Rechte Dritter
zum Kronland erklärt werden.
1. Januar 1897
In Daressalam wird das Eingeborenenhospital, welches
nach seinem Stifter, dem Inder Sewa Hadji benannt
wird, in Betrieb genommen
1897
Die Errichtung
einer Zuckerfabrik am Pangani wird geplant, doch
erst 1900/01 ausgeführt. Die erste Kampagne fällt
in das Jahr 1901. (Das Unternehmen wird jedoch schon
1902 liquidiert, da man mit großen Verlusten arbeitet
und nicht durchhalten will.)
19. Juli 1898
Sultan Quawa der Wahehe fällt. Damit ist der Waheheaufstand
beendet.
1899
In Daressalam erscheint
zum ersten Male die "Deutsch-Ostafrikanische
Zeitung", Herausgeber und Schriftleiter
Wilhelm (Willy) v. Roy-Quadendorf.
1. August
1899
Das Bezirksamt von Tanga führt den allgemeinen
Schulunterricht für einheimische Jungen ein (täglich
2 Stunden Unterricht).
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Deutsch-Ostafrika - Missionsschule - Dschagga-Kinder
1900
Einführung der
Kautschukkultur (Manihot Glaciovii), die sich jedoch
erst ab 1905 stärker entwickelte.
1902
Einführung des Baumwollanbaues durch das kolonialwirtschaftliche
Komitee, dessen mustergültige Organisation zum Vorbild
für gleiche Einrichtungen in den englischen und
französischen Kolonien Afrikas wird.
Juni
1902
Gründung des Kaiserlichen landwirtschaftlich-biologischen
Institutes in Amani in Ostusambara (920 m hoch)
als Ergänzung des in Daressalam bestehenden Kulturgarten.
1904
Aufhebung der Sklaverei. Es wird bestimmt,
dass alle nach dem 31. Dezember 1905 geborenen Kinder
der Sklaven entschädigungslos frei sein sollen.
Die Haussklaverei soll nach dem Reichstagsbeschluss,
der dieser Verordnung zugrunde liegt, im Jahre 1920
völlig aufhören.
1904
Die erste Baumwollversuchsstation
wird in Mpanganya am Südufer des Rufijiflusses mit
Schulbetrieb gegründet.
28. Februar 1904
Die Reichsregierung erlässt eine Verordnung über
das Münzwesen in Deutsch-Ostafrika und setzt als
Einheit die Rupie, in 100 Heller geteilt, fest.
1 Rupie erhielt den festen Kurs von 1,333 Mark.
Es werden fortan nur Postwertzeichen mit Hellerangaben
herausgegeben.
1. September 1904
Das Höhensanatorium
Wugiri im Nordosten wird eröffnet, nachdem ein Kolonialfreund,
Lienhardt, ein Kapital von 100 000 Mark dazu gestiftet
hatte.
1. Oktober 1904
Mombo, von wo der
Aufstieg nach Wilhelmstal in Westusambara erfolgt,
erhält Stadtrechte (ab Februar 1905 erreicht der
Eisenbahnbau von Tanga aus Mombo).
Januar
1905
Die Deutsch-Ostafrikanische Bank wird gegründet.
Da ihr das Recht der Notenausgabe verliehen wird,
gibt sie bereits im Dezember die ersten 5-Rupie-Noten
heraus.
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Deutsch-Ostafrikanische Bank - 5 Rupien-Banknote
1905
Das Gouvernement von Deutsch-Ostafrika
gibt gedruckte Auskünfte für Ansiedler in Westusambara
und Moschi heraus, die die Auswanderungslustigen
eher abschrecken als anziehen. Als Betriebskapital
werden 9000 Mark verlangt.
1905
Erste
Reise des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg
nach Deutsch-Ostafrika.
1905/06
Im Süden
des Landes bricht der "Maji Maji-Aufstand"
aus. Ursache war u.a. eine Erhöhung der Steuer,
wodurch die Einheimischen zur Plantagenarbeit gezwungen
werden sollten. Es kommt zu zahlreichen, schweren
Kämpfen der Afrikaner gegen die Schutz- und Polizeitruppe.
Am Ende der Kämpfe schätzt die Kolonialbehörde die
Zahl der einheimischen Toten auf rund 75 000. Auf
deutscher Seite sind 345 Askaris und 23 Europäer
zu Tote gekommen.
1907
Die Loslösung der
Zivilverwaltungsaufgaben (Bezirksämter) von der
Schutztruppe wird zum größten Teil durchgeführt.
12. Mai 1907
Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg
begibt sich nach Deutsch-Ostafrika, um eine Forschungsreise
quer durch Afrika von Ost nach West anzutreten.
Seine Begleiter sind Hauptmann Weiß und Oberleutnant
von Wiese und Kaiserswaldau, außerdem eine Anzahl
von Fachgelehrten. Die Expedition endigt 1908 erfolgreich.
19. August 1907
Eröffnung der Reichstelegrafenstation
in Moschi.
23. September 1907
Die erste
Privatreisegesellschaft des Reisebüros Carl Stangen
kommt in das Schutzgebiet.
5. Oktober 1907
Eröffnung der Bahn von Daressalam-Morogoro bis zur
Station 1907 Mikeke. Die ganze Strecke wird am 16.
Dezember eröffnet. Der erste Spatenstich fand am
1. Februar 1905 in Daressalam statt.
23.
November 1907
Um die Ausbreitung der Sisalhanfkultur
besonders in Britisch-Ostafrika zu verhindern, wird
ein Ausfuhrzoll für Sisalpflanzgut eingeführt.
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Münzen aus Deutsch-Ostafrika
1907 - 1910
Oberleutnant
Paul Graetz durchquert
als erster Afrika im Automobil 1907-1910 (für den
Verlag Seherl). Oberleutnant Graetz gehörte der
ostafrikanischen Schutztruppe von 1902-1904 an.
Sein Kisuaheliname war "Bwana Tucke-Tucke",
dem Motorengeräusch nachgebildet. 1911/12 wiederholte
er die Durchquerung im Motorboot, das allerdings
weite Strecken geschleppt werden musste.
1908
Die Kironda-Goldminengesellschaft beginnt
ihren Betrieb in Sekenke (200 km nördlich von der
Zentraleisenbahn entfernt, daher sehr schwieriger
Transport der Maschinen usw. Das Gold wird aus Quarzgängen
gewonnen, je Tonne Erz durchschnittlich 45 g Gold,
später nur 25 bis 14 g.)
1909 - 1911
Forschungsexpedition
zur Ausgrabung von Riesensauriern am Tendaguruberge,
nordwestlich von Lindi unter Leitung von Dr. W.
Janensch sowie unter Mitarbeit der Herren Dr. E.
Hennig, Dr. von Staff und Sattler. Die Arbeiten
werden 1912 wieder aufgenommen.
1900/10
Nach heftigen Pockenepidemien im Norden und im Gebiet
der Zentralbahn, werden fast eine Million Pockenschutzimpfungen
vorm genommen.
1910
Das Gouvernement von
Britisch-Ostafrika kauft von diesem Jahre ab jährlich
große Mengen der deutschen Schutzlymphe. Schon 1902
war es dem Stabsarzt Dr. Exner in Bismarckburg gelungen,
im Schutzgebiet brauchbare Kälberlymphe herzustellen.
1911
Vertrag zwischen Deutschland und Belgien
über die gegenseitigen Grenzansprüche in Deutsch-Ostafrika.
Es wird der Kiwusee und der Lauf des Russissi als
Grenze zwischen deutschem und belgischem Schutzgebiet
festgelegt.
1912/13
In Daressalam wird
gerichtet ein Institut für Seuchenforschung eingerichtet.
1913
Seit dem Jahre 1903 wurde der Kampf
gegen die Pocken durch Impfungen aufgenommen. Bis
1913 ist fast die Hälfte der Einheimischen geimpft
worden.
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Deutsch-Ostafrika - Aufziehen der Wache in Tabora
9. März 1913
Gründung eines Freiwilligenkorps
von Usambara unter Hauptmann a. D. von Prince in
Wilhelmstal.
20. März 1913
In Daressalam
wird eine Funktelegrafenstation eröffnet.
20. März 1913
Vereinbarung zwischen Deutschland
und Portugal über die Rovuma-Inseln.
1. April
1913
Deutsche Maße und Gewichte werden im Schutzgebiet
eingeführt.
1. Oktober 1913
Einführung
der Zeit von Moschi am Kilimandscharo als Einheitszeit
für das ganze Schutzgebiet.
3. Dezember 1913
Tange erhält eine Städteordnung.
12. Dezember
1913
Oberstleutnant von
Lettow-Vorbeck
wird an Stelle des Oberstleutnants von Schleinitz
Kommandeur der Schutztruppe von Deutsch-Ostafrika.
2. August 1914
Dem Gouvernement wird durch
Kabel nach der Mobilmachung in Deutschland mitgeteilt,
dass die Kolonie sich außer Kriegsgefahr befinde.
Ein weiteres Kabelgramm wird angekündigt, kommt
aber nicht an. Durch einen deutschen Dampfer wird
dann das von Sansibar kommende Gerücht, dass auch
mit England Kriegsgefahr bestehe, bestätigt. Die
Kriegserklärung selbst erhält die Kolonie durch
Funkspruch am 5. August früh 4 Uhr 45 Min.
weiter mit Deutsch-Ostafrika Geschichte 1914-1918
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Vereinigte Republik
Tansania Hauptstadt Dodoma Regierungssitz Daressalam Fläche 945.087 km² Einwohnerzahl 41.048.532 Bevölkerungsdichte 39 Einwohner pro km² |
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Inhalt: Vorgeschichte, Zanzibar, Stadtpläne Tanga und Daressalam, Wituland, Kriegszeit bis zum Ende des 1. WK, Usambara, Mocambique, Zeppelinfahrt LZ59, Zeittafeln, Personen-, Sach- und Ortsregister usw.

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