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Deutsch-Ostafrika

Ostafrika - deutsche Kolonie von 1885 bis 1919

Deutsch-Ostafrika 1885-1914 - Deutsch-Ostafrika 1914-1918 - Ansichtskarten - Briefmarken - Farbfotos - Geldscheine - Landkarten - Münzen - Schutzvertrag

1. Weltkrieg

Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika, Landkarte 1912

Wappen Deutsch-Ostafrika Deutsch-Ostafrika, Landkarte 1919/20

Deutsch-Ostafrika, Landkarte 1912

Wappen Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika, Landkarte 1919/20

 

Askaris, einheimische Soldaten in Deutsch-Ostafrika

Askaris, einheimische Soldaten in Deutsch-Ostafrika (zeitgenössische Postkarte).
In zahlreichen zeitgenössischen Büchern werden ihr Mut und ihre Verbundenheit gelobt.
1964 nahmen an der Beisetzung Paul von Lettow-Vorbeck auch ehemalige Askaris aus Ostafrika teil.

 

Dr. Albert Heinrich Schnee

1871 - 1949

Gouverneur in Deutsch-Ostafrika 1912 - 1918

Dr. Albert Heinrich Schnee
Paul von Lettow-Vorbeck

Paul von Lettow-Vorbeck

1870 - 1964

Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika 1914 - 1918

 

Deutsch-Ostafrika

1914 - 1919

2. August 1914
Dem Gouvernement wird durch Kabel nach der Mobilmachung in Deutschland mitgeteilt, dass die Kolonie sich außer Kriegsgefahr befinde. Ein weiteres Kabelgramm wird angekündigt, kommt aber nicht an. Durch einen deutschen Dampfer wird dann das von Sansibar kommende Gerücht, dass auch mit England Kriegsgefahr bestehe, bestätigt. Die Kriegserklärung selbst erhält die Kolonie durch Funkspruch am 5. August früh 4 Uhr 45 Min.

August 1914 bis März 1916
Der erste Abschnitt des Krieges in dem Schutzgebiet.
Das ganze Schutzgebiet bleibt, abgesehen von kleinen unbedeutenden Gebäudeverlusten an den Grenzen, in deutscher Hand. Die Operationen im Ostteil werden von dem Kommandeur selbst geleitet, im Westteil (um den Viktoria-, Tanganjika-, Kiwu- und Njassasee) von General Wahle von dessen Hauptquartier in Kigoma aus.

17. August 1914
Der englische Kreuzer "Pegasus" läuft Tanga an. Nach einem Abkommen mit den Engländern wird Tanga, wie am 8. August Daressalam, als offene Stadt erklärt. Im November wird das Abkommen von den Briten gekündigt.

7. September 1914
Gefecht einer deutschen Abteilung unter Hauptmann Schulz bei Tsavo an der Ugandabahn. Am 26. September greift die Abteilung in der Nähe stehende, aus Indern gebildete Truppen an, die dabei große Verluste erleiden.

September 1914
Eine kleine Abteilung in Bismarckburg greift Abercorn in Rhodesien.

14. September 1914
Im Westen des Viktoriasees besetzen die Engländer das Gebiet bis zum Kagera. Die Deutschen dringen am Ostufer in englisches Gebiet, müssen sich aber bei Kissi wieder zurückziehen.

September 1914
Die Deutschen wehren sich bis zum März 1916 erfolgreich gegen Angriffe der Belgier auf und am Tanganjikasee.

S.M.S. Königsberg

S.M.S. Königsberg

 

20.September 1914
Der Kreuzer S.M.S. Königsberg, Kommandant Kapitän zur See Looff, vernichtet den englischen Kreuzer "Pegasus" vor Sansibar.

24. September 1914
Hauptmann Wintgens, Kommandant der im Sultanat Ruanda stationierten Truppen, greift die Belgier am Kiwusee an und besiegt sie.

25. September 1914
Die Briten greifen die 10. Kompanie unter Hauptmann Tafel am Engitoberg an.

Oktober 1914
Major von Stuemer erhält den Oberbefehl über die gesamte Schutztruppe am Viktoriasee; Bukoba wird Zentralkommandostelle. Verschiedene See- und Landgefechte finden in den nächsten Monaten statt.

1. Oktober 1914
Auf diesen Tag war die Einführung des Postsparkassendienstes in 1914 Deutsch-Ostafrika festgesetzt. Der Krieg verhinderte die Durchführung. (In Deutschland erst 1939 eingeführt.)

4. Oktober 1914
Belgische Truppen (4 Kompanien) erleiden eine völlige Niederlage bei Kissenji am Kiwusee. Auch einen zweiten noch stärkeren Angriff am 21. Dezember 1915 weist Hauptmann Wintgens ab. Am 26. Januar 1916 erfolgt ein dritter Angriff mit sehr überlegenen Kräften, der von Hauptmann Klinghardt abgewiesen wird.

8. Oktober 1914
Siebenstündiges Gefecht der Abteilung Major Baumstark bei Gazi (südlich Mombassa an der Küste) mit englischen Truppen. Das Gefecht wird auf deutscher Seite wegen Munitionsmangel abgebrochen.

2. November 1914
Der erste große Vorstoß der Briten beginnt. Zwei englische Kreuzer erscheinen vor Tanga und landen Truppen. Unter Kündigung des früheren Abkommens fordert der englische Kommandant die Stadt zur Übergabe auf. Nach Weigerung entwickelt sich die dreitägige Schlacht von Tanga. Von Lettow-Vorbeck steht am 2. November mit der Hauptmacht am Kilimandscharo, während nur einige Züge in Tanga stehen. Es gelingt, die Truppen aus dem Innern sowie das freiwillige deutsche Schützenkorps unter Hauptmann von Prince zur rechten Zeit von Usambara nach der Küste zu bringen. Das britische Landungskorps unter Generalmajor Aitken besteht aus einem englischen (Northlancashire) und acht indischen Regimentern sowie einigen Spezialtruppen.
Am 4. November, dem Hauptkampftag, besteht die deutsche Heeresmacht aus 1000 Mann mit 21 Maschinengewehren. Von Lettow-Vorbeck kam in der Nacht vom 3. zum 4. November in Tanga an. Am 4. November fällt von Prince ("Bwana Sakkarani"). Die Schlacht endet mit einem Sieg der Deutschen. Am 6./7. November dampft die britische Flotte mit allen Truppen wieder ab.

Schlacht von Tanga

Schlacht von Tanga

"Englisch und indische Regimenter machen einen Landungsversuch"

 

3. November 1914
Britische Streitkräfte gehen gegen den nordwestlich vom Kilimandscharo gelegenen Longidoberg vor, wo sie von der Abteilung des Majors Kraut unter schweren Verlusten zurückgeschlagen werden.

28./30. November 1914
Beschießung Daressalams durch britische Kriegsschiffe.
Am 11. Dezember wird Tanga, am 16. Dezember Kilwa-Kisiwani beschossen.

10. Januar 1915
Die Insel Mafia, die von einem Offizier, zwei deutschen Unteroffizieren und 20 Askaris besetzt war, wird nach heftigem Beschuss von den Briten im Sturm genommen. Sie landeten zu diesem Zweck nicht weniger als sechs Kompanien indischer und schwarzer Truppen. Die Besetzung von Mafia hatte den Zweck, in der Bucht von Tirene einen geschützten Ankerplatz für die Schiffe und einen Stützpunkt für den Blockadedienst an der Küste zu gewinnen. Die Besetzung von Mafia war für die "Königsberg" insofern ein herber Verlust, als sie hierdurch einer zuverlässigen Nachrichtenstation beraubt war.

Mafia Ausgabe von 1915

Mafia Ausgabe von 1915 (Britische Besetzung)

Im Januar und im Juli 1915 erschienen Marken von Deutsch-Ostafrika mit schwarzem, violettem oder grünem Aufdruck:

Januar 1915: "G.R./Mafia" , Juli 1915: "G.R./Post/6 Cents/Mafia"

  Insel Mafia siehe Landkarte Deutsch-Ostafrika

 

18. Januar 1915
Gefecht bei Jassini nahe der Küste im Norden an der englischen Grenze (heutige Grenze zwischen Tansania und Kenia). Die britischen Truppen erleiden schwere Verluste und müssen kapitulieren. Nach diesem neuen misslungenen Versuch der Engländer, mit Hilfe von indischen Truppen vom Norden und der Küste her einzudringen, entsteht eine längere Pause in den englischen Landangriffen.

April 1915
Die von den Engländern gegen Deutsch-Ostafrika verhängte Blockade (1. März) wird von dem von der deutschen Marine ausgesandten Hilfsschiff "Rubens" unter Führung des Kapitänleutnants d. R. Christiansen durchbrochen. Die "Rubens" wird von den Engländern in Brand geschossen, doch gelingt es, Munition und Gewehre zu bergen.

20. Juni 1915
Die Briten besetzen Bukoba, müssen jedoch bald wieder zurückweichen, nachdem sie den Ort geplündert und die Funkstation zerstört haben.

11. Juli 1915
Der Kreuzer S.M.S. Königsberg wird in der Kikunjamündung des Rufijiflusses von überlegenen Kräften der britischen Marine blockiert und auf Befehl des schwerverwundeten Kommandanten Looff gesprengt. Die Besatzung wird, ebenso wie vorher die des Vermessungsschiffes "Möwe" (Kommandant Korvettenkapitän Zimmer), den Truppen Lettow-Vorbecks eingereiht.

19. August 1915
Britische Kriegsschiffe greifen Tanga an, ziehen sich jedoch bald wieder zurück. Bereits am 29. Juli erscheinen die Engländer in Lindi und beschießen am 17. August Daressalam, welches inzwischen mit ausgedehnten Verteidigungsanlagen versehen worden ist. Die Geschütze der "Königsberg" fanden dabei Verwendung. Auch die Truppe ist durch die Marine bedeutend verstärkt. Insgesamt sind 54 Offiziere und 884 Unteroffiziere und Mannschaften von der Marine in die Truppe übernommen.
Bis zum Februar 1916 bleibt es an der Küste im ganzen ruhig.

17 Januar 1916
Am Kagera auf dem westlichen Kriegsschauplatz finden verschiedene Gefechte (16. Februar bis Juni) statt, als die von Westen vordringenden Belgier die Bukobaabteilung zum Abzug zwingen.

Verwundet

"Verwundet"


März bis September 1916
Der zweite Abschnitt des Krieges im Schutzgebiet umfasst die Zeit des Vordringens der weit überlegenen Ententemächte bis zum Verlust der Zentralbahn und damit des größten Teiles der Kolonie. Ende September befinden sich im wesentlichen nur noch die Gebiete südlich des Rovuma sowie der westlich angrenzende Mahengebezirk in deutschem Besitz. Bereits im Januar erfolgt der erste große Vorstoß. Am 9. Januar erscheinen die ersten britischen Landflugzeuge im Norden über Taveta. Vorher hatten die Briten nur zwei Marineflugzeuge im Endgefecht gegen die "Königsberg" verwendet. Auch tauchen am 22. Januar bei Taveta die ersten Panzerautos auf. Den britischen Oberbefehl führt der Burengeneral Smuts, sein Stabschef ist der englische Brigadegeneral Collyer. Die Gesamtstärke der Gegner (Engländer, Belgier, Südafrikaner und Portugiesen) beträgt ungefähr 100 000 Mann.

 

Jan Christian Smuts

Jan Christian Smuts

1870 - 1950

General der südafrikanischen Armee

 

8. März 1916
Der Vormarsch der britischen Haupttruppen unter General Smuts auf Taveta beginnt. Das Ziel ist, die deutsche Hauptmacht, welche zwischen dem Kilimandscharo und dem Paregebirge steht, anzugreifen und gleichzeitig dieselbe von der Usambarabahn (Kahe) abzuriegeln. Am 11. März kommt es am Reataberg zum Kampf. Die deutschen Truppen müssen sich zurückziehen, auch Neumoschi wird geräumt.

15. März 1916
Das Hilfsschiff "Marie" unter Führung des Kapitäns Sörensen durchbricht die britische Blockade und läuft unbemerkt in die Sudibucht im Süden ein, wo es Kriegsmaterial löscht, darunter sechs Geschütze, eine Anzahl Maschinengewehre und 2000 Karabiner. (Auch bringt das Schiff Postwertzeichen, da die vorhandenen inzwischen ausgegangen sind. Die Postverwaltung hat bereits in der Missionsdruckerei in Wuga bei Mombö Aushilfsmarken drucken lassen, die nun nicht mehr zur Ausgabe gelangen. Der Abtransport der Ladung macht 50 000 Trägerlasten für den mehr als drei Wochen dauernden Marsch nach der Zentralbahn erforderlich.

April 196
Die große belgische Offensive im Nordwesten am Kiwusee setzt ein. Hauptmann Wintgens ist gezwungen, sich kämpfend vor den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner zurückzuziehen. Auch die Briten drängen vom Südwesten und Süden her gegen Tabora vor.

Mai 1916
Das deutsche Kommando nimmt für den Fall, dass das Gebiet nördlich der Zentralbahn nicht gehalten werden kann, den Rückzug nach Süden auf Mahenge in Aussicht. Die Hauptmacht (4000 Askari) unter von Lettow rückt von Dodoma auf Kondoa-Irangi vor, es kommt zu einem verlustreichen Gefecht.

Berittene Kompanie während des 1. Weltkrieges in Deutsch-Ostafrika

Berittene Kompanie während des 1. Weltkrieges in Deutsch-Ostafrika

 

23. Juni 1916
Britische Marinetruppen besetzen Pangani und am 1. August 1916 Sadani.

1. August 1916
Die Briten dringen bis zur Zentralbahn vor.

16./17. August 1916
Nachdem die deutsche Hauptabteilung sich auf Kilossa und Morogoro an der Zentralbahn unter mehreren Gefechten zurückziehen musste, wird bei Morogoro ein neuer Angriff der Briten zurückgewiesen. Der Gouverneur, der bis dahin seinen Sitz in Morogoro hatte, geht mit seinem Stabe südlich nach Kissaki, auch von Lettow nimmt am 25. August dort Quartier. Am 26. August besetzen die Briten Morogoro.

4. September 1916
Die Engländer besetzen Daressalam, nachdem die letzten deutschen Truppen dort abgezogen sind.

 

Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Ostafrika, 15 Rupien, 1916

15 Rupien, 1916

Au 750 7,168 g

Da Deutsch-Ostafrika vom Mutterland abgeschnitten war und akuter Mangel an Zahlungsmitteln herrschte, wurde in Tabora aus ostafrikanischem Rohgold und Elektrolytkupfer zirka 15.000 Münzen zu 15 Rupien geprägt.

 

7. September 1916
Die Briten greifen bei Kissaki die deutschen Truppen von Westen und Südwesten her an, werden aber unter erheblichen Verlusten zunächst zurückgeschlagen. Auch der Angriff einer anderen Brigade vom Norden her bleibt vorerst ohne Erfolg. Es folgen weitere Gefechte in deren Folge Kissaki geräumt werden muss. Die großen Vorräte an Lebensmitteln usw. werden verbrannt. Am 15. September besetzen die Briten Kissaki.
Es tritt eine längere Gefechtspause ein, da die Truppen erschöpft sind. Die Briten lagern nördlich des Mgetaflusses, die deutschen Truppen halten die Stellungen am südlichen Ufer.

13./14. September 1916
Gefecht bei Itagaberg nördlich von Tabora. General Wahle bringt den Belgiern zwar große Verluste bei, muss sich dann aber am 18. September 1916 zurückziehen. In drei Kolonnen wird auf Iringa zu marschiert.

Die Belgier besetzen am 19. September 1916 Tabora. Es kommt zu schwere Ausschreitungen und Misshandlungen gegen die Zivilbevölkerung. Frauen, Kinder und Zivilgefangene werden quer durch Afrika nach Frankreich transportiert.

Gefangene Engländer auf dem Marsch

"Gefangene Engländer auf dem Marsch" (zeitgenössisches Foto)

 

September 1916 bis November 1917
Der dritte Abschnitt des Krieges bis zur Räumung des Schutzgebietes durch die Reste der Schutztruppe und der Übergang derselben über den Rovuma in portugiesisches Gebiet.

November 1916
Die drei Westabteilungen des Generals Wahle, der Iringa schon besetzt findet und daher nach dem Süden weitermarschieren lässt, liefern sich mit den den Feinden verschiedene Gefechte und können sich schließlich bei Lupembe, welches von Hauptmann Wintgens vergeblich angegriffen wird, vereinigen. Die Kolonne unter Oberstleutnant a. D. Hübener findet den Anschluss nicht, wird am 24. November bei Ilembule eingekreist und muss nach zweitägigen Kämpfen kapitulieren. Die Abteilung des Majors Kraut, die in der Gegend von Mahenge verschiedene Gefechte zu bestehen hat, wird von General Wahle Ende Dezember zurückgenommen.

1. Januar 1917
Eine erneute große Offensive der Briten an der Mgeta-Kiderengwa-Front setzt ein. Die deutschen Truppen gehen über den Rufiji zurück.
General Smuts verlässt Deutsch-Ostafrika, den Oberbefehl übernimmt General Hoskins. Smuts, der nach London geht, glaubt, dass der Feldzug zu Ende sei. Der größte Teil der südafrikanischen Truppen wird abtransportiert. Britische und mit ihnen verbündete Truppen besetzt das Rufijidelta und den Süden des Bezirks Daressalam.

21. April 1917
Mpanganja muss von den Deutschen geräumt werden. Die Regenzeit behindert die Operationen auf beiden Seiten, auch die Waldgebiete behindern die Briten im Vorgehen, so dass sie nun ihre Haupttruppen von der Küste her ansetzen.

Juni 1917
Im englischen Oberbefehl tritt ein neuer Wechsel ein. Hoskins wird von dem Burengeneral van Deventer abgelöst.

19. Juli 1917
In einem Gefecht bei Narungombe gelingt es Hauptmann von Liebermann mit 95 Europäern und 850 Askari (2 Geschütze und 15 Maschinengewehre die britischen Truppen aufzuhalten und fügt ihnen schwere Verluste zu. Die britische Offensive stockt hierdurch bis zum September 1917. Dann werden die deutschen Truppen in ständigen schweren Gefechten zurückgedrängt.

29. Juni 1917
Die Abteilung Wintgens versucht sich vom Viktoriasee aus nach Südwesten durchzuschlagen. Nachdem Wintgens schwer an Typhus erkrankt ist, wird er den Briten anvertraut, die ihn auch behandeln. Hauptmann Naumann übernimmt die deutsche Truppe, ergibt sich aber nach einem halben Jahr den Briten.

15. bis 18. August 1917
Viertägige Schlacht (neben Tanga das größte Gefecht des ganzen Feldzuges) bei Mahiwa im Lukuledital. Die Abteilung Wahle wird von den Briten angegriffen, von Lettow eilt zu Hilfe. Es gelingt ihm die zahlenmäßig weit überlegen Briten zurückzuschlagen.

9. Oktober 1917
Die telegraphische Verbindung zwischen der den Westtruppen unter Hauptmann Tafel bei Mahenge ist unterbrochen. Die Westtruppen marschieren weiter nach Süden, müssen sich aber am Einfluss des Bangala in den Rovuma wegen völligen Mangels an Lebensmitteln den Engländern am 28. November ergeben mit Ausnahme einer größeren Patrouille unter Hauptmann Otto, der weiter nach Süden marschiert. 110 Deutsche, 1220 Askari und 2000 Träger ergeben sich.

21. November 1917
In Bulgarien (in Jambul bei Burgas) steigt der deutsche Zeppelin L 59 mit einer Ladung von Munition, Medikamenten usw. für die ostafrikanische Schutztruppe auf. Am 22. November über Chartum erhält der Kommandant durch Funkspruch den Befehl zur Umkehr. (Der Urheber dieses Befehls ist unbekannt geblieben.)

Zeppelin L 59

Zeppelin L 59

 

25. November 1917
Die deutsche Schutztruppe geht nahe der Einmündung des Ludjenda über den Rovuma und tritt damit nach Portugiesisch-Ostafrika (Mozambique) über. (278 Europäer, 1600 Askari, 4000 Träger und 1000 Askarifrauen und Askariboys.)

Der vierte Abschnitt des Feldzuges vom Übergang über den Rovuma bis zum Waffenstillstand.

Nach Übergang über den Rövuma wird das portugiesische Fort Ngomano erstürmt; es wird viel Kriegsmaterial erbeutet. Die Verpflegung der Truppe wird aber trotzdem immer schlechter. Im Laufe der nächsten Monate werden noch weitere kleine Forts der Portugiesen eingenommen. Nach der Regenzeit, Anfang April 1918, beginnt ein ständiges Wanderleben der Truppe.

22. Mai 1918
Nach einem schweren Gefecht mit den Briten bei Mopelia, nordwestlich von Nanungu, am 5. Mai erleiden die deutsche Truppe am Timbaniberg große Verluste an Munition, Gepäck, Geld usw. Am 1. Juli gelingt es jedoch den Deutschen den Portugiesen und Engländern größere Bestände abzunehmen, die eine Wiederausstattung der deutschen Truppen ermöglichen. Der Marsch wird fortgesetzt, wobei es dauernd zu Gefechten kommt, so u. a. am 3. Juli bei Nhamacurra.

28. September 1918
Fortwährend kämpfend, geht die deutsche Truppe, bei der sich General Wahle und der Gouverneur befinden, wieder auf deutsches Gebiet (Tansania) zurück. Die Truppe hat unter Erkrankungen aller Art sehr zu leiden. In den zehn Monaten, welche die Schutztruppe in Portugiesisch-Ostafrika (Mozambique) zubrachte, hat sie 2500 km zurückgelegt.

31. Oktober 1918
Die Truppe marschiert durch die Bezirke Iringa und Langenburg und überschreitet die deutsch-rhodesische (Tansania - Sambia) Grenze bei Fife. In Ubena fand am 17. Oktober ein kleineres Gefecht statt; General Wahle ist so schwer erkrank, dass er zurückgelassen werden muss.

12. November 1918
Letztes Gefecht im Feldzug nördlich von Kasama.

14. November 1918
Lettow-Vorbeck muss auf Befehl von Berlin bei Kasama die Waffen nach 41/2jährigem Kampf strecken. Am 13. November erhält die Truppe zum ersten Mal genaue Nachrichten über die Vorgänge in der Heimat. Übergabe der Truppe bei Abercorn in Rhodesien (heutiges Sambia) an die Briten unter General Edwards. Die Truppe zählt 30 Offiziere, 125 Unteroffiziere und Mannschaften, 1168 Askari, 1522 Träger und einige hundert Frauen. Am 8. treffen die Deutschen in Daressalam ein. Grippeerkrankungen fordern noch 11 Todesopfer.

17. Januar 1919
Abtransport auf dem Dampfer der DOAL. "Feldmarschall" über Großbritannien und Holland nach Deutschland.

Anfang 1919
Die Reichpost in Berlin gibt am Sammlerschalter die letzten Deutsch-Ostafrika-Briefmarken aus.

2. März 1919
Einzug der deutschen Schutztruppe mit Gouverneur Schnee, Generalmajor von Lettow-Vorbeck und Kapitän zur See Looff durch das Brandenburger Tor in Berlin.

Einzug der Ostafrika-Kämpfer in Berlin

"Einzug der Ostafrika-Kämpfer in Berlin" 1919

General von Lettow-Vorbeck und Gouverneur Schnee

 

7. Mai 1919
Das Deutsche Reich verliert mit dem Versailler Vertrag nun auch völkerrechtlich die Kolonie in Ostafrika an Belgien und Großbritannien.

1920/23
Ruanda und Burundi, seit 1916 von Belgien besetzt, werden offiziell belgisches Völkerbundsmandat.

1945
Großbritannien übernimmt Tanganyika als Treuhandgebiet. Ruanda und Burundi werden belgisches Treuhandgebiet.

9. Dezember 1961
Proklamation der Republik Tanganyika, Nyerere wird erster Premierminister.

1. Juli 1962
Ruanda erlangt die Unabhängigkeit, erste Republik unter Präsident Grégoire Kayibanda.

10. Dezember 1963
Die Insel Sansibar (seit 1890 britisches Protektorat) wird unabhängig.

26. April 1964
Zusammenschluss von Tanganyika und Sansibar zur Vereinigten Republik Tansania mit (Verfassung von 1965).

 

Ostafrika


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externer Link:

Markus Felten, Der I. Weltkrieg auf den Seen von Deutsch-Ostafrika

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