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Gunther Plüschow

Der Flieger von Tsingtau

Gunther Plüschow

Gunther Plüschow

* 08.02.1886 in München, Königreich Bayern

† 28.01.1931 in Argentinien (Flugzeugabsturz)

Plüchows Ehrengrab liegt im Parkfriedhof Lichterfelde, Berlin-Steglitz

 

Der "Flieger von Tsingtau" und späteren Flugpionier in Feuerland, der als erster die Darwin-Kordillere, das Kap Hoorn und die Torres del Paine überflog und in den 20er Jahren zwei spannende Bücher über seine Erlebnisse im äußersten Süden Amerikas veröffentlichte.

 

Gunther Plüschow

Lebenslauf

Am 8. Februar 1886 in München geboren, Umzug nach Rom, später nach Schwerin in Mecklenburg.

1896 Aufnahme in der Kadettenanstalt in Plön.

1906 Dienst als Leutnant auf S.M.S. Fürst Bismarck.

1914 Flugzeugführerausbildung bei den Rumpler-Werken in Berlin-Johannisthal.

Als 1914 Kiautschou vom Krieg überrascht wurde, waren gerade Ende Juli mit dem letzten Dampfer aus Deutschland die für das Schutzgebiete bestimmten zwei Flugzeuge eingetroffen und Oberleutnant zur See Plüschow und Leutnant Müllerskowsky als Flieger kommandiert. Am Tage der Mobilmachung waren beide Maschinen front- und flugklar und beim Einflug zerschellte die eine vollkommen, wobei Müllerskowsky aufs schwerste verletzt wurde.

Der erste Absturz in Tsingtau

Der erste Absturz in Tsingtau

 

 

So war es Plüschow allein überlassen, trotz der außerordentlichen ungünstigen Start- und Landeverhältnisse, den wichtigen Aufklärungsdienst durchzuführen. Für ihn hieß es festzustellen, wo die Japaner landen würden und ihren Aufmarsch melden. Auch er hatte bald darauf mit der Landung Pech und seine Maschine wurde beschädigt. Mit "Bordmitteln" musste ein neuer Propeller hergestellt werden, der ihm während der nächsten drei Monate gute Dienste leistete. Nach der Einschließung der Japaner lag der Flugplatz in der Reichweite der feindlichen Artillerie und bald erschienen auf der Gegenseite die japanischen Flugzeuge, wobei es sogar zu einem Luftkampf kam, der mit Parabellumpistole geführt wurde und und zur Landung des Japaners führte. Es gelang Plüschow, den Gouverneur dauernd über die feindliche Tätigkeit auf dem laufenden zu halten, so dass er das "Auge Tsingtaus" genannt wurde.

Plüschow in seiner Taube

Plüschow in seiner Taube 

 

In der Verteidigung Tsingtaus zeigte sich der Mangel an Flugzeugen sehr nachteilig auf. Am 5. November 1914 erhielt Plüschow den Befehl am nächsten Tage oder, falls die Japaner noch in der Nacht die Festung stürmen würden, in dieser Nacht Tsingtau im Flugzeug zu verlassen, um das Kriegstagebuch und andere wichtige Dokumente in Sicherheit zu bringen. Er landete am nächsten Tag in dem 250 km südlich gelegenen Haidschou, wo er dem Mandarin seinen Motor übergab, sein Flugzeug vernichtete und die Papiere in sichere Hand ablieferte. Nun begann für Plüschow eine an Abenteuern und Gefahren reiche Zeit. In den verschiedensten Verkleidungen, bald als Vertreter für Singers Nähmaschinen, bald als Seemann, gelang es ihm, unter unendlichen Schwierigkeiten zunächst nach dem neutralen Amerika zu gelangen.

Englische Steckbriefe Plüschows

 

Bei der weiteren Flucht wurde er in Gibraltar durch Verrat eines Schweizers von den Engländern erkannt, verhaftet und fiel in englische Kriegsgefangenschaft. Es gelang ihm aus dem  Lager Donington-Hall zu entkommen und die Heimat zu erreichen. Am 13. Juli 1915 erreichte er seine Heimatstadt Schwerin (Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin) und nahm sofort seinen Militärdienst wieder auf. Er wird Leiter verschiedener Seefliegerabteilungen und scheidet 1919 als Korvettenkapitän aus dem Militärdienst aus.

Am 28.1.1931 stürzt er bei einem Flug über Feuerland ab und verunglückt dabei tödlich.

 

Quellen:

 

 

Gunther Plüschow - Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau

Gunther Plüschow Buch ist 1916 erstmals erschienen. In 2 Auflagen sind über 600.000 Exemplare verkauft worden. Das Buch erschien 1939 übersetzt auch in England. Ebenso wurde es ins Japanische übersetzt. Seit 2008 verlegt der Wunderkammer Verlag das Buch (ISBN 978-3-941245-00-6) neu.

 

Gunther Plüschow

 

 


 

 


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