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Landeshauptstadt Kassel
Das Königreich Preußen mit seinen Provinzen: Brandenburg - Hannover - Hessen-Nassau - Ostpreußen - Pommern - Posen - Rheinland - Sachsen - Schlesien - Schleswig-Holstein - Westfalen - Westpreußen

Fahne - Landesfarben der preußischen Provinz Hessen-Nassau
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| Lage der Provinz Hessen-Nassau im Deutschen Reich | Wappen der preußischen Provinz Hessen-Nassau | Landkarte Provinz Hessen-Nassau mit dem Regierungsbezirk Schmalkalden 1914 |
Geschichte
Das alte Land Hessen, zu verschiedenen Zeiten mit verschiedener Begrenzung, gehörte zum Herzogtum Franken und bildete bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts mehrere Grafschaften. Besonders hervorzuheben sind dabei die Grafen von Gudensberg, die den nördlichen Teil Hessens beherrschten. 1137 erwarb Ludwig I. von Thüringen durch seine Heirat mit Hedwig von Gudensberg ansehnliche Güter in Hessen, dessen größter Teil fortan mit Thüringen vereinigt war. Als die thüringischen Landgrafen 1247 ausstarben, entstand um ihr Erbe der thüringische Erbfolgekrieg zwischen Heinrich dem Erlauchten von Meißen und Sophie, der Tochter Ludwigs des Heiligen und Gemahlin des Herzogs Heinrich von Brabant. Der Krieg endete 1265 mit einer Teilung und Sophie erhielt für ihren Sohn Heinrich I., das Kind von Brabant, Hessen. Hessen, das bald zu einer besonderen Landgrafschaft und 1292 vom König Adolf zu einem erblichen Reichsfürstentum erhoben wurde, vergrößerte sich durch Boyneburg und Eschwege. Bei Heinrichs Tod, 1308, teilten seine Söhne Otto I. (Niederhessen mit Kassel) und Johann I. (Oberhessen mit Marburg) das Erbe unter sich auf. Doch starb Johann schon 1311, und Otto I. erhielt ganz Hessen, zudem er 1327 Gießen erwarb. Sein Sohn Heinrich der Eiserne (1328-1377) vergrößerte das Land um Treffurt und einen Teil von Itter und Schmalkalden und erhielt 1373 von Karl IV. die Belehnung mit ganz Hessen als Reichsfürstentum. Ihm folgte, da sein Sohn Otto der Schütz, der nach der Sage als Schützenhauptmann unerkannt um seine Braut Elisabeth von Kleve geworben, schon vor ihm gestorben war, sein Neffe Hermann I. (1377-1413). Seine Regierung war fortwährend durch Fehden mit den Ritterbünden und den Nachbarn gekennzeichnet, aber dennoch für Begründung der Landesherrschaft nicht ohne Gewinn. Sein Sohn Ludwig I., der Friedsame (1413-1458), erwarb 1450 die Grafschaften Ziegenhain und Nidda und gehörte zu den mächtigsten Reichsfürsten. Seine Söhne Ludwig II. (1458-71), der Freimütige, und Heinrich III. (1458-83), der Reiche, teilten Hessen wieder in zwei Linien, Kassel und Marburg. Letzterer erwarb 1479 durch seine Gemahlin die Grafschaft Katzenelnbogen sowie durch Kauf Dietz, Klingenberg und Eppenstein. Mit seinem Sohn Wilhelm III., dem Jüngern, starb 1500 die Marburger Linie wieder aus, und ihre Besitzungen fielen an die Kasseler Linie. 1471 folgten auf Ludwig II. seine Söhne Wilhelm I., der Ältere, und Wilhelm II., der Mittlere. Ersterer, auf einer Fahrt nach Palästina trübsinnig geworden, dankte 1493 ab, und so vereinigte Wilhelm II. seit 1500 alle hessischen Besitzungen, die er 1505 durch Homburg vergrößerte. Er starb aber schon 1509 und hinterließ das Land seinem fünfjährigen Sohn Philipp dem Großmütigen (1509-67), der anfangs unter Vormundschaft seiner Mutter Anna von Mecklenburg, seit 1518 selbstständig regierte. Unter ihm spielte Hessen in der weltlichen und kirchlichen Geschichte des Reichs eine bedeutende Rolle. Er bekämpfte Sickingen und den Bauernaufstand. Schon seit 1521 Luthers Anhänger und seit 1526 mit Johann von Sachsen verbündet, führte er die Reformation in seinem Land ein und stiftete die erste protestantische Universität in Marburg. Seit 1531 eins der Häupter des Schmalkaldischen Bundes, wurde er 1547 gefangen genommen und erst 1552 freigelassen. Bei seinem Tode teilte er aber Hessen unter seine Söhne Wilhelm IV., der Niederhessen mit Ziegenhain und Schmalkalden, Ludwig, der Oberhessen nebst Nidda und Eppstein, Philipp, der Niederkatzenelnbogen mit Rheinfels und St. Goar, und Georg, der Oberkatzenelnbogen mit Darmstadt erhielt. Doch starben Philipp schon 1583, Ludwig 1604, und ihre Gebiete fielen an die Linien Kassel und Darmstadt, in welche Hessen fortan geteilt blieb. Von jener zweigten sich die Seitenlinien Rotenburg (bis 1658), Eschwege (bis 1655), Rheinfels-Rotenburg (bis 1834) und Rheinfels-Wanfried (bis 1755), ferner Philippsthal und Philippsthal-Barchfeld, die noch bestehen, ab, während von der Linie Hessen-Darmstadt die Linie Hessen-Homburg abstammte, die 1866 erlosch. Als souveränes Fürstenhaus besteht nun nur noch die Linie Hessen-Darmstadt. Der Deutsche Krieg von 1866 hatte die Besetzung des Kurfürstentums Hessen durch Preußen zur Folge.
Aus dem ehemalige Kurfürstentum Hessen-Kassel und dem ehemalige Herzogtum Nassau wurde 1868 die preußische Provinz Hessen-Nassau gebildet. Die Provinz Hessen-Nassau bestand aus dem vormaligen Kurfürstentum Hessen nebst verschiedenen Bayrischen (Kreis Gersfeld und Amt Horb) und Großherzoglich-Hessischen Gebietsteilen (Bezirksamt Vöhl und Kreis Biedenkopf) [nachdem im Friedensvertrag mit dem Großherzogtum Hessen mehrere kurhessischen Gebietsteile (Nauheim, Reichelsheim, Hachheim) an das Großherzogtum Hessen abgetreten waren] einschließlich der am 2. März 1866 an das Großherzogtum Hessen gekommenen vormaligen Landgrafschaft Hessen-Homburg (ohne das Amt Meisenheim), ferner dem vormaligen Herzogtum Nassau und der freien Stadt Frankfurt a. M. Preußische Gesetze vom 20. September und 24. Dezember 1866. Das vormalige Kurhessen bildet den Regierungsbezirk Kassel, die anderen Gebietsteile den Regierungsbezirk Wiesbaden.
Neben dem preußischen Hessen-Nassau existiert im Deutschen Kaiserreich auch noch das Großherzogtum Hessen.
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Cassel-Wilhelmshöhe - Königliches Schloss mit großer Fontaine
Daten
Verwaltungshauptstadt: Kassel 120 488 Einwohner - 1905 = 36. Platz der größten Städte des Deutschen Reichs.
Größe: 15 699,3 km²
Einwohner:
Natürliche Gebiete: Fast nur Gebirgsland:
1. Rheinisches Schiefergebirge - Taunus.
2. Das Hessische Bergland - Westabdachung des Rhöngebirges, Knüll, Kellerwald, Meißner, Kaufungerwald, Habichtswald (Wilhelmshöhe), Rheinhardswald.
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Hessische Trachten
Gewässer: Lahn im Westen, Fulda im Osten, Grenzflüsse Rhein, Main, Werra-Weser bis Karlshafen, Eder und Schwalm.
Klima: Rau sind die Hochflächen des Westerwaldes und des Rhöngebirges, mild die Flussebenen, vor allem der Rheingau, auch das Werratal, das bei Witzhausen noch Weinbau gestattet.
Bewohner: Fränkischer Stamm der Hessen (Chatten), im Werratal Thüringer.
Bevölkerungsdichte: 131,8/ km²
Religion: 1871
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Gruß von der Luftschiffartsaustellung Frankfurt am Main
Militär: 1881 - Die Provinz Hessen-Nassau bildet mit Waldeck und einem Teil von Thüringen den Garnison- und Ersatzbezirk des XI. Armeekorps. Das Generalkommando befindet sich in Kassel. Weitere Garnisonsorte sind:
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Neue Kaserne des I. Ober-Els. Inf.-Regts. No. 167, Cassel, Frankfurter Straße
Wirtschaft:
Postwesen und Briefmarken
Im Kurfürstentum Hessen-Kassel und im Herzogtum Nassau tätigte Thurn und Taxis den Postdienst. Hessen-Kassel gehörte zum "Nördlichen Bezirk" mit Groschenwährung, das Herzogtum Nassau dagegen gehörte zum "Südlichen Bezirk" mit Kreuzerwährung. Nach der Annexion der Länder durch Preußen, übernahm die preußische Post den Postdienst. Das Königreich Preußen verfügte vom 18.01.1701 bis 31.12.1867 über eine eigene Posthoheit. Die erste preußische Briefmarke wurde 1857 ausgegeben. Ab 1866 gehörte Preußen zum Norddeutschen Postgebiet, ab 01.01.1871 zum Gebiet der Reichspost.
| bis 1866 | 1867 | 1868 - 1871 | ab 1871 | ab 1875 |
| Thurn und Taxis mit Währung Taler | Letzte preußische Freimarke von 1867 | Norddeutscher Postbezirk mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Taler | Deutsche Reichspost mit Währung Mark |
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| 1/4 Silbergroschen | 9 Kreuzer | 1/2 Groschen | 1 Groschen | 20 Pfennig |
Preußische Maße:
| bis 1866 | 1868 - 1875 | ab 1875 |
| 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Heller | 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfennige | 1 Mark = 100 Pfennig |
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| Hessen-Kassel 1 Heller, 1859 | Königreich Preußen - 1 Pfennig, 1870 | Deutsches Reich - 5 Mark, 1901 |
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| Hessen-Kassel 1 Silbergroschen, 1864 | Königreich Preußen - 2 1/2 Silbergroschen, 1869 | Deutsches Reich - 10 Mark, 1888 |
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| Hessen-Kassel 1 Taler, 1861 | Königreich Preußen - 1 Taler, 1860 | Deutsches Reich - 20 Mark, 1888 |
Oberpräsidenten 1871 - 1918
| Dienstzeit | Name | Lebensdaten |
| 1867 - 1871 | Eduard von Moeller | keine Daten |
| 1872 - 1875 | Ludwig Carl Christoph von Bodelschwingh | 1811 - 1879 |
| 1876 - 1881 | Carl Ludwig August Freiherr von Ende | 1815 - 1889 |
| 1881 - 1892 | Botho Wend August Graf zu Eulenburg | 1831 - 1912 |
| 1892 - 1898 | Eduard Ludwig Karl Magdeburg | 1844 - 1932 |
| 1898 - 1903 | Robert Graf von Zedtlitz-Trützschler | 1837 - 1914 |
| 1903 - 1907 | Hubert Ludwig von Windheim | 1857 - 1935 |
| 1907 - 1917 | Wilhelm Hengstenberg | 1853 - 1927 |
| 1917 - 1919 | August Clemens Bodo Paul Wilhelm von Trott zu Solz | 1855 - 1938 |
Administrative Gliederung
Die Provinz Hessen Nassau gliedert sich in zwei Regierungsbezirke.
| 1. Regierungsbezirk Kassel (vormaliges Kurhessen) mit einer Fläche von 10 082,03 km² und 890 142 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 2 Stadtkreise und 22 Landkreise |
Stadtkreis Kassel, Stadtkreis Hanau und die Landkreise Eschwege, Frankenberg, Fritzlar, Fulda, Gelnhausen, Gersfeld, Hanau, Hersfeld, Hofgeismar, Homberg/Ohm, Hünfeld, Kassel, Kirchhain, Marburg, Melsungen, Rinteln, Rotenburg a.d. Fulda, Schlüchtern, Schmalkalden, Witzenhausen, Wolfhagen, Ziegenhain |
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| Kassel - Königsplatz (1914) | Fulda - Frauenberg | Marburg a. Lahn - Lahnpartie mit Blick auf Universität | Schmalkalden - Altmarkt | Fritzlar - Marktplatz mit Rolandsbrunnen und früherer Münze |
Kassel - Partie an der Fulda mit Regierungsgebäude und Theater | Hanau - Ostbahnhof | Eschwege - Partie an der Werra | Bad Hersfeld - Rathaus | Gruß aus Hofgeismar |
| 2. Regierungsbezirk Wiesbaden mit einer Fläche von 5 617,25 km² und 1 007 839 Einwohnern (Jahr 1900), gliedert sich in 2 Stadtkreise und 16 Landkreise |
Stadtkreis Frankfurt am Main, Stadtkreis Wiesbaden und die Landkreise Biedenkopf, Dillkreis, Frankfurt am Main, Höchst, Limburg, Oberlahnkreis, Obertaunuskreis, Oberwesterwaldkreis, Rheingaukreis, Sankt Goarshausen, Unterlahnkreis, Untertaunuskreis, Unterwesterwaldkreis, Usingen, Westerburg, Wiesbaden |
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Hessen-Nassau nach 1918
| 1929 | Der Provinz Hessen-Nassau wird Waldeck sowie der Kreis Wetzlar angegliedert. |
| 1944 | Um die Verwaltungsbezirke im Raum der Provinz Hessen-Nassau an die Reichsverteidigungsbezirke anzupassen, bestimmte Hitler im "Erlass über die Bildung der Provinzen Kurhessen und Nassau " vom 1. April 1944, dass aus der Provinz Hessen-Nassau bis spätestens zum 1. Juli 1944 die beiden Provinzen Kurhessen und Nassau zu bilden seien. In diesem Zusammenhang wurden der Stadtkreis Hanau und die Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern aus dem Regierungsbezirk Kassel und der Provinz Kurhessen in den Regierungsbezirk Wiesbaden und die Provinz Nassau und der Landkreis Herrschaft Schmalkalden in den Regierungsbezirk Erfurt und die Provinz Sachsen ungegliedert. |
| 1945 | Das Land Hessen in seiner heutigen Gestalt wurde am 19. September 1945 von dem amerikanischen Oberbefehlshaber in Europa, General Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufen. Grundlage war die Proklamation Nr. 2 der amerikanischen Militärregierung, die Provinzen Kurhessen und Nassau (ohne die Kreise St. Goarshausen, Unterlahn, Unter- und Oberwesterwald, die als Regierungsbezirk Montabaur zu Rheinland-Pfalz kamen) auf eigenen Wunsch durch Proklamation der amerikanischen Militärregierung mit den rechtsrheinischen Teilen von Hessen-Darmstadt (die linksrheinische Provinz Rheinhessen fiel an Rheinland-Pfalz) zu Großhessen, später Land Hessen, vereinigt. |
| 1956 | 1956 findet im Regierungsbezirk Montabaur ein Volksbegehren zum Anschluss an Hessen statt, welches jedoch abgelehnt wird. |
Hessen aktuell:
Das heutige Land Hessen mit der Hauptstadt Wiesbaden besteht aus:
![]() | Landeshauptstadt Wiesbaden | ||
| Größe: | 21.114,72 km² | ||
| Einwohner: | zirka 6.098.000 | ||
| Bevölkerungsdichte: | 288/km² | ||

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